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Die Generalleitung der Missionare von Mariannhill hat Pater Ivor Chaebwa zum neuen Regionaloberen der Region Sambia ernannt. Wir wünschen ihm für diesen Dienst Gottes reichen Segen. Am 2. März 2021 wurde Pater Ivor in unserem Haus in Makeni, Lusaka, in sein Amt eingeführt. 

Mit einem festlichen Gottesdienst ist heute im Hildesheimer Dom die Fastenaktion 2021 von MISEREOR eröffnet worden. Unter dem Motto "Es geht! Anders." lädt das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit dazu ein, Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil und Formen des Konsums und den Missständen im Globalen Süden zu reflektieren. Die Botschaft: Veränderung ist möglich und geschieht bereits! Der Blick der bundesweiten Aktion richtet sich dieses Jahr auf das bolivianische Amazonas-Gebiet. Dort werden die Folgen von nicht nachhaltigem Wirtschaften besonders deutlich. MISEREOR-Partnerorganisationen setzen sich entschieden mit der indigenen Bevölkerung für den Erhalt ihres Lebensraums und der Natur ein. MISEREOR bittet daher um Spenden und Solidarität mit den Menschen in Bolivien und weltweit. 

Die Fastenaktion findet bereits zum zweiten Mal unter anhaltenden Pandemie-Bedingungen statt. Vieles habe sich während der Coronazeit grundlegend geändert, machte Bischof Heiner Wilmer in seiner Predigt deutlich: „Das Virus deckt auf, wo es bei uns brennt. Gleichzeitig aber geschehen Dinge, die wir vorher nicht zu träumen wagten: Flugzeuge bleiben am Boden. Der CO2 Ausstoß ist so gering wie seit langem nicht mehr. An vielen Orten rücken die Menschen näher zusammen, helfen einander.“ Diese Erfahrungen sieht der Bischof von Hildesheim als Chance, um zu erkennen, dass es anders geht: "Eine andere Welt ist möglich. Es liegt in unserer Hand, sie zu gestalten. Es liegt an uns, einen Lebensstil einzuüben, der gerechter ist. Nachhaltiger. Der den Kindern und Enkeln die Luft zum Atmen lässt." 

Einladung zur Neuausrichtung unserer Lebensweise

MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel betonte in den Eröffnungsworten der Fastenaktion, dass die Bewahrung der Schöpfung und die Einheit der Menschen gemeinsame Weltaufgaben sind. "Die Corona-Pandemie unterbricht unser Leben, indem wir unsere eigene Verletzlichkeit erkennen und uns der Zerbrechlichkeit der anderen bewusst werden. Sie drängt uns zu Antworten auf Fragen nach dem morgen." Das Leitwort der 63. MISEREOR-Fastenaktion "Es geht! Anders." sei daher eine Einladung, unsere Lebensweise neu auszurichten. 

Die beiden MISEREOR-Partnerorganisationen, die im Zentrum der bundesweiten Aktion stehen, arbeiten im Amazonas-Tiefland mit indigenen Bevölkerungsgruppen zusammen. Agrarindustrie sowie Neusiedler und Holzfäller dringen immer weiter in die Territorien der indigenen Bevölkerungs-Gruppen vor. Sie stehen vor der Gefahr des Verlusts ihres Lebensraums und ihrer kulturellen Wurzeln. Die MISEREOR-Partnerorganisationen unterstützen indigene Gruppen bei der Verteidigung ihrer Rechte und Territorien und bei der Umsetzung von neuen, naturschonenden Anbaumethoden. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Regenwaldes und damit auch unseres Ökosystems.

Zweite Fastenaktion unter Pandemie-Bedingungen

In diesem Jahr muss die MISEREOR-Fastenaktion erneut ungewohnte Wege gehen: Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation können Aktivitäten und Spendenaktionen nur digital gestaltet werden. Im Anschluss an den ARD-Gottesdienst ist ein digitaler "Fasten-Talk" u.a. mit Ministerpräsident Stephan Weil und dem Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer live auf YouTube zu sehen. Auch am 21. März, dem fünften Fastensonntag, an dem die Gemeinden traditionell für MISEREOR sammeln, wird es weniger Gottesdienstbesucher und Besucherinnen geben. Dies wird Auswirkungen auf die Kollekte haben. MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Spiegel bat daher besonders in diesen Zeiten um Solidarität: "Bleiben Sie kreativ und tatkräftig, unterstützen Sie Misereor, die Menschen in Bolivien und weltweit in dieser Fastenzeit mit Ihrer großherzigen Spende, mit ihren Aktionen und lassen Sie andere daran teilhaben!"

SPENDENKONTO:
Pax Bank Aachen, IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC GENODED1PAX

Pater Francis Jank CMM weiß zu berichten, dass die eisigen Temperaturen, die das Missionshaus St. Josef in Reimlingen fest im Griff haben, den Glocken, die zum Angelus rufen, zusetzen. "Wegen der hiesigen Kälte (-16° C) ist nun unsere Angelus Glocke ein/angefroren. Allerdings können wir auch ohne Glockenschläge beten, vielleicht mit einigen Sekunden Verspätung, oder zu früh." Hoffen wir, dass schon bald wärmere Temperaturen kommen.

Bis heute suchen Menschen nach Informationen über ihre Angehörigen, die durch das NS-Regime ermordet, verfolgt oder verschleppt wurden. 2020 ist die Zahl der Anfragen bei den Arolsen Archives wieder um rund zehn Prozent gestiegen. Das weltweit umfangreichste Archiv über Verfolgte des Nationalsozialismus erhielt Anfragen zu mehr als 26.000 Personen – fast drei Viertel stammen dabei von Angehörigen. Weniger als ein Prozent der Anfragen kam von Überlebenden selbst. In etwa 60 Prozent der Fälle konnten die Arolsen Archives Antworten geben und Kopien von Dokumenten zur Verfügung stellen. Insgesamt wandten sich Menschen aus rund 70 Ländern an die Arolsen Archives, besonders stark vertreten waren Deutschland, Frankreich, die Staaten der ehemaligen Sowjetunion, die USA und Polen.

Wissensquelle für 900.000 Nutzer*innen

Großes Interesse besteht auch am Online-Archiv der Arolsen Archives: 2020 recherchierten rund 900.000 Nutzer*innen aus aller Welt in der digitalen Sammlung. Seit 2019 haben die Arolsen Archives dort 27 Millionen Dokumente aus ihrer Sammlung veröffentlicht, die mit insgesamt 30 Millionen Dokumenten zum UNESCO Weltdokumenterbe zählt. Sie gibt Auskunft über KZ-Inhaftierte, Zwangsarbeiter*innen und die Überlebenden der Verfolgung.

„Das Interesse an Originaldokumenten, die die Verbrechen des Nationalsozialismus bezeugen, ist sehr groß“, erklärt Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. „Die Zahl der Überlebenden oder Zeug*innen wird mit jedem Jahr kleiner. Umso wichtiger werden die Dokumente, die gewissermaßen an ihrer Stelle zu jüngeren Generationen sprechen und oftmals die letzte Spur der Opfer sind.“

Sohn erhält Füller und Armbanduhr zurück

Im Februar konnten die Arolsen Archives ein ganz besonderes Paket auf die Reise nach Frankreich schicken: Michel Loncar erhielt die Armbanduhr und den Füller seines Vaters Michajlo Loncar. Es handelte sich um die 500. Rückgabe von persönlichen Gegenständen an die Familien von KZ-Inhaftierten. „Wir haben vor gut vier Jahren unser Projekt #StolenMemory gestartet und zusammen mit Freiwilligen die Suche nach Familien aufgenommen“, berichtet Floriane Azoulay. „Niemand hätte vermutet, dass es möglich sein würde, noch so viele Gegenstände endlich in die richtigen Hände zu geben.“

Michajlo Loncar wurde in Skalica in der heutigen Slowakei geboren und 1944 von den Nationalsozialisten aus Frankreich deportiert. Er musste in einem Außenlager des KZ Neuengamme Zwangsarbeit leisten, überlebte das Lager und starb 2000 in Frankreich. „Für die Angehörigen ist die Rückgabe der persönlichen Gegenstände von großer emotionaler Bedeutung“, betont Floriane Azoulay. „Sie erzählen von Verfolgungsgeschichten, die quer durch Europa verliefen, sind ein Fenster in die Vergangenheit und bringen Erinnerungen zurück in die Familien.“

Die Arolsen Archives bewahren noch rund 2500 sogenannte Effekten auf und suchen weiterhin nach den Familien.

Über die Arolsen Archives

Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft.

Die Broschüre „Werkheft - Gebete - Texte - Lieder“, das von der Deutschen Provinz der Missionare von Mariannhill herausgegeben wurde, enthält zahllose Materialien für die Gestaltung von Andachten, Gottesdiensten etc. rund um den Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM.
Provinzial Pater Christoph Eisentraut CMM schreibt in seinem Vorwort zu diesem Werkheft: "Liebe Leserinnen und Leser, mit Freude darf ich Ihnen dieses Werkheft zur Verfügung stellen. Es soll allen helfen, die Materialien suchen, um das Gedenken an den Seligen Mariannhiller Märtyrer Pater Engelmar Unzeitig lebendig zu halten. Besonders natürlich an seinem offiziellen Gedenktag am 2. März, aber auch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten, wie z.B. bei Wallfahrten an Orte, die mit seinem Leben, Wirken und Leiden verbunden sind. Dieses Heft enthält neben den vom Vatikan offiziell approbierten Gebeten auch andere Texte als Studienausgabe, die bei der Vorbereitung von Gottesdiensten behilflich sein können. Ein besonderer Schatz sind die Lieder, die im Zusammenhang mit der Seligsprechung im September 2016 entstanden sind. Sie sind so gedruckt, dass sie leicht kopiert werden können. Gleichzeitig kann dieses Werkheft aber auch besonders bei kleineren Gruppen als Liederbuch für Pater Engelmar-Feiern ausgelegt werden. (...) Möge dieses Werkheft dazu beitragen, das Beispiel dieses Märtyrers der Nächstenliebe auch für unsere Zeit fruchtbar zu machen."

Sie können es kostenlos über unseren Webshop bestellen oder es sich dort als PDF-Datei herunterladen.

Im Archiv der Missionare von Mariannhill hat Pater Dr. Hubert Wendl CMM eine schöne Entdeckung gemacht. Er schreibt dazu: "Ich fand diesen kleinen Bericht über Pater Engelmar und die Beisetzung der Asche in Würzburg in einer Mappe mit Provinzratsitzungen. Pater Willehad Krause berichtet darin über die Beisetzung der Asche Pater Engelmars am Karfreitag 1945 auf dem Hauptfriedhof in Würzburg und der Einnahme der Stadt Würzburg durch die amerikanische Armee."

Pater Engelmar Unzeitig C.M.M.

Am 2. März 1945 starb in Dachau Pater Engelmar Unzeitig, nachdem er Jahre im KZ zugebracht hatte. Der hochw. Herr Richard Schneider, Pfarrer in Beuggen, Amt Säckingen, war mehrere Jahre sein Baracken- und Tischkamerad. Nach seiner Befreiung besuchte er uns im Piusseminar und erzählte von Dachau und Pater Engelmar. Er bezeichnete ihn als einen Heiligen, der es verdiene, dass der Beatifikationsprozess über ihn eingeleitet werde. Man habe aus dem Munde Pater Engelmars nie eine Klage vernommen. Nie wurde er ungeduldig, sondern forderte immer wieder seine Leidensgenossen auf, alle Quälereien im Geiste der Sühne und Buße zu erdulden. Er sagte von sich selber, dass er Gott sein Leben für Russland aufgeopfert habe. Mit großem Fleiß erlernte er die russische Sprache und brachte es darin auch zu großer Fertigkeit. In priesterlicher Liebe nahm er sich der russischen Gefangenen an und bekehrte eine Reihe von ihnen vom Bolschewismus und der Orthodoxie zum katholischen Glauben. Anfangs 1945 meldete er sich freiwillig ins Lager der Flecktyphuskranken, um dort Pflegedienste zu leisten und den Sterbenden als Priester beizustehen. Dort wurde er selber von der Krankheit ergriffen und starb am 2. März 1945. Herr Pfarrer Schneider konnte den Krematoriumswärter bewegen, die Leiche Pater Engelmars gesondert zu verbrennen. In einem Leinensäckchen sammelte er dann die Asche, band es sich um den Leib und brachte sie glücklich aus dem Lager hinaus. Pater Barnabas OSB brachte das Kistchen mit den Überresten von Pater Engelmar nach Würzburg, wo wir es am Gründonnerstag in Empfang nahmen. Wir bahrten es zunächst in der Krypta auf und setzten es am Karfreitag in unserer Gruft auf dem hiesigen Friedhof bei. Es war unmittelbar vor der Einnahme der Stadt durch die Amerikaner. In nächster Nähe schon tobte der Kampf. Städtische Autoritäten, Friedhofsamt usw. gab es nicht mehr. So mussten wir eigenmächtig handeln und die Gruft selber öffnen und schließen. Während der Beschießung der Stadt durch die am. Artillerie rief ich Pater Engelmar um seinen Schutz für das Seminar an. Abgesehen von zwei Treffern am Turm, die nicht durchschlugen, von zwei Treffern an der Kirche, die ebenfalls nur ganz geringen Schaden anrichteten und einem Treffer ins Seminar, der drei Zimmer zerstörte, kamen wir mit dem Schrecken davon. Das Miss.ärztl. Institut und das Standortlazarett, unsere Nachbarn, wurden viel schwerer beschädigt, und die Wirtschaft zum Letzten Hieb wurde in Brand geschossen und brannte vollständig nieder.

(gez.) Pater Willehad

Zur Einordnung des Berichts:

Dieser maschinengeschriebene Bericht befindet sich eingeheftet in der Ringmappe der Provinzratsitzungen auf den handschriftlichen aufgeführten Seiten 111 und 112. Der Bericht befindet sich zwischen den protokollierten Provinzratsitzung vom 23. November 1945 in Reimlingen und der Sitzung vom 19. Januar 1946 in Würzburg.

Unterzeichnet ist der Bericht von Pater Willehad Krause, der in dieser Zeit Rektor des Piusseminars in Würzburg und auch Provinzrat war.

Die anfangs handschriftlichen Protokolle der Provinzratsitzungen beginnen am 5. September 1936 in Würzburg auf S. 1 und enden mit der Sitzung am 27. August 1953 im Seminar St. Josef in Reimlingen. Die Nummerierung der Seitenzahlen wurde handschriftlich eingefügt und endet mit der Sitzung am 14. Oktober 1947 in Reimlingen mit S. 144. Die übrigen Sitzungen sind danach chronologisch ohne Seitenzahlen beigefügt.

Zur zeitlichen Einordnung des Berichts:

Die Asche von Pater Engelmar wurde von Herrn Leo Pfanzer Ende März 1945 den Mariannhillern übergeben. Die Stadt Würzburg lag nach dem großen Luftangriff vom 16. März 1945 in Trümmern, das Piusseminar lag allerdings außerhalb der zerstörten Zone und bot damals Studenten und der Theologischen Fakultät Unterkunft.

Der Gründonnerstag fiel im Jahr 1945 auf den 29. März und der Karfreitag auf den 30. März.

In der Chronik des Piusseminars heißt es über die Beisetzung von Pater Engelmar auf dem Friedhof: „Heute haben wir um 9h unseren Pater Engelmar Unzeitig in unserer Gruft beigesetzt. Ein Benediktinerpater brachte seine Asche in ein[em] Holzkästchen aus DACHAU mit. 5 Jahre hat er dort heiligmäßig gelebt und sei dort auch heiligmäßig am 2. März 45 gestorben.“[1]

Der Kampf am Kriegsende um die Stadt Würzburg dauerte vom Karsamstag, dem 31. März 1945 bis zum darauffolgenden Freitag, dem 6. April 1945 und endete mit der Einnahme der Stadt durch die 42. US-Infanteriedivision.

Pater Willehad beschreibt am Ende seines Berichts diesen Kampf um Würzburg. Da der Bunker des Gauleiters sich zwischen dem Piusseminar und dem „Letzten Hieb“ befand, geriet auch das Piusseminar in Beschuss. Nach einem Bericht heißt es für den Donnerstag, dem 5. April: „Es schießt noch tüchtig in der Stadt. Der Kampf tobt im Viertel unterhalb Mariannhill. Um 17 Uhr eine große Detonation, ein riesiger Rauchpilz, dann ein großer Brand: Der ‚Letzte Hieb‘ hat Volltreffer erhalten und steht in Flammen.“[2]

Pater Dr. Hubert Wendl CMM

[1]Chronik der Congregation der Mariannhiller Missionare Pius-Seminar Würzburg.

[2]Würzburger Chronik des denkwürdigen Jahres 1945. Herausgegeben von Dr. Hans Oppelt im Auftrage des Stadtrates Würzburg, 1947, S. 93.

Bericht über Pater Engelmar im Provinzarchiv der Missionare von Mariannhill

Auf Grund des Unwetters wurde am Montag, 8. Februar, die Notbetreuung an unserem Gymnasium in Maria Veen ausgesetzt. Pater Hubert Wendl stellte uns diese Schneeimpressionen zur Verfügung. 

AKTUELLE INFORMATIONEN ZUR LAGE RUND UM UNSER GYMNASIUM finden Sie hier: https://www.schule1.de/

Am Samstag, 6. Februar 2021, wurden Frater Paul Omari Omweri zum Diakon und Diakon Jactone Kupalo zum Priester geweiht. Die Weihe fand in unserer Niederlassung "Christ the Prophet" in Karen, Nairobi statt. Die Ordination nahm Bischof Virgilio Pante IMC aus dem Bistum Maralal im Norden Kenias vor. Wir gratulieren unseren beiden Mitbrüdern und wünschen ihnen für Ihren weiteren Weg Gottes reichen Segen.

Gemeinsame Erklärung der Prälaten Karl Jüsten und Martin Dutzmann

Anlässlich des Impfgipfels der Bundesregierung am vergangenen Montag (1. Februar 2021) und der andauernden Debatte über die Verfügbarkeit von Impfstoffen in Deutschland und Europa besteht die Sorge, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger der Länder des globalen Südens vermutlich noch bis 2023 ohne den ersehnten Schutz durch Impfstoffe auskommen müssen. Darauf machen heute (4. Februar 2021) gemeinsam Prälat Dr. Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin, und Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, aufmerksam. „Der weltweite Zugang zu Impfstoffen gegen das Coronavirus ist vor allem aus humanitären, aber auch aus epidemiologischen und wirtschaftlichen Gründen unerlässlich“, erläutert Prälat Jüsten. So könne durch eine gemeinsame Impfstrategie das Risiko weiterer Mutationen reduziert werden. „Nur wenn weltweit Fortschritte bei der Eindämmung der Pandemie gemacht werden, können die Einschränkungen im öffentlichen Leben mit all den dramatischen sozioökonomischen und gesundheitlichen Folgen langfristig gelockert werden“, ergänzt Prälat Dutzmann.

„Damit der Zugang zu Impfstoffen schnellstmöglich weltweit sichergestellt werden kann, müssen Produktionskapazitäten für eine Impfstoffherstellung auch in den Ländern des globalen Südens genutzt oder erschlossen werden“, sagt Prälat Dutzmann. Prälat Jüsten fügt hinzu: „Dies bedeutet natürlich, dass auch das erforderliche Know-how zur Verfügung gestellt werden muss.“

Die beiden Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche betonen, dass alle zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft werden sollten, um dieses wichtige Ziel zu erreichen. Neben der – auch finanziellen – Unterstützung der Bereitschaft der pharmazeutischen Herstellerfirmen, ihre geistigen Eigentumsrechte zu teilen oder zumindest erschwingliche Lizenzen zu vergeben, stünde auch die zeitweilige Aussetzung geistiger Eigentumsrechte auf Technologien zur Prävention, Eindämmung und Behandlung von Covid-19 (TRIPS-Waiver) oder die Erteilung von Zwangslizenzen zur Herstellung der zur Bekämpfung von Covid-19 erforderlichen Mittel zur Debatte. „Die Pandemie kann nur weltweit bekämpft und beendet werden“, so Prälat Dutzmann und Prälat Jüsten.

Hintergrund

Nach übereinstimmenden Berichten haben sich die Industrienationen für etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des zur Verfügung stehenden Impfstoffs gesichert. Ende Januar 2021 waren in diesen Ländern bereits 39 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft bzw. hatten eine erste Dosis erhalten. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent waren es zu diesem Zeitpunkt 25 Menschen. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass auch die Industrienationen immer wieder mit Rückläufen von Covid-19 und neuartigen Mutationen rechnen müssen, die möglicherweise nicht mehr auf die verfügbaren Impfstoffe ansprechen.

Frater Carlos Andres Torres Ledesma erneuerte seine zeitlichen Ordensgelübde in unserem Haus in Bogotá, Kolumbien.

Aus Anlass des Internationalen Tages der Geschwisterlichkeit aller Menschen, den die Vereinten Nationen am 4. Februar 2021 erstmals begehen, erklärt der Vorsitzende der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg): 

„Heute vor zwei Jahren wurde ein Meilenstein des interreligiösen Dialogs gesetzt: Papst Franziskus traf in Abu Dhabi mit dem muslimischen Großimam Ahmad al-Tayyib zusammen, um das Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen zu unterzeichnen. Ihr gemeinsamer Appell richtet sich an Christen, Muslime und alle Menschen guten Willens: Jeder und jede von uns ist aufgerufen, sich für eine Kultur des Friedens und der Toleranz einzusetzen, die Menschenrechte zu verteidigen und das Trennende zu überwinden. Der Papst und der Großimam wissen um Hass und Fanatismus, die im Namen der Religion entfacht werden. Und genau deshalb erinnern sie eindringlich daran, dass wir alle Kinder Gottes sind – gleich an Rechten und Würde, berufen zu einem Zusammenleben als Schwestern und Brüder.

Die Vereinten Nationen haben die christlich-muslimische Begegnung von Abu Dhabi zum Anlass genommen, den 4. Februar zum Internationalen Tag der Geschwisterlichkeit aller Menschen zu erklären. Von diesem Tag geht das klare Signal aus, dass die Religionen das Potenzial, aber eben auch die Pflicht haben, zu Frieden und Gerechtigkeit auf der Erde – unserem gemeinsamen Haus – beizutragen. So groß die Hürden auch sind, die es auf dem Weg zu einem ‚universalen Frieden‘ zu überwinden gilt: Wir gehen ihn – wie der Papst und der Großimam bekräftigt haben – im Vertrauen auf unseren Gott, ‚der die getrennten Herzen eint und den menschlichen Geist erhebt‘.

Gerade in Zeiten der Pandemie wird vielen von uns wieder stärker bewusst, dass wir Teil der einen Menschheitsfamilie sind. Doch gleichzeitig wächst auch die Versuchung egoistischer Reflexe. Da sind wir Christinnen und Christen ganz besonders gefordert, den Auftrag der Nächstenliebe in konkretes Handeln zu übersetzen. In seiner Enzyklika Fratelli tutti, deren Entstehung eng mit dem Abu-Dhabi-Dokument verknüpft ist, ruft uns Papst Franziskus ins Gedächtnis, dass die christliche Nächstenliebe nicht nur Privatsache ist, sondern immer auch eine gesellschaftliche Dimension hat: ‚Die Liebe zum anderen drängt uns aufgrund ihrer Natur, das Beste für sein Leben zu wollen. Nur wenn wir diese Art gegenseitiger Bezogenheit entwickeln, wird ein gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich sein, der niemanden ausschließt, und eine Geschwisterlichkeit, die für alle offen ist.‘ (FT 94) Am Internationalen Tag der Geschwisterlichkeit lade ich alle herzlich dazu ein, die EnzyklikaFratelli tutti zu entdecken. Lassen Sie sich vom Geist der Geschwisterlichkeit inspirieren. Und sprechen Sie gemeinsam mit Christinnen und Christen auf der ganzen Welt das ‚Gebet zum Schöpfer‘, das Papst Franziskus ans Ende seiner Enzyklika gestellt hat.“

Gebet zum Schöpfer (aus der Enzyklika Fratelli tutti)

Herr und Vater der Menschheit,
du hast alle Menschen mit gleicher Würde erschaffen.
Gieße den Geist der Geschwisterlichkeit in unsere Herzen ein.
Wecke in uns den Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung,
nach Dialog, Gerechtigkeit und Frieden.
Sporne uns an, allerorts bessere Gesellschaften aufzubauen
und eine menschenwürdigere Welt
ohne Hunger und Armut, ohne Gewalt und Krieg.

Gib, dass unser Herz sich
allen Völkern und Nationen der Erde öffne,
damit wir das Gute und Schöne erkennen,
das du in sie eingesät hast,
damit wir engere Beziehungen knüpfen
vereint in der Hoffnung und in gemeinsamen Zielen. Amen.

Hintergrund

Bei seiner Apostolischen Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate ist Papst Franziskus am 4. Februar 2019 mit dem Scheich der ägyptischen al-Azhar, Großimam Ahmad al-Tayyib, zusammengetroffen, der vielen als höchste Autorität des sunnitischen Islam gilt. Bei ihrer Begegnung verständigten sich der Papst und der Großimam auf das Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt, das auch unter dem Namen Abu-Dhabi-Dokumentbekannt geworden ist. Zur Umsetzung der in dem Dokument genannten Ziele wurde das „Hohe Komitee für menschliche Geschwisterlichkeit“ ins Leben gerufen, dem – neben dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Ayuso Guixot – weitere namhafte christliche, jüdische und muslimische Vertreter angehören. Am 3. Oktober 2020 hat Papst Franziskus in Assisi seine Enzyklika Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft unterzeichnet, die er selbst als Weiterentwicklung der Themen des Abu-Dhabi-Dokuments charakterisiert. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am 21. Dezember 2020 beschlossen, dass der 4. Februar künftig jedes Jahr als Internationaler Tag der Geschwisterlichkeit aller Menschen begangen werden soll. Papst Franziskus nimmt am 4. Februar 2021 gemeinsam mit UN-Generalsekretär António Guterres und Großimam Ahmad al-Tayyib an einem virtuellen Festakt teil, den die Vereinigten Arabischen Emirate ausrichten.

Hinweise:

Die Enzyklika Fratelli tutti sowie weitere Materialien sind unter www.dbk.de auf der Themenseite Enzyklika Fratelli tutti verfügbar. Das Abu-Dhabi-Dokument ist auf der Internetseite des Vatikans zu finden. 

Der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog informiert unter www.pcinterreligious.org/human-fraternity-day über den Internationaler Tag der Geschwisterlichkeit aller Menschen, die Vereinten Nationen unter www.un.org/en/observances/human-fraternity.

Am Fest Darstellung des Herrn, am 2. Februar 2021, erneuerten die Mitbrüder im Kloster Mariannhill in Würzburg ihre Gelübde. Unter ihnen waren auch die Fratres Anthony Nonso Dim und John Kennedy Yiga Ddamulira, die vor dem stellvertretenden Provinzial, Pater Mario Muschik CMM, ihre Zeitlichen Professen erneuerten. Wir danken den Mitbrüdern für ihren Einsatz in unserer Kongregation und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg Gottes reichen Segen!

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