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Das Mariannhill Chamber Orchestra meldet sich mit einem Video aus dem Lockdown. Die Musiker hatten sich pandemiebedingt schon über ein Jahr nicht mehr gesehen, und daher hat es Rudolf Müller unternommen, ein Lockdown-Video mit den MusikerInnen zu produzieren.

Seit Jahrzehnten gilt Tuberkulose als die todbringendste Infektionskrankheit weltweit: TB fordert rund 1,4 Millionen Menschenleben pro Jahr, circa 4.000 am Tag und damit etwa drei in einer Minute. „Eine Pandemie riesigen Ausmaßes, doch in hiesigen Medien wird sie kaum thematisiert“, konstatiert Burkard Kömm, Geschäftsführer der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. „Das liegt vor allem daran, dass es in den Industriestaaten aufgrund der hohen Medizin-, Hygiene- und Ernährungsstandards heute relativ wenige TB-Fälle gibt.“ Ganz anders sehe es im Globalen Süden und in Osteuropa aus: „Hier ist die Tuberkulose nach wie vor sehr weit verbreitet. Insbesondere die multiresistente TB stellt eine wachsende Bedrohung für die globale Gesundheitssicherheit dar“, so Kömm. „Um die TB in den Griff zu bekommen, müssen wir als Weltgemeinschaft aktiv werden und sektorübergreifend zusammenarbeiten – so wie derzeit im Kampf gegen Corona“, fordert Kömm. „Die Uhr tickt!“

Globale Gesundheitsprobleme erfordern globale Antworten         

Etwa 10 Millionen Menschen, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO, erkranken jedes Jahr neu an Tuberkulose, ca. 80 Prozent dieser Fälle finden sich in Südostasien und in Afrika. Unter den Ländern führt Indien seit Jahrzehnten die TB-Statistiken an (26 Prozent aller Fälle), dicht gefolgt von Indonesien, China, den Philippinen und Pakistan. Um Tuberkulose und die beiden anderen gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt – Aids und Malaria – zu bekämpfen, haben sich 2002 die G8-Staaten zusammengeschlossen und den Globalen Fonds (Global Fund) gegründet: Mit Mitteln aus staatlicher und privater Hand werden nationale Gesundheitssysteme, Medikamente, Forschungsprojekte und weitere Maßnahmen zur Eindämmung der „big three“ finanziert. Nach eigenen Angaben wendet der Globale Fonds jährlich mehr als 4 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung von Programmen auf, die von lokalen Expert*innen in mehr als 100 Ländern durchgeführt werden. Für Tuberkulose stellt der Globale Fonds allein 73 Prozent aller internationalen Finanzmittel bereit. Im Jahr 2019 konnten 5,7 Millionen TB-Patient*innen behandelt werden.

Medizinische Maßnahmen alleine reichen nicht

Hoffnung auf weitere Fortschritte versprechen verbesserte Diagnoseverfahren und neue Medikamente, die eine kürzere und verträglichere Behandlung der antibiotikaresistenten Tuberkulosen ermöglichen. Doch die Zahlen zeigen, dass damit allein die TB-Pandemie nicht besiegt werden kann. Tuberkulose ist eine armutsassoziierte Krankheit. Der einzige Weg, sie nachhaltig zu eliminieren, ist es, die Lebensverhältnisse der Ärmsten in der Welt zu verbessern. „Jeder dritte Mensch weltweit trägt den Erreger der Tuberkulose, das Mycobacterium tuberculosis,in sich, aber ein gesundes Immunsystem kann die Infektion in Schach halten“, erklärt Burkard Kömm. „Zum Ausbruch der Krankheit kommt es dann, wenn Menschen infolge von unzureichender Ernährung, schlechten Hygiene- und Wohnbedingungen, dauerhaftem Stress oder anderen Krankheiten geschwächt sind.“

Auch im Rahmen eines High-Level-Meetings zu Tuberkulose, das am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen 2018 in New York stattfand und bei dem auch Burkard Kömm für die DAHW vertreten war, wurde bestätigt, dass Pandemien wie die Tuberkulose von Faktoren wie Bevölkerungsbewegungen, Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Mangelernährung, Menschenrechtsverletzungen, mangelndem Zugang zu Bildung, Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern sowie Stigmatisierung und Diskriminierung beeinflusst werden. „Deshalb wäre die Verwirklichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der beste Weg, um auch die Ziele der globalen Strategie zur Beendigung der TB zu erreichen“, stellt Kömm klar. 

Die „fehlenden Menschen“ erreichen

Ein Grund dafür, dass nicht alle betroffenen Menschen von den globalen Aktivitäten zur Eindämmung der Tuberkulose profitieren, ist, dass viele von ihnen schlicht keinen Zugang zu den Gesundheitsdienstleistungen haben und deshalb von den Maßnahmen nicht erreicht werden. Die strategische Initiative des Globalen Fonds "Finding missing people with TB" („Finden der fehlenden Menschen mit TB“) zielt darauf ab, dreizehn Schwerpunktländer dabei zu unterstützen, Lücken in der Versorgung durch gemeindebasierte und patient*innenzentrierte Ansätze zu schließen, insbesondere besonders gefährdete (vulnerable) Personengruppen.

Wir Missionare von Mariannhill freuen uns, Ihnen eine neue kostenlose Broschüre präsentieren zu können. Sie hält wertvolle Informationen für junge Menschen bereit, die sich als Missionare auf Zeit für einen Einsatz auf einer unserer Missionsstationen interessieren. Einsatzorte können in Kolumbien, Kenia oder Südafrika liegen. Falls Sie interessiert sind, können Sie die Broschüre kostenlos über unseren Onlineshop anfordern oder downloaden. 

maz 1shopHier finden Sie wichtige Informationen

Immer wieder hielt Abt Franz Pfanner bewegende Predigten über den Hl. Joseph. Von sieben seiner Predigten sind uns die Texte erhalten
geblieben und gerne teilen wir sie mit Ihnen. Sie finden sie unter folgendem Link: https://www.mariannhill.de/quellen/abt-franz-pfanner/predigten-%C3%BCber-den-hl-joseph

hljosefmissionshausHolzplastik zeigt den Hl. Josef im Missionshaus St. Josef, Reimlingen ©2021 pater andreas rohring cmm

„Die Gewalt gegen Frauen und Mädchen kennt keinen Lockdown.“ Das hat Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, anlässlich des Weltfrauentages am 8. März betont. Im Gegenteil: In Lateinamerika meldeten zahlreiche Länder einen starken Zuwachs von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen während der Corona-Pandemie. Hinzu kommen laut Pater Heinz immer mehr tödliche Übergriffe gegen Migrantinnen auf der Flucht oder in ihren neuen Heimatländern. „Die Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Lateinamerika muss endlich gestoppt werden“, lautet die Forderung des Adveniat-Chefs.  

Allein in Mexiko wurden im vergangenen Jahr 3.723 Frauen ermordet, in Kolumbien vervielfachte sich die Zahl der registrierten Fälle von häuslicher Gewalt und aus Peru sowie Ecuador gab es zuletzt Berichte über tödliche Attacken auf venezolanische Migrantinnen. „Drei Beispiele aus einer ganzen Reihe an besorgniserregenden Entwicklungen, die belegen, dass Frauen und Mädchen in Ausnahmesituationen wie einer Pandemie oder auf der Flucht besonderen Gefahren ausgesetzt sind“, sagt Pater Heinz. 

„Die aktuelle Corona-Pandemie hat die Lage von Frauen und Mädchen noch einmal verschärft“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks. Das sei nicht nur aufgrund der steigenden häuslichen Gewalt so, sondern auch wegen der schweren Wirtschaftskrise. Laut einem in dieser Woche veröffentlichen Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik ist die Zahl der in Armut lebenden Menschen in der Region im Jahr 2020 um weitere 22 Millionen Menschen gestiegen. Damit erreicht Lateinamerika einen Krisenzustand wie seit vielen Jahren nicht mehr. Besonders betroffen vom Verlust von Arbeitsplätzen sowie von einbrechenden Einnahmen im informellen Sektor seien Frauen. Mädchen in ländlichen Regionen verlieren mehr und mehr den Zugang zu Bildung. „Für die Stärkung der Rechte der Frauen ist es unabdingbar, dass ein abgesicherter Zugang zur Schulbildung für Mädchen gerade aus einkommensschwachen Bevölkerungsschichten garantiert wird. Nur eine gute Schulbildung ermöglicht es, im Berufsleben Fuß zu fassen“, sagte Pater Heinz.Besorgniserregend seien auch die aktuellen großen Migrationsbewegungen, sagt der Adveniat-Chef weiter. „Mädchen und Frauen aus Mittelamerika oder Venezuela, die sich auf der Flucht befinden, werden immer häufiger das Ziel von Menschenhändlern. Nicht selten landen Migrantinnen in der Zwangsprostitution ohne Aussicht auf juristische Hilfe und leiden unter prekären, menschenunwürdigen Bedingungen.“ Oftmals würden die Frauen durch brutale Gewalt zur Prostitution gezwungen. „Der Schutz der Rechte von Mädchen und Frauen auf der Flucht muss gewährleistet werden, weil sie zu den Bevölkerungsgruppen zählen, die meist besonders schutzlos fremdenfeindlicher Gewalt und den Gefahren des Menschenhandels ausgesetzt sind. Dazu sind nicht nur eine nachhaltige Politik und gemeinsame gesellschaftliche Kraftanstrengungen notwendig, sondern auch die gezielte Unterstützung von Ländern in Lateinamerika, die Geflüchtete aufnehmen und betreuen. Alleine sind diese Länder mit der humanitären Aufgabe der Aufnahme und Integration von Millionen von Geflüchteten überfordert“, sagte Pater Heinz.

Am Gedenktag zu Ehren des Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM, 2. März 2021, legte in Mariannhill der Novize Uchegbu Chukwudi-Mario Anaebom CMM seine Erste Profess ab. Alle Fotos hat Bruder Mauricio Langa CMM aufgenommen.

Predigt von Pater Dr. Hubert Wendl CMM beim Gottesdienst zu Ehren des Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM in Maria Veen:

Liebe Schwestern und Brüder!

Unser Alltag läuft nicht mehr rund, es ist gewaltig Sand in das Getriebe der Welt geraten. Ein unsichtbarer Virus hat uns aus der Bahn geworfen. Und so läuft vieles nicht mehr rund; im Getriebe der Welt knirscht es gewaltig und wir sind aus unserer Ordnung geworfen. Vieles gerät durcheinander.

Gerade diese Erfahrung hat auch Pater Engelmar gemacht. Sein Leben verlief in ziemlich geordneten Kreisen, auch wenn es immer wieder geknirscht hat, wie etwa der frühe Tod seines Vaters. Aber er hat immer wieder eine Ordnung für sich gefunden, so dass er seinen Weg finden konnte. Pater Engelmar hatte sich den Mariannhiller Missionaren angeschlossen, weil er in die Mission gehen und den Glauben verkünden wollte. Nach seiner Priesterweihe am 6. August 1939 – kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – konnte er nur kurze Zeit als Priester in Würzburg, Linz und als Pfarrprovisor in Glöckelberg wirken. Am 21. April 1941 erfolgte seine Verhaftung und nach sechs Wochen Aufenthalt im Linzer Gefängnis die Überführung in das KZ Dachau.

Als junger Priester hat er sich um französische Kriegsgefangene gekümmert, wie dann als Gefangener im KZ Dachau vor allem um russische Inhaftierte, die ihm am Herzen lagen. Er hat sich da eingebracht, wo es sein eigenes Leben kosten sollte. Pater Engelmar hat sich nicht in sich selbst zurückgezogen, sondern im Gebet und in der Feier der heiligen Messe mit Gott kommuniziert und in aller Konsequenz anderen in ihren Leiden beigestanden. Es wird sogar berichtet, dass er im Konzentrationslager manchmal beinahe die Zählappelle verschwitzt hätte, weil er tief im Gebet vor dem Allerheiligsten in der Gefangenenkapelle versunken war.

52882fdc 5a8d 4809 a3b2 fbb1f1b53a5cSchmuck auf dem Altar anlässlich des Gottesdienstes ©2021 pater dr. hubert wendl cmmUnd dann geriet alles in Unordnung, es war nicht nur Sand ins Getriebe geraten, sondern es schien, als ob alle Zahnräder kaputt gingen und das Chaos ausbrach: Der Typhus brach im KZ aus – grenzenlos. Pater Engelmar und einige Mitbrüder wussten genau, dass diese Krankheit einen schweren Verlauf hat und unweigerlich zum Tod führt. Sein Vater war im Ersten Weltkrieg gerade an dieser Krankheit gestorben. Und nun stellt sich Pater Engelmar zur Verfügung, um diesen dem Tod geweihten Kranken zu helfen und ihnen beizustehen.

WhatsApp Image 2021 03 02 at 14.30.53Stand mit Infomaterialien in der Kirche St. Marien in Maria Veen @2021 pater dr. hubert wendl cmmSein Wunsch, in die Mission zu gehen, hat sich nicht erfüllt, aber er wurde nicht depressiv, sondern er erkannte, dass er auch hier "in diesem gottverlassenen Lager, in dem das Böse regiert und wo wir leicht glauben könnten, von Gott und der Welt in unserem Leiden verlassen zu sein", wie er selbst schrieb, seine missionarische Berufung leben konnte.

Am 2. März 1945 starb Pater Engelmar, nachdem er sich bei der Pflege in den Typhus-Baracken selbst mit der tödlichen Krankheit angesteckt hatte. Einige Mitbrüder aus dem Priesterblock bemühten sich um seine Asche und schmuggelten sie auf abenteuerliche Weise aus dem KZ nach Würzburg. Nach seiner Seligsprechung im September 2016 wurde die Asche von Pater Engelmar im Altar unserer Kirche in Würzburg beigesetzt.

Es gibt viele Situationen, in denen unsere Welt aus den Fugen gerät, in der Sand ins Getriebe kommt und es gewaltig knirscht. Immer wieder lässt uns das Leben zweifeln: „Warum lässt Gott das zu?“ Es ist eine Frage, auf die es keine andere Antwort gibt als den gelebten Glauben. Ein Glaube, der Tat werden will und der in Liebe antwortet, auch in der Umgebung von Hass und Gewalt. Der Glaube kann dann wieder Ordnung in unsere Herzen bringen. Auch wenn ich selbst gefesselt bin, bleibt das Wort Gottes frei und hat die Kraft, Fesseln abzustreifen.
Es ist eine Freiheit, die auch uns in unserem Alltag tragen kann. So können dann auch wir sehen, wo unsere Liebe, wo wir selbst gebraucht werden. Denn „Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, macht innerlich frei und froh“ schreibt Pater Engelmar in einem seiner letzten Briefe aus dem KZ.

Am Samstag, 6. März, feiert Pater Franz Epp seinen 70. Geburtstag im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Wir wünschen ihm auf diesem Wege alles Gute und Gottes reichen Segen.

FranzEppPater Franz Epp wird 70 © 2021 pater andreas rohring cmmPater Franz Epp wurde am 6. März 1951 im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Elektroinstallateur. Bis zu seiner Einberufung zur Bundeswehr 1971 war er als Installateur tätig. Aufgrund seiner Erfahrung als Sanitätssoldat war er als Hilfspfleger in der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg beschäftigt. Im Juni 1973 begann er in Ursberg bei der St. Josefs-Kongregation eine Ausbildung zur Heilerziehungspflege und arbeitete als Erzieher mit Behinderten. Im Januar 1975 trat er bei den Missionaren von Mariannhill ein und wurde am 23. Juni eingekleidet. Ein Jahr später legte er seine Erste Profess ab. Als Jungprofesse machte er sich in den kommenden Jahren als Hausmeister im Würzburger Kloster Mariannhill nützlich. 1979 band er sich durch die Ablegung der Ewigen Profess auf immer an die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill. Von Würzburg aus betreute er von Oktober 1982 bis Juni 1983 als sogenannter Reisebruder die Freunde und Förderer der Missionare von Mariannhill. Im Januar 1984 wurde er nach Reimlingen versetzt, wo er anfangs im ordenseigenen Alten- und Pflegeheim seine Fähigkeiten als Pfleger einsetzte. Später wurde er in die ordenseigene Schlosserei versetzt. Während dieser Zeit absolvierte er den Theologischen Fernkurs an der Domschule Würzburg. Vier Jahre später begann Pater Franz sein Theologiestudium im Studienhaus St. Lambert in Burg Lantershofen. Nach dem Ende seines Studiums im März 1992 machte Pater Franz ein Praktikum in der Würzburger Pfarrei St. Barbara. Am 25. Oktober 1992 wurde er von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zum Diakon geweiht. Nur wenige Wochen später begann er einen Pastoralkurs am Pastoraltheologischen Institut in Friedberg. Während dieser Zeit war er als Diakon und später als Kaplan in der Pfarrei St. Jakobus Major in Friedberg bei Augsburg tätig. Am 19. Juni 1993 wurde Pater Franz in der Herz-Jesu-Kirche der Missionare von Mariannhill in Würzburg durch Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zum Priester geweiht. Von Januar 1994 an war er als Kaplan in der Pfarrei St. Georg und Michael in Augsburg-Göggingen aktiv. Im Oktober 1994 wurde er zum Seelsorger im Rehabilitationszentrum Benediktushof in Reken-Maria Veen berufen. Diese Aufgabe hatte er 18 Jahre lang inne. Nach einigen Monaten in der Schweiz sowie im Kloster Mariannhill in Würzburg kam er im September 2013 ins Missionshaus St. Josef Reimlingen, wo er nun lebt.

Domkapitular i.R. Dr. Jürgen Lenssen weihte eine neue Gebetsstätte zu Ehren des Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM am Sonntag, 28. Februar 2021, ein. Sie befindet sich im Seitenschiff der Herz Jesu Kirche in Würzburg. Die Seligsprechung von Pater Engelmar machte es notwendig, den Raum im Seitenschiff neu zu gestalten. Von 1968 bis 2016 befand sich hier der Ruheplatz für die sterblichen Überreste von Pater Engelmar Unzeitig. Am Tag nach der Seligsprechung von Pater Engelmar fand die Urne einen neuen Platz im Hauptaltar der Kirche. Domkapitular i.R. Dr. Jürgen Lenssen übernahm es nun, den Raum neu zu gestalten, so dass Menschen an diesem Ort ihre Bitten und Anliegen dem Seligen Pater Engelmar empfehlen können. Die Fotos der Feier stammen von Roswitha Pax und Rudolf Müller. Allen Beteiligten sagen wir Missionare von Mariannhill ein herzliches Vergelt's Gott.

In zahlreichen Bistümern hat es heute (27. Februar 2021) Gottesdienste für die Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörige gegeben. In Limburg feierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, die Eucharistie und erinnerte an die Schicksale der Verstorbenen und deren Angehörigen und den aufopferungsvollen Dienst der vielen Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger. „Wir denken an die vielen Verstorbenen der Corona-Pandemie, an die vielen, die im vergangenen Jahr einsam sterben mussten, und wir denken an die Trauernden. Wir sind in unserem Gedenken verbunden mit den Menschen in Europa und auf der ganzen Welt“, sagte Bischof Bätzing. „Hinter diesen kaum begreiflichen Zahlen der Toten stehen einzelne Schicksale. Im Gebet sind wir unseren Verstorbenen nah. Wir vertrauen unsere Verstorbenen Jesus an.“ Gleichzeitig lud Bischof Bätzing dazu ein, sich Zeit zum Abschiednehmen und Trauern zu nehmen: „Der Blick auf das Kreuz und auf Ostern, auf das Fest der Auferstehung Christi, möge Sie trösten und Kraft schenken.“

Geprägt war der Gottesdienst durch Zeugnisse von Menschen und ihren Erfahrungen in der Pandemie. Ihnen war es wichtig, dass sie stellvertretend für die vielen Einzelschicksale sprachen.

Ein Ehepaar aus Elz erzählte das Schicksal ihres an Corona verstorbenen Neffen und dem Corona-Tod von dessen Mutter neun Tage später. „Das waren bange Wochen ohne eine Kontaktmöglichkeit, es gab nur die Gespräche mit Ärzten und Pflegern, es war ein ständiges Auf und Ab. Wir alle haben die Bilder der Corona-Intensivstationen aus den Medien vor Augen.“ Nach fünf Wochen sei die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen, berichtete das Ehepaar. Sohn und Mutter seien auf die Palliativstation verlegt worden und konnten dort friedlich einschlafen. „Wir sind dankbar für die große Anteilnahme. Und doch vermissen wir die persönlichen Begegnungen, die aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich waren. Bleiben wir achtsam miteinander und vergessen wir nicht die, die von uns gehen mussten. Der Weg des Lebens ist begrenzt, aber die Erinnerung ist unendlich“, sagten die Eheleute.

Die Leiterin der Covid- und Palliativstation im Limburger Krankenhaus, Christiane Schulz, berichtete aus ihrem Alltag mit Corona. Zu ihren Aufgaben gehöre die Begleitung von unheilbar kranken und sterbenden Patienten und deren Angehörigen. „Das ist jetzt in der Pandemie so leider nicht mehr möglich. Die Patienten kommen unvorbereitet und plötzlich ins Krankenhaus, Angehörige können sich nicht mehr verabschieden, der Zustand verschlechtert sich, das Besuchsverbot verhindert Begegnung – und dann sterben diese Menschen im Krankenhaus“, so Christiane Schulz. Die Angehörigen könnten dann nicht mehr das den Sterbenden sagen, was man gerne sagen würde, das seien extreme Schicksalsschläge. „Wir würden gerade in dieser Situation, weil wir Pandemie haben, noch besser betreuen und begleiten. Schon vor der Pandemie hatten wir Pflegenotstand und waren zu wenige. Jetzt ist das nicht besser. Wir arbeiten jeden Tag mit corona-positiven Patienten, sind einem hohen Risiko ausgesetzt und infizieren uns auch. Wenn das passiert, kommt für uns keiner nach. Die, die bleiben, müssen unsere Arbeit mit leisten. Es gibt einfach zu viel Arbeit für zu wenige Mitarbeiter.“ Vor allem könne man so den Anspruch an eine professionelle Begleitung in Brachialsituationen nicht mehr gewährleisten. „Das ist extrem schwierig für alle Beteiligten. Wir nehmen die Einzelschicksale mit nach Hause, träumen davon. Wir wünschen uns, dass wir den Job machen können, den wir mal gelernt haben: für alle Beteiligten ein würdevolles Sterben und Abschiednehmen ermöglichen“, so Christiane Schulz.

Krankenhausseelsorgerin Beate Bendel von der Palliativ-, Covid- und Frauenstation in Frankfurt berichtete: „Am Einschneidensten sind die Besuchsbeschränkungen, denn diese treffen nicht nur Covid-19- Infizierte, sondern auch alle Patienten und Sterbenden mit anderen Erkrankungen und deren Angehörige.“ Seelsorge sei gerade deshalb eine Brückenfunktion: „Wir können stellvertretend für Familie und Freunde an die Betten treten und ‚Da-sein‘. Wir können den Kontakt nach draußen herstellen – und umgekehrt. Gerade dort, wo die Patienten nicht fähig oder zu schwach sind, um selber noch den Telefonhörer zu halten, können wir dies für sie tun. Audio-Nachrichten kann man Menschen im Koma vorspielen. Solche Botschaften erreichen auch Sterbende.“ Seelsorge sei ein Dienst, um Orte, Sprache und Rituale des Abschiednehmens und Trauerns zu schaffen. „Vermehrt ist in diesen Zeiten die Nachfrage nach dem Segen – sei es Krankensegen oder Sterbesegen. Auch bei Frauen, die ihr Kind tot zur Welt bringen oder deren Kinder während oder kurz nach der Geburt sterben. Hier hat Corona das Abschiednehmen ebenfalls verändert. Konnten solche Mütter ihre verstorbenen Kinder nochmals im Abschiedsraum besuchen, muss jetzt direkt nach der Geburt Abschied für immer genommen werden. Kein nochmaliges in den Arm nehmen, kein weiteres Liebkosen ist mehr möglich“, so Beate Bendel.

Die bundesweiten Gottesdienste mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz gehen auf eine Initiative des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zurück. Dieser hatte dazu aufgerufen, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern. Nachdem am 17. Februar 2021 in Albanien begonnen wurde, folgte Deutschland der Initiative am heutigen 27. Februar 2021.

Für Bischof Bätzing sind diese Gottesdienste in vielen Ländern Europas eine positive Nachricht: „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir europaweit, über mehrere Wochen verteilt, der Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörigen in Gottesdiensten gedenken. Jedes Land in Europa hat die volle Wucht der Pandemie erfahren. Vielen von uns sind die Bilder aus Bergamo unvergessen in Erinnerung. Ich empfinde dieses grenzüberschreitende Gedenken und Beten als beeindruckendes Zeichen der Solidarität und geschwisterlichen Verbundenheit.“

Hinweis:

Das Bistum Limburg bietet im Anschluss an den Gottesdienst mit Bischof Bätzing eine Hotline an, wo Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis 21.00 Uhr zum Gespräch bereitstehen. Die Hotline-Nummer lautet: 0700-1414 1010.

 

Beim Gottesdienst in Limburg wurden die folgenden Fürbitten gesprochen:

Herr, du erbarmst dich unserer Verstorbenen und hörst unser Flehen. Wir bitten dich:

Für alle Verstorbenen der Corona-Pandemie in den verschiedenen Ländern dieser Erde.

Du kennst all ihre Namen, keiner ist vergessen.

Für alle, die sich nicht verabschieden konnten, für die Trauernden, die einen lieben Menschen vermissen, für die, die mit dir hadern. Du tröstest und richtest auf.

Für alle, die in ihrem Dienst für andere sich selbst zurücknehmen und riskieren, und für alle, die in ihrem Dienst gestorben sind. Auch du bist diesen Weg gegangen.

Für alle, die Sterbende pflegen und begleiten und für alle, die sich um die Toten sorgen.

Deine Barmherzigkeit scheine auf in unserer Welt.

Wir empfehlen dir all unsere Lieben, die im letzten Jahr verstorben sind und alle, an die wir uns nun erinnern.

V: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. A: Und das ewige Licht leuchte ihnen.

V: Herr, lass sie ruhen in Frieden. A: Amen

Dein Erbarmen, Herr, will ich in Ewigkeit preisen. Erbarme dich unserer Zeit und sei uns nahe in diesen schweren Zeiten. Auf dich vertrauen wir heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

Tanget Vol. 82. Mariannhill 677 ok 1Tangent No. 83. Vol. xxiii 697 1Die Missionare von Mariannhill in Papua Neuguinea haben ihren Rundbrief überarbeitet. Viele Bilder und Texte schildern und illustrieren das Leben und Arbeiten der Mitbrüder in einem neuen Format. Diese Rundbriefe stehen ab sofort zum kostenlosen Download auf unserer Internetseite für Sie bereit. 

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat dazu aufgerufen, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern. Nachdem am 17. Februar 2021 in Albanien begonnen wurde, folgt Deutschland der Initiative am 27. Februar 2021. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, wird die Eucharistie an diesem Tag um 18.00 Uhr in der Kapelle des Bischofshauses in Limburg feiern. Der Gottesdienst wird live gestreamt. Bischof Bätzing würdigt die Initiative des CCEE, an der sich fast alle Bischofskonferenzen Europas beteiligen: „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir europaweit, über mehrere Wochen verteilt, der Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörigen in Gottesdiensten gedenken. Jedes Land in Europa hat die volle Wucht der Pandemie erfahren. Vielen von uns sind die Bilder aus Bergamo unvergessen in Erinnerung. Ich empfinde dieses grenzüberschreitende Gedenken und Beten als beeindruckendes Zeichen der Solidarität und geschwisterlichen Verbundenheit.“

Das Bistum Limburg bietet im Anschluss an den Gottesdienst mit Bischof Bätzing eine Hotline ein, wo Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis 21.00 Uhr zum Gespräch bereitstehen. Die Hotline-Nummer lautet: 070014141010.

Derzeit sind weitere Gottesdienste dieses europaweiten Gedenkens am 27. Februar 2021 in folgenden Bistümern geplant:

  • Berlin: 17.00 Uhr Gedenkandacht mit Erzbischof Dr. Heiner Koch in der Friedhofskapelle St. Fidelis des St. Matthias Friedhofs in Berlin;
  • Eichstätt: 16.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Berching;
  • Erfurt: 18.00 Uhr Vesper mit Bischof Dr. Ulrich Neymeyr im Dom zu Erfurt;
  • Essen: 17.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Dom zu Essen (ebenso am 28. Februar 2021 um 10.00 Uhr);
  • Fulda: 18.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Michael Gerber in der Fuldaer Michaelskirche;
  • Mainz: 11.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf im Dom zu Mainz;
  • München und Freising: 17.30 Uhr Eucharistiefeier mit Kardinal Reinhard Marx im Dom zu München;
  • Osnabrück: 17.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode im Dom zu Osnabrück;
  • Passau (28. Februar 2021): 9.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB im Dom zu Passau;
  • Rottenburg-Stuttgart: 17.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gebhard Fürst im Dom zu Rottenburg;
  • Trier: 12.00 Uhr Mittagsgebet mit Bischof Dr. Stephan Ackermann im Dom zu Trier;
  • Würzburg: 9.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz Jung im Dom zu Würzburg.

Hinweise auf weitere Streams finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Bistümer.

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