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Im Volksmund heißt dieser Tag Mariä Lichtmess. Früher feierte man ihn als Marientag, heute ist es kirchenoffiziell ein Herrenfest: Darstellung des Herrn im Tempel; mit marianischen, aber auch missionarischen Akzenten. Im antiken Judentum betrachtete man die Geburt eines Kindes als Gottesgeschenk. Nach dem mosaischen Gesetz mussten die Eltern eines Neugeborenen eine Reihe von Regeln beachten. So war es vorgeschrieben, dass die Mütter in den Tagen nach der Geburt eines Kindes kein Gotteshaus betreten durften; in dieser Zeit galten sie als unrein. Erst am achten Tag wurde der neugeborene Knabe durch die Beschneidung in den Gottesbund aufgenommen. Die Mutter blieb aber noch weitere 33 Tage von den Gottesdiensten ausgeschlossen. – In dieser Tradition brachten Maria und Josef 40 Tage nach Jesu Geburt das Opfer der Reinigung dar: Reinigung der Mutter. Sie befanden sich schon im Tempel, da geschah etwas Seltsames: Zwei Senioren, der greise Simeon und die vom Alter gebückte Hanna, beide vom Heiligen Geist erfüllt, begannen zu weissagen. Simeon nahm das Kindauf seine Arme und sagte: "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen; ein Licht, das die Heiden erleuchtet…" – Vom Licht für die Heiden ist die Rede. Daher wohl der später übliche Name "Mariä Lichtmess".

Die Licht- und Kerzensymbolik hatte in den Riten der religi sen Gemeinschaften von jeher eine tiefe Bedeutung. Übrigens nicht nur im Christentum. Im Koran heißt es zum Beispiel: "Gott ist das Licht des Himmels und der Erde. Er ist das Licht des Lichtes. Gott leitet, wen er will, durch sein Licht zu seiner Macht." Jesus kam als Licht in die Welt. Himmlische Lichtgestalten kündeten den Hirten die Botschaft von der Geburt des göttlichen Kindes. Sternenlicht wies den Weisen den Weg nach Bethlehem. Gott selber blieb fern und dunkel, "bis ein Stern sichtbar machte, was sich da anbahnte – weitab von den Hauptstraßen des römischen Imperiums, der Sehnsucht ein Licht reichend" (Ingo Barz). – Christus, so wollte es Simeon verstanden wissen und so verstehen wir es heute noch – Christus kam indie Welt als Licht für die Heiden. Und wir sind, auch noch nach 2000 Jahren, dazu aufgerufen, Lichtträger zu werden: Boten des Lichtes, Boten der Freude, Boten der Hoffnung, Boten der Liebe. Wenn wir diesen Auftrag, Gottes Licht und Liebe zu verbreiten, nicht in unserem eigenen Alltag wahr machen, verfehlen wir uns nicht nur gegenüber dem Schöpfer, sondern auch an seinen Geschöpfen.

"Das Licht, das golden auf den Blättern tanzt; die Wolke, die in träumerischer Muße über dem tiefen Blau des Himmels gleitet; der Wind, der leise unser Haar umf chelt und wohlig kühl die Glieder streichelt – sie alle sind Boten des göttlichen Lichtes", schreibt der indische Dichter Rabindranath Tagore. – Dieses g ttliche Licht ist uns geschenkt worden, nicht, um es egoistisch zu hüten, sondern um es weiterzuschenken an andere. Prior Roger Schutz von Taize hatte völlig Recht: Mitunter kann eine Handvoll Menschen, die an verschiedenen Orten der Welt leben, sogar "geschichtliche Entwicklungen umkehren, weil sie hoffen, wo es nichts mehr zu hoffen gibt". Weil sie Mut machen. Weil sie Licht und Freude künden.

Provinzial Pater Christoph Eisentraut CMM nahm die Erneuerung der Gelübde der Fratres Antony Nonso Dim CMM und  Kennedy Yiga Ddamulira CMM entgegen. Die Gelübdeerneuerung fand im Rahmen des Sonntaggottesdienstes am 30. Januar 2022 in der Mariannhiller Herz-Jesu-Kirche in Würzburg statt.

 

Predigt von Provinzial Pater Christoph Eisentraut CMM:

Papst Franziskus ruft mit Blick auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zum gemeinsamen Gebet für den Frieden auf. „Die Spannungen stellen Europas Sicherheit in Frage und drohen noch weitergehende Auswirkungen zu haben“, warnte das Kirchenoberhaupt. Renovabis unterstützt den Gebetsaufruf von Papst Franziskus und bietet konkrete Textvorschläge an.

Die Gefahr eines drohenden Krieges zwischen Russland und der Ukraine erfüllt viele Menschen mit Angst und großer Sorge. Papst Franziskus hat deshalb dazu aufgerufen an diesem Mittwoch, dem 26. Januar, gemeinsam für den Frieden zu beten. Der Papst wörtlich: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Die Solidaritätsaktion Renovabis begrüßt und unterstützt den Gebetsaufruf des Papstes. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz erinnert an die dramatische Situation der Menschen vor Ort: „Angesichts der ohnehin oft bedrückenden wirtschaftlichen Situation und der Unsicherheiten und Gefahren durch das Coronavirus ist die weitere Eskalation des Konfliktes für viele kaum auszuhalten. Wir sind im Gebet mit allen betroffenen Menschen und dem Papst eng verbunden und bitten darum, sich dem gemeinsamen Friedensgebet zahlreich anzuschließen.“ 

Renovabis stellt dazu unter www.renovabis.de/friedensgebet konkrete Text- und Gebetsvorschläge für den kommenden Mittwoch, aber auch darüber hinaus, zur Verfügung.

Ökumenisches Friedensgebet im Jahr 2022: 

Gütiger Gott, wir sehnen uns danach, miteinander in Frieden zu leben. 

Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit überhandnehmen, 
wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,
wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Unterschiede in Sprache, Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,
dass wir deine Geschöpfe sind und dass du uns die Schöpfung als
gemeinsame Heimat anvertraut hast,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Menschen gegen Menschen ausgespielt werden,
wenn Macht ausgenutzt wird, um andere auszubeuten,
wenn Tatsachen verdreht werden, um andere zu täuschen,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Lehre uns, gerecht und fürsorglich miteinander
umzugehen und der Korruption zu widerstehen.
Schenke uns mutige Frauen und Männer, die die Wunden heilen,
die Hass und Gewalt an Leib und Seele hinterlassen.
Lass uns die richtigen Worte, Gesten und Mittel finden,
um den Frieden zu fördern.

In welcher Sprache wir dich auch als „Fürst des Friedens“ bekennen,
lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein gegen Gewalt und gegen Unrecht.

Schwester Mary Grace Sawe CPS
Missionsschwester vom Kostbaren Blut

Seit über 40 Jahren begehen katholische, evangelische und orthodoxe christliche Gemeinden in Deutschland jeweils am letzten Sonntag im Januar den ökumenischen Bibelsonntag. Er stellt die Bibel als das alle Christinnen und Christen verbindende Buch ins Zentrum und wird häufig als Abschluss oder Eröffnung der ökumenischen Bibelwoche gefeiert.

Vor drei Jahren hat Papst Franziskus mit dem Motu Proprio Aperuit illis den katholischen „Sonntag des Wortes Gottes“ eingerichtet. Dieser Sonntag soll zusätzlich die zahlreichen Initiativen der Ortskirchen hin zu einem tieferen Zugang zur Heiligen Schrift ergänzen. Ausdrücklich betont der Papst ihre ökumenische Bedeutung: „Die Bibel ist das Buch des Gottesvolkes, das im Hören auf die Schrift aus der Zerstreuung und Spaltung zur Einheit gelangt. Das Wort Gottes vereint die Gläubigen und macht sie zu einem Volk.“

Seit dem vergangenen Jahr werden in den katholischen Gemeinden beide Bibelsonntage (der ökumenische wie der katholische) gemeinsam am letzten Sonntag im Januar begangen, diesjährig am 30. Januar 2022. Die Gemeinden können neben den Texten zum 4. Sonntag im Jahreskreis zusätzlich den Bibeltext des ökumenischen Bibelsonntags (Dan 3,51–90) im Gottesdienst verwenden. Ein ökumenischer Gottesdienstvorschlag enthält neben Fürbitten, Einführungen, Gebeten, Liedvorschlägen und kreativen Gestaltungsideen auch Predigtimpulse.

wortgottes2022Kennen Sie schon unser "Wort Gottes für jeden Tag 2022"?Als Motto des Gottesdienstes wurde für 2022 gewählt: „Gepriesen bist du, Gott, der in die Tiefen schaut!“ (Dan3,54a). Dieser Vers stammt aus dem Lobgesang der drei Jünglinge im Feuerofen. In scheinbar auswegloser Gefahr vertrauen sie auf Rettung durch Gott. „Menschen brauchen Geschichten, besonders auf langen und unabsehbaren Wegen. In diesen Geschichten verändert sich die Perspektive. Gerade in der aktuellen Phase der Pandemie ermutigen mich die Erzählungen und Gebete aus dem Buch Daniel sehr. Sie stiften Hoffnung. Die frühe Kirche sah in der Rettung der jungen Männer einen Verweis auf die Auferstehung. So lese ich das Buch Daniel als Zeugnis dafür, dass wir auch in diesen oft schweren Tagen nicht verlassen sind,“ erläutert Wolfgang Baur, Beauftragter für Ökumene und stellvertretender Direktor im Katholischen Bibelwerk e. V. zum aktuellen Bibelsonntag.

Für die praktische Umsetzung des Bibelsonntags erinnert Papst Franziskus, dass die Predigt aus der Meditation der Heiligen Schrift erwachsen und der Tag auch für Beauftragungen zum Lektorat und zu ähnlichen Diensten genutzt werden soll. Er ermutigt gleichzeitig, den Gläubigen der Gottesdienstgemeinde die Bibel oder eines ihre Bücher zu übergeben, um das Lesen, die Vertiefung und das Beten mit der Heiligen Schrift hervorzuheben.

Hintergrund

Der ökumenische Bibelsonntag wurde 1982 eingerichtet. 2019 führte Papst Franziskus den „Sonntag des Wortes Gottes“ ein. Die Deutsche Bischofskonferenz hat im gleichen Jahr aufgrund der besonderen ökumenischen Situation in Deutschland und der langjährigen Praxis des ökumenischen Bibelsonntags die Entscheidung für die Einrichtung eines „Sonntag des Wortes Gottes“ getroffen. Er fand 2021 erstmals – bewusst zusammen – mit dem ökumenischen Bibelsonntag statt.

Hinweise:

Das Material für den Gottesdienst zum Bibelsonntag wird jedes Jahr gestaltet vom Katholischen Bibelwerk e. V. zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), dem Deutschen Liturgischen Institut, der Deutschen Bibelgesellschaft und der evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung.

Der Gottesdienstentwurf sowie die Materialien zum Bibelsonntag sind unter www.bibelwerk.de/verein/was-wir-bieten/oekumene verfügbar.

Das Katholische Bibelwerk bietet ein vertieftes und regelmäßiges Lesen der Heiligen Schrift ab dem 14. Januar 2022 in Form einer an jedem 14. eines Monats stattfindenden „Lectio divina“ an. Mehr unter: www.lectiodivina.de

newsDie Diözese Lae in Papua Neuguinea hat ihren neuen Newsletter mit vielen interessanten
und spannenden Geschichten aus der Provinz Morobe herausgebracht. Hier können Sie sich ihn
anschauen und durchstöbern: Newsletter 

Gedanken von Pater Jörg Thiemann CMM zum Fest Taufe des Herrn 2022: "Ich schätze einfach, dass die allermeisten von Ihnen als Kind getauft wurden. Die Eltern haben entschieden – unser Kind soll christlich erzogen werden. Es soll in die Gemeinschaft der Kirche hineinwachsen. Bei diesen Gedanken zeigt sich: Die Taufe, der Glaube ist zuerst ein Geschenk, ein Wirken Gottes zuerst. Wir müssen uns aber entscheiden, ob wir dieses Geschenk annehmen oder nicht.

Entscheidung – das ist das Stichwort. Im Evangelium haben wir es gehört. Menschen entscheiden sich, zu Johannes dem Täufer zu gehen. Ich stelle mir diese Menschen vor. Sie waren vielleicht mit ihrem Leben unzufrieden. Sie suchten nach mehr Sinn und Halt in ihrem Leben. Sie spürten – wir müssen unsere Wege ändern. Doch Johannes, der sie mit Wasser tauft und ihnen die Umkehrtaufe spendet, sagt eindeutig: Nach mir kommt einer, der größer ist als ich.

Ob die Menschen gespürt haben, dass dieser Mensch, vom dem Johannes spricht, mitten unter ihnen steht. Und er lässt sich taufen – wie alle anderen auch. Jesus ist da, wo sich ganz Wichtiges und Entscheidendes ereignet. Gott fängt eine neue Geschichte mit den Menschen, mit seinem Volke an. Ja, bei unserer eigenen Taufe fängt Gott seine Geschichte mit uns neu an.

Einmal müssen wir uns für Jesus entscheiden – ganz persönlich. Es lohnt sich: Jesus hat uns etwas zu bieten. Wir haben es gehört. Es ist der Heilige Geist. Es ist das Feuer. Beides gehört zusammen. Wenn wir diese kurze Szene anschauen, die uns heute erzählt wird, dann spüren wir: Jesus, schenkt weiter, was ihm in ganz persönlicher Weise, geschenkt wird: Es ist der Heilige Geist. Es sind die Worte: „Du bist mein geliebter Sohn!“ „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Das waren die Worte des Bischofs bei der Firmung vieler. Die Firmung vollendet die Taufe. Wenn ein Mensch als Erwachsener getauft wird, dann bekommt er in der Regel die Taufe und die Firmung in einer Feier.

Was aber ist damit gemeint, dass Jesus uns mit heiligem Geist taufen wird? Ich verstehe „Heiliger Geist“ als die Kraft Gottes. Diese Kraft ist der Motor für unser Leben. Es ist die Kraft Gottes, die uns fähig macht zum Zeugnis für Jesus. Der kleine, aber sehr wichtige Zusatz „Während er betet“, zeigt da, wie wichtig das Beten für den Glauben ist. Wir bekommen Gottes Kraft, wenn wir wie Jesus beten, was immer für Sie auch Beten bedeutet. Beten – für den einen ist es die Stille Anbetung, für andere der Rosenkranz, für wieder andere das Brevier und für andere, dass er mit den Gedanken ständig bei Gott ist. Wir werden durchdrungen von dem, was Gott will, so wie Jesus von Willen seines Vaters erfüllt war. Dann werden wir von Gottlosigkeit und irdischen Begierden befreit, so wie es Paulus an Titus schrieb.

Jesus wird uns auch mit Feuer taufen. Jesus hat für seine Berufung, das Reich Gottes zu verkünden gebrannt. Er war ganz und gar erfüllt von der Liebe, die bis in den Tod für uns Menschen ging. Feuer kann auch eine Sache läutern. Wir müssen auch von so mancher Lebenseinstellung, von manchem falschen inneren Denken geläutert werden, wenn sie uns auf dem Weg zu Gott hindern. Das kann zuweilen auch schmerzlich sein. Vielleicht hilft dieses Feuer uns auch uns immer wieder innerlich zu erneuern im Heiligen Geist, wie es Paulus an Titus geschrieben hat.

Taufe – das bedeutet, dass wir uns immer wieder neu für Gott entscheiden, für das, was Gott uns schenken will. Entscheiden wir uns für das, was Gott uns schenken will, seinen Geist,  sein Feuer, seine Liebe, die auch uns zusagt: Du bist Gottes geliebte Tochter/ geliebter Sohn." 

Gedanken von Pater Jörg Thiemann CMM zum Neuen Jahr 2022: 

„Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf...“ Liebe Schwestern, liebe Brüder! Dieses Wort lädt ein,  auf Gott zu vertrauen. Es sagt uns:  In Schwerem und Leidvollen steht Gott uns bei, in guten Zeiten, in Tagen des Glücks und der Freude ist es Gottes Liebe, die uns beschenkt. Dieses Wort will uns Gelassenheit und auch Vertrauen schenken – Gott wird die Menschen gut führen, auch dann, wenn wir vieles nicht begreifen.  Wenn wir mit Gott leben, dann müssen wir unseren Teil auch tun. Dann müssen wir uns einsetzen. Das Entscheidende wirkt Gott. Der Bauer muss säen – Gott schenkt das Wachsen. Wer in der Kirche wirkt, muss sein Bestes tun. Doch am Ende spürt diese Frau, dieser Mann – das Entscheidende tut Gott. Gott wird Segen schenken, auch für das Jahr, das vor uns liegt.   

In diesem Jahr stehen wir – wie in allen Jahren – vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel wird uns weiterhin beschäftigen. Viele fragen: Wann wird endlich die Pandemie besiegt sein? In allem sind wir gefordert, als Christinnen und Christen unsere Antwort zu geben. Es kann verschiedene Meinungen und Ansichten geben. Doch es ist ein ehrliches Ringen, ein gemeinsames Suchen nach Lösungen wichtig.

Das trifft vor allem für die Kirche als Glaubensgemeinschaft zu. Als Gemeinschaft der Glaubenden stehen wir vor wichtigen Fragen und Herausforderungen. Wie ist der Glaube in der heutigen Zeit zu leben? Wie soll das Leben, gestaltet werden? Wie soll die Führung der Kirche aussehen? Wie wird die Kirche glaubwürdig?

In der Frage des Klimawandels muss jeder bei sich selber anfangen. Was kann ich an meinem Ort für die Verbesserung der Situation tun? Was die Frage nach der Zukunft der Kirche und der Pandemie angeht, so kann ich einen Mitmenschen, der anderer Meinung ist, versuchen zu verstehen und ihn nicht zu verteufeln. Freilich gilt das für beide Seiten. Diese Fragen werden unser Jahr bestimmen. Was wir dabei brauchen, das ist Orientierung an Gottes Wort und an Gottes Handeln.

In den letzten Jahren lassen immer mehr Politiker/ innen am Ende ihrer Vereidigung die Formel „So wahr mir Gott helfe...“ aus. Sicher ist das oft ehrlicher als diese Formel gedankenlos daher zu sagen. Doch steht hinter dieser Haltung nicht oft auch das Denken: „Wir Menschen brauchen Gott nicht. Wir schaffen alles aus eigner Kraft.“ Das ist die Haltung vieler. Ein Theologe des vergangenen Jahrhunderts hat einmal gesagt: „Die Krise der Kirche ist eine Gotteskrise.“ Gott spielt im Leben vieler Menschen keine Rolle mehr. Dass Gott eingreift, ist für viele nicht mehr vorstellbar.

Doch wir Christen glauben: Wir brauchen die Kraft von Gott für unsere Herausforderungen. Wir können sie bekommen, wenn wir uns immer wieder neu mit Gott verbinden im Gebet, in der Heiligen Messe, wenn wir aufeinander hören. Das gilt für die großen Fragen, die ich angesprochen habe, das gilt vor allem für unseren Lebensbereich, für wichtige Entscheidungen, die anstehen im kommenden Jahr, für die nächsten Schritte im Beruf, das  gilt für alle Herausforderungen und Anfragen, die im kommenden Jahr auf mich zu kommen.

Wir dürfen auch dieses neue Jahr mit Gott verbunden leben.  Maria ist uns ein Vorbild. Sie vertraute fest auf Gott. Sie stand Jesus von Anfang an bei. Es war sicher nicht einfach für sie, Jesus den Weg gehen zu lassen, den Gott vorgesehen hatte. Sie ist Jesus bis unter dem Kreuz gefolgt. Sie hat den tiefsten Schmerz erleben müssen, das eigene Kind zu verlieren, derart leiden zu sehen. Doch sie hat auch erleben dürfen, wie Jesus über den Tod gesiegt hat und auferstanden ist. Trotz allem Schweren war ihr Leben gesegnet, weil sie mit Gott gelebt hat.

Mit Gott fang an, mit Gott hör auf – das ist der beste Lebenslauf. Möge unser neues Jahr gesegnet sein.

Wir Missionare von Mariannhill wünschen Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Neues Jahr 2022.

Generalvikar Pater Michael Maß CMM berichtet aus den Vereinigten Staaten folgendes: Gestern konnte ich den Vertrag mit der Erzdiözese Indianapolis unterzeichnen. Unsere neue CMM Präsenz ist somit offiziell! Nach fast zwei Jahren, wegen Corona, konnten nun die beiden ersten Missionare hier ankommen. Die Mitbrüder werden im Pfarrhaus St. Rita Leben und von dort in verschiedenen Pfarreien als Kapläne arbeiten. So der Plan für den Beginn, damit ein Eingewöhnen in die Kultur und Gegebenheiten möglich ist.

 

Ein Weihnachtslied aus Haiti gibt auf diese Frage folgende Antwort:

„Es ist Weihnachten,
wenn alle bereit sind für das Fest.

Weihnachten heißt:
mit Hoffnung leben.
Wenn sich die Menschen
die Hände zur Versöhnung reichen,
wenn der Fremde aufgenommen wird,
wenn einer dem anderen hilft,
das Böse zu meiden
und das Gute zu tun,
dann ist Weihnachten.

Weihnachten heißt:
die Tränen trocknen,
das, was du hast,
mit anderen zu teilen;
jedes Mal,
wenn wir die Not
eines Unglücklichen lindern,
wird Weihnachten.

Jeder Tag ist Weihnachten
auf dieser Erde,
jedes Mal,
wenn einer dem anderen
seine Liebe schenkt;
wenn Herzen Glück empfingen,
ist Weihnachten,
dann steigt Gott
wieder vom Himmel herab
und bringt das Licht.“

Weihnachten ist, wenn Menschen aufeinander zugehen; wenn sie Raum schaffen für die Liebe und damit Raum für Gott, der die Liebe ist.

Wir Missionare von Mariannhill wünschen Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest 2021. Möge das Neue Jahr 2022 für Sie ein Segen sein.

Der apostolische Nuntius von Südafrika, Erzbischof Peter Bryan Wells, überreichte am Samstag, 18. Dezember, unserem Mitbruder Erzbischof Siegfried Mandla Jwara das Pallium. Bruder Mauricio Langa hat dies in Bildern festgehalten:

 

Auf Youtube findet sich auch ein Video, in dem sich unser Mitbruder, Erzbischof Siegfried Jwara CMM, vorstellt:

 

Am Samstag, 18. Dezember 2021, erhielt Erzbischof Siegfried Mandla Jwara CMM das Pallium. Hier können Sie sich den feierlichen Festakt noch einmal anschauen:

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