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Im letzten Jahr musste die Wallfahrt zur Pfarrkirche des Seligen Pater Engelmar Unzeitig wegen der Pandemie leider ausfallen. In diesem Jahr 2021 findet sie jedoch am Samstag, 26. Juni, statt. Wie immer beginnt sie mit einem kleinen Stationenweg am Schwemmkanal ab 13.30 Uhr, anschließend feiern wir Eucharistie um 15 Uhr in der Kirche von Glöckelberg/Böhmerwald. Provinzial Pater Christoph Eisentraut CMM schreibt dazu: "Es gilt in der Kirche Maskenpflicht wie anderswo. Die Stationen entlang des Schwemmkanals werden in Würzburg vorbereitet, im Gottesdienst singt der Kirchenchor von St. Markus, Linz, und der Pfarrassistent von St. Markus (Gemeindeleiter) Matthias List wird predigen. Er hat als junger Mann selbst bei der Wiederherstellung von Friedhof und Kirche mit Hand angelegt, da er aus dem nahen Ulrichsberg stammt."

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Auf ein Wiedersehen in Glöckelberg Ihre Missionare von Mariannhill.

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Seine Heiligkeit Papst Franziskus hat am Mittwoch, 9. Juni, Bischof Siegfried Mandla Jwara CMM zum neuen Erzbischof von Durban, Südafrika, ernannt. Er folgt damit Winfried Kardinal Napier, der bisher als Erzbischof von Durban für die Menschen an der Ostküste Südafrika tätig war. Wir gratulieren herzlich und wünschen unserem Mitbruder Gottes reichen Segen für diese herausfordernde Aufgabe. 

SeligsprechunggrossBischof Siegfried Jwara CMM
©2021 pater andreas rohring cmm
Siegfried Jwara wurde am 1. Februar 1957 in Braemar, Südafrika, geboren. Am 2. Februar 1982 legte er seine Erste Profess ab und vier Jahre später seine Ewige. Am 31. Mai 1986 wurde er in Cedara von Bischof Mansuet Biyase zum Diakon geweiht. Am 14. Februar 1987 wurde er von Bischof Paul Themba Mngoma auf der Missionsstation Himmelberg zum Priester geweiht. 1989 bis 1990 studierte er in St. Anselm, Großbritannien, "human development and formation leadership". 1991 wurde er zum Novizenmeister im Kloster Mariannhill, Südafrika, ernannt. Drei Jahre später übernahm er die Stelle des Rektors in unserem Studienhaus in Merrivale, Südafrika. 1999 wurde er Provinzial der Missionare von Mariannhill in der Provinz Mariannhill, Südafrika. 2002 wurde er in den Generalrat gewählt und verlegte seinen Wohnsitz nach Rom, Italien. 2004 bis 2005 absolvierte er eine Reihe von Kursen in "Counselling and leadership" in Großbritannien. Von 2006 bis 2009 übernahm er das Amt des Provinzials in der Mariannhiller Provinz Mthatha. Von 2014 bis 2016 sorgte er dann als Regionaloberer in der Region Mthatha für die Menschen und die Missionare von Mariannhill.

Er wirkte als Pfarrer in der Diözese Mariannhill: auf der Missionsstation Clairvaux; der Loteni Mission; in St. Wendelin sowie in Klaarwater und der Missionsstation Einsiedeln. Als Seelsorger war er in folgenden Pfarreien der Diözese Mthatha tätig: in Port St. Johns, St. Patrick´s, bis zu seiner Ernennung als Bischof 2016.

Auch erwarb er den Master/Magister Titel in Pastoral Theologie an der Kwazulu Natal Universität in Pietermaritzburg.

Von 1997 bis 1998 dozierte er am St. Joseph´s Theologischen Institut, bis er zum Provinzial in der Provinz Mariannhill gewählt wurde.

2002 übernahm er den Posten des Präsidenten der LCCL, die unterbrochen wurde, um nach Rom zu gehen am Ende des gleichen Jahres. Die LCCL (Leadership Conference of Consecrated Life) entspricht in Deutschland der Ordensoberenkonferenz.

Am 25. Juni 2016 wurde er zum Bischof des apostolischen Vikariates von Ingwavuma geweiht. Eine Aufgabe, der er bis zum heutigen Tag gewissenhaft nachgekommen ist. 

Sobald der Termin für die Installation als Erzbischof von Durban in Südafrika feststeht, werden wir Sie gerne hier informieren.

Am Sonntag, 6. Juni 2021, feierten Irmlinde Hornung-Bernhard und Oskar Bernhard in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen ihr 40jähriges Ehejubiläum. Frau Hornung-Bernhard ist seit 36 Jahren Organistin im Missionshaus St. Josef. Wir gratulieren dem Jubelpaar und wünschen ihnen Gesundheit und Gottes reichen Segen. Vergelt's Gott.

fb01 2021 1Nun ist endlich der neue Brief an die Freunde und Förderer erschienen.

Hier können Sie sich den neuen Brief an die Freunde und Förderer anschauen.

Hier können Sie sich ihn auch direkt in unserem Online-Shop kostenlos bestellen oder ihn sich auf Ihr Medium downloaden.

Am Dienstag, 1. Juni, feiert Bruder Sebastian Fischer CMM seinen 75. Geburtstag. Wir gratulieren ihm herzlich und wünschen ihm Gottes reichen Segen. 

Bruder Sebastian Fischer CMM wurde am 1. Juni 1946 im württembergischen Lauda geboren. 1960 kam er zu den Missionaren von Mariannhill und wurde drei Jahre später in Reimlingen eingekleidet. Dort machte er eine Lehre als Buchbinder und 1963 die Gesellenprüfung. 1968 band er sich mit der Ablegung der Ewigen Profess auf Lebenszeit an die Missionsgemeinschaft. Seit 1970 ist er für die Betreuung der Freunde und Förderer der Missionare von Mariannhill tätig. Zehn Jahre später übernahm Bruder Sebastian auch die Leitung des ordenseigenen Pflegeheims in Reimlingen. Am 5. Oktober 2007 trat er erstmalig sein Amt als Hausoberer des Missionshauses St. Josef in Reimlingen an.

Bildschirmfoto 2021 05 25 um 11.23.43Pater Lino Herrero Prieto CMM hat ein neues Werk über Abt Franz herausgegeben. Die spanische Version gibt es hier zum Download.

Adveniat-Hauptgeschäftsführer P. Michael Heinz fordert Freigabe der Impfpatente

Essen, 21. Mai 2021. Als „traurig und erschreckend zugleich“ hat Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz die aktuelle Zahl von mehr als einer Million offiziell gemeldeten Todesopfern der Corona-Pandemie in Lateinamerika und der Karibik bezeichnet. „Die Dunkelziffer der Todesopfer dürfte weitaus höher liegen, mehr als 33 Millionen Menschen haben sich mit dem COVID-19-Virus infiziert – und kein Ende ist in Sicht. Es gilt daher, den Menschen in Lateinamerika, vor allem den Armen, in der dramatischen Notsituation beizustehen und sie möglichst schnell zu impfen.“

Pater Heinz betonte, Corona wirke wie ein Brandbeschleuniger für andere Teile der Gesellschaft: die Schwächen des ohnehin labilen und unterfinanzierten Gesundheitssystems in Lateinamerika werden in der Krise überdeutlich. Corona habe vor allem Menschen getroffen, die über kein festes Einkommen verfügen und im „informellen Sektor“ arbeiten, zum Beispiel als Straßenhändler. „In Ländern wie Brasilien gibt es wieder Hunger. Das Bildungssystem, in vielen Ländern schon vor der Pandemie nicht ausreichend, kollabiert. Und die indigenen Völker, gerade im Amazonasgebiet, sind besonders gefährdet“, beklagte der Adveniat-Hauptgeschäftsführer.  

Adveniat fordert daher einen gleichberechtigten globalen Zugang zu den Impfstoffen für alle Länder. „Die Impfpatente müssen jetzt freigegeben werden“, forderte Pater Heinz. Ein kurzsichtiger und unsolidarischer Impfnationalismus von einigen wohlhabenderen Staaten, der die globalen Ausmaße und Zusammenhänge der COVID-19-Krise außer Acht lässt, biete keine Lösungsperspektiven und gefährde letztendlich die gesamte Menschheit.

Der Staat habe die Aufgabe, für die Gesundheit der Menschen zu sorgen. Dieser Aufgabe könne er nur nachkommen, wenn er über Impfstoffe verfügt. „Es ist daher an der Zeit, den Ländern des Südens eine Freigabe zur Herstellung der Impfstoffe zu erteilen, damit sie ihre jeweilige Bevölkerung schützen können“, sagte Heinz.

Adveniat als Lateinamerika-Hilfswerk beobachtet, dass die Basis-Gesundheitsversorgung vor Ort, wo auch viel Prävention geleistet werden kann, zentral ist für die Gesunderhaltung der Menschen. Das unterstützt Adveniat mit Hilfen über die kirchliche Struktur. Adveniat hat bereits 8,2 Millionen Euro für 489 Projekte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und deren Folgen zur Verfügung gestellt. Der Schwerpunkt der Nothilfe liegt dabei auf der Versorgung mit Lebensmitteln, aber auch mit Medikamenten und Hygieneartikeln, damit sich die Pandemie nicht weiter ausbreitet.

 

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 1.900 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

Zum ersten Mal erreichte uns aus Papua Neuguinea ein Newsletter der Diözese Lae, wo wir Missionare von Mariannhill seit mehr als 60 Jahren tätig sind. Lange Zeit stellten wir zudem den Bischof des Bistums. Leider ist der Newsletter in Englisch, aber für manchen Leser mögen auch die zahlreichen Bilder einen Eindruck von diesem exotischen Erdteil vermitteln. Hier können Sie ihn ganz lesen oder sich auch herunterladen: DownloadNewsletter Catholic Diocese of Lae. Vol.3 558 1

Am Mittwoch, 19. Mai wird Bruder Klaus Diem CMM 89 Jahre alt. Wir wünschen ihm alles Gute sowie weiterhin Gottes Segen bei seinem Einsatz für die Mitbrüder im Missionshaus St. Josef in Reimlingen und der Kongregation der Missionare von Mariannhill.

Bruder Klaus Diem erblickte am 19. Mai 1932 in Mechenried nahe Haßfurt das Licht der Welt. Von 1938 bis 1946 besuchte er die örtliche Volksschule. Anschließend ging er auf die Berufsschulen in Kleinmünster und Holzhausen. In den Jahren 1951 bis 1953 besuchte er die landwirtschaftliche Fachschule in Haßfurt. Erste Berufserfahrungen sammelte er auf dem elterlichen Hof und engagierte sich in der Katholischen Landjugend der Diözese Würzburg.

Am 4. Juni 1956 kam er nach Reimlingen, wo Bruder Klaus ebenfalls in der Landwirtschaft tätig war. Vor allem kümmerte er sich um die Milchwirtschaft. Nach dem Postulat und Noviziat legte er 1959 am 1. Mai seine Erste Profess ab. Drei Jahre später band er sich mit der Ewigen Profess auf Lebenszeit an die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill. 1998 wurde er in das ordenseigene Studienseminar Aloysianum nach Lohr am Main versetzt. Als Hausmeister sorgte er für den reibungslosen Betrieb der Institution. Mit der Schließung des Studienseminars im Jahre 2013 kehrte er nach Reimlingen in das Missionshaus St. Josef zurück. Seine handwerklichen Fertigkeiten kommen auch hier noch immer zum Tragen.

Große Ehre für die Arolsen Archives: Die Website und Filme zur Kampagne  #StolenMemory haben den Grand Prix im Art Directors Club Wettbewerb 2021 erhalten.

  • Der „Art Directors Club“ verleiht jährlich Preise für die besten kreativen Arbeiten. Viele Tausend Projekte wurden in diesem Jahr eingereicht.
  • Durch die Kampagne #StolenMemory versuchen die Arolsen Archives persönliche Besitzstücke ehemaliger KZ-Häftlinge ihren Familien zurückzugeben.
  • Mit der Agentur Goldener Westen erhielten die Arolsen Archives für die #StolenMemory-Filme und Website nicht nur einen „Goldenen Nagel“, sondern auch den „Grand Prix“ in der Kategorie Editorial, bei der es um kreatives Storytelling geht.

„In ruhigen, unpathetischen schwarz-weiß Animationen erzählt #StolenMemory vom Überleben und Menschbleiben in unmenschlichen Zeiten.“ So beschreibt Laudator Kai Wiesinger, Schauspieler und Regisseur, die Videos zu #StolenMemory, die in Zusammenarbeit der Arolsen Archives mit der Agentur Goldener Westen entstanden sind.

#StolenMemory zielt darauf ab, Verwandte ehemaliger KZ-Insassen zu finden, um Besitzstücke zurückzugeben, die ihnen einst gehörten, in der Tat „gestohlene Erinnerungen“. Die Arolsen Archives bewahren rund 2.500 dieser sogenannten Effekten auf und möchten mit der Kampagne Angehörige von NS-Opfern erreichen. Zugleich wurde das Projekt zu einem Bildungsprojekt ausgebaut: mit einer Wanderausstellung in einem umgebauten Übersee-Container, den animierten Filmen und der Website. Dieses Angebot richtet sich vor allem an jüngere Generationen heute.

Die Begründung der ADC-Jury:

„Die Brieftasche eines jungen Polizisten, ein alter Füller, ein Paar Ohrringe, die die Großmutter getragen hat – jedes Jurymitglied könnte jetzt auf der Stelle die Geschichte jener Menschen rekapitulieren, denen diese Gegenstände einst gehörten, so lebendig und eindringlich sind die Videos rund um die ehemaligen KZ-Häftlinge Johannes, István und Helena. In ruhigen, unpathetischen Schwarz-Weiß-Animationen erzählt #StolenMemory vom Überleben und vom Menschbleiben in unmenschlichen Zeiten. Das gründlich recherchierte und unprätentiös erzählte Multimediaprojekt stellt die durchdachte Gestaltung vollständig in den Dienst der Erinnerung und des konkreten Anliegens. Mit wenigen wirkungsvoll gesetzten Akzenten erzeugt #StolenMemory eine unglaubliche Emotionalität, und zieht nicht nur junge Menschen in den Bann, sondern die komplette Jury gleich mit. Eine interaktive „Scrollytelling-Website“ setzt die Suche nach den Angehörigen der Opfer fort, denn rund 2500 Gegenstände warten noch auf die Rückgabe an ihre Familien.“

Archivarbeit und modernes Design passen zusammen

Seit 2019 arbeiten die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus, mit der Agentur Goldener Westen für #StolenMemory zusammen.

„Es ist möglich, auf fesselnde Weise über Geschichte zu sprechen! Das ist der Weg – oder zumindest einer der Wege, es zu tun. So berühren wir Herz und Verstand und können die Menschen ermutigen, heute etwas gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz zu tun“, freut sich die Direktorin der Arolsen Archives, Floriane Azoulay, über die Auszeichnung.

Arne Keunecke, Gründer von Goldener Westen, beschreibt die Zusammenarbeit so: „Das Schönste am #StolenMemory-Projekt für mich war die Tatsache, wie interdisziplinär und eng wir hier von Anfang an zusammengearbeitet haben. Das hat das Ganze sicher nicht leichter für uns gemacht aber definitiv besser!“

Dass Archivarbeit und modernes Design zusammenpassen, ist spätestens mit dem Grand Prix des ADC bewiesen. Eine weitere Besonderheit: Goldener Westen konnte #StolenMemory über die Solidaritätsaktion des diesjährigen ADC-Wettbewerbs kostenlos einreichen und als kleinere Agentur in Konkurrenz mit bekannten Namen treten.

Weiterführende Links:

Zur Siegerehrung für #StolenMemory des Art Directors Club Wettbewerb 2021: https://www.youtube.com/watch?v=b0-VPgZoOm4

Zur Kampagnen-Website #StolenMemory:

https://stolenmemory.org/

Zum 76. Mal jährt sich Ende April 2021 die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch Einheiten der US-Armee. Dieses historische Ereignis kann leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht mit einer großen Gedenkfeier vor Ort begangen werden. Stattdessen gedenkt man im Zeitraum vom 29. April bis 2. Mai 2021 mit verschiedenen digitalen Formaten des 76. Jahrestags der Befreiung.

Alle sind herzlich dazu eingeladen, an dem virtuellen Gedenken teilzunehmen. Unter dem folgenden Link werden ab dem 29. April viele unterschiedliche digitale Veranstaltungen und Angebote verfügbar sein: 

https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/liberation/

Trotz der angespannten Pandemiesituation wird ein Stilles Gedenken in kleinem Rahmen vor Ort am 29. April durchgeführt. Des Weiteren werden zur zentralen Befreiungsfeier am 2. Mai unter anderem auch Monika Grütters, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Prof. Dr. Michael Piazolo, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus in Vertretung der Bayerischen Staatsregierung, mit Redebeiträgen an das historische Ereignis erinnern. Umrahmt werden die Gedenkfeiern von den persönlichen Erzählungen und Gedenkbotschaften zahlreicher Überlebender und Befreier. Ein Schwerpunkt liegt auch auf den Nachkommen der ehemaligen Häftlinge, die in persönlichen Videobotschaften zu Wort kommen. Zudem konnte die Familie von Max Mannheimer für ein Live-Gespräch gewonnen werden. Ebenso wird auch die Niederlegung der gestifteten Kränze wieder Teil des virtuellen Gedenkens sein, da dies auch in diesem Jahr leider wieder ohne Zeremonie und Teilnehmende stattfinden wird.

Am Sonntag, 25. April 2021, ehrt die Kolpingsfamilie in Heppenheim ihren früheren Präses Pfarrer Hans Brantzen. Zu seinen Ehren wird eine Gedenktafel am Haus Martin in Heppenheim angebracht. Pfarrer Brantzen gehörte zu den Klerikern, die von 1941 bis 1945 im KZ Dachau inhaftiert waren. Während dieser Zeit freundete er sich auch mit dem Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM an. 1950 wurde ein Bericht von Pfarrer Hans Brantzen veröffentlicht: "Ich lernte Unzeitig genauer kennen, als wir im April 1942 den schweren Kreuzweg der Dachauer Priestergemeinschaft erlebten. Dieser bestand in harter Arbeit im Dachauer Moor, der sogenannten Plantage. Erschwert wurde diese Arbeit noch durch den Umstand, dass den Priestern im Gegensatz zu den anderen Häftlingen, Ausländer und Russen miteingeschlossen, die sogenannte Brotzeit verweigert wurde. Diese Brotzeit war nämlich die Zugabe für die Arbeiter in den Kommandos. Dort nun lernte ich Unzeitig kennen als Mitarbeiter im Gewächshaus 6 der berüchtigten Plantage (Näheres über diese Plantage im Buche von P. Sales Heß "Dachau, eine Welt ohne Gott"). Es waren furchtbare Monate, in Hitze, Regen und Schnee. Wir mussten Schubkarren fahren, Beete ausheben, saßen bei Regen und Sturm auf den Pikierbeeten, Unzeitig und ich oft zusammen. Ohne ein falsches Loblied singen zu müssen, darf ich beteuern: Er war immer der gleiche; wenn die anderen klagten und heimdachten an die guten, alten Tage, wenn es ihnen zu viel wurde und sie nicht mehr konnten, schaute er nach oben zum Vater. Und es half. Hauptpunkte seines feinen Charakters waren Bescheidenheit, Ruhe und Verträglichkeit in der Enge des Blockes. All das ließ ihn nicht auffallen. Was auffiel, war seine Caritas, wenn er bei seinen Mitbrüdern für andere arme Häftlinge bettelte. So war er auch manches Mal bei mir, wenn ein Paket angekommen war. Wie oft saß er abends nach der kargen Mahlzeit, vor seinem Buche "Werktagsheiligkeit" und machte Exzerpte, über die ich mich mit ihm oft unterhielt.

Beide gehörten wir einem kleinen Kreise an, der über liturgische, homiletische und praktische Fragen der Seelsorge diskutierte. Keine freie Zeit versäumte er zur Adoratio (stille Anbetung). Wenn wir von der harten Arbeit müde auf unseren Block kamen, um unseren Schlag Steckrüben oder anderes zu fassen, sah man ihn in die Kapelle gehen, bevor er die Stube betrat. Abends war Unzeitig stets für Minuten in der Kapelle zu sehen; desgleichen vor jedem Antreten. Mit größtem Heroismus hielt er sich während des Sterbesommers und der Hungermonate 1942 aufrecht, oft zum Zusammenbrechen müde und schlapp wie wir alle. Dabei blieb er stets der gleiche hilfsbereite Mann.

Nachdem ich nach meiner Genesung von schwerem sechsmonatigem Typhus im Juni 1943 auf den Block zurückgekehrt war, fand ich mich mit Unzeitig bald in einem neuen Kommando: Besoldungsstelle der Waffen-SS außerhalb des Lagers. Dort erhielt er durch seine reservierte, untadelhafte Haltung eine solche Macht über seinen vorgesetzten SS-Führer, einen kriegsversehrten Unterscharführer, dass dieser sich oft mit ihm in tiefere Gespräche einließ. Ja Unzeitig konnte diesem SS-Mann sogar Briefe persönlichen Inhalts schreiben und auch sonst entsprechend wirken. Es war dies ein ganz eigenartiges Verhältnis, fast ein Mysterium, wie P. Unzeitigs tiefinnerliche, priesterliche Haltung auf diesen Menschen wirkte, der bis dahin der Kirche ferngestanden war. Es wird wohl immer ungeklärt bleiben, was die beiden im letzten sprachen und wie tief P. Unzeitig die Zukunft dieses Menschen beeinflusste.

Als wir Geistliche wegen einiger "Vorkommnisse" aus der Besoldungsstelle verwiesen wurden, fanden wir wieder ein gemeinsames Kommando: Messerschmitt, Flugzeugbaracke mit Tag- und Nachtschicht. Wir arbeiteten uns zu Kontrolleuren auf und bekamen dadurch die Möglichkeit, manches Gute zu wirken an armen Russenjungen und kleinen Franzosen und Italienern und überhaupt an all denen, die uns unterstellt waren. Und hier bei Messerschmitt erlebten wir bei P. Unzeitig ein Ereignis besonderer Prägung, bei dem seine Hilfsbereitschaft für religiös suchende Menschen besonders zum Ausdruck kam. Dort musste uns ein russischer Familienvater [ein Ingenieur], Peter mit Namen, in die ersten Anfänge der Technik einführen. Er war ein guter Mann, Vater von zwei Kindern, die wohl heute noch mit ihrer Mutter auf den Vater warten. Peter entpuppte sich als ein schlichter, aber tiefer und geistig reifer Mensch, der die Probleme des Lebens sieht und anpackt. Und so begannen bald Gespräche um Gott in den Nächten bei Messerschmitt, Nikodemusstunden eigener Art. P. Unzeitig nahm sich immer mehr dieses Suchenden an, der zur russischen Kirche gehörte. Die beiden trafen sich außerhalb der Arbeit oft auf der Lagerstraße zu Zwiegesprächen. Es entwickelte sich zwischen den beiden ein feines Freundschaftsverhältnis auf geistiger Basis. Um sich besser mit Peter verständigen zu können, lernte P. Unzeitig fleißig Russisch. Aber in diesem Peter war eine letzte Unsicherheit und ein letztes Bangen. Und da kam ein Ereignis, das ihn ganz für den Glauben gewann. Zum zweiten Mal, während unserer Zeit, im Februar 1945, tritt der Typhus auf, und zwar mit ungekannter Heftigkeit. Diesmal war es der Fleck- und Hungertyphus. Die Zustände auf allen ungeraden Blocks bis Block 29, die zu Revieren, oder besser gesagt, zu vollgepfropften Sterbe- und Totenkammern wurden, bedingten es, daß sich die Geistlichen freiwillig zum Dienst an den armen Menschen meldeten. Niemand wollte mehr Pflegedienste tun, am wenigsten das offiziell aufgestellte Nazi-Pflegepersonal. Unter den Freiwilligen ist auch P. Unzeitig. Er wird angesteckt und stirbt wie so viele andere seiner Mitbrüder. [Unzeitigs] Entscheidung, freiwillig in die Krankenblocks zu gehen, hat bei Peter das Eis gebrochen und das letzte Hindernis entfernt. Der Tod seines Missionars erschüttert ihn fürchterlich. Er verehrt P. Unzeitig wie einen Heiligen. Er ließ auch seinen Angehörigen einen sogenannten schwarzen Brief zugehen, in dem er P. Unzeitig als Heiligen preist, der ihm Christus gebracht und so sein Ideal Missionar zu werden, auf eine ganz eigenartige Weise erfüllt hat. Dass den Toten keine Ehrung zuteil wurde, war für uns Dachauer zu selbstverständlich. Die Toten dieser Typhuskatastrophe konnten gegen Ende Februar und im März nicht mehr verbrannt werden, da keine Kohlen und kein Holz mehr zur Verfügung standen. So wurden sie im Krematoriumsbereich aufgeschichtet und mit Chlorkalk übergossen. Unter diesen vermuteten wir auch P. Unzeitig. Doch es hat sich herausgestellt, dass seine Leiche separat verbrannt worden ist. Die Asche wurde nach Würzburg gebracht und in der Gruft der Missionare von Mariannhill ehrenvoll beigesetzt."

 

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