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Am Montag, 4. Oktober, feierten Pater Winfried Egler CMM und Pater Christoph Eisentraut CMM ihre Ordensjubiläen im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Wir gratulieren herzlich und wünschen den beiden Jubilaren alles Gute und Gottes reichen Segen für ihr weiteres Wirken in der Kongregation der Missionare von Mariannhill. 

Pater Mario Muschik CMM, stellvertretender Provinzial, sagte in seiner Ansprache folgendes:

„Franziskus, gehe hin und stelle mein Haus wieder her!“
Lieber Pater Winfried, Lieber Pater Christoph, 
Liebe Mitbrüder, Liebe Mitchristen,

diese Worte hat der heilige Franziskus der Überlieferung nach gehört, als er vor dem Kreuz in der verfallenen Kirche von St. Damiano in Assisi betete. 
Und es ist ihm gelungen, die marode und weithin unglaubwürdig gewordene Kirche seiner Zeit durch sein Lebenszeugnis wieder aufzubauen und ihr durch sein eigenes Lebenszeugnis und das seiner vielen Anhängerinnen und Anhänger wieder Glaubwürdigkeit zu verleihen. 

Lieber Pater Winfried, lieber Pater Christoph, ich denke, auch ihr habt auf eure Weise durch euer Lebenszeugnis mitgeholfen, die Kirche glaubwürdig zu machen. Ihr habt geholfen, die Kirche aufzubauen und zu erneuern.

Franziskus war glaubwürdig, weil es ihm nicht um Macht und Reichtum ging, sondern darum, dem armen Christus nachzufolgen. Christus war der Mittelpunkt seines Lebens. Auch ihr habt euch bereits als junge Menschen entschieden, Christus zu folgen. Heute dürft ihr auf sechzig bzw. vierzig Jahre Ordensleben in der Nachfolge Christi zurückschauen.

 Eure Arbeit als Missionare war vielfach wirklich Aufbauarbeit. Du, Pater Winfried, hast einen großen Teil deines Ordenslebens auf den Stationen Qumbu, Libode und St. Patrick’s verbracht. Mehrfach warst du Seelsorger für diese drei Pfarreien in der Diözese Mthatha, einer Diözese im Aufbau. Kirchengebäude und neue Stationen wurden während dieser Zeit gebaut, die Seelsorge an sich wurde aufgebaut, die Katechese, die Jugendarbeit, die Ausbildung der Katecheten, die Liturgie in der Volkssprache. All das ist während deiner Zeit gewachsen, und du warst daran beteiligt.

 Du, Pater Christoph, warst zunächst in Simbabwe Seelsorger in Empandeni, Magama, Tshabalala und St. Pius, zeitweise Jugendseelsorger und zuständig für die Ausbildung der Ständigen Diakone. Daneben hast du auch neue Dinge aufgebaut, zum Beispiel die „Chatholic School of Discipleship“, eine Einrichtung für Christen, die bewusst in der Nachfolge Jesu einige Zeit in Gemeinschaft gelebt haben. Ebenso auch das Emaus Heritage Centre am Sterbeort unseres Ordensgründers Abt Franz Pfanner. Du hast dich im Kirchenrecht weitergebildet und warst am Ehegericht in Durban und nun in Linz tätig.

Oft genug, vermute ich, warst du als Kanzler und Moderator der Diözesankurie in Bulawayo und vor allem in deiner Zeit als Generalrat unserer Gemeinschaft mit dem Schwerpunkt Finanzen und Gerechtigkeit und Frieden in einer ähnlichen Situation wie der heilige Franziskus, der etwas aufbauen musste, das in die Schieflage gekommen war.

Seit 2017 bist du Regionaloberer in Österreich, seit 2020 auch Provinzial in Deutschland. Auch hier ist es deine Aufgabe, unsere Gemeinschaft zu stützen und zu konsolidieren, vor allem auch, Brücken zu bauen und Menschen aufzubauen. 

Was den heiligen Franziskus besonders ausgezeichnet hat, war, dass er die Wundmale Jesu an seinem Leib getragen hat. Dadurch wurde er Christus besonders ähnlich. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Wunden, Verletzungen, Verwerfungen. Auch im Ordensleben gibt es diese. Ich vermute schwer, dass dies auch euch beiden im Laufe eures Ordenslebens nicht erspart geblieben ist. Unsere natürliche Reaktion auf Störungen, Herausforderungen und Verletzungen ist, dass wir wünschen, dass diese einfach verschwinden und uns nicht beeinträchtigen. 

Das Leben und die Wundmale des heiligen Franziskus zeigen uns, dass gerade unsere Wunden uns näher zu Christus führen, dass uns Gott gerade dort, wo wir leiden müssen, nahekommt und liebevoll berührt. Ich vermute, auch ihr konntet diese Erfahrung machen, dass gerade in den Herausforderungen, ja sogar Verwundungen Gott euch besonders nahe war und euch geholfen hat, zu wachsen auf dem Weg der Nachfolge.

Lieber Pater Winfried, lieber Pater Christoph, liebe Mitbrüder und Mitchristen, wir alle sind als Christen und Ordensleute berufen, Christus nachzufolgen. Wir sind berufen, jeder und jede an seinem eigenen Platz, die Kirche aufzubauen. Christus begegnet uns auf dem Weg, gerade auch in unseren Verwundungen.

Ihr beide seid diesen Weg mit Christus gegangen, zusammengenommen hundert Jahre. Heute ist der Tag, Gott für euer Lebenszeugnis zu danken und euch für euren weiteren Lebensweg Gottes Segen zu wünschen. Amen.

Im Rosenkranzmonat Oktober bedenken wir beim täglichen Gebet des Rosenkranzes die Heilsgeheimnisse Jesu Christi. Aus diesem Anlass haben wir nun die erhaltenen Predigten von Abt Franz Pfanner zur Mutter Gottes auf unseren Seiten veröffentlicht. Möge Sie uns alle in unserem Tun und Denken inspirieren. 

Hier finden Sie die Predigten von Abt Franz Pfanner: https://www.mariannhill.de/quellen/abt-franz-pfanner/predigten-%C3%BCber-die-mutter-gottes

Der Oktober wird gelegentlich als „Rosenkranzmonat“ bezeichnet, und in manchen Gemeinden wird bis heute in diesem Monat täglich in der Kirche der Rosenkranz gebetet. Dieser Brauch geht auf Papst Leo XIII. zurück, der die Kirche von 1878-1903 leitete. Dieser Papst veröffentlichte insgesamt 16 Enzykliken bzw. Apostolische Schreiben über das Rosenkranzgebet. Den Titel „Rosenkranzmonat“ hat er dem Oktober in seiner Enzyklika Octobri mense vom 22. September 1891 verliehen. In diesem Dokument ordnet Papst Leo an, dass in allen Pfarrkirchen im Oktober täglich der Rosenkranz zu beten sei.

Wie beim gemeinschaftlichen Stundengebet der Beter in der Regel nicht jedes einzelne Wort erfasst, sondern eher auf dem Klangteppich der Psalmen beim einen und anderen Gedanken verweilt, so ist auch der Rhythmus des Rosenkranzes ein Medium der Sammlung und Konzentration auf einen bestimmten Inhalt des Glaubens. Heute gibt es ein wachsendes Interesse an dem, was das Tagzeitengebet auszeichnet: die Regelmäßigkeit, der gemeinschaftliche Vollzug, eine Form, die dem persönlichen Beten Raum lässt und es unterstützt.

Der Rosenkranz wird in seiner geistlichen Weite und Tiefe neu entdeckt entsprechend einem Wort von Romano Guardini, der gesagt hat, „das Verweilen in der Lebenssphäre Mariens, deren Inhalt Christus war“, sei „im Tiefsten ein Christusgebet“.

Heute erschien das neue Nachrichten Magazin unserer Mitbrüder aus Papua Neuguinea. Neben vielen informativen Artikeln beeindruckt es auch mit guten Fotos aus diesem für uns Europäer weitentfernten Land in Ozeanien. 

Hier können Sie es sich kostenlos anschauen oder herunterladen: Nachrichten aus Papua Neuguinea

Am Donnerstag, 30. September 2021, feiert Pater Josef Steger CMM sein 60jähriges Professjubiläum. Seit seinem Ruhestand 2017 lebt er im Mater Dolorosa Heim in Mariannhill, Südafrika. Dort wird er auch seinen Jubiläumstag begehen.  

Pater Josef Steger erblickte am 18. Februar 1939 in Forchheim das Licht der Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in Weppersdorf ging er zum Gymnasium in Lohr am Main und machte dort 1960 das Abitur. Anschließend trat er in die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill ein und absolvierte 1960 das Noviziat in Brig, Schweiz. Am 30. September 1961 legte er seine Erste Profess ab. In den Jahren 1961–67 studierte er Philosophie und Theologie in Würzburg. 1967 wurde er in der Herz-Jesu Kirche der Missionare von Mariannhill in Würzburg zum Priester geweiht.

Seine Primiz feierte er in der Pfarrei Adelsdorf. Vor seiner Aussendung 1969 nach Südafrika war er einige Zeit als Kaplan im Kinderkurheim der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Bad Kissingen sowie im Würzburger Juliusspital tätig. Um für Südafrika gerüstet zu sein, ging er für einige Monate nach London, um seine Englischen Sprachkenntnisse zu verbessern. 1970 lernte er zudem die Zulu-Sprache am Südafrikanischen Institut Lumko.

Dann nahm er die Arbeit in der Diözese Mariannhill, Südafrika, auf. Von 1970-73 war er Kaplan in Mhlabashane; Pfarrer in Mariathal 1973-84; von 1984 bis zu seinem Ruhestand 2017 war er auf der Missionsstation St. Michael mit ca. 12.000 Katholiken. Zwischendurch war er mal Dekan im Ixopo Dekanat sowie Diözesanrat für die Diözese Mariannhill und Provinzrat für die Provinz Mariannhill. Er selber schreibt: „Eine schöne Arbeit war es, die Kranken zu besuchen, oft verbunden mit Fußmärschen in dem hügeligen Natal. Doch die Freude der Kranken über den Besuch belohnte die Mühe vielfach.

Auch hatte ich drei Kirchen zu bauen. Doch die größte Freude für die Katholiken von St. Michael war es, dass fünf Priesterberufe aus der Pfarrei erwuchsen, drei Mariannhiller und zwei Diözesanpriester. Auch mehrere Ordensschwestern und einen Ordensbruderberuf hat St. Michael hervorgebracht. Ein weiterer Missionar von Mariannhill wurde 2019 geweiht. Ein Zeichen, dass der Glaube Fuß gefasst hat.“

Am 26. September 1921, also vor hundert Jahren, empfing der Selige Pater Engelmar Unzeitig CMM in Zwittau, Tschechien, das Sakrament der Firmung. Das Foto zeigt ihn mit seiner Familie: (vlnr.) Elsa Knötig (Schwester); Emilie Schneider (Schwester): Sel. Pater Engelmar; Mutter Cäcilia Unzeitig (geb. Kohl); Großvater Johann Kohl (Vater der Mutter); Marie Unzeitig  (später Missionsschwester vom Kostbaren Blut, Schwester Huberta CPS) und Regina Unzeitig (später Missionsschwester vom Kostbaren Blut, Schwester Adelhilde CPS).

Am Samstag, 25. September, wurde Pater Alois Kraus CMM auf dem Gemeindefriedhof in Reimlingen zu Grabe getragen. Die Predigt beim Requiem in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen hielt Pater Mario Muschik CMM, stellvertretender Provinzial der Missionare von Mariannhill in Deutschland.

 

Predigt von Pater Mario: 

Hier der Wortlaut:

„Na na na, Vorsicht, das ist gefährlich!“

Liebe Mitbrüder,

Geehrte trauernde Angehörige von Pater Alois,

Liebe Mitchristen,

Oft und oft habe ich von Pater Alois diesen Ausspruch zu hören bekommen: „Vorsicht, gefährlich!“

Von seinem Naturell her war Pater Alois ein vorsichtiger Mensch. Jemand, der sich gerne abgesichert hat, der keine unnötigen Risiken eingegangen ist.

Und dennoch hat er bereits als junger Mensch den großartigen und weitreichenden Entschluss gefasst, Christus sein ganzes Leben zu schenken und Missionar zu werden.

Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen. Vielleicht, weil er in seinem Herzen gespürt hat, dass es wahre Sicherheit, wahre Ruhe und echten inneren Frieden letztendlich nur bei Jesus geben kann, der die Mühseligen und Beladenen zu sich einlädt (Vgl. Mt 11,28).

Geboren war Pater Alois am 21. Januar 1929 in Nasnitz in der Oberpfalz. Nach der Volksschule musste er zum Arbeitsdienst, zum Glück war der Krieg nach einigen Monaten beendet.

Danach besuchte er die Spätberufenenschule der Missionare von Mariannhill in Reimlingen und das Mariannhiller Studienseminar Aloysianum in Lohr am Main, wo er 1952 das Abitur ablegte. Im gleichen Jahr begann er das Noviziat unserer Kongregation in Mönchsdeggingen, wo er im Jahr darauf seine ersten Gelübde ablegte. Im Anschluss studierte er bis 1958 Philosophie und Theologie an der Universität in Würzburg. In der Würzburger St. Michaelskirche empfing er im Juli 1958 die heilige Priesterweihe.

Bald nach der Weihe wurde er als Missionar nach Simbabwe ausgesandt, das damals noch Südrhodesien hieß. Dort war er auf verschiedenen Stationen tätig. Seit 1973 arbeitete er als Seelsorger auf der Station Regina Mundi. Ein Einschneidendes Erlebnis war der Überfall auf die Station 1977. Mit mehreren Personen wurde er an die Wand gestellt und sollte erschossen werden. Das mutige Eingreifen eines österreichischen Bauunternehmers rettete Pater Alois und den anderen das Leben, der Bauunternehmer wurde allerdings erschossen.

Nach dieser Erfahrung kehrte Pater Alois nach Deutschland zurück und übernahm in Folge verschiedene seelsorgliche Aufgaben, vor allem arbeitete er in der Wallfahrtsseelsorge in Mönchsdeggingen mit. Trotz seiner Ängste ließ ihn die Sehnsucht nach seinem geliebten Simbabwe nicht los. 1987 kehrte er dorthin zurück.

„MKhulu“, „Opa“, so nannten ihn liebevoll, aber auch mit einem gewissen Schmunzeln, die Menschen in Simbabwe. Wie ein liebevoller, geduldiger Großvater war er den Menschen nahe, hörte ihre Sorgen an, half ihnen, wo immer er konnte. Das war seine Art, den Menschen Gottes väterliche Liebe nahezubringen.

Aus gesundheitlichen Gründen kehrte er 2001 nach Deutschland zurück und lebte in unserer Hausgemeinschaft hier in Reimlingen, die letzten Jahre davon in unserer Pflegestation. Ich hatte den Eindruck, dass er in der Zeit seiner Demenz immer wieder ganz in die Erinnerungen an sein geliebtes Simbabwe und die Menschen dort eingetaucht und darin aufgegangen ist.

Er hatte ein großes Bedürfnis nach Sicherheit, und doch hat er Gott sein ganzes Leben geschenkt. Trotz der dort durchgemachten Lebensgefahr kehrte er nach Simbabwe zurück, um als Missionar für die Menschen da zu sein.

Vertrauen wir darauf, dass er jetzt Frieden und Sicherheit bei Jesus gefunden hat, der uns versprochen hat: „Ich werde Euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11, 28b) Amen.

 

Die Bauarbeiten an unserem ordenseigenen Gymnasium in Maria Veen, Münsterland, neigen sich dem Ende. Die kleineren Plätze wie der Multifunktionssportplatz und der Soccer-Court wurden schon von den Schülern in Beschlag genommen. Am Donnerstag Abend, 23. September 2021, wurde zum ersten Mal das Flutlicht angeschaltet. Die Sportstätten glänzen nun in einem schönen Blau. 

 

Am Dienstag, 28. September 2021, feiert Bruder Roland Altmannsperger CMM seinen 80. Geburtstag in unserer Niederlassung in Queenspark-Bulawayo, Simbabwe. Wir gratulieren ihm von Herzen und wünschen ihm für seinen weiteren wertvollen Dienst alles Gute und vor allem Gottes reichen Segen.
Bruder Roland erblickte am 28. September 1941 in Lindau am Bodensee das Licht der Welt. Seit vielen Jahren ist er in Simbabwe auf verschiedenen Stationen wie Brunapeg oder Empandeni als gefragter Handwerker im Einsatz. 

Zum fünfjährigen Jubiläum sendet der WDR ein ZeitZeichen, dass sich mit dem seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM auseinandersetzt und an die Seligsprechung vor fünf Jahren im Würzburger Dom erinnert.

Die Sendung läuft um 9.45 Uhr im Radioprogramm von WDR 5 und um 17.45 Uhr auf WDR 3. Der auch „Engel von Dachau“ genannte Missionar von Mariannhill wurde vor fünf Jahren, am 24. September 2016, im Würzburger Kiliansdom seliggesprochen. Unzeitig war von den Nazis wegen „heimtückischer Äußerungen“ sowie „Verteidigung der Juden“ verhaftet und im Sommer 1941 in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert worden. Unter Lebensgefahr betreute er als Seelsorger Häftlinge, teilte mit ihnen seine kargen Essensrationen und meldete sich freiwillig zum Krankendienst in der Typhus-Baracke. Er starb zwei Monate vor der Befreiung des Lagers an dieser Krankheit. Das „ZeitZeichen“ gibt es auch als Podcast. Weitere Informationen und einen Direktlink zur Sendung: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/seligsprechung-engelmar-unzeitig-100.html gibt es auf der Homepage des WDR .

Am Mittwoch, 22. September, um 14 Uhr verstarb Pater Alois Kraus CMM im ordenseigenen Alten- und Pflegeheim in Reimlingen.

Die Beerdigung findet am Samstag, 25. September 2021, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Reimlingen statt. Zuvor wird der Rosenkranz gebetet. Nach der Beisetzung wird im Missionshaus St. Josef das Requiem für den verstorbenen Pater Alois gefeiert.

Pater Alois Kraus kam am 21. Januar 1929 in Nasnitz zur Welt. Nach Volksschule und viermonatigem Arbeitsdienst besuchte er das Gymnasium der Missionare von Mariannhill in Reimlingen und das Studienseminar in Lohr am Main. 1952 trat er der Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill bei. Ein Jahr später legte er seine Erste Profess ab. Bischof Josef Stangl weihte ihn am 20. Juli 1958 in der St. Michaels Kirche in Würzburg zum Priester. Noch im gleichen Jahr wurde er als Missionar nach Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, versetzt. Dort war er auf den verschiedenen Missionsstationen tätig. 1973 wurde er auf die Missionsstation Regina-Mundi versetzt. Hier musste er bei einem Überfall im Jahre 1977 miterleben, wie ein österreichischer Bauunternehmer, der mit ihm an der Wand stand, von Terroristen erschossen wurde. Um sich von den Schrecken dieses Überfalls zu erholen, kehrte er für eine kurze Zeit nach Deutschland zurück. In Mönchsdeggingen (Diözese Augsburg) kümmerte er sich um die Wallfahrts-Seelsorge. 1987, zehn Jahre nach dem Überfall, kehrte er nach Simbabwe zurück. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er im Jahre 2001 nach Deutschland versetzt. Seinen wohlverdienten Ruhestand verbrachte er im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. In den letzten Jahren verschlechterte sich zusehends sein Gesundheitszustand und so zog er ins ordenseigene Alten- und Pflegeheim in Reimlingen um. Möge er die Herrlichkeit Gottes nun unverhüllt schauen dürfen. R.I.P.

Pater Daniel Perreault CMM ist ein Missionar von Mariannhill, der seit Jahren in dieser Zone, bekannt als Nordpol und die für die Mehrzahl von uns unbekannt ist, tätig ist. In einem seiner letzten Rundbriefe spricht er von seiner Arbeit in der Pfarrei Maria Himmelfahrt in iqa-luit, Hauptstadt des autonomen Gebiets von nunavut (Kanada). „In letzter Zeit gab es viele Tote durch Selbstmord und Mord in Pond-Inlet. Auch viele Bewohner der Zone haben Lungenkrankheiten wegen zu vielem Rauchen: fast alle Leute hier fangen mit 14 Jahren zu Rauchen an und nicht nur Tabak. All das gibt nicht nur Gesundheitsprobleme, sondern auch soziale, denn was die Leute für Tabak ausgeben (eine Schachtel mit 25 Zigarren kostet 27 Dollar), geben sie nicht fürs Essen aus. Dazu kommen noch Alkohol und Drogen. So kann man verstehen, dass die sozialen Probleme aller Art wegen der Lage nicht wenige sind. Auf der anderen Seite und als etwas Positives muss ich sagen, dass Gott mir die Möglichkeit gegeben hat, mit Leuten zu rechnen, die gegen diese Übel kämpfen. Es gibt immer mehr Leute, die sich dafür einsetzen, dass das Leben ihrer Nächsten immer gerechter und brüderlicher wird. Alle diese Beispiele haben mich solidarisch werden lassen, vor allem wenn wir eine tragische Situation, wie vorher gesagt, erleben. Ich denke besonders an die Geste der jungen Leute, die alte Traditionen von Jagd und Fischerei wieder aufleben ließen, um alte und arme Familien, die nicht mehr jagen und fischen konnten, zu ernähren. Ich habe viele Anzeigen gelesen, in denen Menschen in Not frisches Fleisch und frischer Fisch angeboten werden. All das machen junge Leute ohne persönliches Interesse. All das war Grund zur Hoffnung für mich. Mit Covid-19 musste ich Feiern und Veranstaltungen mit Menschen ausfallen lassen. Mit Hilfe meiner Mitarbeiter habe ich liturgische Feiern als Video aufgenommen, um sie per YouTube zu verbreiten. Wenn es auch viele Vorschläge dieser Art gibt, ist es ein Trost für die Gläubigen, von zu Hause aus den Feiern ihrer Pfarrei beizuwohnen. Die Kirche war jeden Nachmittag zwei Stunden zur eucharistischen Anbetung offen. Es gab immer Leute, die in die Kirche kamen – den Abstand unter sich einhaltend. Denen habe ich den Empfang der Heiligen Kommunion angeboten. Die Pandemie war und ist eine schwierige Erfahrung. Wir mussten unsere Lebens-Gewohnheiten umstellen. Wir mussten uns an die gegebenen Vorschriften anpassen, um unsere Lieben zu schützen. Wir wissen nicht, wie lange das alles dauern wird. Aber es ist wahr, es sind auch gute Dinge aufgetaucht: Noch nie habe ich so viel Solidarität und Mitleid gesehen wie seit Beginn der Pandemie. Ich habe das in der Stadt, in der sich meine Pfarrei befindet, gesehen. Seltsamerweise hat in dieser Zeit der Einschränkungen nicht die Ablehnung, sondern die Öffnung gegenüber der Nöte der Anderen überlebt. Ich glaube, das heißt Nächstenliebe. Wenn es auch in der Zeit der Einschränkungen nicht möglich war, öffentlich Eucharistie zu feiern, so kann die Mission der Kirche nicht aufhören, in den Nöten unserer verletzten Welt zu helfen. Dabei kommt die beste Seite des Menschen zum Vorschein: die Liebe Gottes, die in der Liebe zum Nächsten weiterlebt.”

„Werde Liebesbote!“ – unter diesem Leitwort steht in diesem Jahr die bundesweite Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. In guter Tradition informiert das Hilfswerk für den Glauben über die aktuelle Situation in den Fördergebieten und als Zeichen der Solidarität sammelt die katholische Kirche am dritten Sonntag im November, am „Diaspora-Sonntag“, in den Gottesdiensten in ganz Deutschland für Katholiken in Diasporaregionen. 

„Wir wünschen uns eine Kirche, in der alle Menschen erleben, dass sie von Gott angenommen und geliebt sind. Mit dem Motto „Werde Liebesbote“ möchten wir zum Ausdruck bringen, dass die Liebe zum Kern des christlichen Glaubens gehört und alle Christen dazu eingeladen sind, Liebesboten zu sein oder zu werden, insbesondere durch tätige Nächstenliebe im Einsatz für ihre Mitmenschen. Denn Kirche lebt von Menschen, die sich einbringen und Herz zeigen“, sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Die Eröffnung der Diaspora-Aktion findet am ersten Novemberwochenende im Bistum Hildesheim statt. Gemeinsam mit Bischöfen, Partnern und internationalen Gästen aus den Diasporagebieten in Ostdeutschland, Nordeuropa und dem Baltikum feiert das Bonifatiuswerk am Sonntag, 7. November, um 10 Uhr im Hildesheimer Dom ein Pontifikalamt. Hauptzelebrant ist der Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ. Der Gottesdienst wird unter anderem von domradio.de übertragen.

Am bundesweiten Diaspora-Sonntag, dem 21. November, sind die Gemeinden eingeladen, die Gottesdienste zum Leitwort zu gestalten. Es findet in allen katholischen Gottesdiensten (auch am Vorabend) eine Kollekte für die Arbeit des Bonifatiuswerkes statt. Durch die Spenden kann das Hilfswerk zahlreiche Projekte unterstützen. Die Verwendung der Kollekte ist ausschließlich für die Hilfe in der Diaspora bestimmt. Beispielsweise wird das Martinshaus im lettischen Liepaja unterstützt. Die Einrichtung der katholischen Kirche vor Ort ist seit vielen Jahren eine verlässliche Adresse für Frauen in Krisen- und Notsituationen. Dort finden sie nicht nur materielle, sondern auch psychologische Unterstützung, um für ihr Leben wieder neuen Mut zu fassen.

„Liebe zeigt sich auch in der Solidarität mit Menschen, die Hilfe benötigen. So bitten wir alle Katholikinnen und Katholiken in Deutschland, am Diaspora-Sonntag unsere Arbeit für die Glaubensgeschwister in einer extremen Minderheitensituation zu unterstützen. Werden auch Sie zu Liebesboten. All denjenigen, die uns helfen, sei es im Gebet, durch ehrenamtliches Engagement oder durch ihre Spende, danken wir von Herzen“, sagt Heinz Paus, Präsident des Bonifatiuswerkes.

Vielfältige Aktionsmaterialien zum Diaspora-Sonntag hat das Bonifatiuswerk zusammengestellt und an alle katholischen Gemeinden in Deutschland versendet. Ab sofort kann weiteres Begleitmaterial angefordert werden. Neben Plakaten, Spendentüten und Pfarrbriefvorlagen gibt es beispielsweise kostenfrei kleine Brief-Lose mit kurzen Liebesbotschaften. Hier gewinnt jedes Los! Außerdem bieten wir ein Heft mit Gottesdienst-Impulsen sowie ein Themenheft an, das über den Diaspora-Sonntag hinaus Ideen und Impulse für Gemeinden, vor allem für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen enthält.

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