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Zum ersten Mal erreichte uns aus Papua Neuguinea ein Newsletter der Diözese Lae, wo wir Missionare von Mariannhill seit mehr als 60 Jahren tätig sind. Lange Zeit stellten wir zudem den Bischof des Bistums. Leider ist der Newsletter in Englisch, aber für manchen Leser mögen auch die zahlreichen Bilder einen Eindruck von diesem exotischen Erdteil vermitteln. Hier können Sie ihn ganz lesen oder sich auch herunterladen: DownloadNewsletter Catholic Diocese of Lae. Vol.3 558 1

Am Mittwoch, 19. Mai wird Bruder Klaus Diem CMM 89 Jahre alt. Wir wünschen ihm alles Gute sowie weiterhin Gottes Segen bei seinem Einsatz für die Mitbrüder im Missionshaus St. Josef in Reimlingen und der Kongregation der Missionare von Mariannhill.

Bruder Klaus Diem erblickte am 19. Mai 1932 in Mechenried nahe Haßfurt das Licht der Welt. Von 1938 bis 1946 besuchte er die örtliche Volksschule. Anschließend ging er auf die Berufsschulen in Kleinmünster und Holzhausen. In den Jahren 1951 bis 1953 besuchte er die landwirtschaftliche Fachschule in Haßfurt. Erste Berufserfahrungen sammelte er auf dem elterlichen Hof und engagierte sich in der Katholischen Landjugend der Diözese Würzburg.

Am 4. Juni 1956 kam er nach Reimlingen, wo Bruder Klaus ebenfalls in der Landwirtschaft tätig war. Vor allem kümmerte er sich um die Milchwirtschaft. Nach dem Postulat und Noviziat legte er 1959 am 1. Mai seine Erste Profess ab. Drei Jahre später band er sich mit der Ewigen Profess auf Lebenszeit an die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill. 1998 wurde er in das ordenseigene Studienseminar Aloysianum nach Lohr am Main versetzt. Als Hausmeister sorgte er für den reibungslosen Betrieb der Institution. Mit der Schließung des Studienseminars im Jahre 2013 kehrte er nach Reimlingen in das Missionshaus St. Josef zurück. Seine handwerklichen Fertigkeiten kommen auch hier noch immer zum Tragen.

Große Ehre für die Arolsen Archives: Die Website und Filme zur Kampagne  #StolenMemory haben den Grand Prix im Art Directors Club Wettbewerb 2021 erhalten.

  • Der „Art Directors Club“ verleiht jährlich Preise für die besten kreativen Arbeiten. Viele Tausend Projekte wurden in diesem Jahr eingereicht.
  • Durch die Kampagne #StolenMemory versuchen die Arolsen Archives persönliche Besitzstücke ehemaliger KZ-Häftlinge ihren Familien zurückzugeben.
  • Mit der Agentur Goldener Westen erhielten die Arolsen Archives für die #StolenMemory-Filme und Website nicht nur einen „Goldenen Nagel“, sondern auch den „Grand Prix“ in der Kategorie Editorial, bei der es um kreatives Storytelling geht.

„In ruhigen, unpathetischen schwarz-weiß Animationen erzählt #StolenMemory vom Überleben und Menschbleiben in unmenschlichen Zeiten.“ So beschreibt Laudator Kai Wiesinger, Schauspieler und Regisseur, die Videos zu #StolenMemory, die in Zusammenarbeit der Arolsen Archives mit der Agentur Goldener Westen entstanden sind.

#StolenMemory zielt darauf ab, Verwandte ehemaliger KZ-Insassen zu finden, um Besitzstücke zurückzugeben, die ihnen einst gehörten, in der Tat „gestohlene Erinnerungen“. Die Arolsen Archives bewahren rund 2.500 dieser sogenannten Effekten auf und möchten mit der Kampagne Angehörige von NS-Opfern erreichen. Zugleich wurde das Projekt zu einem Bildungsprojekt ausgebaut: mit einer Wanderausstellung in einem umgebauten Übersee-Container, den animierten Filmen und der Website. Dieses Angebot richtet sich vor allem an jüngere Generationen heute.

Die Begründung der ADC-Jury:

„Die Brieftasche eines jungen Polizisten, ein alter Füller, ein Paar Ohrringe, die die Großmutter getragen hat – jedes Jurymitglied könnte jetzt auf der Stelle die Geschichte jener Menschen rekapitulieren, denen diese Gegenstände einst gehörten, so lebendig und eindringlich sind die Videos rund um die ehemaligen KZ-Häftlinge Johannes, István und Helena. In ruhigen, unpathetischen Schwarz-Weiß-Animationen erzählt #StolenMemory vom Überleben und vom Menschbleiben in unmenschlichen Zeiten. Das gründlich recherchierte und unprätentiös erzählte Multimediaprojekt stellt die durchdachte Gestaltung vollständig in den Dienst der Erinnerung und des konkreten Anliegens. Mit wenigen wirkungsvoll gesetzten Akzenten erzeugt #StolenMemory eine unglaubliche Emotionalität, und zieht nicht nur junge Menschen in den Bann, sondern die komplette Jury gleich mit. Eine interaktive „Scrollytelling-Website“ setzt die Suche nach den Angehörigen der Opfer fort, denn rund 2500 Gegenstände warten noch auf die Rückgabe an ihre Familien.“

Archivarbeit und modernes Design passen zusammen

Seit 2019 arbeiten die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus, mit der Agentur Goldener Westen für #StolenMemory zusammen.

„Es ist möglich, auf fesselnde Weise über Geschichte zu sprechen! Das ist der Weg – oder zumindest einer der Wege, es zu tun. So berühren wir Herz und Verstand und können die Menschen ermutigen, heute etwas gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz zu tun“, freut sich die Direktorin der Arolsen Archives, Floriane Azoulay, über die Auszeichnung.

Arne Keunecke, Gründer von Goldener Westen, beschreibt die Zusammenarbeit so: „Das Schönste am #StolenMemory-Projekt für mich war die Tatsache, wie interdisziplinär und eng wir hier von Anfang an zusammengearbeitet haben. Das hat das Ganze sicher nicht leichter für uns gemacht aber definitiv besser!“

Dass Archivarbeit und modernes Design zusammenpassen, ist spätestens mit dem Grand Prix des ADC bewiesen. Eine weitere Besonderheit: Goldener Westen konnte #StolenMemory über die Solidaritätsaktion des diesjährigen ADC-Wettbewerbs kostenlos einreichen und als kleinere Agentur in Konkurrenz mit bekannten Namen treten.

Weiterführende Links:

Zur Siegerehrung für #StolenMemory des Art Directors Club Wettbewerb 2021: https://www.youtube.com/watch?v=b0-VPgZoOm4

Zur Kampagnen-Website #StolenMemory:

https://stolenmemory.org/

Zum 76. Mal jährt sich Ende April 2021 die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch Einheiten der US-Armee. Dieses historische Ereignis kann leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht mit einer großen Gedenkfeier vor Ort begangen werden. Stattdessen gedenkt man im Zeitraum vom 29. April bis 2. Mai 2021 mit verschiedenen digitalen Formaten des 76. Jahrestags der Befreiung.

Alle sind herzlich dazu eingeladen, an dem virtuellen Gedenken teilzunehmen. Unter dem folgenden Link werden ab dem 29. April viele unterschiedliche digitale Veranstaltungen und Angebote verfügbar sein: 

https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/liberation/

Trotz der angespannten Pandemiesituation wird ein Stilles Gedenken in kleinem Rahmen vor Ort am 29. April durchgeführt. Des Weiteren werden zur zentralen Befreiungsfeier am 2. Mai unter anderem auch Monika Grütters, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Prof. Dr. Michael Piazolo, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus in Vertretung der Bayerischen Staatsregierung, mit Redebeiträgen an das historische Ereignis erinnern. Umrahmt werden die Gedenkfeiern von den persönlichen Erzählungen und Gedenkbotschaften zahlreicher Überlebender und Befreier. Ein Schwerpunkt liegt auch auf den Nachkommen der ehemaligen Häftlinge, die in persönlichen Videobotschaften zu Wort kommen. Zudem konnte die Familie von Max Mannheimer für ein Live-Gespräch gewonnen werden. Ebenso wird auch die Niederlegung der gestifteten Kränze wieder Teil des virtuellen Gedenkens sein, da dies auch in diesem Jahr leider wieder ohne Zeremonie und Teilnehmende stattfinden wird.

Am Sonntag, 25. April 2021, ehrt die Kolpingsfamilie in Heppenheim ihren früheren Präses Pfarrer Hans Brantzen. Zu seinen Ehren wird eine Gedenktafel am Haus Martin in Heppenheim angebracht. Pfarrer Brantzen gehörte zu den Klerikern, die von 1941 bis 1945 im KZ Dachau inhaftiert waren. Während dieser Zeit freundete er sich auch mit dem Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM an. 1950 wurde ein Bericht von Pfarrer Hans Brantzen veröffentlicht: "Ich lernte Unzeitig genauer kennen, als wir im April 1942 den schweren Kreuzweg der Dachauer Priestergemeinschaft erlebten. Dieser bestand in harter Arbeit im Dachauer Moor, der sogenannten Plantage. Erschwert wurde diese Arbeit noch durch den Umstand, dass den Priestern im Gegensatz zu den anderen Häftlingen, Ausländer und Russen miteingeschlossen, die sogenannte Brotzeit verweigert wurde. Diese Brotzeit war nämlich die Zugabe für die Arbeiter in den Kommandos. Dort nun lernte ich Unzeitig kennen als Mitarbeiter im Gewächshaus 6 der berüchtigten Plantage (Näheres über diese Plantage im Buche von P. Sales Heß "Dachau, eine Welt ohne Gott"). Es waren furchtbare Monate, in Hitze, Regen und Schnee. Wir mussten Schubkarren fahren, Beete ausheben, saßen bei Regen und Sturm auf den Pikierbeeten, Unzeitig und ich oft zusammen. Ohne ein falsches Loblied singen zu müssen, darf ich beteuern: Er war immer der gleiche; wenn die anderen klagten und heimdachten an die guten, alten Tage, wenn es ihnen zu viel wurde und sie nicht mehr konnten, schaute er nach oben zum Vater. Und es half. Hauptpunkte seines feinen Charakters waren Bescheidenheit, Ruhe und Verträglichkeit in der Enge des Blockes. All das ließ ihn nicht auffallen. Was auffiel, war seine Caritas, wenn er bei seinen Mitbrüdern für andere arme Häftlinge bettelte. So war er auch manches Mal bei mir, wenn ein Paket angekommen war. Wie oft saß er abends nach der kargen Mahlzeit, vor seinem Buche "Werktagsheiligkeit" und machte Exzerpte, über die ich mich mit ihm oft unterhielt.

Beide gehörten wir einem kleinen Kreise an, der über liturgische, homiletische und praktische Fragen der Seelsorge diskutierte. Keine freie Zeit versäumte er zur Adoratio (stille Anbetung). Wenn wir von der harten Arbeit müde auf unseren Block kamen, um unseren Schlag Steckrüben oder anderes zu fassen, sah man ihn in die Kapelle gehen, bevor er die Stube betrat. Abends war Unzeitig stets für Minuten in der Kapelle zu sehen; desgleichen vor jedem Antreten. Mit größtem Heroismus hielt er sich während des Sterbesommers und der Hungermonate 1942 aufrecht, oft zum Zusammenbrechen müde und schlapp wie wir alle. Dabei blieb er stets der gleiche hilfsbereite Mann.

Nachdem ich nach meiner Genesung von schwerem sechsmonatigem Typhus im Juni 1943 auf den Block zurückgekehrt war, fand ich mich mit Unzeitig bald in einem neuen Kommando: Besoldungsstelle der Waffen-SS außerhalb des Lagers. Dort erhielt er durch seine reservierte, untadelhafte Haltung eine solche Macht über seinen vorgesetzten SS-Führer, einen kriegsversehrten Unterscharführer, dass dieser sich oft mit ihm in tiefere Gespräche einließ. Ja Unzeitig konnte diesem SS-Mann sogar Briefe persönlichen Inhalts schreiben und auch sonst entsprechend wirken. Es war dies ein ganz eigenartiges Verhältnis, fast ein Mysterium, wie P. Unzeitigs tiefinnerliche, priesterliche Haltung auf diesen Menschen wirkte, der bis dahin der Kirche ferngestanden war. Es wird wohl immer ungeklärt bleiben, was die beiden im letzten sprachen und wie tief P. Unzeitig die Zukunft dieses Menschen beeinflusste.

Als wir Geistliche wegen einiger "Vorkommnisse" aus der Besoldungsstelle verwiesen wurden, fanden wir wieder ein gemeinsames Kommando: Messerschmitt, Flugzeugbaracke mit Tag- und Nachtschicht. Wir arbeiteten uns zu Kontrolleuren auf und bekamen dadurch die Möglichkeit, manches Gute zu wirken an armen Russenjungen und kleinen Franzosen und Italienern und überhaupt an all denen, die uns unterstellt waren. Und hier bei Messerschmitt erlebten wir bei P. Unzeitig ein Ereignis besonderer Prägung, bei dem seine Hilfsbereitschaft für religiös suchende Menschen besonders zum Ausdruck kam. Dort musste uns ein russischer Familienvater [ein Ingenieur], Peter mit Namen, in die ersten Anfänge der Technik einführen. Er war ein guter Mann, Vater von zwei Kindern, die wohl heute noch mit ihrer Mutter auf den Vater warten. Peter entpuppte sich als ein schlichter, aber tiefer und geistig reifer Mensch, der die Probleme des Lebens sieht und anpackt. Und so begannen bald Gespräche um Gott in den Nächten bei Messerschmitt, Nikodemusstunden eigener Art. P. Unzeitig nahm sich immer mehr dieses Suchenden an, der zur russischen Kirche gehörte. Die beiden trafen sich außerhalb der Arbeit oft auf der Lagerstraße zu Zwiegesprächen. Es entwickelte sich zwischen den beiden ein feines Freundschaftsverhältnis auf geistiger Basis. Um sich besser mit Peter verständigen zu können, lernte P. Unzeitig fleißig Russisch. Aber in diesem Peter war eine letzte Unsicherheit und ein letztes Bangen. Und da kam ein Ereignis, das ihn ganz für den Glauben gewann. Zum zweiten Mal, während unserer Zeit, im Februar 1945, tritt der Typhus auf, und zwar mit ungekannter Heftigkeit. Diesmal war es der Fleck- und Hungertyphus. Die Zustände auf allen ungeraden Blocks bis Block 29, die zu Revieren, oder besser gesagt, zu vollgepfropften Sterbe- und Totenkammern wurden, bedingten es, daß sich die Geistlichen freiwillig zum Dienst an den armen Menschen meldeten. Niemand wollte mehr Pflegedienste tun, am wenigsten das offiziell aufgestellte Nazi-Pflegepersonal. Unter den Freiwilligen ist auch P. Unzeitig. Er wird angesteckt und stirbt wie so viele andere seiner Mitbrüder. [Unzeitigs] Entscheidung, freiwillig in die Krankenblocks zu gehen, hat bei Peter das Eis gebrochen und das letzte Hindernis entfernt. Der Tod seines Missionars erschüttert ihn fürchterlich. Er verehrt P. Unzeitig wie einen Heiligen. Er ließ auch seinen Angehörigen einen sogenannten schwarzen Brief zugehen, in dem er P. Unzeitig als Heiligen preist, der ihm Christus gebracht und so sein Ideal Missionar zu werden, auf eine ganz eigenartige Weise erfüllt hat. Dass den Toten keine Ehrung zuteil wurde, war für uns Dachauer zu selbstverständlich. Die Toten dieser Typhuskatastrophe konnten gegen Ende Februar und im März nicht mehr verbrannt werden, da keine Kohlen und kein Holz mehr zur Verfügung standen. So wurden sie im Krematoriumsbereich aufgeschichtet und mit Chlorkalk übergossen. Unter diesen vermuteten wir auch P. Unzeitig. Doch es hat sich herausgestellt, dass seine Leiche separat verbrannt worden ist. Die Asche wurde nach Würzburg gebracht und in der Gruft der Missionare von Mariannhill ehrenvoll beigesetzt."

 

Am Sonntag, 25. April, feiert Pater Andreas Sauter CMM seinen 94. Geburtstag. Er ist damit der älteste lebende Missionar von Mariannhill in der deutschen Provinz. Wir gratulieren ihm ganz herzlich und wünschen ihm weiterhin Gottes reichen Segen.

Pater Andreas Sauter erblickte am 25. April 1927 in Halden, einem Ortsteil von Kirchhaslach, das Licht der Welt. Die Volksschule besuchte er in Kirchhaslach. Im Anschluss an die Schulzeit arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft mit. Am 1. September 1944 wurde er zum Arbeitsdienst einberufen und am 27. Dezember zur Wehrmacht. Im April 1945 kam Pater Andreas in amerikanische Gefangenschaft. Ende Juni 1945 wurde er wieder entlassen. Fortan arbeitete er wieder in der Landwirtschaft.

Zum ersten Mal kam Pater Andreas Sauter im Oktober 1948 nach Reimlingen, um sich im Seminar der Missionare von Mariannhill vorzustellen. Im September des nächsten Jahres begann er den Kurs für die Spätberufenen. Die Hochschulreife erlangte er im Juni 1954. Am 3. Oktober begann er in Mönchsdeggingen das Noviziat für die Kleriker. Ein Jahr später legte er die Erste Profess ab. Anschließend begann für Pater Andreas in Würzburg das Studium der Philosophie und Theologie. Die Weihe zum Priester erhielt er am 29. Juni 1960 in Würzburg.

Am 1. September 1960 begann er mit seiner Arbeit als Präfekt und Religionslehrer im ordenseigenen Seminar St. Josef in Reimlingen. Acht Jahre später wurde er von der Ordensleitung nach Würzburg versetzt. Fortan hielt er Vorträge und arbeitete dabei eng mit dem päpstlichen Hilfswerk Missio in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen. Im Juni 1976 wurde er in das Spätberufenenseminar nach Neuss am Rhein versetzt. 

Am 2. Januar 1979 kam Pater Andreas Sauter dann als Pfarrer nach Reimlingen. Hier war er fast 32 Jahre in der Pfarrei, die Reimlingen, Grosselfingen, Balgheim, Schmähingen, Ederheim, Hürnheim und Christgarten umfasst, tätig. Am 31. August 2010 wurde er offiziell von der Gemeinde verabschiedet und erhielt im September 2010 die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Reimlingen. Seitdem lebt Pater Andreas Sauter im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Von hier aus hilft er immer wieder als Seelsorger im Dekanat Nördlingen aus und versieht regelmäßig den Krankenbesuchsdienst im Nördlinger Stiftungskrankenhaus. 

Pater Klaus Schnehle feiert am heutigen Tag, 23. April 2021, seinen 89. Geburtstag. Wir gratulieren ihm ganz herzlich dazu. Möge Gott ihn weiterhin beschützen. 

Pater Klaus Schnehle wurde am 23. April 1932 in Reimlingen im Nördlinger Ries als Jüngstes von sechs Kindern eines Landwirtsehepaars geboren. Nach Volks- und Oberschule besuchte er die Missionsschule der Missionare von Mariannhill in Reimlingen. 1949 wechselte er ins Lohrer Internat Aloysianum. Nach dem Abitur im Jahr 1952 trat Schnehle in das Noviziat der Gemeinschaft in Mönchsdeggingen ein. Nach seiner Ersten Profess ging er an das Würzburger Pius-Seminar und studierte Philosophie und Theologie an der Universität Würzburg. Am 20. Juli 1958 wurde Pater Klaus von Bischof Josef Stangl in der St. Michaels Kirche in Würzburg zum Priester geweiht. Im November 1958 nahm er das Studium für das Lehramt am Gymnasium in den Fächern Katholische Religionslehre und Latein in Köln auf. Nach dem Abschluss im Jahr 1963 war er Lehrer an dem im Aufbau befindlichen Gymnasium der Mariannhiller in Maria Veen (Westfalen) und Erzieher im Internat der Schule. Bis zu seiner Ernennung zum Schulleiter 1983 war Pater Klaus als dessen Stellvertreter tätig. Ab Juli 1996 lebte Pater Klaus im Kloster Mariannhill in Würzburg, 1998 wurde er zum Hausoberen der Würzburger Gemeinschaft gewählt. Im November 2007 wurde er in das Missionshaus St. Josef versetzt und übernahm die Aufgabe des stellvertretenden Hausoberen. Dieses Amt übte er zehn Jahre lang aus. Derzeit verbringt er seinen wohlverdienten Ruhestand im Missionshaus St. Josef.

Unsere Schuldirektorin Frau Sigrid Kliem schildert den aktuellen Stand kurz vor den Abi Prüfungen, die mit dem 23. April starten, an unserem Gymnasium in Maria Veen. Sie schreibt: "Uns allen geht es gut. Unser Infektionsschutzkonzept wird auch von unseren SchülerInnen strikt eingehalten, denn alle freuen sich sehr, zur Schule gehen zu können, wenn auch nach einer einwöchigen vollständigen Distanzunterricht-Phase nach den Osterferien, erst seit dem 19. April wieder im Wechselunterricht. An unserer Schule wechseln die Teillerngruppen A und B der Jahrgangsstufen 5 bis EF (= Jahrgangsstufe 10) täglich zwischen Präsenz- und Distanzunterricht, und zwar durchweg gemäß regulärem Stundenplan.

Dieses wird derzeit bei einer Inzidenz von um die 145 Neuinfektionen im Kreis Borken vom Ministerium für Schule und Bildung NRW als verantwortbar angesehen, da es ja eine flächendeckende Teststrategie inkl. Testpflicht gibt.  Das Schulministerium NRW hat entschieden, dass der Schulbesuch nur bei zweimaliger Testung pro Woche mit negativem Ergebnis oder bei zweimaliger Vorlage eines Nachweises über einen negativen Bürgertest erlaubt ist.

image002Testzentrum im Gymnasium Maria Veen ©2021 Schule Maria VeenWir werden daher auch derzeit regelmäßig mit einer Woche Vorsprung mit einer ausreichenden Zahl an Corona-Selbsttests (organisiert vom Schulministerium) versorgt. Die innerschulische Organisation für die pünktliche Bereitstellung der Testboxen für jede Lerngruppe ist jedoch sehr aufwändig und führt zu zusätzlicher Präsenszeit des erweiterten Schulleitungsteams vor Ort.

Im Wechselunterricht starten wir jeden Morgen von Montag bis Donnerstag mit der jeweiligen Teillerngruppe mit einem Corona-Selbsttest, was uns ca. 15 – 20 Minuten unserer 1. Unterrichtsstunde im 60-Minuten-Modus kostet. Die SchülerInnen aller Altersstufen führen ihre Schnelltests sehr gewissenhaft und schon richtig souverän durch. Sie und ihre Eltern wurden von uns selbstverständlich vorher ausführlich über die Durchführung informiert und bezüglich eines respektvollen und solidarischen Verhaltens bei einem positiven Ergebnis von MitschülerInnen sensibilisiert.

image001Bisher haben wir viel Glück gehabt, denn nur am ersten Tag nach den Osterferien zeigte sich (allerdings) bei einem Abiturienten ein positives Ergebnis, der leider durch den dann erforderlichen PCR-Test positiv bestätigt wurde. Diese Quarantänephase ist aber bereits fast vorbei. 

Es gibt – Gott sei Dank – keine Testverweigerer unter unseren AbiturientInnen! Bisher waren auch alle weiteren Selbsttests negativ, sodass ab morgen (23. April 2021) die Abiturprüfungen beginnen können. Mithilfe einer vom Oberstufenteam eigens erstellten Teststrategie für die Abiturientia versuchen wir größtmögliche Handlungsspielräume zu behalten. Wir vermeiden durchweg eine Testung direkt am Prüfungsmorgen, um den vermutlich eh schon hohen Adrenalinpegel kurz vor der Abiturprüfung nicht noch zu steigern. Da die Testergebnisse eine Gültigkeit von 48 Stunden haben sollen, nutzen wir bei dieser Strategie dieses Zeitfenster geschickt aus und könnten im Falle eines falsch-positiven Tests in Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Labor (Bio-Diagnostix) für die/den entsprechende/n AbiturientIn ein zügiges Ergebnis eines dann erforderlichen PCR-Tests erreichen. Unsere AbiturientInnen sind über diese Regelungen sehr erleichtert.

Jetzt bleibt noch, auch Gottes Segen für die diesjährigen Abiturprüfungen zu erbitten."

Am Samstag, 17. April 2021, wurden in der Gemeinde Mungwi, Sambia, vier Mitbrüder von Erzbischof Ignatius Chama zu Priestern geweiht. Die vier Mitbrüder sind: Frs. Silvester Luciano Mwatibu (Malawi), Alois Gende (Papua-Neuguinea), Didier Sampungi (Demokratische Republik Kongo) und Abraham Chisanga Mwango (Sambia). Wir beten für sie, dass Gott sie zu Priestern nach dem Herzen Jesu formt.

„Die Armutsrate in Lateinamerika explodiert und die Volkswirtschaften stecken in einer schweren Krise. Deshalb müssen die Auslandsschulden der Länder neu verhandelt werden“, fordert Thomas Wieland vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. „In der Corona-Pandemie dürfen die Banken keine Gewinne auf dem Rücken der von der Wirtschaftskrise besonders betroffen Staaten in Lateinamerika machen. Notwendig sind deshalb ein Teilerlass und Neuverhandlungen über Auslandsschulden“, betont Wieland. In Brasilien ist laut einer aktuellen Studie in sechs von zehn Haushalten nicht sicher, ob die Familien ihre Ernährung bis zum Monatsende sicherstellen können. In Argentinien leben inzwischen mehr als die Hälfte der Menschen unter der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. In Mittelamerika steigt die Zahl der Migranten in Richtung USA wieder stark an, weil die Corona-Krise und zwei verheerende Wirbelstürme im Herbst die Wirtschaft zerstört haben. „Die Corona-Pandemie hat Lateinamerika in die schwerste Wirtschafts- und Armutskrise seit Jahren gestürzt“, sagt der Leiter der Projektabteilung von Adveniat.Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat schließt sich einem Appell von Papst Franziskus an, der bei einem Frühjahrstreffen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder gefordert hat. Dies sei ein Gebot globaler Solidarität, sagte Papst Franziskus. Weiter schlug das Kirchenoberhaupt eine Erhebung der „ökologischen Schulden“ der Industriestaaten vor. Diese seien durch die Kostenübernahme für nachhaltige Entwicklung im globalen Süden zu begleichen. Ähnlich äußerte sich die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) und forderte in dieser Woche ein Umdenken im Umgang mit den Auslandsschulden der Staaten. „Wir sind mitten in einer Pandemie“, kritisierte CEPAL-Generalsekretärin Alicia Barcena. Die Kreditwürdigkeit eines Landes entscheidet auch darüber, wie hoch die Zinsen sind, die ein Staatshaushalt künftig zu leisten habe. Je schlechter die Kreditwürdigkeit, desto höher die Zinsen und größer die Ausgaben der Staatshausalte, die dann für gesellschaftliche Aufgaben wie die Armutsbekämpfung an anderer Seite fehlten. „Die Restrukturierung, Neuverhandlung und Teilerlass von Schulden ist in der aktuellen Zeit der Pandemie im Interesse des privaten wie auch des öffentlichen Sektors“, so Thomas Wieland vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. In Ländern wie Argentinien, Ecuador oder Costa Rica stehen Verhandlungen über aktuelle oder künftige Kredite mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) an. Argentinien droht einmal mehr die Zahlungsunfähigkeit. In Zeiten der Pandemie müssten die Gläubiger aber flexibler reagieren, fordert Adveniat und schließt sich den Forderungen der katholischen Bischofskonferenz in Costa Rica an, die für alle diese Verhandlungen gelten müssten. „Das Volk hat das Recht, darüber informiert zu sein, welche Verpflichtungen die Regierung gegenüber dem IWF eingeht“, mahnte San Joses Erzbischof Jose Rafael Quiros jüngst Transparenz an. Das Volk müsse wissen, dass es für jeden Kredit in irgendeiner Form zu bezahlen habe, deswegen müssten die Regeln sehr klar definiert sein. Die Arbeitslosigkeit ist auch in Costa Rica durch die Corona-Pandemie von 12 auf 24 Prozent gestiegen.Die Neuverhandlung und der Teilerlass von Schulden können aber nur ein erster Schritt sein. „Die Verpflichtung zu ökonomischer, finanzieller und sozialer Solidarität verlangt weit mehr als gelegentliche Akte von Großzügigkeit“, schrieb der Papst. Pläne für eine globale Erholung nach der Pandemie müssten „neue, inklusivere und nachhaltigere Lösungen“ zur Unterstützung der Realwirtschaft und der Hilfe für Benachteiligte enthalten, verlangte der Papst. Wenn die Welt besser, menschlicher und solidarischer aus der Krise herauskommen wolle, gelte es „neue und kreative Formen der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Teilhabe“ zu entwerfen. Dabei müssten auch die Armen eine Stimme haben.

Die Stipendiat:innen der START-Stiftung übergeben den Staffelstab ihrer Aktion gegen das Vergessen an die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Charlotte Knobloch lobt das beispielgebende Engagement der Jugendlichen im Rahmen der Initiative #everynamecounts der Arolsen Archives.   

Bad Arolsen / Frankfurt am Main, 16.04.2021

  • Engagierte Jugendliche sind dem Aufruf #start2remember des 20-jährigen Schülers und START-Stipendiaten Kato Uso aus Minden gefolgt und haben während ihrer Osterferien geholfen, das Online-Archiv der Arolsen Archives zur Erinnerung an NS-Opfer zu füllen.
  • Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) ruft ihre 105 jüdischen Mitgliedsgemeinden sowie Kooperationspartner:innen auf, dem Beispiel der Jugendlichen zu folgen und sich am digitalen Denkmal für NS-Opfer zu beteiligen.
  • Gemeinsam mit Freiwilligen bauen die Arolsen Archives das größte digitale Denkmal für Opfer des Nationalsozialismus auf. Jede:r kann mitmachen und so ein Zeichen für Respekt, Vielfalt und Demokratie setzen. Denn die damaligen Motive für Verfolgung sind nicht Geschichte.

Zu Beginn der Osterferien hatte der 20-jährige Schüler Kato Uso aus Minden seine Mitstipendiat:innen der START-Stiftung und die START-Community aufgerufen, sich gemeinsam an dem Aufbau des Online-Archivs zu NS-Opfern zu beteiligen. Vom 25. März bis zum 16. April 2021 sind daraufhin Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet dem Aufruf #everynamecounts der Arolsen Archives gefolgt. „Genau dieses Engagement braucht es, damit das Gedenken auch in der ‘Zeit ohne Zeitzeugen’ weitergetragen werden kann. Nur wenn junge Menschen die Erinnerung wach halten, kann auch in einer Zukunft ohne Zeitzeugenberichte verhindert werden, dass die Schrecken der Vergangenheit sich wiederholen”, lobte Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Zeitzeugin des Holocaust und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern gestern bei einer virtuellen Abschlussveranstaltung das beispielgebende Engagement der Jugendlichen.

Jugendliche von START haben was ins Rollen gebracht: ZWST führt die Aktion weiter

„Die Taten der Nationalsozialisten sollen nicht in Vergessenheit geraten. Es war ein Krieg gegen die Menschheit. Umso wichtiger ist es, jedem Opfer seinen Namen und seine Geschichte zurückzugeben“, sagt der Initiator der Aktion Kato Uso.

Aus diesem Grund greift auch die ZWST die Aktion auf: „Im jüdischen Gedenken an die Shoah ist es sehr wichtig zu erzählen, wer die Menschen hinter den Opferzahlen waren. Die #everynamecounts-Kampagne bietet eine herausragende Möglichkeit, sich jenseits von ritualisiertem Gedenken die Namen und Lebensgeschichten zu vergegenwärtigen. Deshalb wollen wir die Initiative unterstützen und den tollen Einsatz der Jugendlichen weiterführen”, erklärt Aron Schuster, Direktor der ZWST. Die ZWST ruft ihr gesamtes Netzwerk aus jüdischen Gemeinden, Wohlfahrtsverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf, sich an der Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts der Arolsen Archives zu beteiligen.

Nach über fünfzig Jahren als Priester im südlichen Afrika kehrt Pater Winfried Egler CMM nach Österreich zurück. Gestern Abend wurde er von der Region Mthatha durch den Regionaloberen Gideon Sibanda sowie etlichen Missionsschwestern vom Kostbaren Blut und Pater Stefan Mandl CMM verabschiedet. Wir wünschen ihm einen guten Übergang und freuen uns für die österreichische Region, dass sie nun wieder einen weiteren Mitbruder in ihren Reihen begrüßen kann. (Fotos: ©2021 CMM Mthatha)

Pater Winfried Egler CMM schreibt: 

„Mein Geburtsort Sackelhausen liegt im westlichen Teil Rumäniens, im deutschsprachigen Banat. Gegen Ende des 2. Weltkriegs, im Oktober 1944, floh meine Familie mit dem größten Teil der Dorfbevölkerung vor der anrückenden Front. Im Mai 1945 fanden wir eine Bleibe in einem Barackenlager für Flüchtlinge in Linz. Für zehn Jahre lebten wir zu sechst in zwei kleinen Räumen.

Von 1953 bis 1960 besuchte ich das Gymnasium Kollegium Petrinum. Es war in den letzten Jahren im Petrinum, dass ich mich immer öfter mit dem Gedanken befasste, in die Mission zu gehen. Verschiedene Personen und Erlebnisse bestärkten diesen Wunsch, wie zum Beispiel die Predigten von Pater Leppich auf dem Hauptplatz von Linz, Exerzitien gegeben von Pater Berthold Mayr CMM und die Biographie von Abt Franz Pfanner, dem geistlichen Vater der Kongregation der Missionare von Mariannhill.

Mein Noviziat machte ich von 1960 bis 1961 in Brig in der Schweiz, anschließend studierte ich bis 1967 an der Universität Würzburg Philosophie und Theologie.

Während der Seminarzeit hörten wir zwar gelegentlich Vorträge von Missionaren, aber eine gründliche Vorbereitung und Einführung in die Arbeit im Einsatzland gab es für uns damals nicht. Wir wurden gleichsam „ins tiefe Ende“ geworfen und mussten ‚schwimmen‘.

Im Mai 1968 bin ich mit meinem Mitbruder Pater Ernst Plöchl per Schiff nach Südafrika ausgereist. Ich hatte das Glück, auf eine Missionsstation zu einem Mitbruder zu kommen, der mich sehr gut in die neue Situation eingeführt hat – z. B. in die schwierige Xhosa Sprache mit der total fremden Grammatik und den Klickslauten, in die Situation der Apartheidpolitik, die Sitten und Bräuche der Leute und in die Arbeit in der Pfarre mit den vielen Außenstationen.

Wenn ich jetzt auf die 46 vergangenen Jahre zurückblicke, sind es vor allem zwei Situationen, die sich völlig verändert haben.

Da ist zuerst die kirchliche Situation. Unsere Diözese Umtata mit Sitz in Mthatha (am Indischen Ozean zwischen den Hafenstädten Durban und Port Elizabeth gelegen) war den Mariannhillern anvertraut. Als ich in die Diözese kam, waren der Bischof und die Mehrzahl der Priester meine Mitbrüder. Nur vier schwarze Diözesanpriester gab es. Das hat sich jetzt total umgekehrt. Ich und ein zweiter Österreicher sind die einzigen weißen Mariannhiller Priester in der Diözese. In dieser Zeit habe ich sieben Bischöfe erlebt.

Im Xhosa-sprechenden Teil der Diözese sind viele Missionsstationen erst während oder nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden. Es sind junge und kleine Gemeinschaften ohne geprägte katholische Tradition. Vieles war im Aufbau: nicht nur Kirchen und Außenstationen, sondern auch pastorale Initiativen wie z. B. organisierte Katechese für Kinder auf allen Außenstationen der Pfarre, eine Jugendorganisation Chiro genannt, Ausbildung von Katecheten, Katechumene-Unterweisungen, Pfarr(gemeinde)räte und Diözesan-Versammlungen, Übersetzungen von katechetischem Material, Gesang- und Messbuch in die lokale Sprache. Und vieles mehr. An alldem durfte ich in irgendeiner Weise mithelfen. Das trägt dazu bei, dass die Diözese zu einer Art Heimat wird.

Ich war immer im Xhosa-sprechenden Teil der Diözese tätig und da hauptsächlich auf drei Missionsstationen. Angefangen habe ich in Qumbu, es folgte ein kurzes „Zwischenspiel“ auf zwei anderen Stationen, dann St. Patrick und dann Libode. Diese Runde habe ich später wieder gemacht, wobei ich 22 Jahre lang in St. Patrick war und der Abschluss ist jetzt wieder in Libode.

Ich fühlte mich nicht nur in der Diözese daheim, sondern auch unter meinen Mitbrüdern. Viele von ihnen sind schon gestorben. Zwei davon auf tragische Weise. Pater Michael Oettle ertrank im Meer und Pater Ernst Plöchl wurde 2009 auf seiner Missionsstation Mariazell ermordet.

Die zweite Situation, die sich in den vergangenen 46 Jahren grundlegend geändert hat, ist die politische. Hergekommen bin ich, da war die Apartheidpolitik in ihrer „Blütezeit“. Ich habe das nur in kleinem Ausmaß und in täglichen Erlebnissen im kleinen Ort Qumbu erlebt. Wir weißen ausländischen Missionare wurden von der Geheimpolizei überwacht. Um 9 Uhr abends ging die Sirene, und alle Schwarzen mussten den Ort verlassen. Die großen politischen Ereignisse geschahen in den Großstädten, wie 1976 der Sowetoaufstand mit vielen Toten unter den schwarzen Studenten; die Bombenanschläge und Attentate mit Toten, der Ausnahmezustand in den 80er Jahren, die Protestmärsche der schwarzen Jugend, wo es immer viele Tote gab, und anschließend die Massenbegräbnisse.

Unsere Diözese liegt zur Gänze im früheren Homeland Transkei. Hier gab es zwar keine Apartheid, aber die Leute sind von der eigenen schwarzen Regierung unterdrückt und in Schach gehalten worden. Am 26. Oktober 1976 um Mitternacht im Stadium von Mthatha war ich bei der „Geburt“ dieses Staates dabei. Aber für die Leute brachte das nur Nachteile. Sie waren im eigenen Land Gefangene. Die Transkei wurde zu einem Zufluchtsort des ANC (African National Congress), von wo aus Attentate geplant wurden. Manche von diesen idealgesinnten Freiheitskämpfern habe ich persönlich gekannt.

Im April 1994 hat all das, die Apartheid, die Homeland Politik, die Zersplitterung des Landes, die Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung usw. ein Ende gefunden durch die ersten demokratischen, freien Wahlen, bei denen der ANC unter Mandela siegreich hervorgegangen ist und die erste rassenfreie Regierung gestellt hat.

In diesen 46 Jahren hat es große Veränderungen gegeben im Land, aber sie sind noch nicht durchgesickert zu den untersten Schichten, der Landbevölkerung in den früheren Homelands. Die Führungsschicht des ANC hat sehr schnell das Ideal vergessen, das den ANC seit der Gründung 1912 geleitet hat: ein besseres Leben der schwarzen Bevölkerung.

Rückblickend auf meine Zeit hier in Südafrika fühle ich mich vor allem mit den einfachen Menschen auf dem Land eng verbunden. Ich habe nichts beigetragen zu deren materiellen Verbesserung. Aber ich hoffe, dass meine Gegenwart ihnen eines vermittelt hat – in den harten Jahren der Unterdrückung und Rechtlosigkeit und nun, da die weißen Missionare ans Ende kommen: Wir haben sie nicht allein oder im Stich gelassen.“

 

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