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„Die Gewalt gegen Frauen und Mädchen kennt keinen Lockdown.“ Das hat Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, anlässlich des Weltfrauentages am 8. März betont. Im Gegenteil: In Lateinamerika meldeten zahlreiche Länder einen starken Zuwachs von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen während der Corona-Pandemie. Hinzu kommen laut Pater Heinz immer mehr tödliche Übergriffe gegen Migrantinnen auf der Flucht oder in ihren neuen Heimatländern. „Die Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Lateinamerika muss endlich gestoppt werden“, lautet die Forderung des Adveniat-Chefs.  

Allein in Mexiko wurden im vergangenen Jahr 3.723 Frauen ermordet, in Kolumbien vervielfachte sich die Zahl der registrierten Fälle von häuslicher Gewalt und aus Peru sowie Ecuador gab es zuletzt Berichte über tödliche Attacken auf venezolanische Migrantinnen. „Drei Beispiele aus einer ganzen Reihe an besorgniserregenden Entwicklungen, die belegen, dass Frauen und Mädchen in Ausnahmesituationen wie einer Pandemie oder auf der Flucht besonderen Gefahren ausgesetzt sind“, sagt Pater Heinz. 

„Die aktuelle Corona-Pandemie hat die Lage von Frauen und Mädchen noch einmal verschärft“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks. Das sei nicht nur aufgrund der steigenden häuslichen Gewalt so, sondern auch wegen der schweren Wirtschaftskrise. Laut einem in dieser Woche veröffentlichen Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik ist die Zahl der in Armut lebenden Menschen in der Region im Jahr 2020 um weitere 22 Millionen Menschen gestiegen. Damit erreicht Lateinamerika einen Krisenzustand wie seit vielen Jahren nicht mehr. Besonders betroffen vom Verlust von Arbeitsplätzen sowie von einbrechenden Einnahmen im informellen Sektor seien Frauen. Mädchen in ländlichen Regionen verlieren mehr und mehr den Zugang zu Bildung. „Für die Stärkung der Rechte der Frauen ist es unabdingbar, dass ein abgesicherter Zugang zur Schulbildung für Mädchen gerade aus einkommensschwachen Bevölkerungsschichten garantiert wird. Nur eine gute Schulbildung ermöglicht es, im Berufsleben Fuß zu fassen“, sagte Pater Heinz.Besorgniserregend seien auch die aktuellen großen Migrationsbewegungen, sagt der Adveniat-Chef weiter. „Mädchen und Frauen aus Mittelamerika oder Venezuela, die sich auf der Flucht befinden, werden immer häufiger das Ziel von Menschenhändlern. Nicht selten landen Migrantinnen in der Zwangsprostitution ohne Aussicht auf juristische Hilfe und leiden unter prekären, menschenunwürdigen Bedingungen.“ Oftmals würden die Frauen durch brutale Gewalt zur Prostitution gezwungen. „Der Schutz der Rechte von Mädchen und Frauen auf der Flucht muss gewährleistet werden, weil sie zu den Bevölkerungsgruppen zählen, die meist besonders schutzlos fremdenfeindlicher Gewalt und den Gefahren des Menschenhandels ausgesetzt sind. Dazu sind nicht nur eine nachhaltige Politik und gemeinsame gesellschaftliche Kraftanstrengungen notwendig, sondern auch die gezielte Unterstützung von Ländern in Lateinamerika, die Geflüchtete aufnehmen und betreuen. Alleine sind diese Länder mit der humanitären Aufgabe der Aufnahme und Integration von Millionen von Geflüchteten überfordert“, sagte Pater Heinz.

Am Gedenktag zu Ehren des Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM, 2. März 2021, legte in Mariannhill der Novize Uchegbu Chukwudi-Mario Anaebom CMM seine Erste Profess ab. Alle Fotos hat Bruder Mauricio Langa CMM aufgenommen.

Predigt von Pater Dr. Hubert Wendl CMM beim Gottesdienst zu Ehren des Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM in Maria Veen:

Liebe Schwestern und Brüder!

Unser Alltag läuft nicht mehr rund, es ist gewaltig Sand in das Getriebe der Welt geraten. Ein unsichtbarer Virus hat uns aus der Bahn geworfen. Und so läuft vieles nicht mehr rund; im Getriebe der Welt knirscht es gewaltig und wir sind aus unserer Ordnung geworfen. Vieles gerät durcheinander.

Gerade diese Erfahrung hat auch Pater Engelmar gemacht. Sein Leben verlief in ziemlich geordneten Kreisen, auch wenn es immer wieder geknirscht hat, wie etwa der frühe Tod seines Vaters. Aber er hat immer wieder eine Ordnung für sich gefunden, so dass er seinen Weg finden konnte. Pater Engelmar hatte sich den Mariannhiller Missionaren angeschlossen, weil er in die Mission gehen und den Glauben verkünden wollte. Nach seiner Priesterweihe am 6. August 1939 – kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – konnte er nur kurze Zeit als Priester in Würzburg, Linz und als Pfarrprovisor in Glöckelberg wirken. Am 21. April 1941 erfolgte seine Verhaftung und nach sechs Wochen Aufenthalt im Linzer Gefängnis die Überführung in das KZ Dachau.

Als junger Priester hat er sich um französische Kriegsgefangene gekümmert, wie dann als Gefangener im KZ Dachau vor allem um russische Inhaftierte, die ihm am Herzen lagen. Er hat sich da eingebracht, wo es sein eigenes Leben kosten sollte. Pater Engelmar hat sich nicht in sich selbst zurückgezogen, sondern im Gebet und in der Feier der heiligen Messe mit Gott kommuniziert und in aller Konsequenz anderen in ihren Leiden beigestanden. Es wird sogar berichtet, dass er im Konzentrationslager manchmal beinahe die Zählappelle verschwitzt hätte, weil er tief im Gebet vor dem Allerheiligsten in der Gefangenenkapelle versunken war.

52882fdc 5a8d 4809 a3b2 fbb1f1b53a5cSchmuck auf dem Altar anlässlich des Gottesdienstes ©2021 pater dr. hubert wendl cmmUnd dann geriet alles in Unordnung, es war nicht nur Sand ins Getriebe geraten, sondern es schien, als ob alle Zahnräder kaputt gingen und das Chaos ausbrach: Der Typhus brach im KZ aus – grenzenlos. Pater Engelmar und einige Mitbrüder wussten genau, dass diese Krankheit einen schweren Verlauf hat und unweigerlich zum Tod führt. Sein Vater war im Ersten Weltkrieg gerade an dieser Krankheit gestorben. Und nun stellt sich Pater Engelmar zur Verfügung, um diesen dem Tod geweihten Kranken zu helfen und ihnen beizustehen.

WhatsApp Image 2021 03 02 at 14.30.53Stand mit Infomaterialien in der Kirche St. Marien in Maria Veen @2021 pater dr. hubert wendl cmmSein Wunsch, in die Mission zu gehen, hat sich nicht erfüllt, aber er wurde nicht depressiv, sondern er erkannte, dass er auch hier "in diesem gottverlassenen Lager, in dem das Böse regiert und wo wir leicht glauben könnten, von Gott und der Welt in unserem Leiden verlassen zu sein", wie er selbst schrieb, seine missionarische Berufung leben konnte.

Am 2. März 1945 starb Pater Engelmar, nachdem er sich bei der Pflege in den Typhus-Baracken selbst mit der tödlichen Krankheit angesteckt hatte. Einige Mitbrüder aus dem Priesterblock bemühten sich um seine Asche und schmuggelten sie auf abenteuerliche Weise aus dem KZ nach Würzburg. Nach seiner Seligsprechung im September 2016 wurde die Asche von Pater Engelmar im Altar unserer Kirche in Würzburg beigesetzt.

Es gibt viele Situationen, in denen unsere Welt aus den Fugen gerät, in der Sand ins Getriebe kommt und es gewaltig knirscht. Immer wieder lässt uns das Leben zweifeln: „Warum lässt Gott das zu?“ Es ist eine Frage, auf die es keine andere Antwort gibt als den gelebten Glauben. Ein Glaube, der Tat werden will und der in Liebe antwortet, auch in der Umgebung von Hass und Gewalt. Der Glaube kann dann wieder Ordnung in unsere Herzen bringen. Auch wenn ich selbst gefesselt bin, bleibt das Wort Gottes frei und hat die Kraft, Fesseln abzustreifen.
Es ist eine Freiheit, die auch uns in unserem Alltag tragen kann. So können dann auch wir sehen, wo unsere Liebe, wo wir selbst gebraucht werden. Denn „Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, macht innerlich frei und froh“ schreibt Pater Engelmar in einem seiner letzten Briefe aus dem KZ.

Am Samstag, 6. März, feiert Pater Franz Epp seinen 70. Geburtstag im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Wir wünschen ihm auf diesem Wege alles Gute und Gottes reichen Segen.

FranzEppPater Franz Epp wird 70 © 2021 pater andreas rohring cmmPater Franz Epp wurde am 6. März 1951 im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Elektroinstallateur. Bis zu seiner Einberufung zur Bundeswehr 1971 war er als Installateur tätig. Aufgrund seiner Erfahrung als Sanitätssoldat war er als Hilfspfleger in der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg beschäftigt. Im Juni 1973 begann er in Ursberg bei der St. Josefs-Kongregation eine Ausbildung zur Heilerziehungspflege und arbeitete als Erzieher mit Behinderten. Im Januar 1975 trat er bei den Missionaren von Mariannhill ein und wurde am 23. Juni eingekleidet. Ein Jahr später legte er seine Erste Profess ab. Als Jungprofesse machte er sich in den kommenden Jahren als Hausmeister im Würzburger Kloster Mariannhill nützlich. 1979 band er sich durch die Ablegung der Ewigen Profess auf immer an die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill. Von Würzburg aus betreute er von Oktober 1982 bis Juni 1983 als sogenannter Reisebruder die Freunde und Förderer der Missionare von Mariannhill. Im Januar 1984 wurde er nach Reimlingen versetzt, wo er anfangs im ordenseigenen Alten- und Pflegeheim seine Fähigkeiten als Pfleger einsetzte. Später wurde er in die ordenseigene Schlosserei versetzt. Während dieser Zeit absolvierte er den Theologischen Fernkurs an der Domschule Würzburg. Vier Jahre später begann Pater Franz sein Theologiestudium im Studienhaus St. Lambert in Burg Lantershofen. Nach dem Ende seines Studiums im März 1992 machte Pater Franz ein Praktikum in der Würzburger Pfarrei St. Barbara. Am 25. Oktober 1992 wurde er von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zum Diakon geweiht. Nur wenige Wochen später begann er einen Pastoralkurs am Pastoraltheologischen Institut in Friedberg. Während dieser Zeit war er als Diakon und später als Kaplan in der Pfarrei St. Jakobus Major in Friedberg bei Augsburg tätig. Am 19. Juni 1993 wurde Pater Franz in der Herz-Jesu-Kirche der Missionare von Mariannhill in Würzburg durch Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zum Priester geweiht. Von Januar 1994 an war er als Kaplan in der Pfarrei St. Georg und Michael in Augsburg-Göggingen aktiv. Im Oktober 1994 wurde er zum Seelsorger im Rehabilitationszentrum Benediktushof in Reken-Maria Veen berufen. Diese Aufgabe hatte er 18 Jahre lang inne. Nach einigen Monaten in der Schweiz sowie im Kloster Mariannhill in Würzburg kam er im September 2013 ins Missionshaus St. Josef Reimlingen, wo er nun lebt.

Domkapitular i.R. Dr. Jürgen Lenssen weihte eine neue Gebetsstätte zu Ehren des Seligen Pater Engelmar Unzeitig CMM am Sonntag, 28. Februar 2021, ein. Sie befindet sich im Seitenschiff der Herz Jesu Kirche in Würzburg. Die Seligsprechung von Pater Engelmar machte es notwendig, den Raum im Seitenschiff neu zu gestalten. Von 1968 bis 2016 befand sich hier der Ruheplatz für die sterblichen Überreste von Pater Engelmar Unzeitig. Am Tag nach der Seligsprechung von Pater Engelmar fand die Urne einen neuen Platz im Hauptaltar der Kirche. Domkapitular i.R. Dr. Jürgen Lenssen übernahm es nun, den Raum neu zu gestalten, so dass Menschen an diesem Ort ihre Bitten und Anliegen dem Seligen Pater Engelmar empfehlen können. Die Fotos der Feier stammen von Roswitha Pax und Rudolf Müller. Allen Beteiligten sagen wir Missionare von Mariannhill ein herzliches Vergelt's Gott.

In zahlreichen Bistümern hat es heute (27. Februar 2021) Gottesdienste für die Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörige gegeben. In Limburg feierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, die Eucharistie und erinnerte an die Schicksale der Verstorbenen und deren Angehörigen und den aufopferungsvollen Dienst der vielen Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger. „Wir denken an die vielen Verstorbenen der Corona-Pandemie, an die vielen, die im vergangenen Jahr einsam sterben mussten, und wir denken an die Trauernden. Wir sind in unserem Gedenken verbunden mit den Menschen in Europa und auf der ganzen Welt“, sagte Bischof Bätzing. „Hinter diesen kaum begreiflichen Zahlen der Toten stehen einzelne Schicksale. Im Gebet sind wir unseren Verstorbenen nah. Wir vertrauen unsere Verstorbenen Jesus an.“ Gleichzeitig lud Bischof Bätzing dazu ein, sich Zeit zum Abschiednehmen und Trauern zu nehmen: „Der Blick auf das Kreuz und auf Ostern, auf das Fest der Auferstehung Christi, möge Sie trösten und Kraft schenken.“

Geprägt war der Gottesdienst durch Zeugnisse von Menschen und ihren Erfahrungen in der Pandemie. Ihnen war es wichtig, dass sie stellvertretend für die vielen Einzelschicksale sprachen.

Ein Ehepaar aus Elz erzählte das Schicksal ihres an Corona verstorbenen Neffen und dem Corona-Tod von dessen Mutter neun Tage später. „Das waren bange Wochen ohne eine Kontaktmöglichkeit, es gab nur die Gespräche mit Ärzten und Pflegern, es war ein ständiges Auf und Ab. Wir alle haben die Bilder der Corona-Intensivstationen aus den Medien vor Augen.“ Nach fünf Wochen sei die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen, berichtete das Ehepaar. Sohn und Mutter seien auf die Palliativstation verlegt worden und konnten dort friedlich einschlafen. „Wir sind dankbar für die große Anteilnahme. Und doch vermissen wir die persönlichen Begegnungen, die aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich waren. Bleiben wir achtsam miteinander und vergessen wir nicht die, die von uns gehen mussten. Der Weg des Lebens ist begrenzt, aber die Erinnerung ist unendlich“, sagten die Eheleute.

Die Leiterin der Covid- und Palliativstation im Limburger Krankenhaus, Christiane Schulz, berichtete aus ihrem Alltag mit Corona. Zu ihren Aufgaben gehöre die Begleitung von unheilbar kranken und sterbenden Patienten und deren Angehörigen. „Das ist jetzt in der Pandemie so leider nicht mehr möglich. Die Patienten kommen unvorbereitet und plötzlich ins Krankenhaus, Angehörige können sich nicht mehr verabschieden, der Zustand verschlechtert sich, das Besuchsverbot verhindert Begegnung – und dann sterben diese Menschen im Krankenhaus“, so Christiane Schulz. Die Angehörigen könnten dann nicht mehr das den Sterbenden sagen, was man gerne sagen würde, das seien extreme Schicksalsschläge. „Wir würden gerade in dieser Situation, weil wir Pandemie haben, noch besser betreuen und begleiten. Schon vor der Pandemie hatten wir Pflegenotstand und waren zu wenige. Jetzt ist das nicht besser. Wir arbeiten jeden Tag mit corona-positiven Patienten, sind einem hohen Risiko ausgesetzt und infizieren uns auch. Wenn das passiert, kommt für uns keiner nach. Die, die bleiben, müssen unsere Arbeit mit leisten. Es gibt einfach zu viel Arbeit für zu wenige Mitarbeiter.“ Vor allem könne man so den Anspruch an eine professionelle Begleitung in Brachialsituationen nicht mehr gewährleisten. „Das ist extrem schwierig für alle Beteiligten. Wir nehmen die Einzelschicksale mit nach Hause, träumen davon. Wir wünschen uns, dass wir den Job machen können, den wir mal gelernt haben: für alle Beteiligten ein würdevolles Sterben und Abschiednehmen ermöglichen“, so Christiane Schulz.

Krankenhausseelsorgerin Beate Bendel von der Palliativ-, Covid- und Frauenstation in Frankfurt berichtete: „Am Einschneidensten sind die Besuchsbeschränkungen, denn diese treffen nicht nur Covid-19- Infizierte, sondern auch alle Patienten und Sterbenden mit anderen Erkrankungen und deren Angehörige.“ Seelsorge sei gerade deshalb eine Brückenfunktion: „Wir können stellvertretend für Familie und Freunde an die Betten treten und ‚Da-sein‘. Wir können den Kontakt nach draußen herstellen – und umgekehrt. Gerade dort, wo die Patienten nicht fähig oder zu schwach sind, um selber noch den Telefonhörer zu halten, können wir dies für sie tun. Audio-Nachrichten kann man Menschen im Koma vorspielen. Solche Botschaften erreichen auch Sterbende.“ Seelsorge sei ein Dienst, um Orte, Sprache und Rituale des Abschiednehmens und Trauerns zu schaffen. „Vermehrt ist in diesen Zeiten die Nachfrage nach dem Segen – sei es Krankensegen oder Sterbesegen. Auch bei Frauen, die ihr Kind tot zur Welt bringen oder deren Kinder während oder kurz nach der Geburt sterben. Hier hat Corona das Abschiednehmen ebenfalls verändert. Konnten solche Mütter ihre verstorbenen Kinder nochmals im Abschiedsraum besuchen, muss jetzt direkt nach der Geburt Abschied für immer genommen werden. Kein nochmaliges in den Arm nehmen, kein weiteres Liebkosen ist mehr möglich“, so Beate Bendel.

Die bundesweiten Gottesdienste mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz gehen auf eine Initiative des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zurück. Dieser hatte dazu aufgerufen, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern. Nachdem am 17. Februar 2021 in Albanien begonnen wurde, folgte Deutschland der Initiative am heutigen 27. Februar 2021.

Für Bischof Bätzing sind diese Gottesdienste in vielen Ländern Europas eine positive Nachricht: „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir europaweit, über mehrere Wochen verteilt, der Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörigen in Gottesdiensten gedenken. Jedes Land in Europa hat die volle Wucht der Pandemie erfahren. Vielen von uns sind die Bilder aus Bergamo unvergessen in Erinnerung. Ich empfinde dieses grenzüberschreitende Gedenken und Beten als beeindruckendes Zeichen der Solidarität und geschwisterlichen Verbundenheit.“

Hinweis:

Das Bistum Limburg bietet im Anschluss an den Gottesdienst mit Bischof Bätzing eine Hotline an, wo Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis 21.00 Uhr zum Gespräch bereitstehen. Die Hotline-Nummer lautet: 0700-1414 1010.

 

Beim Gottesdienst in Limburg wurden die folgenden Fürbitten gesprochen:

Herr, du erbarmst dich unserer Verstorbenen und hörst unser Flehen. Wir bitten dich:

Für alle Verstorbenen der Corona-Pandemie in den verschiedenen Ländern dieser Erde.

Du kennst all ihre Namen, keiner ist vergessen.

Für alle, die sich nicht verabschieden konnten, für die Trauernden, die einen lieben Menschen vermissen, für die, die mit dir hadern. Du tröstest und richtest auf.

Für alle, die in ihrem Dienst für andere sich selbst zurücknehmen und riskieren, und für alle, die in ihrem Dienst gestorben sind. Auch du bist diesen Weg gegangen.

Für alle, die Sterbende pflegen und begleiten und für alle, die sich um die Toten sorgen.

Deine Barmherzigkeit scheine auf in unserer Welt.

Wir empfehlen dir all unsere Lieben, die im letzten Jahr verstorben sind und alle, an die wir uns nun erinnern.

V: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. A: Und das ewige Licht leuchte ihnen.

V: Herr, lass sie ruhen in Frieden. A: Amen

Dein Erbarmen, Herr, will ich in Ewigkeit preisen. Erbarme dich unserer Zeit und sei uns nahe in diesen schweren Zeiten. Auf dich vertrauen wir heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

Tanget Vol. 82. Mariannhill 677 ok 1Tangent No. 83. Vol. xxiii 697 1Die Missionare von Mariannhill in Papua Neuguinea haben ihren Rundbrief überarbeitet. Viele Bilder und Texte schildern und illustrieren das Leben und Arbeiten der Mitbrüder in einem neuen Format. Diese Rundbriefe stehen ab sofort zum kostenlosen Download auf unserer Internetseite für Sie bereit. 

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat dazu aufgerufen, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern. Nachdem am 17. Februar 2021 in Albanien begonnen wurde, folgt Deutschland der Initiative am 27. Februar 2021. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, wird die Eucharistie an diesem Tag um 18.00 Uhr in der Kapelle des Bischofshauses in Limburg feiern. Der Gottesdienst wird live gestreamt. Bischof Bätzing würdigt die Initiative des CCEE, an der sich fast alle Bischofskonferenzen Europas beteiligen: „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir europaweit, über mehrere Wochen verteilt, der Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörigen in Gottesdiensten gedenken. Jedes Land in Europa hat die volle Wucht der Pandemie erfahren. Vielen von uns sind die Bilder aus Bergamo unvergessen in Erinnerung. Ich empfinde dieses grenzüberschreitende Gedenken und Beten als beeindruckendes Zeichen der Solidarität und geschwisterlichen Verbundenheit.“

Das Bistum Limburg bietet im Anschluss an den Gottesdienst mit Bischof Bätzing eine Hotline ein, wo Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis 21.00 Uhr zum Gespräch bereitstehen. Die Hotline-Nummer lautet: 070014141010.

Derzeit sind weitere Gottesdienste dieses europaweiten Gedenkens am 27. Februar 2021 in folgenden Bistümern geplant:

  • Berlin: 17.00 Uhr Gedenkandacht mit Erzbischof Dr. Heiner Koch in der Friedhofskapelle St. Fidelis des St. Matthias Friedhofs in Berlin;
  • Eichstätt: 16.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Berching;
  • Erfurt: 18.00 Uhr Vesper mit Bischof Dr. Ulrich Neymeyr im Dom zu Erfurt;
  • Essen: 17.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Dom zu Essen (ebenso am 28. Februar 2021 um 10.00 Uhr);
  • Fulda: 18.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Michael Gerber in der Fuldaer Michaelskirche;
  • Mainz: 11.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf im Dom zu Mainz;
  • München und Freising: 17.30 Uhr Eucharistiefeier mit Kardinal Reinhard Marx im Dom zu München;
  • Osnabrück: 17.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode im Dom zu Osnabrück;
  • Passau (28. Februar 2021): 9.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB im Dom zu Passau;
  • Rottenburg-Stuttgart: 17.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gebhard Fürst im Dom zu Rottenburg;
  • Trier: 12.00 Uhr Mittagsgebet mit Bischof Dr. Stephan Ackermann im Dom zu Trier;
  • Würzburg: 9.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz Jung im Dom zu Würzburg.

Hinweise auf weitere Streams finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Bistümer.

Die Generalleitung der Missionare von Mariannhill hat Pater Ivor Chaebwa zum neuen Regionaloberen der Region Sambia ernannt. Wir wünschen ihm für diesen Dienst Gottes reichen Segen. Am 2. März 2021 wurde Pater Ivor in unserem Haus in Makeni, Lusaka, in sein Amt eingeführt. 

Mit einem festlichen Gottesdienst ist heute im Hildesheimer Dom die Fastenaktion 2021 von MISEREOR eröffnet worden. Unter dem Motto "Es geht! Anders." lädt das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit dazu ein, Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil und Formen des Konsums und den Missständen im Globalen Süden zu reflektieren. Die Botschaft: Veränderung ist möglich und geschieht bereits! Der Blick der bundesweiten Aktion richtet sich dieses Jahr auf das bolivianische Amazonas-Gebiet. Dort werden die Folgen von nicht nachhaltigem Wirtschaften besonders deutlich. MISEREOR-Partnerorganisationen setzen sich entschieden mit der indigenen Bevölkerung für den Erhalt ihres Lebensraums und der Natur ein. MISEREOR bittet daher um Spenden und Solidarität mit den Menschen in Bolivien und weltweit. 

Die Fastenaktion findet bereits zum zweiten Mal unter anhaltenden Pandemie-Bedingungen statt. Vieles habe sich während der Coronazeit grundlegend geändert, machte Bischof Heiner Wilmer in seiner Predigt deutlich: „Das Virus deckt auf, wo es bei uns brennt. Gleichzeitig aber geschehen Dinge, die wir vorher nicht zu träumen wagten: Flugzeuge bleiben am Boden. Der CO2 Ausstoß ist so gering wie seit langem nicht mehr. An vielen Orten rücken die Menschen näher zusammen, helfen einander.“ Diese Erfahrungen sieht der Bischof von Hildesheim als Chance, um zu erkennen, dass es anders geht: "Eine andere Welt ist möglich. Es liegt in unserer Hand, sie zu gestalten. Es liegt an uns, einen Lebensstil einzuüben, der gerechter ist. Nachhaltiger. Der den Kindern und Enkeln die Luft zum Atmen lässt." 

Einladung zur Neuausrichtung unserer Lebensweise

MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel betonte in den Eröffnungsworten der Fastenaktion, dass die Bewahrung der Schöpfung und die Einheit der Menschen gemeinsame Weltaufgaben sind. "Die Corona-Pandemie unterbricht unser Leben, indem wir unsere eigene Verletzlichkeit erkennen und uns der Zerbrechlichkeit der anderen bewusst werden. Sie drängt uns zu Antworten auf Fragen nach dem morgen." Das Leitwort der 63. MISEREOR-Fastenaktion "Es geht! Anders." sei daher eine Einladung, unsere Lebensweise neu auszurichten. 

Die beiden MISEREOR-Partnerorganisationen, die im Zentrum der bundesweiten Aktion stehen, arbeiten im Amazonas-Tiefland mit indigenen Bevölkerungsgruppen zusammen. Agrarindustrie sowie Neusiedler und Holzfäller dringen immer weiter in die Territorien der indigenen Bevölkerungs-Gruppen vor. Sie stehen vor der Gefahr des Verlusts ihres Lebensraums und ihrer kulturellen Wurzeln. Die MISEREOR-Partnerorganisationen unterstützen indigene Gruppen bei der Verteidigung ihrer Rechte und Territorien und bei der Umsetzung von neuen, naturschonenden Anbaumethoden. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Regenwaldes und damit auch unseres Ökosystems.

Zweite Fastenaktion unter Pandemie-Bedingungen

In diesem Jahr muss die MISEREOR-Fastenaktion erneut ungewohnte Wege gehen: Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation können Aktivitäten und Spendenaktionen nur digital gestaltet werden. Im Anschluss an den ARD-Gottesdienst ist ein digitaler "Fasten-Talk" u.a. mit Ministerpräsident Stephan Weil und dem Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer live auf YouTube zu sehen. Auch am 21. März, dem fünften Fastensonntag, an dem die Gemeinden traditionell für MISEREOR sammeln, wird es weniger Gottesdienstbesucher und Besucherinnen geben. Dies wird Auswirkungen auf die Kollekte haben. MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Spiegel bat daher besonders in diesen Zeiten um Solidarität: "Bleiben Sie kreativ und tatkräftig, unterstützen Sie Misereor, die Menschen in Bolivien und weltweit in dieser Fastenzeit mit Ihrer großherzigen Spende, mit ihren Aktionen und lassen Sie andere daran teilhaben!"

SPENDENKONTO:
Pax Bank Aachen, IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC GENODED1PAX

Pater Francis Jank CMM weiß zu berichten, dass die eisigen Temperaturen, die das Missionshaus St. Josef in Reimlingen fest im Griff haben, den Glocken, die zum Angelus rufen, zusetzen. "Wegen der hiesigen Kälte (-16° C) ist nun unsere Angelus Glocke ein/angefroren. Allerdings können wir auch ohne Glockenschläge beten, vielleicht mit einigen Sekunden Verspätung, oder zu früh." Hoffen wir, dass schon bald wärmere Temperaturen kommen.

Bis heute suchen Menschen nach Informationen über ihre Angehörigen, die durch das NS-Regime ermordet, verfolgt oder verschleppt wurden. 2020 ist die Zahl der Anfragen bei den Arolsen Archives wieder um rund zehn Prozent gestiegen. Das weltweit umfangreichste Archiv über Verfolgte des Nationalsozialismus erhielt Anfragen zu mehr als 26.000 Personen – fast drei Viertel stammen dabei von Angehörigen. Weniger als ein Prozent der Anfragen kam von Überlebenden selbst. In etwa 60 Prozent der Fälle konnten die Arolsen Archives Antworten geben und Kopien von Dokumenten zur Verfügung stellen. Insgesamt wandten sich Menschen aus rund 70 Ländern an die Arolsen Archives, besonders stark vertreten waren Deutschland, Frankreich, die Staaten der ehemaligen Sowjetunion, die USA und Polen.

Wissensquelle für 900.000 Nutzer*innen

Großes Interesse besteht auch am Online-Archiv der Arolsen Archives: 2020 recherchierten rund 900.000 Nutzer*innen aus aller Welt in der digitalen Sammlung. Seit 2019 haben die Arolsen Archives dort 27 Millionen Dokumente aus ihrer Sammlung veröffentlicht, die mit insgesamt 30 Millionen Dokumenten zum UNESCO Weltdokumenterbe zählt. Sie gibt Auskunft über KZ-Inhaftierte, Zwangsarbeiter*innen und die Überlebenden der Verfolgung.

„Das Interesse an Originaldokumenten, die die Verbrechen des Nationalsozialismus bezeugen, ist sehr groß“, erklärt Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. „Die Zahl der Überlebenden oder Zeug*innen wird mit jedem Jahr kleiner. Umso wichtiger werden die Dokumente, die gewissermaßen an ihrer Stelle zu jüngeren Generationen sprechen und oftmals die letzte Spur der Opfer sind.“

Sohn erhält Füller und Armbanduhr zurück

Im Februar konnten die Arolsen Archives ein ganz besonderes Paket auf die Reise nach Frankreich schicken: Michel Loncar erhielt die Armbanduhr und den Füller seines Vaters Michajlo Loncar. Es handelte sich um die 500. Rückgabe von persönlichen Gegenständen an die Familien von KZ-Inhaftierten. „Wir haben vor gut vier Jahren unser Projekt #StolenMemory gestartet und zusammen mit Freiwilligen die Suche nach Familien aufgenommen“, berichtet Floriane Azoulay. „Niemand hätte vermutet, dass es möglich sein würde, noch so viele Gegenstände endlich in die richtigen Hände zu geben.“

Michajlo Loncar wurde in Skalica in der heutigen Slowakei geboren und 1944 von den Nationalsozialisten aus Frankreich deportiert. Er musste in einem Außenlager des KZ Neuengamme Zwangsarbeit leisten, überlebte das Lager und starb 2000 in Frankreich. „Für die Angehörigen ist die Rückgabe der persönlichen Gegenstände von großer emotionaler Bedeutung“, betont Floriane Azoulay. „Sie erzählen von Verfolgungsgeschichten, die quer durch Europa verliefen, sind ein Fenster in die Vergangenheit und bringen Erinnerungen zurück in die Familien.“

Die Arolsen Archives bewahren noch rund 2500 sogenannte Effekten auf und suchen weiterhin nach den Familien.

Über die Arolsen Archives

Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft.

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