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Essen/Würzburg, den 22. Juni 2020. „Das Corona-Virus trifft mit todbringender Wucht die schutzlose Landbevölkerung in Lateinamerika“, betont der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz. Mit mehr als zwei Millionen Infizierten ist der Subkontinent das Epizentrum der Corona-Pandemie. Allein Brasilien zählt über eine Million Infizierte und mehr als 50.000 Tote. Das Virus sei längst von den Armenvierteln der Großstädte bis in die entlegenen ländlichen Regionen gelangt, sagt Pater Heinz. Der Adveniat-Chef kritisiert, dass die Landbevölkerung, unter ihnen vor allem die Indigenen, Afroamerikaner und Migranten, von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind und der sich abzeichnenden Versorgungskrise ausgeliefert sind: „Der Corona-Hunger steigt, weil es Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung gibt. Lebensmittel werden teurer und die Armen können wegen der Lockdowns und der Quarantänemaßnahmen nicht für ihr Auskommen sorgen.“ Gemeinsam mit seinen Projektpartnern hat Adveniat bereits mehr als 4 Millionen Euro als Nothilfe geleistet. Seine Jahresaktion hat das Hilfswerk zudem unter das Motto „ÜberLeben auf dem Land“ gestellt.

„Das Virus trifft auf dem Land Menschen, deren Immunabwehr aufgrund ihrer Armut, dem fast chronischen Leiden an Infektionskrankheiten sowie ihrer schlechten Ernährungssituation bei einer Infektion mit dem Corona-Virus schnell überfordert sein könnte“, warnt auch der Geschäftsführer des Missionsärztlichen Instituts in Würzburg, Michael Kuhnert. Die primäre Gesundheitsversorgung auf dem Land sei schon zu normalen Zeiten unzureichend. Deshalb befürchtet Kuhnert, „dass in Corona-Zeiten die fragilen Gesundheitssysteme zusammenbrechen. Gerade die Gesundheitsposten und Krankenhäuser auf dem Land sind mit nicht ausreichend geschultem Personal ausgestattet, es fehlt an Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Oft hat die Landbevölkerung zudem keine ausreichende Strom- und Trinkwasserversorgung.“ Gewöhnlich arbeiteten in den Gesundheitsposten Krankenschwestern und Krankenpfleger oder angehende Ärzte in ihrem Anerkennungsjahr, dem sogenannten año rural, sowie meist schlecht bezahlte oder ehrenamtlich tätige Gesundheitspromotoren. „Es braucht eine verbesserte Medikamentenversorgung und bessere Programme gegen chronische Erkrankungen und Tropenkrankheiten wie Dengue, Zika und Chikungunya. Und jetzt kommt auch noch Corona hinzu“, sagt Kuhnert. Zusammen mit dem Missionsärztlichen Institut unterstützt Adveniat Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für die Landbevölkerung.

Trotz Landflucht lebt nach wie vor jeder Fünfte in Lateinamerika und der Karibik auf dem Land. Das bedeutet häufig auch, abgehängt und ausgeschlossen zu sein. Wer auf dem Land geboren ist, ist dreimal häufiger von Armut betroffen, als eine Person, die in der Stadt geboren wird. Deshalb rückt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion unter dem Motto „ÜberLeben auf dem Land“ die Sorgen und Nöte der armen Landbevölkerung in den Blickpunkt.

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 1.900 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

Weiter Informationen zur Corona-Pandemie sowie Berichte aus den Ländern Lateinamerikas finden Sie unter: www.adveniat.de/corona<http://www.adveniat.de/corona>.

Spendenkonto:
Bischöfliche Aktion Adveniat, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45, BIC: GENODEM1BBE, Spendenzweck: Corona-Hilfe

Covid Glen AventArtikel in der südafrikanischen Katholischen Kirchenzeitung vom 17. Juni 2020   Pater Stefan Mandl schreibt folgende Zeilen aus Glen Avent, Südafrika: "Vielleicht habt Ihr diesen Bericht unseres Bischofs schon bekommen. Eben rang die Totenglocke wieder im Convent. Schwester Ambros, eine pensionierte Nurse folgte den  schon Verstorbenen. Eine weitere Schwester ist anscheinend auch sehr schwer krank neben den vielen anderen mit dem Virus. Der Friedhof der Schwestern ist steiniger Grund. Nun müssen sie einen Bagger bestellen für ein  Massengrab. Im Convent ist es schockierend, was für die Infizierten nicht förderlich ist. Man weiß nicht, ob es im Spital besser ist als daheim, denn zwei davon starben dort, wie die anderen drei daheim. Pater Winfried Egler und ich wurden am Montag getestet und sind soweit noch negativ."

Erklärend fügt Provinzial Pater Christoph Eisentraut hinzu: "Die Todeszahl unter den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut im Konvent Glen Avent, Mthatha Südafrika, hat sich heute auf fünf erhöht, unter ihnen ist auch die Oberösterreicherin Schwester Maria Corda Waldhör. Alle starben in den letzten Tagen in Verbindung mit Covid 19 / Corona. Unter unseren Mariannhiller Mitbrüdern dort sind bisher keine Infektionen bekannt geworden. Unser Kloster ist in direkter Nähe zu dem der Schwestern. Beten wir für die Verstorbenen und um Schutz und Segen für die gefährdeten CPS-Schwestern und Mariannhiller dort in Mthatha. Pater Stefan Mandl und Pater Winfried Egler (beide aus Österreich und beide über 80) leben auch in der Gemeinschaft in Glen Avent. Wir empfehlen alle der Fürbitte des seligen Pater Engelmar!

In Reimlingen werden wir am Samstag, 4. Juli um 14 Uhr den Gedenkgottesdienst für unsere dort während der Zeit des Corona Ausbruchs verstorbenen vier Mitbrüder feiern. Angehörige von allen vier betroffenen Familien haben ihre Teilnahme angekündigt. Generalsuperior Pater Thulani Mbuyisa wird uns für den Gottesdienst eine persönliche Botschaft senden.

Auch wenn es momentan in Deutschland und Österreich eine günstige Entwicklung der Pandemie gibt, ist die Gefahr noch lange nicht vorbei und wir sind aufgefordert, auch weiterhin kluge Vorsicht walten zu lassen!"

pdfStatement_on_Preicious_Blood_Sisters_Covid_infection_Mthatha_South_Africa.pdf

umschlag01 1Der neue Lesekalender 2021  Mit diesem Mariannhiller Lesekalender 2021 möchten wir Sie bitten, uns ein wenig in die Vergangenheit zu folgen. Unter Geschichte versteht man im Allgemeinen diejenigen Aspekte der Vergangenheit, derer Menschen gedenken und die sie deuten, um sich über den Charakter zeitlichen Wandels und dessen Auswirkungen auf die eigene Gegenwart und Zukunft zu orientieren. So finden Sie in diesem Lesekalender Geschichten über die Normannen und Phönizier in Sizilien sowie über eine der ältesten Religionen der Welt. Auch schauen Sie einem Miniaturmaler in der iranischen Stadt Isfahan über die Schulter. Natürlich darf auch das Kulinarische nicht zu kurz kommen, so finden Sie auf den nächsten Seiten eine Geschichte über die Salzgewinnung und den Weinanbau auf Sizilien. Aber auch die Heilige Rosalia mit ihrer Verehrung in Palermo stellen wir Ihnen ebenfalls vor. Und natürlich erzählen wir Ihnen gerne von dem Geheimnis des Rosenwassers. Oder was Kaiser Friedrich seiner geliebten Frau mit in den Sarg legte. Bewundern Sie den Palast, in dem der letzte Schah von Persien sich selber zum Kaiser krönte. Natürlich dürfen Sie ein wenig im weltberühmten Klosterkreuzgang von Monreale mit seinen 228 Säulen verweilen.

Der Mariannhiller Lesekalender 2021 hält noch mehr für Sie bereit. In gewohnter Weise bringen wir viele nachdenkliche Geschichten, Meditationen und Reportagen. Vielleicht hilft Ihnen der Kalender, ein wenig besser unsere gemeinsame Geschichte zu deuten, oder Sie entdecken beim Lesen und beim Betrachten der Bilder noch die eine oder andere schöne Seite unserer wunderbaren Erde. 

Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie mit diesem Lesekalender in der Hand ein paar schöne Stunden.
Ihre
Missionare von Mariannhill

In unserem Online-Shop können Sie ihn für nur 3 Euro erwerben.

Mit dem Kauf eines Lesekalenders unterstützen Sie uns übrigens bei unseren weltweiten Tätigkeiten.

coverIn Anlehnung an die Geschichte der Gemeinschaft haben sie ihr Heft "Forget me not" genannt.  Unsere Studenten in Harare, Simbabwe, haben ein elfseitiges Heft über ihr Studentenleben herausgebracht. Neben Fotos aus ihrem Alltag hält es auch eine Reihe von bedenkenswerten Artikeln bereit. pdfHier können Sie es sich kostenlos downloaden.

Gedanken von Pater Jörg Thiemann CMM zum Fronleichnamsfest: "Wie wünschen wir es uns doch, dass diese Zeit von Corona zu Ende geht. Ich möchte gerne einmal wissen, wie wir vielleicht in 10 oder 20 Jahren über diese Zeit denken. Was wird mit den Sorgen sein, die sich viele Menschen jetzt machen? Was wird sich durch diese "Krise" denn in unserem Leben verändert haben zum Positiven oder zum Negativen? Oder sind wir ziemlich schnell zur Tagesordnung übergegangen. Wie weit hat sich diese Situation auf unseren Glauben ausgewirkt, auf mein Verhältnis zu Gott?

Corona verlangt uns einiges an Verzicht ab. Das spüren wir heute. In vielen Gemeinden fällt die Fronleichnamsprozession aus. Doch gerade deswegen dürfen wir glauben: Jesus, das lebendige Brot, Jesus, der mit uns eins sein will, Jesus, der uns das ewige Lebens schenkt - er geht mit uns, er ist bei uns auf verschiedene Weise. Wir dürfen glauben, dass wir auch jetzt nicht allein gelassen werden. Wir gehen in der Tat eine Durststrecke.

Durststrecken, Zeiten, in denen es schwer wird, die kennen wir im Leben, die kennen wir im Glauben. Das Beten fällt uns nicht leicht. Wir haben Zweifel an Gott, hadern mit ihm. Das Volk Israel, das 40 Jahre durch die Wüste gewandert ist, hat sicher so manche Durststrecke erlebt. Zuweilen war der Hunger so stark, dass sie sich gewünscht haben, wieder Sklaven zu sein, dafür aber genug Nahrung zu haben. Lieber Unfreiheit als Hungern. Doch ein Rückzug nach Ägypten hätte neue Unfreiheit bedeutet.

Doch die Israeliten sollen lernen, auf Gott zu vertrauen. Darum erinnert Mose die Israeliten daran, dass es Gott war, der ihnen das Manna schenkte.  In der Zeit der Wüste, als sie an Hunger litten, da haben die Israeliten eines erfahren: Wir sind zuerst von Gott beschenkt. Wir sind allein von ihm abhängig. Er schenkte den Israeliten das Manna und ließ aus der Quelle Wasser sprudeln. Mose erinnert die Israeliten daran, wie liebevoll  Gott für sie sorgt und sie nicht im Stich lässt.

An Gott glauben, sich von ihm beschenkt zu wissen, das bedeutet Leben, das führt in die Freiheit. Gott schenkt uns Leben. Leben ist mehr als Essen und Trinken. Wir brauchen zum Leben vor allem sein Wort, seine Liebe und seine Zuwendung. Wir können sie erfahren in der Zuwendung und in der Liebe, die uns Menschen schenken. Wir können Gottes Fürsorge erfahren, wenn Menschen uns gegenüber fürsorglich sind. Auch wir können Gottes Liebe und Fürsorge anderen Menschen erfahren lassen. Wir können uns immer wieder bei schweren Zeiten fragen: Was hat mir geholfen. Was hat mir Leben geschenkt.

Gottes Liebe und Fürsorge, sein Wort schenkt er uns vor allem in Jesus. Gott hat uns für ein erfülltes Leben geschaffen, für das Leben in seiner Nähe, für das Leben, wo wir seine Liebe immer tiefer erfahren dürfen. Es ist das ewige Leben, das Jesus verspricht. Jesus ist für uns das Brot. Er lädt uns ein, IHN zu empfangen. Damit lädt Jesus uns ein, mit IHM Beziehung und Freundschaft zu leben. Seine Freundschaft und das ewiges Leben erfahren wir bereits in dieser Zeit, wenn seine Worte,  seine Liebe für unser Leben am wichtigsten sind. Wenn wir Jesus empfangen, dann können wir immer mehr eins mit IHM werden.

Gerne hätten wir IHN durch die Straßen getragen. Das hätte ein Zeichen werden können, dass Gott in jedem Lebensbereich zu finden ist. Das kann die Schule sein, in der Kinder auf das Leben vorbereitet werden. es kann ebenso ein Kindergarten sein, ein Krankenhaus, eine Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung, ja sogar eine Fabrik, in der Menschen ihr tägliches Brot verdienen. An diesen und auch vielen anderen Orten, wo Menschen leben, ist Gott, ist Jesus da in den Durststrecken. An diesen Orten können wir erfahren, wie sehr Gottes Wort ewiges Leben schenken kann. Gott schenkt uns überall seine Nähe. Er ist da, in Jesus, in seinem Wort, im Sakrament, in der Nähe der Mitmenschen, ja auf verschiedene Weise. Hoffen wir, dass wir im kommenden Jahr IHN wieder durch die Straßen unserer Dörfer und Städte tragen dürfen, durch unser Leben."

Gedanken von Pater Jörg Thiemann zum Fest der Dreifaltigkeit: "Momentan leben wir doch in spannenden und auch unruhigen Zeiten. Wir erleben die Zeit von Corona. Es gibt die einen, die weiterhin vorsichtig sein wollen. Anderen gehen die Lockerungen nicht schnell genug. Die Meinungen gehen auseinander. Wir erleben den Klimawandel. Wie ist das Klima zu retten? Die Meinungen gehen auseinander. Rassistische Unruhen keimen an manchen Orten wieder auf. Der Gewaltausbruch in den USA wegen des Todes von George Floyd, der eines gewaltsamen Todes durch Polizeigewalt starb, zeigt, wie brüchig Friede ist.

Doch auch in der Kirche ist nicht alles friedlich. Papst Franziskus hat offensichtlich einen schweren Stand in der Kurie. Jeder, der sich in der Kirche engagiert, wird spüren, wie schwer es ist, sich über einen gemeinsamen pastoralen Weg einig zu werden.

Es ist durchaus menschlich, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt. Verschiedene Ansichten anderer bereichern. Durch die Meinungen und Denkweisen anderer kann ich doch dazulernen und spüren: „Es gibt viele Weg, die nach Rom führen.“ Es gibt viele Wege, sein Leben zu gestalten. Es gibt viele Wege, seinen Glauben zu leben. Ich kann doch einem, der anders ist, anders lebt, anders denkt, anders betet, mit Achtung begegnen.

Paulus schreibt am Ende seines Briefes an die Korinther: „Seid eines Sinnes, haltet Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!“ Wo sich Menschen gegenseitig achten, sich als Schwestern und Brüder betrachten, da kann Frieden entstehen, da kann eine Gemeinschaft oder eine Familie friedlich  miteinander nach Lösungen für Fragen und Probleme suchen. Da wird jeder Mensch leben können. Es wird das Miteinander gesucht. Jeder ist mit seinen Gaben und Fähigkeiten wichtig, wertvoll. Es gibt sie zwar nicht, so eine ideale menschliche Gemeinschaft. Dennoch können wir uns immer wieder um diese Gemeinschaft mühen.

Wo wir uns mühen, aufeinander zuzugehen, dort kann etwas von dem sichtbar werden, was "Dreifaltigkeit" für das Leben im Glauben bedeutet. Viele Menschen tun sich schwer mit diesem Wort. Doch zeigt dieses Wort „Dreifaltigkeit“ viel von dem, wer Gott ist, was sein Wesen ist. Dreifaltigkeit bedeutet: Wir glauben an den einen Gott. Dieser Gott wirkt in drei Personen, in dreifacher Weise. Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist leben die Liebe auf dreifach verschiedene Art und Weise. Gott ist Vater, der uns liebt, die Welt aus Liebe geschaffen hat. Gott ist auch Sohn. Wir haben im Evangelium gehört, dass Gott seinen Sohn in diese Welt gesandt hat, um sie zu retten. So tief geht die Liebe Gottes zu seiner Welt. In Jesus hat Gott der Welt seinen Frieden gebracht. Jesus wollte mit seinen Worten die Liebe Gottes zu allen Menschen bezeugen. Die Menschen sollen wieder mehr eins werden mit Gott und in Gott.

Gott sucht Gemeinschaft mit den Menschen, wirkt auch heute noch unter uns. Er schenkt uns dazu seinen Heiligen Geist. Wo Menschen Liebe erfahren, wo sie Frieden stiften, dort gehen sie aus sich heraus, sehen von sich ab, verschenken sich aneinander. Dort wirkt Gottes Geist. Gott ist die Liebe und der Friede. Seine Liebe zeigt Gott in der Hingabe, seine Liebe zeigt Gott in der Gemeinschaft mit uns. Diese Liebe ist auf verschiedene Weise zu erfahren. Dreifaltigkeit ist das Zeichen für eine Gemeinschaft, die eines Sinnes ist.

Wo wir uns um diese Liebe mühen, wo wir nach Frieden suchen, ihm nachjagen, dort sind wir Zeugen von Gott, der dreifaltig ist. Liebe und Frieden zeichnen uns aus, als einzelne Christen und als Gemeinschaft der Kirche."

Manchmal sind gar keine großen Worte nötig: Die Photographien der kleinen Ausstellung, die derzeit im Kreuzgang des Dominikaner-Klosters Sankt Martin in der Freiburger Altstadt gezeigt werden, berühren auch ohne ausführliche, lange Texte. Dreizehn Bilder sind dort zu sehen – Bilder, die auf eindrucksvolle Weise das Elend der Menschen in den umkämpften Gebieten in der Ostukraine zeigen.

„Kein Frieden am Rand von Europa – Momentaufnahmen aus der Ostukraine“, so lautet der Titel der Ausstellung. Die großformatigen Photographien zeigen, wie sehr die Menschen, die im Osten des Landes leben, unter dem Krieg in ihrer Heimat leiden – einem Krieg, der in den vergangenen sechs Jahren Tausende von Menschen das Leben gekostet hat, vor dem Millionen von Bewohnern geflohen sind und der dennoch in Deutschland kaum mehr Beachtung findet.

Aufgenommen wurden die Bilder von Projekt-Partnern des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, insbesondere von der Caritas Ukraina – teilweise direkt in der Pufferzone, teilweise in deren Randgebieten. Ein Teil der Ausstellung ist im Rahmen eines Peacebuil­ding-Projekts der ukrainischen Caritas entstanden. Ziel der Peace­building-Aktivitäten ist es, mit Veranstaltungen, Workshops und Ge­sprächskreisen verschiedene Bevölkerungsgruppen mit unterschiedli­chen Kriegserfahrungen ins Gespräch zu bringen und so Spannungen und Vorurteile abzubauen. Deshalb bemüht sich die Caritas Ukraina auch in weiter westlich gelegenen ukrainischen Städten wie Kiew und Lemberg mit einigen der hier gezeigten Bilder über das Leben in der Pufferzone Verständnis für die ostukrainischen Binnenflüchtlinge zu vermitteln.

Ergänzt werden die Aufnahmen der Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mit­arbeiter durch Bilder aus dem Alltag weiterer Renovabis-Partner. Die Fotografen haben von Renovabis unterstützte Projekte im Osten des Landes besucht, aber auch alltägliche Szenen auf der Straße mit der Kamera eingefangen. Entstanden sind bewegende Momentaufnahmen aus einer Region am Rande von Europa, die sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden.

Die Ausstellung ist bis Freitag, 31. Juli 2020, täglich von 7 bis 19 Uhr im Kreuzgang des Dominikaner-Klosters Sankt Martin, Rathausgasse 3, 79098 Freiburg zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos, ebenso die Begleit-Broschüre. Die Ausstellung finden Sie auch auf der Renovabis-Homepage: www.renovabis.de/hintergrund/ausstellung-kein-frieden-am-rand-von-europa

Gedanken zum Pfingstfest von Pater Jörg Thiemann: 

"Die Tür ist zu!" Liebe Schwestern, liebe Brüder - das kann ein sehr grausamer Satz sein. Wie anders hört es sich doch an, wenn mir jemand sagt: "Die Tür ist offen!" So ein Wort kann Freundschaft anbieten. Dieser Satz trägt auch eher dazu bei, Frieden zu stiften.

Pfingsten feiern wir heute. Das Evangelium und auch die Lesung aus der Apostelgeschichte haben eines gemeinsam. Sie erzählen uns von Türen, die geschlossen sind - geschlossen sind aus Angst und Furcht vor den Menschen, aus Angst und Furcht um ihr eigenes Leben. Sie erzählen uns aber auch, wie Gott es fertig bringt, durch diese Türen hindurch zu gehen. Wir hören wie die Jünger ausgesendet werden.  

In der Apostelgeschichte kommt Gott in Feuerzungen, in einem Brausen, der das ganze Haus erfüllt. Wir hören von einem Getöse. Diese Beschreibungen zeigen, dass etwas geschieht, was sehr lebendig ist, ja viel Aufmerksamkeit hervorruft. Was geschieht, das weckt Neugier. Was ist da los? Das werden sich die Menschen gefragt haben. Sie hören, dass die Apostel in fremdem Sprachen reden. Es ist etwas eigenartiges, ja sonderbares, was da geschieht. Die Apostel verkünden mutig und entschlossen in allen Sprachen Gottes große Taten. Was sie versuchen ist doch - die Türen der Herzen aller Menschen für Gott zu öffnen. Sie tun es mit Gottes Kraft, Gottes heiligem Geist.

Gott will an ihnen und auch an allen Menschen Großes wirken. Das ist die Aufgabe der Kirche, genau das zu verkünden. Ich hatte ja in der Einleitung davon gesprochen: Pfingsten ist das Geburtsfest der Kirche. Mit dem, was wir in der Apostelgeschichte gehört haben, fängt es an. Gottes große Taten werden verkündet. Die Kirche ist die Gemeinschaft aller Frauen und Männer, die an Jesus glauben, die fest davon überzeugt sind: Jesus ist auferstanden. Auch wir werden zum ewigen Leben geboren. Wir haben das an Ostern gefeiert und es sollte unser ganzes Leben bestimmen. Diese Welt hat ihren Ursprung in der Liebe Gottes. Wir dürfen mutig diesen Glauben vertreten. Wir dürfen auch mit unserem Verhalten auffallen, wenn wir anders sind, wenn wir uns bemühen, die Nächstenliebe zu leben, und mehr noch - die Liebe zu den Feinden. Wir geben von Gott Zeugnis, wenn wir uns um Barmherzigkeit mühen.  Als Christen sollten wir auf den Glauben an Jesus aufmerksam machen und damit im besten Sinn des Wortes "Getöse" machen. "Macht Lärm!" Das hatte Papst Franziskus mal der Jugend zugerufen auf einem Weltjugendtag. Wir dürfen so leben, dass die Menschen uns erkennen als Christen und als Christinnen.

Als getaufte und auch gefirmte Christen haben auch wir diese Berufung, diese Sendung, wie sie die Jünger im Evangelium erfahren. Jesus haucht die Jünger an. "Empfangt den Heiligen Geist!" Das sagt er ihnen. Ich höre in diesem Satz wie eine Einladung, wie eine Aufforderung, Gottes Geist zu empfangen. Habt euer Herz offen für seinen Heiligen Geist. Seid offen für das, was Gott in euch wirken will. Jesus will eines: Jesus will die Welt und die Menschen mit Gott versöhnen. Jesus will die Menschen zu einer neuen Liebe zu Gott führen, ihnen den Sinn des Lebens neu aufdecken. Nur mit seiner Kraft, mit der Kraft des Heiligen Geistes können die Jünger, können wir, kann die Kirche ihren Auftrag erfüllen, hinauszugehen in die Welt, zu den Mitmenschen. Wir dürfen den Glauben weiterschenken.

Gott will auch zu uns kommen, durch unsere geschlossene Türen. Viele Türen sind heute verschlossen durch Ängste, durch Gleichgültigkeit, durch die Ärgernisse, die in der Kirche vorgekommen sind. Wir stoßen auf Türen, die durch Egoismus geschlossen sind, durch Trägheit, durch den Wunsch, bequem zu leben. Türen sind auch zu, weil es Unfriede gibt mit anderen Menschen, Unfrieden auch mit sich selbst. Wir dürfen uns selbst fragen: bin ich offen für Gott und sind meine Türen offen für IHN, für sein Wirken in der Welt an mich?   

An Pfingsten feiern wir: Gott sendet uns seinen Geist. Denn Gott will uns aussenden zu den Menschen, das neue Leben zu verkünden und zu bezeugen, auf verschiedenen Wegen, mit den verschiedenen Gaben und Begabungen, die Gott uns schenkt. Wir sind ausgesendet, die Türen anderer für Gott zu öffnen. Sind wir dazu bereit?

Wir Missionare von Mariannhill wünschen Ihnen und Ihren Lieben ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!

Appell zur Humanisierung unserer Gesellschaften. Nein zu einem selektiven Gesundheitswesen 

In der Covid-19-Pandemie sind die alten Menschen in vielen europäischen Ländern wie auch anderswo in Gefahr. Die dramatischen Zahlen der Toten in Heimen lassen uns schaudern. 

Es wird viel zu überdenken geben, was die öffentlichen Gesundheitssysteme betrifft und die notwendigen Maßnahmen, um alle zu erreichen und wirksam zu behandeln. Ziel muss auch sein, von der Institutionalisierung alter Menschen weg zu kommen. Wir sind jedoch besonders besorgt über die traurigen Geschichten des Hinsterbens alter Menschen in Heimen. Dies alles wäre nicht geschehen, wenn nicht die Idee um sich greifen würde, dass es möglich sei, ihr Leben zugunsten anderer zu opfern. Papst Franziskus bezeichnet dies als Wegwerfkultur, die den alten Menschen das Recht nimmt, als Menschen betrachtet zu werden, und sie als Nummer ansieht, und in bestimmten Fällen nicht einmal das. 

In vielen Ländern taucht im Zusammenhang mit der Behandlungsbedürftigkeit ein gefährliches Modell auf, das sich für ein selektives Gesundheitswesen ausspricht, in dem das Leben von alten Menschen als zweitrangig betrachtet wird. Ihre größere Verletzlichkeit, das fortgeschrittene Alter und die möglicherweise vorliegenden weiteren bei ihnen bestehenden Erkrankungen sollen danach eine Form der Auswahl zugunsten der Jüngeren und Gesünderen rechtfertigen. 

Sich resigniert damit abzufinden ist menschlich und rechtlich inakzeptabel. Die demokratische und humanitäre Ethik sind darauf gegründet, keinen Unterschied zwischen Menschen zu machen, auch nicht aufgrund des Alters. Diese Prinzipien finden sich in einer religiösen Sicht des Lebens, aber auch in den Menschenrechten und im ärztlichen Ethos. Hier darf man sich keinesfalls auf irgendeinen Notstand berufen, nach dem Abweichungen von diesen Prinzipien gerechtfertigt wären oder zur Regel gemacht würden. Die These, dass eine kürzere Lebenserwartung rechtlich einen geringeren Wert eines Lebens zur Folge hätte, ist aus juristischer Perspektive eine Barbarei. Dass dies von außen (seitens des Staates oder des Gesundheitswesens) ohne Beachtung des Willens einer Person auferlegt wird, bedeutet eine weitere nicht akzeptable Beschneidung der Rechte des Individuums. 

Der wichtige Gedanke, dass die Generation der alten Menschen ein Kapital darstellt, findet sich weiterhin in allen Kulturen. Zu akzeptieren, dass ihr ein anderer Wert zukäme, zerreißt das soziale Netz der Solidarität zwischen den Generationen und spaltet die gesamte Gesellschaft. Wir dürfen die Generation nicht sterben lassen, die gegen die Diktaturen gekämpft, sich um den Wiederaufbau nach dem Krieg gemüht und Europa aufgebaut hat. Den vorzeitigen Tod der alten Menschen auf dem Hintergrund einer utilitaristischen Mentalität zu akzeptieren erzeugt eine Hypothek für die Zukunft, spaltet die Gesellschaft in Altersgruppen und führt das gefährliche Prinzip der Ungleichheit der Alten ein. 

Wir glauben, dass es notwendig ist, nachdrücklich die Prinzipien der Gleichbehandlung und des universalen Rechts auf Behandlung einzufordern, als Errungenschaften der letzten Jahrhunderte. Alle notwendigen Energien müssen investiert werden, um die größte Zahl an Leben zu retten und den Zugang zur Behandlung für alle zu ermöglichen. Der Wert des Lebens muss gleich für alle bleiben. Wer das zerbrechliche und schwache Leben der Älteren abwertet, bereitet einer Entwertung jeden Lebens den Weg. 

Mit diesem Appell drücken wir unseren Schmerz und unsere große Sorge über die zu vielen Todesfälle bei alten Menschen in diesen Monaten aus und wünschen uns eine moralische Revolte, damit bei der Behandlung alter Menschen ein Richtungswechsel erfolgt und damit vor allem die besonders Verletzlichen nie als eine Last oder, schlimmer noch, als unnütz betrachtet werden. 

Den Appell unterstützen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Erstunterzeichner: 

Andrea Riccardi, Historiker, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio
Romano Prodi, ehemaliger italienischer Ministerpräsident und ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission
Jürgen Habermas, Philosoph, Deutschland
Jeffrey D. Sachs, Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network 
Aleksandra Dulkiewicz, Bürgermeisterin von Danzig, Polen
Simonetta Agnello Hornby, Schriftstellerin, Vereinigtes Königreich
Manuel Castells, Professor für Soziologie an der University of California Berkeley, Spanien
Irina Bokova, ehemalige Generaldirektorin der UNESCO, Mitglied des Hohen Komitees der menschlichen Brüderlichkeit, Bulgarien
Mark Eyskens, ehemaliger belgischer Premierminister
Hans Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, Deutschland
Felipe González Márquez, ehemaliger spanischer Ministerpräsident
Marie De Hennezel, Psychologin, Frankreich J
ean-Pierre Denis, Chefredakteur der Wochenzeitung La Vie, Frankreich
Kardinal Matteo Zuppi, Erzbischof von Bologna, Italien
Adam Michnik, Essayist, Chefredakteur der Gazeta Wyborcza, Polen
Michel Wieviorka, Soziologe, Präsident der Fondation Maison des Sciences de l'Homme in Paris, Frankreich
Giuseppe De Rita, Soziologe, Gründer von CENSIS, Italien
Stefania Giannini, Beigeordnete Generaldirektorin für Bildung der UNESCO
Maria Antónia Palla, Journalistin, Portugal
Navi Pillay, Richterin, Präsidentin des ICDP, Südafrika
Annette Schavan, ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Deutschland 

Weitere Informationen: www.santegidio.org 

Der Regionalobere Pater Christoph Eisentraut fand gute und einfühlsame Worte angesichts des heutigen Festes bei einem Gottesdienst in der Schloßkapelle von Riedegg. Hier der Wortlaut seiner Ansprache: 

"Heute ist der Todestag unseres Gründers Abt Franz Pfanner. Am 24. Mai 1909, vor 111 Jahren, verstarb er in Emaus Mission. Für mich war es eines der schönsten Erlebnisse meiner Zeit in Südafrika zusammen mit dem Team von Emaus vor 11 Jahren den 100. Todestag dieses Apostels Südafrikas in Emaus vorzubereiten und mit allen Bischöfen Südafrikas zu feiern.

Mehr als die Hälfte dieser 111 Jahre ist Pater Bernhard Pagitsch schon ein Mariannhiller. Am Pfingstsonntag jährt sich zum 65. mal seine Profess, damals hier in Riedegg. Wir feiern es heute und gratulieren ihm zu diesem großartigen Jubiläum. Den Großteil seiner Zeit als Mariannhiller hat er in Afrika verbracht, mit zwei großen Schwerpunkten: Mariazell und Mariannhill Monastery. Und heute beendet Pater Bernhard seinen Dienst als Koordinator der Mariannhiller Gemeinschaft von Schloss Riedegg. Herzlichen Dank Pater Bernhard für Deinen Dienst in Riedegg, für Deinen Einsatz in verschiedenen Provinzen Afrikas (Mthatha, Mariannhill und Sambia), für 65 Jahre Treue zu unserer Gemeinschaft! Ich darf Dir eine Kerze überreichen auf der geschrieben steht: Nur in Gott ist wahrer Friede! Das erinnert uns an die Worte des greisen Simeon: Nun lässt du Herr, deinen Diener, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast! Du Bernhard durftest das sehen und du durftest dazu beitragen. Und obwohl du gar nicht so wirkst und noch sehr aktiv bist, hast du doch ein betagtes Alter in guter Gesundheit erreichen dürfen. Möge dir der gleiche innere Frieden geschenkt sein, den Simeon erleben durfte, als er auf sein Leben zurückblickte und vor allem auf seine Begegnung mit Christus.

Auf Beschluss des Regionalrates übernimmt heute Pater Franz Hrouda von Dir das Amt des Kirchenrektors der Schlosskapelle von Riedegg. Wir danken Dir Franz, dass Du bereit warst, diese Aufgabe zu übernehmen, auch wenn der Start dafür in der Zeit der Corona Beschränkungen nicht leicht ist. Mögest Du dazu beitragen, dass diese Kapelle auch weiterhin ein Ort bleibt, an dem der Glaube gefeiert, das lebensspendende Wort Gottes verkündet und die christliche Gemeinschaft gestärkt wird. Möge Pater Anselm Grün OSB, der Dir gut vertraut ist, Dir dazu Anregungen schenken!

Heute beginnt auch Frau Cornelia Brunner offiziell ihren Dienst als Koordinatorin unserer Gemeinschaft. Wir haben uns gut darauf vorbereitet in der Region, in einem längeren Prozess, auch mit Begleitung und Hilfe aus dem Kardinal König Haus in Wien, Bereich Ordensentwicklung. Wir haben Vertrauen, dass wir in Ihnen, Frau Brunner, die richtige Person für diese neue Herausforderung gefunden haben und wünschen Ihnen / Dir reichen Segen dazu, aber auch für Dich selber Freude und Erfüllung in dieser Aufgabe. Am Freitag waren ein paar von uns in Maria Taferl, einem der schönsten Wallfahrtsorte Österreichs. Das Gnadenbild dort ist das der Schmerzensmutter, die Pietá. Es ist ein Bild, das es auch in säkularen Abwandlungen gibt, so z.B. von Käthe Kollwitz, geschaffen in 1937, zur Erinnerung an ihren Sohn Peter, der im Ersten Weltkrieg gefallen war. Heute steht dieses Kunstwerk in der zentralen Gedenkstätte für die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft in Berlin. Michelangelos Pietá im Petersdom ist wohl die berühmteste Darstellung dieses Motivs.

Möge die Schmerzensmutter Dir ein Vorbild sein an einfühlsamer Liebe. Maria ist nicht weggerannt vom Leiden ihres Sohnes; sie konnte es nicht abwenden, aber sie konnte es erleichtern durch ihre Nähe und tatkräftige Liebe. Wir erhoffen, dass es Dir gelingen wird, unseren älteren Mitbrüdern hier in Riedegg in deren Zeit des Alterns und auch der Gebrechlichkeit zur Seite zu stehen. Deine reiche Berufserfahrung wird eine große Hilfe sein! Aber auch ich und die Regionalleitung, sowie unsere Ökonomin, Frau Dorninger, versprechen Dir, dass wir Dich dabei unterstützen werden! Auf eine gute gemeinsame Zeit!

Und heute wollten wir eigentlich auch den Abschied der CPS Schwestern nach 74 Jahren in Riedegg in einem würdigen Rahmen begehen. Das Corona Virus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schade! Wir wissen noch nicht, ob wir es zu einer späteren Zeit nachholen können. Den Abschied von und Dank an Schwester Angelika können wir sicher bei ihrem 80. Geburtstag in 2 Wochen ausdrücken. Vergelt´s Gott Schwester Angelika.

Und so wollen wir gemeinsam Gottesdienst feiern, Eucharistie, die große Danksagung: wir danken Gott für die frohe Botschaft, die Abt Franz Pfanner auf großartige Weise im südlichen Afrika mit seinen Missionaren und Missionsschwestern verbreiten durfte, wir danken für das Lebenszeugnis von Pater Bernhard, seine Treue über 65 Jahre, wir danken Pater Franz, wir danken für das Wirken sehr vieler Schwestern hier in 74 Jahren und wir danken für die Bereitschaft von Frau Brunner, sich auf dieses Abenteuer im Schloss einzulassen!

Herr Jesus Christus, du hast Franz Pfanner zum Apostel Südafrikas gemacht, Herr erbarme dich,

du hast ihn in den letzten Jahres seines Lebens in Emaus immer tiefer in die Gemeinschaft mit dir hineingeführt, Christus erbarme dich,

Sein Beispiel ermutigte Hunderte zu einem selbstlosen Einsatz in der Mission, Christus erbarme Dich."

Am 24. Mai 2020 gedenken wir Missionare von Mariannhill des 111. Todestages von Abt Franz Pfanner. Er erblickte 1825 in Langen, Vorarlberg, das Licht der Welt. Er bekam den Taufnamen Wendelin. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Feldkirch, studierte er in Innsbruck, Brixen und Padua Philosophie und Theologie. Am 28. Juli 1850 wurde er im Dom zu Brixen durch Bischof Galura zum Priester geweiht.

Anschließend wirkte er neun Jahre als Pfarrer in Haselstauden bei Dornbirn. Während dieser Zeit reifte in ihm der Wunsch in ein Kloster einzutreten. Aber bevor es soweit war, reiste er 1862 nach Rom und 1863 ins Heilige Land. Am 9. Oktober 1863 wurde er als Pater Franz im Trappistenkloster Maria Wald in der Eifel eingekleidet.

Seine Erste Profess legte er am 24. November 1864 ab. Drei Jahre später wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Kirchen- und Klosterruine von Tre Fontane nahe Rom wieder aufzubauen. Nach zwei Jahren ist das Werk vollbracht und man übertrug ihm die Gründung des Trappistenklosters Maria Stern bei Banjaluka in Bosnien.

Im Alter von 54 Jahren nahm Pater Franz Pfanner als Prior von Maria Stern am Generalkapitel der Trappisten in Sept Fons, Frankreich, teil. Zu Gast war auch der südafrikanische Bischof Ricards, der die Trappisten bat, im südlichen Afrika ein Kloster zu gründen. Während die versammelten Äbte und Oberen noch diskutierten, sprach Pater Franz Pfanner folgende Worte: “Wenn keiner geht, dann gehe ich!”

Mit fester Stimme fügt er seiner spontanen Bereitschaft, nach Südafrika zu gehen, hinzu: “Ich verpflichte mich auf drei Jahre und bin entschlossen, mit meiner Mannschaft das neue Kloster in dieser Zeit aufzubauen, wenn der Bischof zahlt.”

Dieser Entschluss wird vom Generalkapitel der Trappisten bereitwillig akzeptiert. 1880 erreichte Pater Franz Pfanner mit 30 Mönchen Dunbrody in der Kapkolonie. Allerdings war die Gegend so unwirtlich, dass man schon zwei Jahre später Dunbrody verließ und sich auf den Heimweg nach Europa machte. Aber es sollte anders kommen. Pater Franz Pfanner konnte in der Nähe der südafrikanischen Hafenstadt Durban eine Farm kaufen. Am zweiten Weihnachtstag im Jahre 1882 blieb die Reisegruppe mit ihren schwerbeladenen Ochsenwagen auf diesem Gelände im Schlamm stecken. Ein Flottmachen der Karren schien unmöglich. Die Nacht brach herein. Franz Pfanner entschied kurzer Hand: “Abladen! Hier bleiben wir. Hier bauen wir unser Kloster!”

Und so kam es zur Gründung des Klosters und Missionszentrums Mariannhill – auf dem “Maria-Anna-Hügel” bei Durban. Schon bald war das Kloster Mariannhill Ausgangspunkt für die Gründung vieler Außenstationen. Es wurden Schulen gebaut, Krankenhäuser errichtet, und in den Werkstätten in Mariannhill wurden junge Südafrikaner ausgebildet. 1885 gründete Franz Pfanner die Kongregation der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. Ende des Jahres, am 27. Dezember 1885, wurde Pater Franz Pfanner zum Abt des Klosters Mariannhill geweiht. Es dauerte nicht lange und Abt Franz Pfanner bekam Schwierigkeiten mit der Ordensleitung der Trappisten. Missionseifer auf der einen und die trappistische Ordensregel auf der anderen Seite vertrugen sich nicht. 1892 musste Abt Franz sein Amt niederlegen. Er ließ sich auf der Missionsstation Emaus nieder. Seinem Ideal blieb er aber treu. Bis ins hohe Alter dachte er missionarisch, schrieb ermutigende Briefe und Missionsberichte, gab Ratschläge und Tipps jenen, die sich dem Dienst der Evangelisation widmeten. Fast 84jährig starb Franz Pfanner am 24. Mai 1909. Kurze Zeit später löste Papst Pius X. das Kloster Mariannhill aus dem Ordensverband der Trappisten und gab den Weg frei zur Gründung der Kongregation der Missionare von Mariannhill.

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Der Papst will die Welt retten!“ Das ist für den Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Pater Michael Heinz die Mission von Papst Franziskus. „Mit seiner Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si' hat er vor fünf Jahren alle Menschen guten Willens weltweit eingeladen, unser gemeinsames Haus, unseren wunderbaren Planeten mit allen Kräften zu bewahren." Wie sehr der Papst damit am Puls der Zeit ist, zeige die aktuelle Situation im Amazonasgebiet auf dramatische Weise. „Nach den verheerenden Waldbränden treibt der rechtsradikale brasilianische Präsident Jair Bolsonaro nun im Schatten der Corona-Pandemie rücksichtslos die Abholzung und Ausbeutung des größten verbliebenen zusammenhängenden Regenwaldes der Welt voran“, kritisiert Adveniat-Chef Pater Heinz. Umso wichtiger, dass sich mit Papst Franziskus eine weltweit anerkannte Stimme für die bedrohte Schöpfung und die bedrohten Völker einsetze, die im Einklang mit der Natur leben.

Die Gründung des kirchlichen Amazonas-Netzwerks Repam, die Besuche indigener Völker oder die Amazonas-Synode 2019 stehen dem Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz zufolge für die Kontinuität, mit der Franziskus dieses Thema verfolge. Er sei auch stets bereit, dafür zu streiten: „Er legt sich mit der Wirtschaft an, indem er in Laudato si‘ die ‚ökologische Schuld‘ für die Erderwärmung einer wirtschaftlich erzeugten Wegwerfkultur anlastet, die Pflanzen, Tiere und Menschen weltweit existentiell bedroht. Er legt sich mit der Politik an, indem er eine echte politische Weltautorität fordert anstelle eines politischen Flickenteppichs, deren Akteure von multinationalen Konzernen gegeneinander ausgespielt werden. Und er legt sich mit so manchem in der Kirche an, indem er die kirchliche Skepsis und Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnis überwindet und den wissenschaftlichen Konsens einer menschengemachten Erderwärmung als Grundlage seines Redens und Handelns macht“, erklärt der Adveniat-Chef Pater Heinz.

Für den Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks hat Papst Franziskus in Laudato si‘ in prophetischer Weise „die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist“, neu ins Bewusstsein gerufen. Und das in einer Welt, die sich global gibt, aber zu oft spaltend wirkt. In der am 24. Mai 2015 erschienenen Umwelt- und Sozial-Enzyklika habe Papst Franziskus den Schutz von Umwelt und Klima mit dem Einsatz für die Armen, die Jugend und die indigenen Völker in unübertroffener Weise zusammengedacht. „Die Armen, die Indigenen und auch die Jugend in den Mittelpunkt zu stellen, das ist für Papst Franziskus keine Floskel“, ist Pater Heinz überzeugt. „Ob als Erzbischof von Buenos Aires oder als Papst in Rom – er lebt immer bescheiden an der Seite der Armen und setzt sich politisch für die Bekämpfung von Armut und Not ein.“ Mit der Amazonas-Synode im vergangenen Oktober habe Papst Franziskus die indigenen Völker und ihre Lebenswelt in das Zentrum der Kirche und damit der Weltöffentlichkeit gerückt. „Am Ende hat er die Option für die Armen und die Jugend, wie sie die lateinamerikanischen Bischöfe formuliert haben, um die der Indigenen erweitert“, so Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz. Mit seinem Satz: „Die jungen Menschen verlangen von uns eine Veränderung“, habe er bereits vor fünf Jahren bewiesen, wie sensibel er die Anliegen der Jugend begreife und aufnehme. „Die politisch und wirtschaftlich Mächtigen hören dagegen bis heute nicht den Schrei der Jugend, die beispielsweise in Form der Fridays-for-Future-Bewegung seit eineinhalb Jahren auf der Straße, in den sozialen Netzwerken sowie auf politischen Veranstaltungen auf Veränderungen drängen. Sie hören nicht den Schrei der Armen, die während der aktuellen Corona-Pandemie nur die Wahl zwischen Ansteckung und Hunger haben. Und sie hören nicht den Schrei der geschundenen und ausgebeuteten Schöpfung, die im Zuge der menschengemachten Erderwärmung am Amazonas und in Australien zuletzt im wahrsten Sinn des Wortes in Flammen stand“, kritisiert Adveniat-Chef Pater Michael Heinz.

„Aber so wie Papst Franziskus immer wieder die Systemfrage stellt und auf einen Wandel drängt, so ruft er auch jeden Einzelnen zur Umkehr hin zu einem neuen Lebensstil“, erklärt Pater Heinz. Der Papst rufe in seinem Schreiben Laudato si‘ zu einer „Erziehung zur Umweltverantwortung“ auf und fordere beispielsweise den Verbrauch von Plastik und Papier zu vermeiden, den Wasserverbrauch einzuschränken, Abfälle zu trennen, Lebewesen sorgsam zu behandeln, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Bäume zu pflanzen. „All das gehört zu einer großherzigen und würdigen Kreativität, die das Beste des Menschen an den Tag legt. Etwas aus tiefen Beweggründen wieder zu verwerten, anstatt es schnell wegzuwerfen, kann eine Handlung der Liebe sein, die unsere eigene Würde zum Ausdruck bringt.“ Papst Franziskus schätze diese vermeintlich kleinen Anfänge des Einzelnen wert, während er es „unwürdig“ nennt, immer wieder neue „Formen der Ausplünderung der Natur“ zu schaffen, „nur um neue Möglichkeiten des Konsums und der unmittelbaren Rendite zu bieten“. Der Papst macht deutlich: Seinen Lebensstil zugunsten der Umwelt und der Mitmenschen zu ändern, ist Ausdruck der wahren menschlichen Würde. Für Adveniat-Chef Pater Heinz zeigt sich daran, wie hoch Franziskus von jedem einzelnen Menschen denkt: „Er traut auch uns zu, mit ihm die Welt zu retten!“

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 1.900 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

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