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Die Deutsche Provinzleitung hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Hausleitungen in Maria Veen und im Missionshaus St. Josef kompletiert. 

Für das Missionshaus St. Josef in Reimlingen heißt dies, dass die Wahlen von Bruder Konrad Diethei zum stellvertretenden Hausoberen und Hausökonom sowie die Wahl von Bruder Klaus Diem zum Hausrat bestätigt wurden. Hausoberer ist Bruder Sebastian Fischer.

In Maria Veen wurde die Wahl von Pater Christoph Beesten zum stellvertretenden Hausoberen und Hausökonom bestätigt.

Gefunden und gesucht: #StolenMemory Wanderausstellung über persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen startet.

Die Arolsen Archives eröffnen am 14. August 2020 in Meßkirch die neue Freiluft-Wanderausstellung #StolenMemory. Im Zentrum stehen dabei sogenannte Effekten und deren Rückgabe an Angehörige der NS-Opfer. Mehr als 100 Effekten übergeben die Arolsen Archives pro Jahr an Familien ehemaliger Häftlinge, seit dem Start der Suchkampagne 2016.

  • Ab August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung im Rahmen der Fördermaßnahme „Kultur in ländlichen Räumen“ (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) durch 20 Städte in ganz Deutschland. Präsentiert wird die Ausstellung in einem ausklappbaren und begehbaren Übersee-Container.
  • Effekten sind persönliche Gegenstände, die den Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Gefängnissen und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten abgenommen und bis heute aufbewahrt wurden.
  • Zum Konzept der #StolenMemory-Ausstellung gehören neben den Inhalten vor Ort und auf einer begleitenden Website auch eine neu entwickelte Augmented-Reality-App mit Videoportraits einzelner Angehöriger und ihren Geschichten zu den Effekten.
  • Auf der neuen interaktiven Website zur Ausstellung stolenmemory.org finden Interessierte die Inhalte der Ausstellung und weiterführende Informationen online.

#StolenMemory: ein Füller, eine Uhr oder ein paar Fotos

Effekten sind persönliche Gegenstände, die das Lagerpersonal Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Gefängnissen und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten abnahmen. Darunter zählen unter anderem Füller, Eheringe, Uhren und auch Fotos. In den 1960er Jahren gingen diese Gegenstände in den Bestand der Arolsen Archives über. Die Institution sieht es als ihre Aufgabe an, diesen persönlichen Besitz der Inhaftierten den Familien zurückzugeben. Noch immer bewahren die Arolsen Archives ungefähr 2.500 Effekten auf.

Das Ziel: Aufmerksamkeit und Unterstützung

Die Ausstellung zeigt neben Hintergrundinformationen zu den Arolsen Archives zwei Themenbereiche: Unter der Überschrift „Gefunden“ geht es um Effekten, die bereits zurückgegeben werden konnten, während das Thema „Gesucht“ Effekte aufgreift, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jeder und jede kann die Arolsen Archives bei der Suche und Rückgabe unterstützen. Bereits weit über 400 dieser besonderen Erinnerungsstücke gaben die Arolsen Archives mit Hilfe Freiwilliger aus den Niederlanden, Polen, Frankreich und anderen Ländern an Familien der NS-Verfolgten zurück.

Auf der neuen interaktiven Website zur Ausstellung stolenmemory.org finden Interessierte die Inhalte der Ausstellung und weiterführende Informationen online.

Die Bedeutung der Effekten

„Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren für ihre Familien, weil die Nationalsozialisten ihnen alles nahmen“ so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Die Rückgabe der Effekten sei für die Angehörigen deshalb oft sehr unerwartet: „Einige von ihnen wissen nichts oder nur wenig über diesen Teil der Lebensgeschichte ihrer Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten“. Umso wichtiger sei es, dass die Gegenstände in die Familien zurückkehrten. „Oft sind die Effekten ein Puzzleteil, dass dann an den richtigen Ort fällt, gar eine Lücke schließt – und eine gewisse Nähe zu den verlorenen Familienmitgliedern wiederherstellt“ berichtet Azoulay.

Die Ausstellungsstationen 2020

Meßkirch (Baden-Würtemberg):         14.8. bis 26.8.2020

Kahla (Thüringen):                             28.8. bis 9.9.2020

Frankenberg (Sachsen):                     11.9. bis 23.9.2020

Eutin (Schleswig-Holstein):                 25.9. bis 7.10.2020

Friedrichsruh (Schleswig-Holstein):    9.10. bis 21.10.2020

Spenge (Nordrhein-Westfalen):          23.10. bis 4.11.2020

Reken (Nordrhein-Westfalen):            6.11. bis 18.11.2020

Geeste (Niedersachsen):                    20.11. bis 2.12.2020

Unser junger MItbruder Frater Anthony Dim hat sich Gedanken zum Tod gemacht. Lesen Sie seine spannende Geschichte hier exklusiv.

https://www.mariannhill.de/medien/literature-by-anthony-dim

Wer Frauen der Hexerei bezichtigt und tötet, ist selbst des Verbrechens schuldig, das er beklagt – mit diesen Worten fasst ein Bischof in Papua-Neuguinea die Position der katholischen Kirche zum Thema zusammen. Er äußerte sich aus Anlass des bevorstehenden ersten internationalen Tags gegen Hexenwahn. In Papua-Neuguinea wurden erst zu Ostern drei Frauen der Hexerei beschuldigt und verbrannt.

Donald Lippert, der Bischof von Mendi in Papua-Neuguinea, lud die katholischen Gläubigen in den sozialen Medien ausdrücklich dazu ein, den Tag gegen Hexenwahn am 10. August wahrzunehmen. Das Mord an Menschen mit dem Vorwurf der Hexerei sei ein für allemal aus der Gesellschaft auszumerzen, zitiert der vatikanische Fidesdienst den aus den USA stammenden Kapuzinerbischof.

10. August: Der erste internationale Tag gegen Hexenwahn 

Der erste internationale Tag gegen Hexenwahn am 10. August geht auf das katholische Hilfswerk Missio zurück und will diese besondere Form der Menschenrechtsverletzung in den Fokus rücken. In mindestens 36 Ländern der Welt in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika würden Menschen als vermeintliche Hexen beschuldigt, verfolgt und in vielen Fällen getötet. Dabei spielt die religiöse Grundierung keine Rolle: Einem UNO-Bericht zufolge tritt der so genannte Hexenwahn sowohl in christlich wie in muslimisch, buddhistisch oder hinduistisch geprägten Regionen auf. Die vermeintlichen Hexen werden für Krankheit, Dürren, Missernten und andere Unglücksfälle verantwortlich gemacht, oft handelt es sich um Witwen und andere Menschen in einer Situation der Wehrlosigkeit.

Am 10. August will Missio eine Studie speziell zu der Situation in Papua Neuguinea veröffentlichen. Die Studie rekonstruiere den Fall einer Frau und zeige exemplarisch, wie solche Denunziationen und Menschenrechtsverbrechen entstehen, gab das Hilfswerk vorab bekannt. Die Frau sei im August 2012 als angebliche Hexe beschuldigt und über mehrere Tage gefoltert worden, ehe sie sich befreien konnte. Die Schweizer Ordensfrau Lorena Jenal kümmerte sich um die Überlebende und rettete Dutzenden anderen Menschen in ähnlichen Fällen das Leben.

Sie machte auch auf den Fall dreier Frauen aufmerksam, die am Ostersonntag gefoltert und verbrannt wurden, nachdem sie des Todes eines älteren, chronisch kranken Mannes beschuldigt worden waren. Für ihren Einsatz konnte die Schwester, die als Missionarin in der Diözese Mendi wirkt, 2018 den Weimarer Menschenrechtspreis entgegennehmen. 

"Am Donnerstagabend, den 6. August 2020, entführt phoenix seine Zuschauerinnen und Zuschauer zu einer "Sommerreise" auf den afrikanischen Kontinent. Zum Themenabend gehören drei neue Dokumentationen und Reportagen, die in Ko-Produktion mit den ARD- und ZDF-Auslandsstudios in Nairobi und Johannesburg entstanden sind. Den Auftakt macht die neue mein ausland-Reportage "Simbabwe - Trophäen für den Tierschutz" (20.15 Uhr), in der es um ungewöhnliche Formen der Jagd und des Tierschutzes geht. Gezeigt wird unter anderem der spektakuläre Umzug einer ganzen Elefanten-Familie von einem Schutzgebiet in ein anderes. In der zweiten mein ausland-Premiere "Untypisch Afrika" (21.00 Uhr) berichten ARD-Korrespondenten über untypische Entdeckungen auf ihren Reise durch diverse afrikanische Länder - etwa über einen der besten Gouda-Käse im kriegsgebeutelten Ostkongo. Im dritten Film des Abends (21.45 Uhr) informieren die ZDF-Korrespondenten Tim Kröger und Sandra Theiß über Auswirkungen der Corona-Pandemie in Südafrika und Kenia. In ihren Reportagen wird deutlich, dass das Virus in Afrika besonders für arme Menschen katastrophale gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Folgen hat."

Mehr zu den einzelnen Sendungen: Sommerreise

Der Jahresbericht Weltkirche 2019 über das weltkirchliche Engagement der katholischen Hilfswerke, Missionsorden und Bistümer liegt vor. Er wird von der Konferenz Weltkirche herausgegeben, in der die Träger weltkirchlicher Arbeit der katholischen Kirche in Deutschland versammelt sind. 

Der Bericht informiert über die pastoralen und sozialen Hilfsprojekte, über Bildungsarbeit und besondere Aktionen. Die Finanzstatistik gibt Rechenschaft über Herkunft und Verwendung der Hilfsgelder. Diese Zahlen belegen den Umfang der weltkirchlichen Arbeit: Mit 591,6 Millionen Euro haben Bistümer, Hilfswerke und Missionsorden im vergangenen Jahr Projekte in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa gefördert. Das Geld stammt überwiegend – neben öffentlichen Mitteln – aus Spenden, Kollekten und kirchlichen Haushaltsmitteln. Direkte Überweisungen von katholischen Pfarreien, Verbänden, Vereinen, Stiftungen und Schulen sind in dieser Zahl nicht berücksichtigt, da sie zentral schwer zu erfassen sind. Die tatsächliche Summe liegt also höher.

Der Vorsitzende der Konferenz Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), hebt in seinem Vorwort den „beeindruckenden Umfang der weltkirchlichen Arbeit“ hervor. Zwar seien die Rekordsummen der vergangenen Jahre nicht erreicht worden. Dennoch zeigten die Zahlen: „Die deutschen Katholiken finden sich mit Armut und Not in der Welt nicht ab. Sie leisten Hilfe, wo diese am meisten gebraucht wird. Nachhaltigkeit, Ganzheitlichkeit und Armenorientierung sind ihre Prinzipien.“

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. In den großen weltkirchlichen Aktionen 2019/2020 legen die katholischen Hilfswerke und Diözesen daher gemeinsam den Fokus auf Frieden und Versöhnung. Dies greift der thematische Teil des Jahresberichts auf. Mehrere Artikel beleuchten den Frieden stiftenden Charakter der Religion ebenso wie die Gefahr, dass Religionsführer sich für politische Zwecke, Kriege und Bürgerkriege instrumentalisieren lassen.

Angesichts der Corona-Pandemie mahnt Erzbischof Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ist, das Weltgemeinwohl in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu stellen: „Solidarität, Gerechtigkeit und Einheit weltweit sind unerlässliche Bedingungen für eine Zukunft in Freiheit und Sicherheit für die ganze Menschheit.“

Hintergrund

Der „Konferenz Weltkirche“ gehören Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, der (Erz-)Bistümer, der Deutschen Ordensobernkonferenz, der weltkirchlichen Hilfswerke (Adveniat, Caritas international, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Misereor, Missio Aachen und München, Renovabis, Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken), der Verbände und anderer weltkirchlich tätiger Einrichtungen in Deutschland an. Der Jahresbericht bietet neben einem Themenschwerpunkt und einem Statistikteil einen inhaltlichen Überblick über die vielfältige internationale Arbeit der beteiligten Organisationen.

Hinweise:

Der Jahresbericht Weltkirche 2019 kann in der Rubrik Publikationen als Broschüre kostenfrei bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere Informationen bietet das Internetportal der Konferenz Weltkirche unter www.weltkirche.de.

Angesichts der dramatischen globalen Auswirkungen der Corona-Pandemie starten die Deutsche Bischofskonferenz, die (Erz-)Diözesen, die weltkirchlichen Hilfswerke und die Ordensgemeinschaften eine gemeinsame internationale Solidaritätsaktion für die Leidtragenden der Pandemie. Im Mittelpunkt steht dabei der erste Sonntag im September (6.  September 2020), den die Deutsche Bischofskonferenz zum „Sonntag der Solidarität“ ausgerufen hat. An diesem Tag soll in allen Gottesdiensten eine Sonderkollekte abgehalten werden. Darüber hinaus werden Spenden zur Finanzierung internationaler Projekte eingeworben. 

Diese Solidaritätsaktion ergänzt die Hilfsprogramme, die bereits in den zurückliegenden Monaten von den Bistümern, den weltkirchlichen Werken und den Orden aufgelegt wurden. Dabei konnten erhebliche finanzielle Mittel mobilisiert werden. Allerdings konnten auch mehrere weltkirchliche Kollekten seit März wegen der Corona bedingten Einschränkungen öffentlicher Gottesdienste nicht oder nur in begrenzter Form stattfinden.

Die im September vorgesehene Solidaritätsaktion umfasst drei Dimensionen: Gebet, Information und Spenden/Kollekten. Die Deutsche Bischofskonferenz versteht den „Sonntag der Solidarität“ ausdrücklich auch als geistliches Ereignis, das die Verbundenheit der deutschen Katholiken mit den notleidenden Menschen in aller Welt zum Ausdruck bringt. Die weltkirchliche Solidarität gehört zum Selbstverständnis der Kirche und setzt das Evangelium Jesu Christi in die Tat um. 

Die Pfarrgemeinden erhalten im August Plakate, Flyer und Gebetszettel zur Solidaritätsaktion. Ab 20. August 2020 stehen dann auf der Aktions-Homepage www.weltkirche.de/corona-kollekte weitere Informationen, Beispiele für Hilfsprojekte der (Erz-)Diözesen, weltkirchlichen Hilfswerke und Orden sowie das Corona-Gebet, Fürbitten und andere liturgische Hilfen zum Download für die Gestaltung von Gottesdiensten am 6. September 2020 zur Verfügung.

Die katholische Kirche in Deutschland thematisiert in der Woche vor dem „Sonntag der Solidarität“ verstärkt die Hintergründe der Aktion: Das Corona-Virus betrifft alle Menschen weltweit. Während jedoch die meisten europäischen Staaten die Pandemie derzeit unter Kontrolle haben, bedeutet das Virus in Lateinamerika, Afrika und Asien, aber auch im Osten Europas Krankheit, Hunger, Arbeitslosigkeit und einen Kampf ums Überleben. Es droht eine gesundheitliche, soziale und ökonomische Katastrophe. Die Partner weltweit der Kirche in Deutschland erreichen diese Regionen mit einem dichten Netzwerk. Damit kann den Ärmsten in den von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Gebieten direkt geholfen werden. 

Für die Aktion ist ein Sonderkonto eingerichtet worden, auf das ab sofort Spenden eingehen können (Darlehnskasse Münster, IBAN DE53 4006 0265 0003 8383 03, GENODEM1DKM). Mit dem Erlös fördert die Kirche in Deutschland die Arbeit ihrer weltkirchlichen Partnerorganisationen.

Über unsere Website erreichen uns immer wieder Anliegen und die Bitte um das Gebet. Papst Benedikt XVI. sagte einmal: „Wo ein Mensch betet, da öffnet sich für Gott eine Tür zur Welt“. Was passiert aber mit Ihren Anliegen? Eine berechtigte Frage. Wir Missionare von Mariannhill haben Ihnen versprochen, dass wir in Ihren Anliegen beten. Daher werden die Anliegen ausgedruckt und nahe unserer Kapelle im Missionshaus St. Josef in Reimlingen ausgehängt. Dadurch werden die zahlreichen BesucherInnen eingeladen, diese Ihre Gebetsanliegen mitzutragen. Keines der Anliegen geht somit verloren. Wir danken Ihnen allen für Ihr Vertrauen und hoffen auch in diesen von Corona geprägten Zeiten für Sie da zu sein. Ihre Missionare von Mariannhill. 

Falls Sie ein Gebetsanliegen haben, so benutzen Sie bitte folgenden Link. Privatsphäre und Datenschutz werden dabei natürlich beachtet.

Gebetsanliegen 

Am Samstag, 4. Juli 2020, feierte Provinzial Pater Christoph Eisentraut CMM im Missionshaus St. Josef, Reimlingen, ein Requiem für die vier Mitbrüder, Pater Chrysostomos Trummet, Bruder Alois Humpf, Bruder Raimund Berchtenbreiter und Bruder Gebhard Hörburger, welche dem Corana Virus zum Opfer fielen. Anwesend waren neben etlichen Mitbrüdern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch zahlreiche Angehörige und Freunde der Verstorbenen. 

In seiner Ansprache würdigte Pater Christoph die Lebensleistung der Verstorbenen: 

"Liebe Schwestern und Brüder,

in kurzem Zeitraum von zwei Wochen verloren wir Mariannhiller Missionare Ende März und Anfang April vier Mitbrüder aus dem Pflegeheim hier im Missionshaus. Den Anfang machte Pater Chrysostomos (Siegfried) Trummet, der am Samstag 28. März, einen Tag vor seinem 86. Geburtstag, verstarb. Ihm folgte eine Woche später Bruder Raimund (Adolf) Berchtenbreiter. Er hätte kurz darauf seinen 80. Geburtstag feiern dürfen. Ihm folgte wiederum eine Woche später, am Karsamstag, Bruder Alois Humpf aus der Provinz Simbabwe, der sich für medizinische Behandlungen in seiner Heimat aufhielt. Er wäre im August erst 70 Jahre alt geworden. Er wollte unbedingt nach Simbabwe zurück und sein Wirken fortführen. Und am darauffolgenden Tag, dem Ostersonntag, verstarb Bruder Gebhard (Johann) Hörburger aus der Region Österreich im Alter von 83 Jahren.

Ein Oberpfälzer, ein Unterfranke, ein Schwabe und ein Vorarlberger, ganz unterschiedliche Charaktere mit sehr verschiedenen Lebensläufen.

Pater Chrysostomos arbeitete die ganze Zeit als Seelsorger in der Heimat. Er war ein frommer und seeleneifriger Priester, manchmal auch ein bisschen spinnert, wenn er z.B. immer wieder mal im Sessel schlafen musste, weil sein Bett so von Büchern bepackt war! Er hatte eine Freude, das Wort Gottes zu verkünden, sei es in Predigt oder bei Exerzitien. Eine CPS Schwester schrieb mir, dass sie sich an ihn erinnert, wie er Ende der 60er Jahre als junger Priester öfters mit einem kleinen VW in die Missionsschule von Neuenbeken kam. Sein Autokennzeichen war WÜ-AP 12. Die Mädchen der Schule nannten ihn deshalb den Wüstenapostel! Ein recht passender Ausdruck für diesen Mann Gottes!

Bruder Raimund verbrachte die meiste Zeit seines aktiven Lebens in unserem Mutterhaus, dem Monastery in Mariannhill, Südafrika. Er führte dort die Tradition vieler anderer Missionsbrüder vor ihm fort und leitete eine große Werkstatt, die Schneiderei, die nicht nur das Kloster mit den notwendigen Schneiderarbeiten und auch guten Einnahmen von anderen Kunden versorgte, sondern auch viele katholische und protestantische Gemeinden mit religiösen Bekleidungsgegenständen ausstattete. Und Bruder Raimund bildete als erfahrener Meister viele Menschen in seinem Beruf aus. Heute gibt es leider keinen Mariannhiller mehr, der als Schneider arbeitet, aber die Personen, die Bruder Raimund ausgebildet hat, führen den Betrieb weiter und bilden selber wieder andere aus. Nachhaltigkeit nennt man das heute! Auch in vielen anderen Bereichen des großen Klosters, von den Einkäufen bis zur leider notwendigen Sicherheit wegen der hohen Kriminalität, setzte er sich eifrig ein.

Bruder Alois war mir persönlich der am meisten Vertraute unter diesen vier Verstorbenen. Er kam nur kurze Zeit vor mir in Simbabwe an, weil er zuvor schon einige Jahre in Mariannhill / Südafrika gearbeitet hatte. Ich glaube, ich kann mit aller Vorsicht sagen, dass damals innerhalb der Mariannhiller Gemeinschaft in Simbabwe eine andere Art von Gemeinschaft bestand, wie im sehr von Traditionen geprägten Mariannhill. Das kam Bruder Alois sehr gelegen. Es gab in der Provinz keine größere Gemeinschaft. Wir hockten nicht aufeinander und schauten uns nicht gegenseitig in die Kochtöpfe. Wir waren verstreut auf Pfarreien und Missionsstationen in der großen Missionsdiözese Bulawayo und die Aufgabe von Alois war es, ein Gemeinschaftshaus unserer Provinz aufzubauen, wo die meisten von uns vor allem am Montag zusammenkamen und wunderbare Gemeinschaft erfuhren. Wir hatten damals ein unbandiges Zusammengehörigkeitsgefühl, sicher auch mitverursacht durch die Jahre davor, als mehrere Mitbrüder der Provinz auf gewaltsame Weise ihr Leben verloren hatten (1976 bis 1988). Aber all das wäre nicht geschehen, wenn Bruder Alois nicht für drei Jahrzehnte die gute Seele von diesem Provinzhaus gewesen wäre, von „Queenspark“ wie wir es nach dem Stadtteil nannten. Er blühte auf in dieser Aufgabe als Hausvater und Hausmutter für alle Mitbrüder und kümmerte sich auf vorbildlichste Art um die Alten und Sterbenden der Provinz. Jeder von uns damals hätte sich gewünscht, von Bruder Alois in den Tod begleitet zu werden. Und er wäre sicher sehr gerne am Athlone Cemetery in Bulawayo beerdigt worden, wo so viele ruhen, denen er die Augen zugedrückt hat.

Bruder Gebhard hat auch viele Jahre in Simbabwe gearbeitet, später auch in Sambia und immer wieder in verschiedenen Häusern Europas seine handwerklichen Fähigkeiten eingesetzt. Zusammen mit dem damals schon nahezu erblindeten Pater Calasanz Hofmann baute er die Nkayi Mission im Norden der Diözese Bulawayo auf. Die ersten Jahre hausten sie wahrlich in erbarmungswürdigen Verhältnissen einer Blechhütte dort, bevor ein kleines Haus gebaut werden konnte. Das hat beiden nichts ausgemacht. Sie hatten einen großen Eifer und eine genauso große Opferbereitschaft. Bruder Gebhard erlebte die Zeit des Unabhängigkeitskrieges gegen das Apartheidsregime  in Rhodesien vor allem in der Empandeni Mission, im Grenzgebiet zu Botswana. Der heutige Regionalobere der Mariannhiller in der Region Mthatha, Südafrika, Pater Gideon Sibanda, wuchs auf einer Außenstation von Empandeni auf. Er war ein kleiner Junge während der Zeit des Krieges. Auf der Jagd nach Freiheitskämpfern brannte damals die rhodesianische Armee viele Hütten im Grenzgebiet nieder, auch die von Gideons Familie. Pater Gideon berichtete mir in seinem Kondolenzschreiben: Bruder Gebhard „helped my family a lot with food and clothing when our home was burnt down and destroyed by the Rhodesian security forces during the liberation war in Zimbabwe.“ Bruder Gebhard hat seiner Familie, die nichts mehr hatte, damals mit Lebensmitteln und Kleidung zum Überleben geholfen. Pater Gideon und seine Familie sind noch heute sehr dankbar dafür.

Vier markante Persönlichkeiten, kernige Missionare haben uns verlassen. Menschen, mit großem Eifer, mit Ecken und Kanten und auch manchen kleinen und großen persönlichen Schwächen. Die, die diese Mitbrüder kannten, wissen um diese. Sie brauchen nicht erwähnt werden. Darum kümmert sich Gott in seiner Barmherzigkeit. Aber alle vier ermöglichten es Gott, durch ihre menschliche Schwäche hindurch Großes zu bewirken. So wie Paulus wunderbar im 2. Korintherbrief ausdrückt, was Gott ihm eingegeben hat, als er ihn um das Beseitigen einer menschlichen Schwäche gebeten hat (2 Kor 12,9): „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber will ich mich also meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.“

Und so empfehlen wir diese vier Mitbrüder und uns selber der Barmherzigkeit Gottes: Ich bekenne ..."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tröstende und wohlwollende Worte fand auch Generalsuperior Pater Thulani Mbuyisa in seiner Botschaft an die Hinterbliebenen: 

Lieber Bruder Sebastian und Mitbrüder, liebe Mitarbeiterinnen im Missionshaus! 

Keiner von uns hätte vorhersagen können, was dieses Jahr passierte, als wir uns im Herbst 2019 bei der Kanonischen Visitation in Reimlingen begegneten oder dann auch noch einmal Anfang März zur Feier des 75. Todestages vom Seligen Pater Engelmar Unzeitig in Würzburg.

Die Covid-19 Pandemie hat uns alle überraschend erwischt. Sie entwickelte sich schnell von etwas, das den meisten von uns unbekannt war, zur am meisten von den Menschen weltweit besprochenen Angelegenheit. Sie führte vielerorts zu einem Lock-Down, einem fast totalen Stillstand des öffentlichen Lebens und verursachte auf unvorstellbare Weise Schmerz und Leid, Krankheit und Tod.

Heute versammelt Ihr Euch im Angedenken an die Mitbrüder, die während dieser Zeit der Pandemie verstarben. Ich und alle Mitbrüder sind mit Euch in Dankbarkeit verbunden: wir danken Gott, der uns mit dem Leben dieser vier Mitbrüder gesegnet hat, wir danken, dass deren Leben unsere Gemeinschaften durch ihre Präsenz und ihren Dienst bereichert hat. Wir danken ihren Familien, die uns mit ihren Söhnen, Brüdern und Onkeln beschenkt haben. Wir danken diesen verstorbenen Mitbrüdern für ihren Einsatz und treuen Dienst für Gott und sein Volk als Teil unserer Kongregation.

Ihr versammelt euch heute, um an sie zu denken, erzählt oder lauscht Geschichten über sie; Ihr berichtet von euren eigenen Erfahrungen mit ihnen. Wir erinnern uns an sie niemals als Zahlen und Statistiken, vielmehr als je einzigartige Menschen, als Brüder, mit denen wir das Leben geteilt haben, als Ordensleute und Missionare. Wir denken an sie, wie sie mit uns zusammen auf dem Weg der Nachfolge gepilgert sind und mit uns täglich auf das Wort Gottes gehört haben, Brot und Wein teilten im Eucharistischen Mahl. Wir legen sie im heutigen Gedenkgottesdienst in die liebevollen und barmherzigen Hände Gottes, auf dass sie gereinigt von Schuld zusammen mit unserem Gründer Abt Franz Pfanner und unserem Seligen Mitbruder Pater Engelmar und allen Heiligen am Festmahl des Ewigen Lebens teilhaben dürfen.

Während dieser schwierigen Stunden, Tage und Wochen waren die Mitbrüder weltweit mit Euch im Gebet verbunden. Heilige Messen wurden für Euch und die verstorbenen Mitbrüder gefeiert. Wir haben den Seligen Engelmar um seine Fürbitte angefleht durch das Beten der Novene und der Engelmar Litanei. Wie nie zuvor sahen wir uns als Gemeinschaft herausgefordert, in Solidarität zusammenzustehen. Und ich danke Gott, dass diese Pandemie uns weiterhin zusammenschweißt und hilft, die Bande der Brüderlichkeit und Gemeinschaft zu stärken.

Ich danke Mitbrüdern aus aller Welt für die Botschaften, die sie gesendet haben, für ihre Gebete und Heilige Messen. Diese Pandemie ist noch immer unter uns. Wir müssen daher unsere Gebete intensivieren, dass der barmherzige Gott uns helfen möge, dieser raubgierigen Krankheit ein Ende zu setzen.

Ich möchte auch die vielen Botschaften der Unterstützung und des Gebetsversprechens erwähnen, die wir von den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, anderen Ordensgemeinschaften und Kirchenführern aus verschiedenen Ländern, in denen wir präsent sind, erhalten haben. Möge Gott sie alle mit seinem Segen beschenken!

Ich möchte Dir, Bruder Sebastian Fischer, und für die Zeit Deiner Erkrankung und Deines Krankenhausaufenthaltes Bruder Konrad Diethei danken, dass Ihr unsere Mitbrüder während der Zeit der Erkrankung und des Sterbens begleitet habt. Danken möchte ich allen Mitbrüdern in Reimlingen. Ich kann nur versuchen, den Schmerz zu begreifen, den Ihr in Euren Herzen hattet und die Schwierigkeiten, als Ihr auch mit Euren eigenen Ängsten zurechtkommen musstet. Trotzdem seid Ihr den erkrankten und sterbenden Mitbrüdern zur Seite gestanden, als sie mit diesem unsichtbaren und doch so oft tödlichen Virus rangen. Euer Leben war auch in Gefahr und einige von Euch wurden ebenfalls angesteckt. Wir danken Gott, dass Ihr dies nun überstanden habt. Für all dieses danke ich Euch.

All dies wäre nicht möglich gewesen ohne den hingebungsvollen Dienst des Personals im Pflegeheim. Pater Provinzial hat mir mitgeteilt, dass einige von Ihnen dabei selbst mit dem Virus infiziert wurden. Jeder und jedem dieser Pflegekräfte danke ich von ganzem Herzen. Ihr habt Euer eigenes Leben riskiert, um unseren Mitbrüdern in dieser so herausfordernden Zeit beizustehen. Ich und meine Mitbrüder können Euch niemals genug danken. Aber Gott wird es tun. Möget Ihr und mögen Eure Familien die Liebe und den Schutz Gottes erfahren.

Liebe Mitbrüder, es gibt keinen besseren Weg Gott für unsere Mitbrüder Pater Chrysostomos Trummet, Bruder Raimund Berchtenbreiter, Bruder Alois Humpf und Bruder Gebhard Hörburger zu danken, als durch die Feier der Eucharistie. Während wir uns an das Leben, das Leiden, den Tod und die Auferstehung Christi erinnern, beten wir, dass diese unsere Mitbrüder mit den Heiligen des Himmels am Eucharistischen Mahl teilhaben dürfen. Denken wir dabei an die Worte Jesu zur trauernden Martha: (Joh 11,23): „Dein Bruder wird wieder auferstehen!“ Unsere Mitbrüder werden wieder leben!

Mögen die Jungfrau Maria, Mutter von Mariannhill, der Diener Gottes Abt Franz Pfanner und der Selige Pater Engelmar Unzeitig uns mit ihrem wirkmächtigen Gebet begleiten. Möge ihr Gebet uns, unsere Familien, die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, unsere Wohltäter und Freunde und die gesamte Welt vor dieser Pandemie schützen.

Pater German (Kurt) Trösch CMM, *1941, von Seewen/SO und Pater Peter Grand CMM, *1942, von Susten-Leuk/VS feiern ihr goldenes Priesterjubiläum. 

patergermanotroeschPater Germano Trösch CMMBeide Jubilare haben viel Gemeinsames. Zusammen waren sie in der Schule St. Josef in Altdorf und machten 1964 dort die Matura. Sie waren zusammen im Noviziat in Brig, legten dort am 30. September 1965 ihre Gelübde ab und schlossen sich damit der Kongregation der Mariannhiller Missionare an. Gemeinsam waren auch die Philosophie- und Theologiestudien an der Universität von Würzburg (1965-70) und schließlich die gemeinsame Priesterweihe am 30. Juni 1970 im Kapuzinerkloster in Solothurn durch Bischof Anton Hänggi, dem damaligen Bischof von Basel.

Dann aber trennten sich die Wege der beiden. Gemeinsam blieb, dass sie als Missionare tätig waren. Pater Peter wurde 1970 nach Mthatha, Südafrika, versetzt und Pater German vier Jahre später (1974) nach Vitoria in Brasilien. Nach einem Sprachstudium in Portugal und einem Inkulturations-Kurs in Brasilien wirkte Pater German in der Erzdiözese Vitoria als Missionar bis 1997, also 23 Jahre lang. Während dieser Zeit war er auch 16 Jahre Kaplan in einer Leprakolonie mit 360 Kranken. Seine Hauptaufmerksamkeit galt der Seelsorge. Als sich unsere Kongregation aus Brasilien zurückzog, wurde er 1997 nach Mosambik versetzt und wirkte dort für weitere 20 Jahre als Missionar in der Pfarrei Namaacha. Für einige Zeit leitete er auch das Kleine Seminar der Mariannhiller Missionare in der Peripherie von Maputo. Pater German kam 2018 in die Schweiz zurück.

paterpetergrandPater Peter Grand CMMPater Peter arbeitete in verschiedenen Pfarreien in der Diözese Mthatha, allein 17 Jahre in der Pfarrei Qumbu. Er war zwischendurch auch Provinzialoberer, später Leiter des ordenseigenen Priesterseminars in Pietermaritzburg (Merrivale), dann sechs Jahre Novizenmeister in unserem Gründungskloster Mariannhill bei Durban. 2002 wurde er als Stellvertreter des Generalsuperiors der Mariannhiller nach Rom berufen. Seit 2011 ist er wieder in der Schweiz. Hier wurde er zum Missionsprokurator ernannt, eine Aufgabe, die er gegenwärtig noch innehat.

Beiden Mitbrüdern gratulieren wir zu ihrem Goldenen Priesterjubiläum und danken ihnen für ihren Einsatz im Dienst der Mission, der Kirche und der Kongregation.

Pater Mario Muschik CMM zeigte sich hocherfreut, dass man in diesen Zeiten, wo viele Menschen mit Ängsten vor dem Corona Virus sowie Schreckensmeldungen aus aller Welt konfrontiert werden, ein so schönes Fest feiern dürfe. Pater Andreas Sauter und Pater Francis Jank feierten ihr 60jähriges Priesterjubiläum in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier der Wortlaut der Predigt: 

Es ist alles sehr gut gegangen! Oder anders: Ihr seid sehr gut gegangen! Ihr seid sehr gut gegangen auf Eurem Weg der Nachfolge Jesu im priesterlichen Dienst!

Lieber Pater Andreas, Lieber Pater Francis,

es tut sehr gut, das sagen zu können. Gerade in unserer Zeit, wo wir alle noch verunsichert sind durch die Corona-Krise. Wo wir Tag für Tag mit Schreckensmeldungen bombardiert werden. Wo die Nachrichten voll sind von negativen Ereignissen.

Gerade da tut es gut, sagen zu können, dass etwas gut gegangen ist. Da tut es gut, sagen zu können, dass ihr gut gegangen seid auf dem Weg der Nachfolge. Die Einladung, Jesus nachzufolgen, haben wir im Evangelium heute gehört. Ihr habt bereits als Junge Menschen diese Einladung Jesu vernommen, und Euch entschieden, ihm zu folgen. Der Anfang des Weges war abenteuerlich für Euch, denn Eure Kindheit und Jugend fiel in eine schwere Zeit, war geprägt von Krieg und Entbehrung, Kriegsdienst und Gefangenschaft, Arbeitslager und Flucht.

Aber ihr habt Euren Weg gefunden, und bei uns Missionaren von Mariannhill habt ihr Eure geistliche Heimat gefunden. Ein wichtiges Ereignis auf Eurem Berufungsweg war Eure Priesterweihe vor 60 Jahren. Geweiht wurdet Ihr am Fest der Apostel Petrus und Paulus. Diese beiden waren ganz unterschiedliche Charaktere, hatten unterschiedliche Temperamente und Talente. Ihr Lebensweg verlief sehr unterschiedlich. Und doch sind beide auf ihre je eigene Weise Jesus nachgefolgt, und sind ihren Weg gegangen bis zum Ziel ihres Lebens.

Auch Ihr seid auf ganz unterschiedlichen Wegen Jesus nachgefolgt, in unterschiedlichen Aufgaben, in verschiedenen Ländern und Kontinenten. Du, Pater Francis, warst im wahrsten Sinne des Wortes international tätig: Maria Veen, Gemünden, Arnsberg, Lohr, Madrid, Palencia, Salamanca… Die vielen Stationen und Aufgaben aufzuzählen, die Du in der Provinz und Diözese Mthata in Südafrika betreut hast, würde den zeitlichen Rahmen sprengen. Fünf Jahre warst Du zwischenzeitlich in Merrivale als Ausbilder und Professor für unsere jungen Mitbrüder tätig, bevor Du auf Wunsch des Bischofs wieder nach Mthata zurückgekehrt bist. Nicht wenigen Bischöfen und Provinzialen standest Du als Berater zur Seite.

Du, lieber Pater Andreas, warst zunächst in Reimlingen, Würzburg und Neuss eingesetzt, bevor Du über viele Jahrzehnte als guter Hirte und hochgeschätzter Seelsorger die Pfarrei Reimlingen geleitet hast. Viele Menschen konntest Du auf ihrem Lebens- und Glaubensweg begleiten, warst ein Garant für Sicherheit, Beständigkeit und Kontinuität, hast den Menschen vorgelebt, was es bedeutet, treu im Glaube zu sein. Auch nach Deiner Emeritierung bist Du noch ein beliebter Aushilfsgeistlicher und Krankenseelsorger.

Beide seid Ihr für uns ein Vorbild, und führt uns vor Augen, was es heißt, dem Weg Jesu zu folgen und darin Glück und Erfüllung zu finden. Ich finde es großartig, dass Ihr durch Euer Leben diese beiden Aspekte der Nachfolge beleuchtet: Von Dir, Pater Andreas, können wir lernen, wie wichtig es ist, über lange Zeit hinweg treu, beständig und zuverlässig Dienst zu tun. Von Dir, Pater Franziskus, können wir lernen, dass es manchmal notwendig ist, flexibel zu sein, bereit für Veränderungen, bereit, dorthin zu gehen, wo wir benötigt werden. Ich finde es auch beruhigend, zu sehen, dass nicht jeder alles gleichzeitig leisten muss, dass jeder Mensch Schwerpunkte haben darf, sein Leben und seinen Glauben zu gestalten. Lieber Pater Andreas, lieber Pater Franziskus, es ist alles gut gegangen. Ihr seid gut gegangen auf dem Weg der Nachfolge Jesu. Ich bedanke mich im Namen von uns allen für Euer Lebenszeugnis, und wünsche Euch Gottes reichen Segen für Euren weiteren Lebensweg.

 

Die Predigt vom stellvertretenden Provinzial, Pater Mario Muschik CMM, zum Nachhören:

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Am Sonntag, 28. Juni, feiern die Mariannhiller, Pater Francis Jank und Pater Andreas Sauter, ihr 60jähriges Priesterjubiläum. Dem Festgottesdienst in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen, um 10 Uhr steht der stellvertretende Provinzial Pater Mario Muschik vor.

francisPater Francis Jank CMMPater Francis Jank wurde als Alois Jank am 29. Mai 1933 in Komárov (Diözese Hradec Králové) in der ehem. Tschechoslowakei geboren. 1939 besuchte er die Grundschule in Prohruby. 1943 wurde er zur weiterführenden Schule nach Trautenau, Nordöstliches Böhmen, in der Nähe der jetzigen polnischen Grenze geschickt. Am 25. August 1945 wurde Alois Jank zusammen mit seinen Eltern und einigen seiner Brüder und Schwestern ohne Gerichtsurteil in ein Zwangsarbeitslager verbracht. Während der Gefangenschaft starb u. a. auch seine Mutter. Nach der Freilassung am 2. September 1946 wurde Alois Jank in die Nähe der Ostsee ausgesiedelt. Nach mehreren Versuchen schlüpfte er durch Sowjetische, Britische und Amerikanische Kontrollposten und gelangte im August 1948 nach Reimlingen, wo er das Missionsseminar der Missionare von Mariannhill besuchte. 1952 erhielt er zum ersten Mal einen westdeutschen Ausweis und konnte so am 1. September als Schüler des ordenseigenen Studienhauses Aloysianum das humanistische Gymnasium in Lohr am Main besuchen. 1954 erlangte er dort die Hochschulreife. Noch im Oktober des gleichen Jahres begann er das Noviziat in Mönchsdeggingen und erhielt den Klosternamen Francis.

Nach seiner Ersten Profess am 3. Oktober 1954 begann er das Philosophie- und Theologiestudium in Würzburg. Fünf Jahre später wurde er in Würzburg zum Diakon geweiht. Als Diakon wurde er nach Maria Veen gesandt, um dort Mathematik zu unterrichten und als Präfekt im Internat nach dem Wohl und Wehe der Schüler zu schauen. Am 29. Juni 1960 wurde er in Würzburg zum Priester geweiht. Als Kaplan war er unter anderem in Gemünden am Main, in Arnsberg sowie in Lohr am Main tätig. 1961 wurde Pater Francis Jank nach Spanien ausgesandt, um dort bei der neuen Gründung den Missionaren von Mariannhill zu helfen. Stationen waren unter anderem Madrid, Palencia und Salamanca. 1968 kam er nach Südafrika um dort in der Provinz Mthatha den Menschen ein guter Seelsorger zu sein. In den folgenden Jahren wurde er immer wieder auf verschiedenen Missionsstationen eingesetzt.

1994 bat ihn die Generalleitung, in dem Ausbildungs- und Studienhaus der Missionare von Mariannhill in Merrivale, Südafrika, seine reichen Missionserfahrungen auch an die ordenseigenen Studenten weiterzugeben. Das St. Josef College, an dem die Studenten unterrichtet wurden, freuten sich über die Hilfe und Unterstützung, die Pater Francis ihnen als Professor für Philosophie und Missionswissenschaften geben konnte. Fünf Jahre später kehrte er auf Wunsch des Bischofs von Mthatha wieder in die Provinz Mthatha zurück. Im Jahre 2009 übernahm er als Seelsorger fortan die Betreuung der Behinderteneinrichtungen der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut Ikhwezi Lokusa und half in den umliegenden Missionspfarreien aus. 2016 kehrte er nach Deutschland zurück, wo Pater Francis nun im Missionshaus St. Josef in Reimlingen seinen wohlverdienten Ruhestand verbringt. Im Oktober 2019 verlieh ihm das Land Oberösterreich die Verdienstmedaille des Landes für sein missionarisches Wirken.

sauterPater Andreas Sauter CMMPater Andreas Sauter erblickte am 25. April 1927 in Halden, einem Ortsteil von Kirchhaslach, das Licht der Welt. Die Volksschule besuchte er in Kirchhaslach. Im Anschluss an die Schulzeit arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft mit. Am 1. September 1944 wurde er zum Arbeitsdienst einberufen und am 27. Dezember zur Wehrmacht. Im April 1945 kam Pater Andreas in amerikanische Gefangenschaft. Ende Juni 1945 wurde er wieder entlassen. Fortan arbeitete er wieder in der Landwirtschaft.

Zum ersten Mal kam Pater Andreas Sauter im Oktober 1948 nach Reimlingen, um sich im Seminar der Missionare von Mariannhill vorzustellen. Im September des nächsten Jahres begann er den Kurs für die Spätberufenen. Die Hochschulreife erlangte er im Juni 1954. Am 3. Oktober begann er in Mönchsdeggingen das Noviziat für die Kleriker. Ein Jahr später legte er die Erste Profess ab. Anschließend begann für Pater Andreas in Würzburg das Studium der Philosophie und Theologie. Die Weihe zum Priester erhielt er am 29. Juni 1960 in Würzburg.

Am 1. September 1960 begann er mit seiner Arbeit als Präfekt und Religionslehrer im ordenseigenen Seminar St. Josef in Reimlingen. Acht Jahre später wurde er von der Ordensleitung nach Würzburg versetzt. Fortan hielt er Vorträge und arbeitete dabei eng mit dem päpstlichen Hilfswerk Missio in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen. Im Juni 1976 wurde er in das Spätberufenenseminar nach Neuss am Rhein versetzt. 

Am 2. Januar 1979 kam Pater Andreas Sauter dann als Pfarrer nach Reimlingen. Hier war er fast 32 Jahre in der Pfarrei, die Reimlingen, Grosselfingen, Balgheim, Schmähingen, Ederheim, Hürnheim und Christgarten umfasst, tätig. Am 31. August 2010 wurde er offiziell von der Gemeinde verabschiedet und erhielt im September 2010 die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Reimlingen. Seitdem lebt Pater Andreas Sauter im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Von hier aus hilft er immer wieder als Seelsorger im Dekanat Nördlingen aus und versieht regelmäßig den Krankenbesuchsdienst im Nördlinger Stiftungskrankenhaus. 

 

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