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Appell zur Humanisierung unserer Gesellschaften. Nein zu einem selektiven Gesundheitswesen 

In der Covid-19-Pandemie sind die alten Menschen in vielen europäischen Ländern wie auch anderswo in Gefahr. Die dramatischen Zahlen der Toten in Heimen lassen uns schaudern. 

Es wird viel zu überdenken geben, was die öffentlichen Gesundheitssysteme betrifft und die notwendigen Maßnahmen, um alle zu erreichen und wirksam zu behandeln. Ziel muss auch sein, von der Institutionalisierung alter Menschen weg zu kommen. Wir sind jedoch besonders besorgt über die traurigen Geschichten des Hinsterbens alter Menschen in Heimen. Dies alles wäre nicht geschehen, wenn nicht die Idee um sich greifen würde, dass es möglich sei, ihr Leben zugunsten anderer zu opfern. Papst Franziskus bezeichnet dies als Wegwerfkultur, die den alten Menschen das Recht nimmt, als Menschen betrachtet zu werden, und sie als Nummer ansieht, und in bestimmten Fällen nicht einmal das. 

In vielen Ländern taucht im Zusammenhang mit der Behandlungsbedürftigkeit ein gefährliches Modell auf, das sich für ein selektives Gesundheitswesen ausspricht, in dem das Leben von alten Menschen als zweitrangig betrachtet wird. Ihre größere Verletzlichkeit, das fortgeschrittene Alter und die möglicherweise vorliegenden weiteren bei ihnen bestehenden Erkrankungen sollen danach eine Form der Auswahl zugunsten der Jüngeren und Gesünderen rechtfertigen. 

Sich resigniert damit abzufinden ist menschlich und rechtlich inakzeptabel. Die demokratische und humanitäre Ethik sind darauf gegründet, keinen Unterschied zwischen Menschen zu machen, auch nicht aufgrund des Alters. Diese Prinzipien finden sich in einer religiösen Sicht des Lebens, aber auch in den Menschenrechten und im ärztlichen Ethos. Hier darf man sich keinesfalls auf irgendeinen Notstand berufen, nach dem Abweichungen von diesen Prinzipien gerechtfertigt wären oder zur Regel gemacht würden. Die These, dass eine kürzere Lebenserwartung rechtlich einen geringeren Wert eines Lebens zur Folge hätte, ist aus juristischer Perspektive eine Barbarei. Dass dies von außen (seitens des Staates oder des Gesundheitswesens) ohne Beachtung des Willens einer Person auferlegt wird, bedeutet eine weitere nicht akzeptable Beschneidung der Rechte des Individuums. 

Der wichtige Gedanke, dass die Generation der alten Menschen ein Kapital darstellt, findet sich weiterhin in allen Kulturen. Zu akzeptieren, dass ihr ein anderer Wert zukäme, zerreißt das soziale Netz der Solidarität zwischen den Generationen und spaltet die gesamte Gesellschaft. Wir dürfen die Generation nicht sterben lassen, die gegen die Diktaturen gekämpft, sich um den Wiederaufbau nach dem Krieg gemüht und Europa aufgebaut hat. Den vorzeitigen Tod der alten Menschen auf dem Hintergrund einer utilitaristischen Mentalität zu akzeptieren erzeugt eine Hypothek für die Zukunft, spaltet die Gesellschaft in Altersgruppen und führt das gefährliche Prinzip der Ungleichheit der Alten ein. 

Wir glauben, dass es notwendig ist, nachdrücklich die Prinzipien der Gleichbehandlung und des universalen Rechts auf Behandlung einzufordern, als Errungenschaften der letzten Jahrhunderte. Alle notwendigen Energien müssen investiert werden, um die größte Zahl an Leben zu retten und den Zugang zur Behandlung für alle zu ermöglichen. Der Wert des Lebens muss gleich für alle bleiben. Wer das zerbrechliche und schwache Leben der Älteren abwertet, bereitet einer Entwertung jeden Lebens den Weg. 

Mit diesem Appell drücken wir unseren Schmerz und unsere große Sorge über die zu vielen Todesfälle bei alten Menschen in diesen Monaten aus und wünschen uns eine moralische Revolte, damit bei der Behandlung alter Menschen ein Richtungswechsel erfolgt und damit vor allem die besonders Verletzlichen nie als eine Last oder, schlimmer noch, als unnütz betrachtet werden. 

Den Appell unterstützen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Erstunterzeichner: 

Andrea Riccardi, Historiker, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio
Romano Prodi, ehemaliger italienischer Ministerpräsident und ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission
Jürgen Habermas, Philosoph, Deutschland
Jeffrey D. Sachs, Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network 
Aleksandra Dulkiewicz, Bürgermeisterin von Danzig, Polen
Simonetta Agnello Hornby, Schriftstellerin, Vereinigtes Königreich
Manuel Castells, Professor für Soziologie an der University of California Berkeley, Spanien
Irina Bokova, ehemalige Generaldirektorin der UNESCO, Mitglied des Hohen Komitees der menschlichen Brüderlichkeit, Bulgarien
Mark Eyskens, ehemaliger belgischer Premierminister
Hans Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, Deutschland
Felipe González Márquez, ehemaliger spanischer Ministerpräsident
Marie De Hennezel, Psychologin, Frankreich J
ean-Pierre Denis, Chefredakteur der Wochenzeitung La Vie, Frankreich
Kardinal Matteo Zuppi, Erzbischof von Bologna, Italien
Adam Michnik, Essayist, Chefredakteur der Gazeta Wyborcza, Polen
Michel Wieviorka, Soziologe, Präsident der Fondation Maison des Sciences de l'Homme in Paris, Frankreich
Giuseppe De Rita, Soziologe, Gründer von CENSIS, Italien
Stefania Giannini, Beigeordnete Generaldirektorin für Bildung der UNESCO
Maria Antónia Palla, Journalistin, Portugal
Navi Pillay, Richterin, Präsidentin des ICDP, Südafrika
Annette Schavan, ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Deutschland 

Weitere Informationen: www.santegidio.org 

Der Regionalobere Pater Christoph Eisentraut fand gute und einfühlsame Worte angesichts des heutigen Festes bei einem Gottesdienst in der Schloßkapelle von Riedegg. Hier der Wortlaut seiner Ansprache: 

"Heute ist der Todestags unseres Gründers Abt Franz Pfanner. Am 24. Mai 1909, vor 111 Jahren, verstarb er in Emaus Mission. Für mich war es eines der schönsten Erlebnisse meiner Zeit in Südafrika zusammen mit dem Team von Emaus vor 11 Jahren den 100. Todestag dieses Apostels Südafrikas in Emaus vorzubereiten und mit allen Bischöfen Südafrikas zu feiern.

Mehr als die Hälfte dieser 111 Jahre ist Pater Bernhard Pagitsch schon ein Mariannhiller. Am Pfingstsonntag jährt sich zum 65. mal seine Profess, damals hier in Riedegg. Wir feiern es heute und gratulieren ihm zu diesem großartigen Jubiläum. Den Großteil seiner Zeit als Mariannhiller hat er in Afrika verbracht, mit zwei großen Schwerpunkten: Mariazell und Mariannhill Monastery. Und heute beendet Pater Bernhard seinen Dienst als Koordinator der Mariannhiller Gemeinschaft von Schloss Riedegg. Herzlichen Dank Pater Bernhard für Deinen Dienst in Riedegg, für Deinen Einsatz in verschiedenen Provinzen Afrikas (Mthatha, Mariannhill und Sambia), für 65 Jahre Treue zu unserer Gemeinschaft! Ich darf Dir eine Kerze überreichen auf der geschrieben steht: Nur in Gott ist wahrer Friede! Das erinnert uns an die Worte des greisen Simeon: Nun lässt du Herr, deinen Diener, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast! Du Bernhard durftest das sehen und du durftest dazu beitragen. Und obwohl du gar nicht so wirkst und noch sehr aktiv bist, hast du doch ein betagtes Alter in guter Gesundheit erreichen dürfen. Möge dir der gleiche innere Frieden geschenkt sein, den Simeon erleben durfte, als er auf sein Leben zurückblickte und vor allem auf seine Begegnung mit Christus.

Auf Beschluss des Regionalrates übernimmt heute Pater Franz Hrouda von Dir das Amt des Kirchenrektors der Schlosskapelle von Riedegg. Wir danken Dir Franz, dass Du bereit warst, diese Aufgabe zu übernehmen, auch wenn der Start dafür in der Zeit der Corona Beschränkungen nicht leicht ist. Mögest Du dazu beitragen, dass diese Kapelle auch weiterhin ein Ort bleibt, an dem der Glaube gefeiert, das lebensspendende Wort Gottes verkündet und die christliche Gemeinschaft gestärkt wird. Möge Pater Anselm Grün OSB, der Dir gut vertraut ist, Dir dazu Anregungen schenken!

Heute beginnt auch Frau Cornelia Brunner offiziell ihren Dienst als Koordinatorin unserer Gemeinschaft. Wir haben uns gut darauf vorbereitet in der Region, in einem längeren Prozess, auch mit Begleitung und Hilfe aus dem Kardinal König Haus in Wien, Bereich Ordensentwicklung. Wir haben Vertrauen, dass wir in Ihnen, Frau Brunner, die richtige Person für diese neue Herausforderung gefunden haben und wünschen Ihnen / Dir reichen Segen dazu, aber auch für Dich selber Freude und Erfüllung in dieser Aufgabe. Am Freitag waren ein paar von uns in Maria Taferl, einem der schönsten Wallfahrtsorte Österreichs. Das Gnadenbild dort ist das der Schmerzensmutter, die Pietá. Es ist ein Bild, das es auch in säkularen Abwandlungen gibt, so z.B. von Käthe Kollwitz, geschaffen in 1937, zur Erinnerung an ihren Sohn Peter, der im Ersten Weltkrieg gefallen war. Heute steht dieses Kunstwerk in der zentralen Gedenkstätte für die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft in Berlin. Michelangelos Pietá im Petersdom ist wohl die berühmteste Darstellung dieses Motivs.

Möge die Schmerzensmutter Dir ein Vorbild sein an einfühlsamer Liebe. Maria ist nicht weggerannt vom Leiden ihres Sohnes; sie konnte es nicht abwenden, aber sie konnte es erleichtern durch ihre Nähe und tatkräftige Liebe. Wir erhoffen, dass es Dir gelingen wird, unseren älteren Mitbrüdern hier in Riedegg in deren Zeit des Alterns und auch der Gebrechlichkeit zur Seite zu stehen. Deine reiche Berufserfahrung wird eine große Hilfe sein! Aber auch ich und die Regionalleitung, sowie unsere Ökonomin, Frau Dorninger, versprechen Dir, dass wir Dich dabei unterstützen werden! Auf eine gute gemeinsame Zeit!

Und heute wollten wir eigentlich auch den Abschied der CPS Schwestern nach 74 Jahren in Riedegg in einem würdigen Rahmen begehen. Das Corona Virus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schade! Wir wissen noch nicht, ob wir es zu einer späteren Zeit nachholen können. Den Abschied von und Dank an Schwester Angelika können wir sicher bei ihrem 80. Geburtstag in 2 Wochen ausdrücken. Vergelt´s Gott Schwester Angelika.

Und so wollen wir gemeinsam Gottesdienst feiern, Eucharistie, die große Danksagung: wir danken Gott für die frohe Botschaft, die Abt Franz Pfanner auf großartige Weise im südlichen Afrika mit seinen Missionaren und Missionsschwestern verbreiten durfte, wir danken für das Lebenszeugnis von Pater Bernhard, seine Treue über 65 Jahre, wir danken Pater Franz, wir danken für das Wirken sehr vieler Schwestern hier in 74 Jahren und wir danken für die Bereitschaft von Frau Brunner, sich auf dieses Abenteuer im Schloss einzulassen!

Herr Jesus Christus, du hast Franz Pfanner zum Apostel Südafrikas gemacht, Herr erbarme dich,

du hast ihn in den letzten Jahres seines Lebens in Emaus immer tiefer in die Gemeinschaft mit dir hineingeführt, Christus erbarme dich,

Sein Beispiel ermutigte Hunderte zu einem selbstlosen Einsatz in der Mission, Christus erbarme Dich."

Am 24. Mai 2020 gedenken wir Missionare von Mariannhill des 111. Todestages von Abt Franz Pfanner. Er erblickte 1825 in Langen, Vorarlberg, das Licht der Welt. Er bekam den Taufnamen Wendelin. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Feldkirch, studierte er in Innsbruck, Brixen und Padua Philosophie und Theologie. Am 28. Juli 1850 wurde er im Dom zu Brixen durch Bischof Galura zum Priester geweiht.

Anschließend wirkte er neun Jahre als Pfarrer in Haselstauden bei Dornbirn. Während dieser Zeit reifte in ihm der Wunsch in ein Kloster einzutreten. Aber bevor es soweit war, reiste er 1862 nach Rom und 1863 ins Heilige Land. Am 9. Oktober 1863 wurde er als Pater Franz im Trappistenkloster Maria Wald in der Eifel eingekleidet.

Seine Erste Profess legte er am 24. November 1864 ab. Drei Jahre später wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Kirchen- und Klosterruine von Tre Fontane nahe Rom wieder aufzubauen. Nach zwei Jahren ist das Werk vollbracht und man übertrug ihm die Gründung des Trappistenklosters Maria Stern bei Banjaluka in Bosnien.

Im Alter von 54 Jahren nahm Pater Franz Pfanner als Prior von Maria Stern am Generalkapitel der Trappisten in Sept Fons, Frankreich, teil. Zu Gast war auch der südafrikanische Bischof Ricards, der die Trappisten bat, im südlichen Afrika ein Kloster zu gründen. Während die versammelten Äbte und Oberen noch diskutierten, sprach Pater Franz Pfanner folgende Worte: “Wenn keiner geht, dann gehe ich!”

Mit fester Stimme fügt er seiner spontanen Bereitschaft, nach Südafrika zu gehen, hinzu: “Ich verpflichte mich auf drei Jahre und bin entschlossen, mit meiner Mannschaft das neue Kloster in dieser Zeit aufzubauen, wenn der Bischof zahlt.”

Dieser Entschluss wird vom Generalkapitel der Trappisten bereitwillig akzeptiert. 1880 erreichte Pater Franz Pfanner mit 30 Mönchen Dunbrody in der Kapkolonie. Allerdings war die Gegend so unwirtlich, dass man schon zwei Jahre später Dunbrody verließ und sich auf den Heimweg nach Europa machte. Aber es sollte anders kommen. Pater Franz Pfanner konnte in der Nähe der südafrikanischen Hafenstadt Durban eine Farm kaufen. Am zweiten Weihnachtstag im Jahre 1882 blieb die Reisegruppe mit ihren schwerbeladenen Ochsenwagen auf diesem Gelände im Schlamm stecken. Ein Flottmachen der Karren schien unmöglich. Die Nacht brach herein. Franz Pfanner entschied kurzer Hand: “Abladen! Hier bleiben wir. Hier bauen wir unser Kloster!”

Und so kam es zur Gründung des Klosters und Missionszentrums Mariannhill – auf dem “Maria-Anna-Hügel” bei Durban. Schon bald war das Kloster Mariannhill Ausgangspunkt für die Gründung vieler Außenstationen. Es wurden Schulen gebaut, Krankenhäuser errichtet, und in den Werkstätten in Mariannhill wurden junge Südafrikaner ausgebildet. 1885 gründete Franz Pfanner die Kongregation der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. Ende des Jahres, am 27. Dezember 1885, wurde Pater Franz Pfanner zum Abt des Klosters Mariannhill geweiht. Es dauerte nicht lange und Abt Franz Pfanner bekam Schwierigkeiten mit der Ordensleitung der Trappisten. Missionseifer auf der einen und die trappistische Ordensregel auf der anderen Seite vertrugen sich nicht. 1892 musste Abt Franz sein Amt niederlegen. Er ließ sich auf der Missionsstation Emaus nieder. Seinem Ideal blieb er aber treu. Bis ins hohe Alter dachte er missionarisch, schrieb ermutigende Briefe und Missionsberichte, gab Ratschläge und Tipps jenen, die sich dem Dienst der Evangelisation widmeten. Fast 84jährig starb Franz Pfanner am 24. Mai 1909. Kurze Zeit später löste Papst Pius X. das Kloster Mariannhill aus dem Ordensverband der Trappisten und gab den Weg frei zur Gründung der Kongregation der Missionare von Mariannhill.

Mehr über Abt Franz Pfanner erfahren Sie hier.

Der Papst will die Welt retten!“ Das ist für den Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Pater Michael Heinz die Mission von Papst Franziskus. „Mit seiner Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si' hat er vor fünf Jahren alle Menschen guten Willens weltweit eingeladen, unser gemeinsames Haus, unseren wunderbaren Planeten mit allen Kräften zu bewahren." Wie sehr der Papst damit am Puls der Zeit ist, zeige die aktuelle Situation im Amazonasgebiet auf dramatische Weise. „Nach den verheerenden Waldbränden treibt der rechtsradikale brasilianische Präsident Jair Bolsonaro nun im Schatten der Corona-Pandemie rücksichtslos die Abholzung und Ausbeutung des größten verbliebenen zusammenhängenden Regenwaldes der Welt voran“, kritisiert Adveniat-Chef Pater Heinz. Umso wichtiger, dass sich mit Papst Franziskus eine weltweit anerkannte Stimme für die bedrohte Schöpfung und die bedrohten Völker einsetze, die im Einklang mit der Natur leben.

Die Gründung des kirchlichen Amazonas-Netzwerks Repam, die Besuche indigener Völker oder die Amazonas-Synode 2019 stehen dem Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz zufolge für die Kontinuität, mit der Franziskus dieses Thema verfolge. Er sei auch stets bereit, dafür zu streiten: „Er legt sich mit der Wirtschaft an, indem er in Laudato si‘ die ‚ökologische Schuld‘ für die Erderwärmung einer wirtschaftlich erzeugten Wegwerfkultur anlastet, die Pflanzen, Tiere und Menschen weltweit existentiell bedroht. Er legt sich mit der Politik an, indem er eine echte politische Weltautorität fordert anstelle eines politischen Flickenteppichs, deren Akteure von multinationalen Konzernen gegeneinander ausgespielt werden. Und er legt sich mit so manchem in der Kirche an, indem er die kirchliche Skepsis und Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnis überwindet und den wissenschaftlichen Konsens einer menschengemachten Erderwärmung als Grundlage seines Redens und Handelns macht“, erklärt der Adveniat-Chef Pater Heinz.

Für den Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks hat Papst Franziskus in Laudato si‘ in prophetischer Weise „die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist“, neu ins Bewusstsein gerufen. Und das in einer Welt, die sich global gibt, aber zu oft spaltend wirkt. In der am 24. Mai 2015 erschienenen Umwelt- und Sozial-Enzyklika habe Papst Franziskus den Schutz von Umwelt und Klima mit dem Einsatz für die Armen, die Jugend und die indigenen Völker in unübertroffener Weise zusammengedacht. „Die Armen, die Indigenen und auch die Jugend in den Mittelpunkt zu stellen, das ist für Papst Franziskus keine Floskel“, ist Pater Heinz überzeugt. „Ob als Erzbischof von Buenos Aires oder als Papst in Rom – er lebt immer bescheiden an der Seite der Armen und setzt sich politisch für die Bekämpfung von Armut und Not ein.“ Mit der Amazonas-Synode im vergangenen Oktober habe Papst Franziskus die indigenen Völker und ihre Lebenswelt in das Zentrum der Kirche und damit der Weltöffentlichkeit gerückt. „Am Ende hat er die Option für die Armen und die Jugend, wie sie die lateinamerikanischen Bischöfe formuliert haben, um die der Indigenen erweitert“, so Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz. Mit seinem Satz: „Die jungen Menschen verlangen von uns eine Veränderung“, habe er bereits vor fünf Jahren bewiesen, wie sensibel er die Anliegen der Jugend begreife und aufnehme. „Die politisch und wirtschaftlich Mächtigen hören dagegen bis heute nicht den Schrei der Jugend, die beispielsweise in Form der Fridays-for-Future-Bewegung seit eineinhalb Jahren auf der Straße, in den sozialen Netzwerken sowie auf politischen Veranstaltungen auf Veränderungen drängen. Sie hören nicht den Schrei der Armen, die während der aktuellen Corona-Pandemie nur die Wahl zwischen Ansteckung und Hunger haben. Und sie hören nicht den Schrei der geschundenen und ausgebeuteten Schöpfung, die im Zuge der menschengemachten Erderwärmung am Amazonas und in Australien zuletzt im wahrsten Sinn des Wortes in Flammen stand“, kritisiert Adveniat-Chef Pater Michael Heinz.

„Aber so wie Papst Franziskus immer wieder die Systemfrage stellt und auf einen Wandel drängt, so ruft er auch jeden Einzelnen zur Umkehr hin zu einem neuen Lebensstil“, erklärt Pater Heinz. Der Papst rufe in seinem Schreiben Laudato si‘ zu einer „Erziehung zur Umweltverantwortung“ auf und fordere beispielsweise den Verbrauch von Plastik und Papier zu vermeiden, den Wasserverbrauch einzuschränken, Abfälle zu trennen, Lebewesen sorgsam zu behandeln, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Bäume zu pflanzen. „All das gehört zu einer großherzigen und würdigen Kreativität, die das Beste des Menschen an den Tag legt. Etwas aus tiefen Beweggründen wieder zu verwerten, anstatt es schnell wegzuwerfen, kann eine Handlung der Liebe sein, die unsere eigene Würde zum Ausdruck bringt.“ Papst Franziskus schätze diese vermeintlich kleinen Anfänge des Einzelnen wert, während er es „unwürdig“ nennt, immer wieder neue „Formen der Ausplünderung der Natur“ zu schaffen, „nur um neue Möglichkeiten des Konsums und der unmittelbaren Rendite zu bieten“. Der Papst macht deutlich: Seinen Lebensstil zugunsten der Umwelt und der Mitmenschen zu ändern, ist Ausdruck der wahren menschlichen Würde. Für Adveniat-Chef Pater Heinz zeigt sich daran, wie hoch Franziskus von jedem einzelnen Menschen denkt: „Er traut auch uns zu, mit ihm die Welt zu retten!“

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 1.900 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

„In Lateinamerika droht angesichts der Corona-Pandemie eine humanitäre und ökologische Katastrophe.“ Davor warnt der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz. Laut WHO sind inzwischen mehr als eine halbe Million Lateinamerikaner mit der Lungenkrankheit infiziert. Da jedoch in den meisten Ländern des Subkontinents kaum getestet wird, liegt die Dunkelziffer Schätzungen zufolge um ein Vielfaches höher. „Auf Covid-19 folgen Hunger und Gewalt“, ist sich Pater Heinz gewiss.

Millionen Lateinamerikaner könnten sich aufgrund von Ausgangssperren nicht mehr ernähren, weist Pater Heinz auf eine drohende humanitäre Notlage gewaltigen Ausmaßes hin. Der 2,5 Millionen Euro hohe Corona-Sonderfond des Lateinamerika-Hilfswerkes sei bereits ausgeschöpft. „Das zeigt, wie nötig Grundnahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel gebraucht werden“, sagt Pater Heinz. Die Kirche übernehme derzeit in vielen Ländern Lateinamerikas die Versorgung der Armen. „Staatliche Stellen sind oft völlig überfordert, fallen aus oder sind gar nicht vorhanden“, so der Adveniat-Hauptgeschäftsführer.

Zudem würden im Schatten der Krise politische Fragen ohne interne Kontrollen geklärt. Das gelte besonders für Brasilien, einem Hotspot der Pandemie. Das südamerikanische Land zählt inzwischen die weltweit dritthöchste Zahl an bestätigten Corona-Fällen. „Das hängt auch damit zusammen, dass Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro die Gefahr immer kleingeredet und Corona als eine Erfindung der Medien bezeichnet hat“, kritisiert Pater Heinz. „Wir müssen die Menschen dort unbedingt schützen: vor Corona, vor Gewalt und vor einer rücksichtslosen und völlig irrationalen Politik“, fordert er.

Auch Adveniats Brasilien-Referent, Klemens Paffhausen, findet drastische Worte: „Die Armen in Brasilien haben die Wahl, an Corona oder an Hunger zu sterben.“ Makaber und menschenverachtend sei, dass Bolsonaro das instrumentalisiere und die Armen und Erwerbslosen gegen die Corona-Erkrankten ausspiele. Zudem treibe er im Schatten der Pandemierücksichtslos die Abholzung und Ausbeutung des größten verbliebenen zusammenhängenden Regenwaldes der Welt am Amazonas voran. Von Corona besonders betroffen ist nach Aussage von Paffhausen die arme indigene Bevölkerung. Sie habe dem Virus oft keine Immunabwehr entgegenzusetzen. „Schutzlos ausgeliefert sind die Indigenen aber nicht nur dem Virus, sondern auch den Bergbauunternehmen und den illegalen Holzfällern, die einen unvorstellbaren Raubbau an der Natur betreiben: Neben dem Corona-Virus breitet sich auch das Virus der Gewalt immer weiter aus.“ Mit einer dreiviertel Million Euro leistet Adveniat in Brasilien Nothilfe.

Als Repam-Mitglied unterstützt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat auch den am 18. Mai veröffentlichten Aufruf des Amazonas-Netzwerkes, in dem aufgrund der unheilvollen Allianz von Covid-19-Pandemie und Gewaltzunahme von einer „Verwüstung von beispiellosem Ausmaß“ gewarnt wird. So betont Pater Heinz im Sinne des Aufrufes, dass es in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern einen „strukturellen Zusammenbruch“ des politischen Systems gebe. Das führe in Brasilien dazu, dass Bolsonaro unkontrolliert jeden Umweltschutz außer Acht lassen und indigene Gebiete rücksichtslos ausbeuten könne. „Wir müssen– wie Repam sagt – alles tun, um eine humanitäre und ökologische Tragödie in Lateinamerika zu vermeiden. Und es muss uns bewusst sein: Wir stehen bereits mitten in dieser Tragödie“, sagt Pater Heinz. „Wir müssen jetzt als solidarische Weltgemeinschaft der Vernünftigen und Engagierten handeln und dürfen nicht zulassen, dass Amazonien zerstört wird. Ansonsten werden die nachfolgenden Generationen zurecht fragen: Warum habt Ihr nichts gemacht, um diesen Wahnsinn zu stoppen?“. Für Pater Heinz steht fest: „Es ist fünf nach zwölf! Wir müssen den Uhrzeiger zurückdrehen, sonst wird unser Planet das nicht überleben! Wir sind, wie es in dem Repam-Aufruf heißt, in einem entscheidenden Moment nicht nur für Amazonien, sondern für die gesamte Menschheit.“

Gedanken zum Fest Christi Himmelfahrt von Pater Jörg Thiemann CMM: Eine Erfahrung haben die allermeisten schon gemacht: im Stich gelassen zu werden. Eine solche Erfahrung ist bitter. Sie ist eine große Enttäuschung. Wo man Menschen als Hilfe gebraucht hätte, ist man plötzlich auf sich allein gestellt.

Heute feiern wir Christi Himmelfahrt. Wir feiern eines: Jesus lässt die Jünger nicht im Stich, und auch wir sind nicht im Stich gelassen. Das Fest Christi Himmelfahrt ist ein Fest der Hoffnung und auch der Zuversicht. Es ist das Fest, bei dem Gott uns zusagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und ihr werdet meine Zeugen sein!“ Schauen wir uns einfach einmal die Situation an, in der Jesus diese Worte spricht. Er ist auferstanden. Jesus nimmt von den Jüngern Abschied. Vorher aber hat er einen großen Auftrag für sie. Sie haben von jetzt an die Aufgabe, sein Werk weiter zu führen. „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern…“ Er traut ihnen das zu.

Doch Jesus weiß auch um die Schwierigkeiten, welche die Jünger erleben werden. Jesus weiß um die Ängste und Sorgen, um die Anfechtungen und das, was die Jünger bedrängt. Er weiß, dass alles über die menschliche Kraft gehen kann. Darum macht er seine Zusagen.

Es sind Zusagen, die auch uns gelten. Es sind Zusagen, die auch wir dringend brauchen in unserer Zeit. Denn jetzt ist unsere Zeit, Jesus zu verkünden. Jetzt ist unsere Zeit, die Botschaft in Wort und auch in Tat zu verkünden. Wir sind jetzt die Boten von Jesus. Als getaufte und auch als gefirmte Christen/innen sind wir jetzt ausgesendet, Boten des Reiches Gottes zu sein.

Sicher: wir werden hier nie den Himmel oder das Paradies schaffen können. Leider wird unsere Welt und auch unser Leben immer wieder bestimmt von Hass, Gewalt, Ungerechtigkeit. Die politische Lage ist in einigen Ländern sehr unsicher. Erschüttert hat uns das schreckliche Attentat von Manchester. Wo ist in unserem persönlichen Bereich schon alles so gut, wie man es sich vorstellt. In diese Welt hinein dürfen wir die frohe Botschaft tragen.

Dort, wo uns das gelingt, da lässt sich erahnen, was Himmel bedeutet. Himmel bedeutet nicht abgehoben zu leben von der Welt und ihren Sorgen. Der Glaube an Jesus bewährt sich in allen Lebensbereichen. Ich kann in der eigenen Familie Zeuge meines Glaubens sein. Dazu muss ich nicht ständig predigen. Dazu braucht auch nicht alles friedlich und harmonisch zu sein. Vielleicht aber gelingt es im Umgang miteinander, eben weil der Ehepartner/in als von Gott geschenkt angesehen wird, weil die Kinder uns so als von Gott geschaffen angesehen werden, doch ein wenig die Liebe Gottes erfahrbar werden zu lassen.

Am Arbeitsplatz sind die Leistung und das Funktionieren gefordert. Ist mein Mitarbeiter nur so viel wert, wie er leistet. Was ist mit denen, die weniger leisten können als andere. Ich habe die Möglichkeit, jedem meiner Mitarbeiter und auch denen, für die ich als Vorgesetzter verantwortlich bin, mit Achtung zu begegnen. Wann ist ein Tag sinnvoll verlebt. Wenn ich möglichst viel erlebt habe oder wenn ich möglichst vielen als Mensch, als Christ begegnet bin. Wo habe ich jemanden aufgerichtet, Mut gemacht, ein gutes Wort gesagt. Wie bin ich heute anderen begegnet.

Wie gesagt: Wir können nicht das Paradies schaffen. Aber wir können Hoffnungsträger sein. Wir dürfen Mut haben, als Christen/innen zu leben. Denn wir sind nicht allein. Wir haben Jesu Zusagen. Wir haben eine neue Ausrichtung durch den Glauben bekommen, ein neues Ziel. Von diesem Ziel her leben wir. Wir dürfen Mut haben, denn Jesus ist bei uns. Und: jetzt ist unsere Zeit.

Zum Pfingstfest ist nun der neue Brief an die Freunde und Förderer erschienen

Bei einem Treffen mit Deputy County Commissioner, Charles Murithi, übergaben die Missionare von Mariannhill 1.000 Gesichtsmasken. Mehr werden in den nächsten Tagen laut Generalsuperior Pater Thulani Mbuyisa folgen. Die Masken werden an die Menschen in Juja Region verteilt.  Bei der Übergabe in Juja nahe Nairobi waren auch Ms Winnie, die als Näherin die Masken genäht hat sowie Cheif Sara von Juja und die Mariannhiller Missionare Pater Dan Moris, Regionaloberer, Pater Robert Kaiza und Benedict Kimutai zu gegegen.

Anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau vor 75 Jahren betont Kardinal Reinhard Marx die Notwendigkeit, „aufeinander zu achten, jedes menschliche Leben zu schützen und für den Frieden und die Gerechtigkeit für alle Menschen und Völker einzutreten“. Der Erzbischof von München und Freising bezeichnet Dachau in einem Videobeitrag der Reihe „Mittwochsminuten“ als einen „Ort der Erinnerung, aber auch Auftrag für heute“. Für den kurzen Film hat er die dortige KZ-Gedenkstätte besucht. Die Serie „Mittwochsminuten“ bietet in der momentanen Situation geistliche Impulse an. Jeweils mittwochs ab 12 Uhr werden die Videos im Internet unter www.erzbistum-muenchen.de/mittwochsminuten sowie auf den Social-Media-Kanälen der Erzdiözese eingestellt.

Dachau ist laut Marx während der Schreckensherrschaft durch die Nationalsozialisten zum Ort eines „ungeheuerlichen, unvergleichlichen Zivilisationsbruchs“ geworden. Das NS-Regime hatte ab dem 22. März 1933 etwa 206.000 Menschen aus 34 Nationen in das Konzentrationslager Dachau und in die später errichteten Außenlager verschleppt. Das Lager gehörte zu den ersten in Hitler-Deutschland und wurde zum Modell für die späteren Orte des SS-Terrors. Bis heute sei ihm „unbegreiflich, wie in einem christlich geprägten Land wie Deutschland solche Verbrechen möglich waren“, so Marx. Aus der Tatsache, dass sie verübt worden seien, folge „ein Auftrag an uns heute, achtsam und aufmerksam füreinander zu sein“. Jedes menschliche Leben sei kostbar, stellt Marx klar: „Unabhängig von Religion, Konfession und Geschlecht. Wir sind eine Menschheitsfamilie!“

Aufgrund der Coronakrise ist die KZ-Gedenkstätte Dachau derzeit geschlossen. Angebote für das digitale Gedenken finden sich auf der Website www.gedenkstaettenseelsorge.de, darunter eine Praxishilfe zum Erinnern an die sogenannten Todesmärsche von KZ-Häftlingen durch Bayern im Frühjahr 1945 und an die zahlreichen Außenlager der bayerischen Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg.

Die Wallfahrt zur Pfarrkirche des Seligen Engelmar Unzeitig in Glöckelberg / Böhmerwald am Samstag, 20. Juni 2020, muss leider abgesagt werden. Hauptgrund ist die Unsicherheit bezüglich der Reisefreiheit an den Grenzübergängen zwischen Deutschland, Österreich und Tschechien. Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Mögen wir auf die Fürsprache des Seligen Pater Engelmar diese Pandemie und ihre Folgen gut meistern. Seliger Pater Engelmar bitte für uns.
Im Jahr 2021 soll diese Wallfahrtstradition wieder aufgegriffen werden. Wir werden Sie hier rechtzeitig informieren.

Pater Christoph Eisentraut CMM
Regionaloberer Österreich, Provinzial Deutschland

Ein möglicher Termin wäre im nächsten Jahr am Samstag, 26. Juni 2021, in Zusammenarbeit mit der Pfarre St Markus, Linz-Urfahr. Wir halten Sie auf dem Laufenden! Seliger Pater Engelmar bitte für uns!

Den „ schönen Brauch, in der Familie im Monat Mai den Rosenkranz zu beten, wiederzubeleben“, dazu hat Papst Franziskus in einem heute veröffentlichten "Brief an die Gläubigen" eingeladen.

In dem Schreiben, das er „vom Lateran“ sendet – ein deutlicher Hinweis auf seine Rolle als Bischof von Rom, dessen Kathedrale bekanntlich die Lateranbasilika ist –  betont Franziskus, wie die gegenwärtige Pandemie uns dazu geradezu zwingt, das häusliche Gebet neu zu pflegen.

Dazu schlägt er ausdrücklich den Rosenkranz – „ob gemeinsam oder alleine, auf jeden Fall in aller Einfachheit " –  sowie zwei weitere Gebete vor, die er unter dem Eindruck der Coronakrise verfasst hat.

Das erste Gebet stammt bereits vom 11. März, dem Fast- und Bettag zur Beendigung der Pandemie.

Das zweite, besonders für den heurigen Mai verfasste Gebet, beginnt mit einem der ältesten bekannten Mariengebete:

„ Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter."

Franziskus fügt diesem Ruf Anliegen, die mit der aktuellen Pandemie zusammenhängen, hinzu: „In dieser dramatischen Situation voll von Leiden und Ängsten, welche die ganze Welt bedrücken, wenden wir uns an dich, o Mutter Gottes und unsere Mutter, und suchen Zuflucht unter deinem Schutz und Schirm.“

Es folgen ausdrücklich Gebete für die Verstorbenen und in Einsamkeit Sterbenden, ihre Angehörigen, die Kranken, die Ärzte und das Pflegepersonal, die Forscher, die politischen Verantwortlichen, die Bemühungen um sozialen Ausgleich und Hilfe für alle die Angst vor der Zukunft haben, und die Bitte, dass „die Unsummen für die Vermehrung immer ausgeklügelter Waffensysteme vielmehr einer angemessenen Forschung zur künftigen Vermeidung ähnlicher Katastrophen zugutekommen.“

Das Gebet gipfelt schließlich in der Bitte, dass in der Welt ein globales Zusammengehörigkeitsgefühl wachse, damit alle Armen aufgefangen werden und sich der Glaube, beharrliches Gebet und tätige Nächstenliebe verbinden, Gott der Not ein baldiges Ende setze und  „das Leben unbeschwert wieder seinen normalen Gang aufnehmen kann“.

Franziskus‘ Gebet endet mit den letzten drei Anrufungen der liturgischen Antiphon „Salve Regina“: "Dir vertrauen wir uns an, die du auf unserem Weg als Zeichen des Heils und der Hoffnung erstrahlst. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen."

Bruder Stephan Erhardt CMM feierte am heutigen Tag, dem 1. Mai, in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen sein diamantenes Ordensjubiläum. Pater Andreas Sauter CMM, der dem Gottesdienst vorstand, wies darauf hin, dass dieser Tag ein Tag des Erinnerns und des Dankes sei. Erinnerungen an 60 Jahre Leben in der Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill sowie des Dankes an Gott für all seine Wohltaten. 

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