Die Million ist voll!

Die Million ist voll!


Es war der Knaller bei der Jahreshauptversammlung des Mariannhiller Förderkreises in Bad Abbach. „Wir haben die Million erreicht“, sagte Gabi Hueber-Lutz, die stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises. Kurz vor Weihnachten sei es soweit gewesen. Das Volumen der Spenden, die für verschiedensten Projekte im südlichen und östlichen Afrika zusammengetragen wurden, knackte die Millionengrenze. Wolfgang Hiebl, der den Kassenbericht verlas, verlieh der Stimmung in der Vorstandschaft Ausdruck: „Wir können stolz sein, dass wir so einen Verein haben, der diverse Ausgaben so minimal hält, dass wir in Afrika möglichst viel leisten können.“ Ein großer Dank ging  mit Hilfe eines selbst gedrehten Videos natürlich an die Anwesenden und an alle anderen der 270 Mitglieder des Vereins, die dies durch ihre Spenden, ihre Mitgliedsbeiträge und ihr Engagement ermöglicht hatten. „Jeder Euro steht für Einsatz“, dankte auch die Vorsitzende Brigitte Winzenhörlein, die den Verein vor über 35 Jahren mit ihrem Mann Josef gegründet hatte.
Zur Sitzung war auch ihr Sohn Thomas, selbst Mariannhiller Pater, gekommen. Er berichtete über die verschiedenen laufenden Projekte in den afrikanischen Pfarreien der Mariannhiller Patres, die auch vom Bad Abbacher Förderkreis unterstützt werden. In der Pfarrei Kidoka in Tansania beispielsweise hat sein Mitbruder, Pater Michael Kimani, eine Aktion speziell für Mädchen ins Leben gerufen. Für europäische Verhältnisse ist es schlichtweg unvorstellbar, aber in Pater Michaels Pfarreien ist es Tatsache, dass junge Mädchen oft allein deshalb nicht zur Schule gehen können, weil sie keine Monatshygiene haben. Nun wurden Nähmaschinen angeschafft und junge Frauen fertigen wiederverwendbare Binden für die Mädchen an und verdienen sich damit gleichzeitig etwas Geld. Im Moment suche man einen Schneider, der die Frauen schult. In Kidoka sei dieses Projekt jetzt angelaufen, aber auch Mitbrüder aus anderen Pfarreien hätten schon Interesse bekundet, berichtete Pater Thomas. Auch weitere Vorhaben von Pater Michael laufen gut: „Meine Sauen machen gute Arbeit.“ Der Förderkreis hatte die Anschaffung der vermehrungsfreudigen Tiere unterstützt. Genauso wie den Kauf eines Wassertanks, der beim Gemüseanbau wertvolle Hilfe leistet. Fröhliche Bilder schickte Pater Michael vom Childrens day in seiner Pfarrei. Er versucht den Kindern und Jugendlichen auch in den Ferien ein Angebot zu machen, denn Tatsache sei, dass zehn Prozent der Mädchen nach den Ferien nicht mehr in die Schule zurückkehren, weil sie schwanger sind.
Aus Daressalam hatte Pater Patrick Musumba Fotos vom Maniokfeld geschickt. Er baut die Kartoffel ähnliche Pflanze dort mit Jugendlichen an. 482 Kilo Mehl haben sie als erstes Ergebnis produziert. Nun wird der Förderkreis noch die Anschaffung einer Häckselmaschine finanzieren, die die Abfälle zu Tierfutter verarbeiten kann.
In Longido (Tansania) unterstützt der Förderkreis den Bau weiterer Klassenzimmer und seit vielen Jahren schon die Schulspeisung. Die Kinder bekommen hier zwei Mahlzeiten am Tag. In Kasama in Sambia beschäftigt sich Pater Ivor Chaebwa intensiv mit dem Thema Klimaschutz. Dort hat der Förderkreis die Anschaffung von Tieren finanziert, denn die bisherigen Rassen seien mit den veränderten klimatischen Bedingungen nicht so gut zurecht gekommen. Auch Ernteausfälle gab es und die Menschen haben gehungert. Der Förderkreis unterstützte auch hier, um Lebensmittel an Notleidende auszugeben. „Und da geht es nicht darum, wer katholisch ist und wer nicht“, betonte Pater Thomas. In einer Woche für den Klimaschutz hat Pater Ivor mit seinen Leuten Bäume gepflanzt.
Die Unterstützung durch den Förderkreis geht auch 2026 weiter. Daher wird sich der Förderkreis wieder an mehreren Veranstaltungen in Bad Abbach beteiligen. „Gemeinsam tragen wir das, was ein Einzelner nicht stemmen kann“, fasste Brigitte Winzenhörlein zusammen.