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Provinzial Pater Mario Muschik charakterisiert Pater Alban Hastreiter als zeitlebens offen, ehrlich und geradlinig

Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, alles andere stammt vom Bösen.

 

Liebe Mitbrüder, sehr geehrte trauernde Angehörige, liebe Mitchristen,

diesem Motto war Pater Alban zeitlebens treu. Geboren war er am 28. Januar 1929 in Eschlkam im Bayrischen Wald. Man sagt den Menschen dort nach, dass sie ehrlich sind, aufrichtig, geradlinig, dass sie offen sagen, was sie denken, zu ihrem Wort stehen. Dass sie manchmal auch sehr impulsiv und energisch sein können.

Ob es richtig ist, eine ganze Bevölkerungsgruppe so zu charakterisieren, weiß ich nicht. Auf Pater Alban jedoch trifft dies alles zu. Er war zeitlebens offen, ehrlich, geradlinig, hat immer ehrlich das gesagt, was er gedacht hat.

Nach dem Besuch der Grundschule und Oberschule studierte er zunächst zwischen 1947 und 1949 Philosophie und Theologie in Regensburg. Dann trat er bei uns Missionaren von Mariannhill ein, setzte von 1950 bis 1953 seine Studien in Würzburg fort, legte dann seine Gelübde auf Lebenszeit ab und empfing die Priesterweihe. In den Jahren 1953 bis 1959 war er Erzieher an unserer Missionsschule in Reimlingen und an unserem Internat in Lohr am Main.

Die längste Zeit seines Lebens, von 1959 bis 1994, war er Lehrer an unserem Gymnasium in Maria Veen, sogar ein Jahr über seine Pensionierung hinaus.

Vor allem als Kunstlehrer ist er immer noch in bleibender Erinnerung. Drei Dinge haben ihn dabei besonders ausgezeichnet:

Er war absolut begeistert von der Kunst, man kann sagen, er hat dafür gebrannt.

Obwohl er nie eine Kunstakademie besucht hat, war er selbst ein sehr talentierter Künstler. Neben vielen anderen künstlerischen Fähigkeiten, die er hatte, konnte er vor allem wunderbare Dinge in Ton formen und brennen. Wer schon einmal eine von seinen wunderschönen handgearbeiteten Weihnachtskrippen gesehen hat, weiß, wovon ich rede.

Und Pater Alban konnte andere Menschen von der Kunst begeistern. Völlig zu Recht war er stolz darauf, dass er gleich mehreren heute namhaften zeitgenössischen Künstlern geholfen hat, einen Zugang zur Kunst zu finden, als sie bei uns am Gymnasium Schüler waren.

In den langen Jahren in Maria Veen war er auch ein eifriger Seelsorger, der regelmäßig Gottesdienste in St. Elisabeth in Bahnhof Reken feierte und vielen noch als Vizepräses der dortigen Kolpingfamilie in Erinnerung ist.

In der Zeit von 1994 bis 2005 war er Pfarradministrator in Möttingen und Hoppingen, und auch danach half er gerne in der Seelsorge aus.

Seit 2007 verbrachte er seinen Lebensabend im Missionshaus St. Joseph in Reimlingen.

Die Letzten Wochen seines Lebens waren dann leider überschattet von kurzer, aber schwerer Krankheit. Hier zeigte sich noch einmal sein tiefer, ganz selbstverständlicher Glaube. Sinngemäß hat er sich in diesen Wochen immer wieder dahingehend geäußert, dass er auf den Tod vorbereitet ist, und dass er glücklich wäre, wenn Gott ihn zu sich holt. Gerne wäre er am 15. August, dem Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel gestorben. Er war zutiefst davon überzeugt, dass Sterben ein Heimgehen zu Gott ist.

Das sind die Dinge, die mich an Pater Alban fasziniert haben: Seine Ehrlichkeit und Geradlinigkeit, seine Begeisterung für Kunst, die er auch anderen weitergeben konnte, seine eigene künstlerische Begabung und sein schlichter, tiefer Glaube.

Auf Gott hat er vertraut, und ich bin überzeugt, dass Gott ihn im Sterben mit seinen guten Vaterhänden aufgefangen hat. Amen

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