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Am Montag, 4. Oktober, feierten Pater Winfried Egler CMM und Pater Christoph Eisentraut CMM ihre Ordensjubiläen im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Wir gratulieren herzlich und wünschen den beiden Jubilaren alles Gute und Gottes reichen Segen für ihr weiteres Wirken in der Kongregation der Missionare von Mariannhill. 

Pater Mario Muschik CMM, stellvertretender Provinzial, sagte in seiner Ansprache folgendes:

„Franziskus, gehe hin und stelle mein Haus wieder her!“
Lieber Pater Winfried, Lieber Pater Christoph, 
Liebe Mitbrüder, Liebe Mitchristen,

diese Worte hat der heilige Franziskus der Überlieferung nach gehört, als er vor dem Kreuz in der verfallenen Kirche von St. Damiano in Assisi betete. 
Und es ist ihm gelungen, die marode und weithin unglaubwürdig gewordene Kirche seiner Zeit durch sein Lebenszeugnis wieder aufzubauen und ihr durch sein eigenes Lebenszeugnis und das seiner vielen Anhängerinnen und Anhänger wieder Glaubwürdigkeit zu verleihen. 

Lieber Pater Winfried, lieber Pater Christoph, ich denke, auch ihr habt auf eure Weise durch euer Lebenszeugnis mitgeholfen, die Kirche glaubwürdig zu machen. Ihr habt geholfen, die Kirche aufzubauen und zu erneuern.

Franziskus war glaubwürdig, weil es ihm nicht um Macht und Reichtum ging, sondern darum, dem armen Christus nachzufolgen. Christus war der Mittelpunkt seines Lebens. Auch ihr habt euch bereits als junge Menschen entschieden, Christus zu folgen. Heute dürft ihr auf sechzig bzw. vierzig Jahre Ordensleben in der Nachfolge Christi zurückschauen.

 Eure Arbeit als Missionare war vielfach wirklich Aufbauarbeit. Du, Pater Winfried, hast einen großen Teil deines Ordenslebens auf den Stationen Qumbu, Libode und St. Patrick’s verbracht. Mehrfach warst du Seelsorger für diese drei Pfarreien in der Diözese Mthatha, einer Diözese im Aufbau. Kirchengebäude und neue Stationen wurden während dieser Zeit gebaut, die Seelsorge an sich wurde aufgebaut, die Katechese, die Jugendarbeit, die Ausbildung der Katecheten, die Liturgie in der Volkssprache. All das ist während deiner Zeit gewachsen, und du warst daran beteiligt.

 Du, Pater Christoph, warst zunächst in Simbabwe Seelsorger in Empandeni, Magama, Tshabalala und St. Pius, zeitweise Jugendseelsorger und zuständig für die Ausbildung der Ständigen Diakone. Daneben hast du auch neue Dinge aufgebaut, zum Beispiel die „Chatholic School of Discipleship“, eine Einrichtung für Christen, die bewusst in der Nachfolge Jesu einige Zeit in Gemeinschaft gelebt haben. Ebenso auch das Emaus Heritage Centre am Sterbeort unseres Ordensgründers Abt Franz Pfanner. Du hast dich im Kirchenrecht weitergebildet und warst am Ehegericht in Durban und nun in Linz tätig.

Oft genug, vermute ich, warst du als Kanzler und Moderator der Diözesankurie in Bulawayo und vor allem in deiner Zeit als Generalrat unserer Gemeinschaft mit dem Schwerpunkt Finanzen und Gerechtigkeit und Frieden in einer ähnlichen Situation wie der heilige Franziskus, der etwas aufbauen musste, das in die Schieflage gekommen war.

Seit 2017 bist du Regionaloberer in Österreich, seit 2020 auch Provinzial in Deutschland. Auch hier ist es deine Aufgabe, unsere Gemeinschaft zu stützen und zu konsolidieren, vor allem auch, Brücken zu bauen und Menschen aufzubauen. 

Was den heiligen Franziskus besonders ausgezeichnet hat, war, dass er die Wundmale Jesu an seinem Leib getragen hat. Dadurch wurde er Christus besonders ähnlich. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Wunden, Verletzungen, Verwerfungen. Auch im Ordensleben gibt es diese. Ich vermute schwer, dass dies auch euch beiden im Laufe eures Ordenslebens nicht erspart geblieben ist. Unsere natürliche Reaktion auf Störungen, Herausforderungen und Verletzungen ist, dass wir wünschen, dass diese einfach verschwinden und uns nicht beeinträchtigen. 

Das Leben und die Wundmale des heiligen Franziskus zeigen uns, dass gerade unsere Wunden uns näher zu Christus führen, dass uns Gott gerade dort, wo wir leiden müssen, nahekommt und liebevoll berührt. Ich vermute, auch ihr konntet diese Erfahrung machen, dass gerade in den Herausforderungen, ja sogar Verwundungen Gott euch besonders nahe war und euch geholfen hat, zu wachsen auf dem Weg der Nachfolge.

Lieber Pater Winfried, lieber Pater Christoph, liebe Mitbrüder und Mitchristen, wir alle sind als Christen und Ordensleute berufen, Christus nachzufolgen. Wir sind berufen, jeder und jede an seinem eigenen Platz, die Kirche aufzubauen. Christus begegnet uns auf dem Weg, gerade auch in unseren Verwundungen.

Ihr beide seid diesen Weg mit Christus gegangen, zusammengenommen hundert Jahre. Heute ist der Tag, Gott für euer Lebenszeugnis zu danken und euch für euren weiteren Lebensweg Gottes Segen zu wünschen. Amen.

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