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Wer Frauen der Hexerei bezichtigt und tötet, ist selbst des Verbrechens schuldig, das er beklagt – mit diesen Worten fasst ein Bischof in Papua-Neuguinea die Position der katholischen Kirche zum Thema zusammen. Er äußerte sich aus Anlass des bevorstehenden ersten internationalen Tags gegen Hexenwahn. In Papua-Neuguinea wurden erst zu Ostern drei Frauen der Hexerei beschuldigt und verbrannt.

Donald Lippert, der Bischof von Mendi in Papua-Neuguinea, lud die katholischen Gläubigen in den sozialen Medien ausdrücklich dazu ein, den Tag gegen Hexenwahn am 10. August wahrzunehmen. Das Mord an Menschen mit dem Vorwurf der Hexerei sei ein für allemal aus der Gesellschaft auszumerzen, zitiert der vatikanische Fidesdienst den aus den USA stammenden Kapuzinerbischof.

10. August: Der erste internationale Tag gegen Hexenwahn 

Der erste internationale Tag gegen Hexenwahn am 10. August geht auf das katholische Hilfswerk Missio zurück und will diese besondere Form der Menschenrechtsverletzung in den Fokus rücken. In mindestens 36 Ländern der Welt in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika würden Menschen als vermeintliche Hexen beschuldigt, verfolgt und in vielen Fällen getötet. Dabei spielt die religiöse Grundierung keine Rolle: Einem UNO-Bericht zufolge tritt der so genannte Hexenwahn sowohl in christlich wie in muslimisch, buddhistisch oder hinduistisch geprägten Regionen auf. Die vermeintlichen Hexen werden für Krankheit, Dürren, Missernten und andere Unglücksfälle verantwortlich gemacht, oft handelt es sich um Witwen und andere Menschen in einer Situation der Wehrlosigkeit.

Am 10. August will Missio eine Studie speziell zu der Situation in Papua Neuguinea veröffentlichen. Die Studie rekonstruiere den Fall einer Frau und zeige exemplarisch, wie solche Denunziationen und Menschenrechtsverbrechen entstehen, gab das Hilfswerk vorab bekannt. Die Frau sei im August 2012 als angebliche Hexe beschuldigt und über mehrere Tage gefoltert worden, ehe sie sich befreien konnte. Die Schweizer Ordensfrau Lorena Jenal kümmerte sich um die Überlebende und rettete Dutzenden anderen Menschen in ähnlichen Fällen das Leben.

Sie machte auch auf den Fall dreier Frauen aufmerksam, die am Ostersonntag gefoltert und verbrannt wurden, nachdem sie des Todes eines älteren, chronisch kranken Mannes beschuldigt worden waren. Für ihren Einsatz konnte die Schwester, die als Missionarin in der Diözese Mendi wirkt, 2018 den Weimarer Menschenrechtspreis entgegennehmen. 

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