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Der Regionalobere Pater Christoph Eisentraut fand gute und einfühlsame Worte angesichts des heutigen Festes bei einem Gottesdienst in der Schloßkapelle von Riedegg. Hier der Wortlaut seiner Ansprache: 

"Heute ist der Todestag unseres Gründers Abt Franz Pfanner. Am 24. Mai 1909, vor 111 Jahren, verstarb er in Emaus Mission. Für mich war es eines der schönsten Erlebnisse meiner Zeit in Südafrika zusammen mit dem Team von Emaus vor 11 Jahren den 100. Todestag dieses Apostels Südafrikas in Emaus vorzubereiten und mit allen Bischöfen Südafrikas zu feiern.

Mehr als die Hälfte dieser 111 Jahre ist Pater Bernhard Pagitsch schon ein Mariannhiller. Am Pfingstsonntag jährt sich zum 65. mal seine Profess, damals hier in Riedegg. Wir feiern es heute und gratulieren ihm zu diesem großartigen Jubiläum. Den Großteil seiner Zeit als Mariannhiller hat er in Afrika verbracht, mit zwei großen Schwerpunkten: Mariazell und Mariannhill Monastery. Und heute beendet Pater Bernhard seinen Dienst als Koordinator der Mariannhiller Gemeinschaft von Schloss Riedegg. Herzlichen Dank Pater Bernhard für Deinen Dienst in Riedegg, für Deinen Einsatz in verschiedenen Provinzen Afrikas (Mthatha, Mariannhill und Sambia), für 65 Jahre Treue zu unserer Gemeinschaft! Ich darf Dir eine Kerze überreichen auf der geschrieben steht: Nur in Gott ist wahrer Friede! Das erinnert uns an die Worte des greisen Simeon: Nun lässt du Herr, deinen Diener, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast! Du Bernhard durftest das sehen und du durftest dazu beitragen. Und obwohl du gar nicht so wirkst und noch sehr aktiv bist, hast du doch ein betagtes Alter in guter Gesundheit erreichen dürfen. Möge dir der gleiche innere Frieden geschenkt sein, den Simeon erleben durfte, als er auf sein Leben zurückblickte und vor allem auf seine Begegnung mit Christus.

Auf Beschluss des Regionalrates übernimmt heute Pater Franz Hrouda von Dir das Amt des Kirchenrektors der Schlosskapelle von Riedegg. Wir danken Dir Franz, dass Du bereit warst, diese Aufgabe zu übernehmen, auch wenn der Start dafür in der Zeit der Corona Beschränkungen nicht leicht ist. Mögest Du dazu beitragen, dass diese Kapelle auch weiterhin ein Ort bleibt, an dem der Glaube gefeiert, das lebensspendende Wort Gottes verkündet und die christliche Gemeinschaft gestärkt wird. Möge Pater Anselm Grün OSB, der Dir gut vertraut ist, Dir dazu Anregungen schenken!

Heute beginnt auch Frau Cornelia Brunner offiziell ihren Dienst als Koordinatorin unserer Gemeinschaft. Wir haben uns gut darauf vorbereitet in der Region, in einem längeren Prozess, auch mit Begleitung und Hilfe aus dem Kardinal König Haus in Wien, Bereich Ordensentwicklung. Wir haben Vertrauen, dass wir in Ihnen, Frau Brunner, die richtige Person für diese neue Herausforderung gefunden haben und wünschen Ihnen / Dir reichen Segen dazu, aber auch für Dich selber Freude und Erfüllung in dieser Aufgabe. Am Freitag waren ein paar von uns in Maria Taferl, einem der schönsten Wallfahrtsorte Österreichs. Das Gnadenbild dort ist das der Schmerzensmutter, die Pietá. Es ist ein Bild, das es auch in säkularen Abwandlungen gibt, so z.B. von Käthe Kollwitz, geschaffen in 1937, zur Erinnerung an ihren Sohn Peter, der im Ersten Weltkrieg gefallen war. Heute steht dieses Kunstwerk in der zentralen Gedenkstätte für die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft in Berlin. Michelangelos Pietá im Petersdom ist wohl die berühmteste Darstellung dieses Motivs.

Möge die Schmerzensmutter Dir ein Vorbild sein an einfühlsamer Liebe. Maria ist nicht weggerannt vom Leiden ihres Sohnes; sie konnte es nicht abwenden, aber sie konnte es erleichtern durch ihre Nähe und tatkräftige Liebe. Wir erhoffen, dass es Dir gelingen wird, unseren älteren Mitbrüdern hier in Riedegg in deren Zeit des Alterns und auch der Gebrechlichkeit zur Seite zu stehen. Deine reiche Berufserfahrung wird eine große Hilfe sein! Aber auch ich und die Regionalleitung, sowie unsere Ökonomin, Frau Dorninger, versprechen Dir, dass wir Dich dabei unterstützen werden! Auf eine gute gemeinsame Zeit!

Und heute wollten wir eigentlich auch den Abschied der CPS Schwestern nach 74 Jahren in Riedegg in einem würdigen Rahmen begehen. Das Corona Virus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schade! Wir wissen noch nicht, ob wir es zu einer späteren Zeit nachholen können. Den Abschied von und Dank an Schwester Angelika können wir sicher bei ihrem 80. Geburtstag in 2 Wochen ausdrücken. Vergelt´s Gott Schwester Angelika.

Und so wollen wir gemeinsam Gottesdienst feiern, Eucharistie, die große Danksagung: wir danken Gott für die frohe Botschaft, die Abt Franz Pfanner auf großartige Weise im südlichen Afrika mit seinen Missionaren und Missionsschwestern verbreiten durfte, wir danken für das Lebenszeugnis von Pater Bernhard, seine Treue über 65 Jahre, wir danken Pater Franz, wir danken für das Wirken sehr vieler Schwestern hier in 74 Jahren und wir danken für die Bereitschaft von Frau Brunner, sich auf dieses Abenteuer im Schloss einzulassen!

Herr Jesus Christus, du hast Franz Pfanner zum Apostel Südafrikas gemacht, Herr erbarme dich,

du hast ihn in den letzten Jahres seines Lebens in Emaus immer tiefer in die Gemeinschaft mit dir hineingeführt, Christus erbarme dich,

Sein Beispiel ermutigte Hunderte zu einem selbstlosen Einsatz in der Mission, Christus erbarme Dich."

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