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Bei der Eröffnung einer Konferenz zum aktuellen Stand des Kunst- und Kulturbetriebs in Papua Neuguinea berichtete Kultus- und Tourismusminister Emil Tammur voller Begeisterung von dem einzigartigen musikalischen Kulturgut, der Bambusflötenmusik. Eine Aufnahme dieser Musik befindet sich an Bord der Voyager 1 und ist damit das am weitesten von der Erde entfernte menschliche Objekt im Weltall, wie Tammur sagte: "It is the most distant manmade object in space". Die Bambusflötenmusik war im Jahr 1964 im Dorf Kandingel in der Sepik-Provinz von Robert MacLennan aufgezeichnet worden. Das Musikstück ist 1:20 Minuten lang. Die seitengeblasenen Bambusflöten gehören im Sepik zu den sakralen Instrumenten. Sie werden paarweise synkopisch von Männern gespielt. Jungen lernen während der Vorbereitungszeit zu ihrer Initiation das Geheimnis der Spielweise. Die "Geisterflöten" ohne Fingerloch sind an der Unterseite offen. Durch Überblasen und Schließen der Endöffnung mit der Handfläche kann die Tonhöhe variiert werden.

Zur Bestückung der Voyager 1 hatte ein Team von Wissenschaftlern unter Leitung von Dr. Carl Sagan von der Cornell University aus einer Vielzahl von Vorschlägen Bild- und Audio-Informationen ausgewählt, die im Falle eines Auffindens der Raumsonde durch andere Lebensformen im Weltall Aufschluss geben sollten über den Stand der menschlichen Entwicklung und seiner Kulturgüter auf dem Planeten Erde. Die Aufnahmen sind gespeichert auf einer Datenplatte aus Kupfer, die als Schutz vor Korrosion mit Gold überzogen ist, die sogenannte "Voyager Golden Record". Auf der Vorderseite befinden sich unter anderem eine Art Gebrauchsanleitung und eine Karte, die die Position der Sonne in Relation zu 14 Pulsaren anzeigt.

Die Original-Audio-Aufnahme von 1964 soll demnächst feierlich an die jetzigen Bewohner von Kandingel ausgehändigt werden, wie Minister Tammur weiter erklärte. Für ihn sei es ein erhebendes Gefühl, zu wissen, dass ein Stück der Heimat sich nun 22 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt im interstellaren Raum befände.

Papua Neuguinea täte gut daran, sich auf die ureigenen Traditionen und Kulturgüter zu konzentrieren, ermahnte der Minister die Konferenzteilnehmenden. Man brauche keine ausländischen Experten oder sogenannte Consultants, um zu wissen, was "das Typische" für die neuguineische Kultur sei. Schon seit über 40 Jahren sei typische Musik aus Neuguinea im Weltall unterwegs, so der Minister am Ende seiner Eröffnungsrede.

Info: Voyager 1 ist eine Raumsonde der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zur Erforschung des äußeren Planetensystems und des interstellaren Raums im Rahmen des Voyager-Programms. Sie wurde am 5. September 1977 vom Launch Complex 41 auf Cape Canaveral mit einer Titan-IIIE-Centaur-Rakete gestartet. Die Sonde sendet noch heute regelmäßig Daten zur Erde.

Auf der "Golden Record"-Platte befinden sich neben Fotos auch Grüße in verschiedenen Sprachen sowie 27 Audio-Aufnahmen, darunter aus dem Pazifik Gamelan-Musik aus Java, zwei Songs der Aborigines aus Australien sowie Panflötenmusik aus den Salomonen. Auch Werke von Bach, Mozart und Beethoven sind mit an Bord. Auf der Seite der NASA kann man sich anschauen und anhören, welche Bild- und Tondokumente auf der Kupferplatte gespeichert sind. (https://voyager.jpl.nasa.gov/golden-record/whats-on-the-record/

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