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Leider, auch der letzte Hoffnungsschimmer hat keine Lösung ergeben, für meine Tätigkeit in und um die Kirche von Glöckelberg einen Nachfolger zu finden.

Im kommenden Jahr werden es 30 Jahre, dass ich mich um Glöckelberg sorge und kümmere. Meine große Hoffnung war, dass sich der Orden der Mariannhiller um Glöckelberg annimmt, im Hinblick auf den Seligen Pater Engelmar. Im Jahr 2000 habe ich verfügt, dass nach meinem Tod meine Rechte über das Mesnerhaus/Museum/Trafik wie immer man es nennen will, auf diesen Orden übergeht. Vor kurzem hat der Orden dieses Recht zurückgegeben, weil er sich außerstande fühlt, sich darum zu kümmern. Verständlich, sind es doch nur mehr eine Handvoll älterer Herren in Österreich, ohne Provinzstatus. Dennoch hätte ich mir erwartet, dass der Orden der Mariannhiller zumindest die Organisation der drei Messfeiern im Jahr übernimmt, leider bekam ich auch hier eine negative Antwort. Die Wallfahrt an jedem 3. Samstag im Juni ist davon nicht betroffen und findet weiterhin statt.

Wen habe ich noch gebeten,  sich um Glöckelberg anzunehmen? Der Bogen spannt sich vom Stift Schlägl über diverse Ritterorden bis zur Diözese Linz. Die Gründung eines Vereines scheitert alleine schon daran, dass bei 3 Sitzungen eines Proponentenkommitees, die 2019 stattgefunden haben, nur ältere Herren zwar ihr Wissen eingebracht haben, aber verständlicherweise keine Aufgaben mehr übernehmen können. Die jüngsten Teilnehmer waren Vertreter des Mariannhiller Ordens, aber wenn auch sie keine Aufgaben übernehmen, dann hat die Gründung eines Vereines keinen Sinn.

Dank der zahlreichen Spenden, dem Verkauf des Glöckelberg-Buches von Franz Petschl,  der Sammlungen/Kollekten bei den Messfeiern über all die Jahre und dem sparsamen Umgang mit dem Geld meinerseits hat sich doch einiges angesammelt. Hier suche ich auch noch nach einer Lösung für die Verwaltung des Geldes in Zukunft.

Der Text vorher lässt  euch, liebe Glöckelberger, Josefsthaler und Hüttenhöfler, um wieder einmal alle Ortsteile namentlich zu nennen, erahnen: Im kommenden Jahr und in Zukunft organisiere ich keine Messfeiern mehr. Wenn es nicht einmal kirchlichen Institutionen ein Anliegen ist, dass in der Glöckelberger Kirche Messfeiern stattfinden, ist es doch nicht meine Aufgabe als achtzigjähriger Laie, mich darum zu bemühen, bis ich am Friedhof lande. Ich kann nur hoffen, dass ihr für meine Entscheidung Verständnis aufbringt. Vielleicht trägt dieser radikale Entschluss von mir dazu bei, dass es eine Lösung für die Zukunft gibt und neue Ideen an mich herangetragen werden.

Die Kirche steht selbstverständlich allen, die eine Messfeier veranstalten wollen, zur Verfügung. Ob dies nun Pfarrausflüge, Chorausflüge, Vereinsausflüge oder andere Gruppen sein werden. Die Öffnung der Kirche obliegt dann mir oder der immer fleißigen Emma Marx, inzwischen ist auch wieder ein Schlüssel in Schöneben deponiert. Anfragen sind aber rechtzeitig, und damit sind nicht Tage sondern Wochen vorher gemeint, an mich oder an Emma Marx zu richten.

Das Wichtigste war doch, die Kirche vor dem Verfall zu bewahren. Dies ist gelungen und sie ist in einem guten baulichen Zustand und steht noch unseren Nachkommen in mehreren Generationen zur Verfügung. Sie müssen weiterführen, was hier begonnen wurde. Sie zeigt den Besuchern an, dass hier einmal ein Ort war und mahnt, dass sich das Geschehene nicht wiederholen möge. Sie ist ein Zeugnis der Heimatliebe, lädt aber auch zur Versöhnung ein.

 

Horst Wondraschek

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