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Ansprache beim Requiem von Bruder Konrad Menzinger CMM in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen vom stellvertretenden Provinzial Pater Mario Muschik CMM:

Liebe Mitbrüder,

geehrte trauernde Angehörige von Bruder Konrad,

liebe Mitchristen,

man kann in besonderer Weise von Bruder Konrad sagen, dass das Missionshaus St. Josef hier in Reimlingen die Heimat von Bruder Konrad gewesen ist. Denn den allergrößten Teil seines Lebens, sein gesamtes Ordensleben, hat er hier verbracht.

Zunächst war seine Heimat Haselbach bei Ehekirchen. Dort ist er heute vor 90 Jahren am 10. Dezember 1931 geboren, dort ist er aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volksschule und der landwirtschaftlichen Berufsschule arbeitete er einige Jahre als Landwirt. Später reifte in ihm der Entschluss, bei den Missionaren von Mariannhill einzutreten. Im März 1965 kam er hierher nach Reimlingen, wo er seither seine Heimat hatte. Im September des gleichen Jahres begann er sein Noviziat, am 29. September 1967 legte er seine zeitlichen Gelübde ab, am 29. September 1970 band er sich durch die Ewigen Gelübde auf Lebenszeit an unsere Gemeinschaft.

Vor allem war er zuständig für die Schweine. Er hat diese Tiere nicht nur pflichtgemäß versorgt, er hat sie liebevoll gepflegt. Überhaupt liebte er Tiere. So hatte er regelrecht einen Kleintierzoo: Hühner, Ziegen, eine Ente, Hunde. Und Katzen. Wissen Sie, liebe Mitchristen, Katzen sind raffinierte Tiere. Die wissen, mit wem sie es machen können. Die wissen, wo es ihnen gut geht. Und bei Bruder Konrad ging es ihnen gut. Nicht wenige Katzen waren es, die er, so lange es ihm möglich war, mit Futter versorgt hat.

Nicht nur das Missionshaus und die Landwirtschaft waren das Zuhause von Bruder Konrad. Auch bei Gott war er zuhause. Er hatte tiefe Wurzeln in Gott. Im Umgang mit seinen Mitmenschen – das wissen wir alle – konnte er durchaus kantig, ja ruppig sein. Aber in seinem Inneren, da sah es anders aus. Wer sich die Mühe gemacht hat, ihn in seinem Zimmer zu besuchen, der konnte anhand der vielen religiösen Bilder und Figuren sehen, wie wichtig ihm das Leben mit Gott und die Verehrung der Heiligen war. Oft und oft hörte er auf kirchlichen Sendern religiöse Beiträge. Vor allem hörte er Kassetten, wo ihm der Rosenkranz vorgebetet wurde. Solange es ging, fehlte er in keiner Messe, auch wenn er froh war, wenn der Gottesdienst nicht allzu sehr in die Länge gezogen wurde.

In den letzten Jahren brauchte er mehr und mehr Pflege, die er auf unserer Pflegestation auch bekam. Unser Dank gilt allen, die ihn in den letzten Jahren versorgt und begleitet haben.

Bruder Konrad hatte seine Heimat hier im Missionshaus, und er war bei Gott zuhause. Nein, er ist bei Gott zuhause. Das ist ja unsere Christliche Hoffnung: Wenn wir in der Verbindung mit Gott leben, wenn er unsere Heimat ist, dann kann uns nicht einmal der Tod diese Heimat rauben.

So dürfen wir darauf vertrauen, dass er jetzt für immer seine Heimat bei Gott gefunden hat, dem er sein Leben überlassen hat. So dürfen wir darauf vertrauen, dass er nun bei Gott sein ewiges Leben hat. Amen.

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