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Gedanken zum Weltmissionsmonat Oktober 2019 

Das Konzil Vatikan II hat daran erinnert, dass alle Getauften zwei Berufungen von Gott erhalten haben, nämlich heilig zu werden und zu missionieren. Heilig sein und Missionar zu werden steht nicht zur Auswahl, richtet sich nicht nach Vorlieben und Ideen, nicht nach Alter, Geschlecht, der Lebensanschauung, dem Beruf oder der Arbeit. Es erübrigt sich all das, wenn wir Getaufte nicht überzeugt sind, dass Gott uns als Heilige und Missionare sehen will. Wir vereiteln das Projekt, das Gott für uns hat, wenn wir es nicht ernst betrachten und danach handeln.

  1. Gott ruft uns Heilige zu sein

Das heißt, dass die Getauften dazu berufen sind, die Möglichkeiten, die Gott am Tag ihrer Taufe als Samen in sie gelegt hat, zu entwickeln. Mit anderen Worten: das Leben Gottes, das in der Seele der Getauften liegt, soll nicht verkümmern, sondern aufblühen. Um die Sünde, das eigentlich Böse, zu überwinden, muss das eigentlich Gute, die christliche Liebe, gelebt werden, damit nichts Menschliches dem Einfluss Gottes und seiner Wahrheit im Weg steht.

  1. Gott ruft uns Missionare zu sein

Das heißt, dass der Glaube, den wir als Geschenk am Tag unserer Taufe erhalten, nicht erblüht und sich erneuert, wenn wir uns nicht um die kümmern, die ohne Glauben leben, weil sie ihn verloren haben oder nie hatten. Wir sind gerufen, unseren Glauben zu verkünden, weil er so gut für uns ist und es uns in der Seele leid tut, dass andere, die ohne Glauben sind, das nicht empfinden.

  1. Beide Berufungen gehören zusammen

Das hat seinen Grund in Christus selbst, der, wie es Markus im Evangelium (3,14) sagt: "Er hat die Seinen ausgewählt, dass sie mit ihm seien, um das Evangelium zu verkünden." Wir, die wir Gläubige sind, sind berufen, vereint mit Christus zu leben (Heiligkeit) und das Evangelium zu verkünden (Mission). Je mehr wir im Sinne des Evangeliums leben, sind wir auf dem Weg zur Heiligkeit und sind bessere Missionare. Papst Paul VI. hat am 8. Dezember 1975 in seinem Schreiben Evangelii Nuntiandi gesagt, dass man mit dem Eifer der Heiligen missionieren muss. Fünfzehn Jahre danach hat Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Redemptoris Missio vom 7. Dezember 1990 geschrieben, dass der Heilige der wahre Missionar ist. Papst Franziskus nimmt das Vorherige auf im Kapitel V von Evangeli Gaudium unter "Verkünder des Evangeliums mit Geist".

Text entnommen aus "Mariannhill – Brief aus Spanien", Nr. 129; 3/2019

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