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Einladung zum ökumenischen Gedenkgottesdienst anlässlich des 80. Jahrestages der ersten Transporte von NS-Gegnern aus dem Sudetenland ins KZ Dachau - Sonntag, 14. Oktober 2018, 11.00 Uhr – Beginn: Todesangst Christi Kapelle; Fortsetzung in der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 14. Oktober 2018, um 11 Uhr wird in einem ökumenischen Gottesdienst der NS-Opfer aus dem Sudetenland gedacht.

Vor 80 Jahren, Anfang Oktober 1938, besetzte die Wehrmacht die überwiegend von Deutschen bewohnten tschechischen Grenzgebiete und gliederte diese ins sogenannte „Großdeutsche Reich“ ein. Grundlage war das „Münchner Abkommen“, dem Großbritannien und Frankreich nach Hitlers ultimativen Kriegsdrohungen gegen die Tschechoslowakei zugestimmt hatten.  An dem von den meisten Sudetendeutschen begeistert gefeierten „Anschluss“ war auch die SS-Totenkopf-Standarte „Oberbayern“, rekrutiert aus den Aufsehern im KZ Dachau beteiligt. In Dachau erinnert noch heute die von den Nazis zu Ehren dieser Aktion so benannte Sudetenlandstraße daran.

Sofort nach dem „Anschluss“ begann insbesondere das „Sudetendeutsche Freikorps“, das Himmler in die SS integrierte, mit der Jagd auf die Gegner der Annexion. Anfangs wurden besonders Kommunisten, Sozialdemokraten, Juden und Tschechen terrorisiert. Bald dehnten die Nazis ihre Verfolgungen auf alle Sudetendeutschen aus, die sich der Gleichschaltung im NS-Staat widersetzten. Sie verschleppten etwa 2500 Sudetendeutsche ins KZ-Dachau. Viele überlebten den NS-Terror nicht. Unter den Gefangenen befanden sich auch viele engagierte Katholiken, wie zum Beispiel Pater Engelmar Unzeitig, der in seiner Pfarrei Glöckelberg im Böhmerwald denunziert und im Juni 1941 ins KZ Dachau verschleppt worden war. Er starb am 2. März 1945 an Typhus, mit dem er sich bei der Pflege von Mithäftlingen infiziert hatte.

Mehrere überlebende sudetendeutsche KZ-Häftlinge kamen nach Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat nach dem Krieg wieder nach Dachau, manche wohnten in den fünfziger Jahren im Flüchtlingslager auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. 

Der Gottesdienst erinnert an die KZ-Häftlinge aus dem Sudetenland, aber auch an das Schicksal, das viele Sudetendeutsche bei und nach Kriegsende im Rahmen der Vertreibung erlitten. Nicht wenige fanden in Dachau eine neue Heimat.

Den Gottesdienst gestalten Claudia Mühlbacher, Pfarrerin in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau und Ludwig Schmidinger, Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising. Kooperationspartner sind die sudetendeutsche Ackermann-Gemeinde mit Msgr. Dieter Olbrich und die Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Die tschechische Generalkonsulin Kristina Larischová hat ihr Kommen zugesagt.

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