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Am Samstag, 5. Oktober, weiht Bischof Dr. Benno Elbs das Pfanner Haus in Langen bei Bregenz ein. Damit tritt das Abt Pfanner Haus in eine neue Phase.

In der Chronik über das Haus in Langen bei Bregenz liest man folgendes: 

Abt Pfanner-Haus

Nach dem Bezug der neuen Volksschule im Jahre 1963 tauchte immer häufiger die Frage auf, was mit der leerstehenden alten Schule inclusive der Mesnerwohnung gemacht werden sollte.

Privatinitiativen wollten eine Kapelle errichten, andere wollten für Abt Pfanner, den Gründer des Missionsordens vom Kostbaren Blut, ein Denkmal setzen.

Dass die Provinzleitung in Wernberg Pläne hatte, in Langen, dem Geburtsort ihres Gründers, eventuell eine Niederlassung zu errichten, war für die damaligen Verantwortlichen unter Bürgermeister Johann Kennerknecht wohl ein Ansporn, konkrete Taten zu setzen.

Wie verschieden die Ansichten waren, ging auch daraus hervor, dass Pfarrer Anton Vonbank eine Schwester für die Sakristei und eine Schwester für den Schuldienst wollte. Unterbringen könnte man sie im alten Klassenzimmer, welches man durch einen Vorhang trennen könnte, damit die Schwestern wenigstens zwei Räume zur Verfügung hätten, war seine Meinung.

Bürgermeister Kennerknecht beschloss mit der Gemeindevertretung am 21. April 1966 wegen des alten Schulhauses mit dem Kirchenrat und der Diözese Kontakt aufzunehmen. Die Zielsetzung war, das alte Gebäude abzureißen und an dessen Stelle ein Gebäude für wohltätige Zwecke zu errichten (Altersheim, Schwesternheim und Entbindungsstation). Am 23. Januar 1967 wurde die Planung des Abt-Pfanner-Hauses beschlossen.

In der Sitzung vom 3. März 1967 wurde von der Gemeindevertretung ein Nachtragsvoranschlag über eine Million Schilling beschlossen und bei der Landesregierung eingereicht.

Des Weiteren wurde ein Bauausschuss mit den Agenden des Neubaus betraut:

Für die Gemeinde: Bürgermeister Kennerknecht sowie die Gemeinderäte Friedrich Huber und Ludwig Halder,

Für die Pfarre: die Kirchenräte Bartle Natter und Elmar Haller.

Die Finanzierung für den Neubau des Schwesterntraktes erfolgte durch die Pfarrkirche.

Für den Altersheimtrakt hatte die Gemeinde die Kosten zu tragen. Die Pfarrkirche stellte für beide Teile das Bauholz. Gebaut wurde das Gebäude auf dem Grund der Pfarrkirche.

Im Sommer 1968 erfolgte nach mehreren Überraschungen während des Baus die Firstgleiche. Beim Aushub bzw. bei der Fundierung wurde festgestellt, dass sich im 2. Untergeschoss ein großer Raum ergab. Dieser Raum war nicht vorgesehen gewesen. Nach Beratungen wurde beschlossen, diesen nicht mit Boden aufzufüllen, sondern als Reserve für eine spätere Nutzung zu belassen (heutiger Pfarrsaal).

Im August 1968 wurden die Verputz- sowie Bau- und Tischlerarbeiten vergeben. Am 22. Januar 1969 beschloss die Gemeindevertretung, dass das Kuratorium die Weiterführung des Ausbaus und dessen Finanzierung übernehmen sollte.

Am 18. Juni 1969 bekam das Abt-Pfanner-Haus bzw. das Kuratorium Besuch aus Wernberg. Schwester Nivarda als Ökonomin und Schwester Franziska, Krankenschwester, erkundigten sich vor Ort über den Baufortschritt und wurden von Bürgermeister Johann Kennerknecht dem Kuratorium vorgestellt. In der Folge wurde besprochen, was bis zum Einzug der Schwestern noch zu bewerkstelligen war. Ein Dienstvertrag mit dem Kloster Wernberg wurde aufgesetzt. In diesem Frühjahr trennte sich das Kuratorium vom Planer des Hauses. Für die Fertigstellung und Ausstattung des Hauses übernahm Diözesanbaumeister Berchtold aus Feldkirch die Bauaufsicht. Die Aufbringung der finanziellen Mittel war für das Kuratorium wohl eine der größten Sorgen. Es mussten mehrmals Darlehen aufgenommen bzw. aufgestockt werden.

Drei Kuratoriumsmitglieder traten als Bürgen, bzw. einer sogar als Gläubiger in Erscheinung. Später gab es Mittel von der Vorarlberger Landesregierung, nachdem um die Führung einer Pflegestation angesucht worden war. Die Wohnbauförderungsmittel machten damals gegenüber heute nur einen geringen Teil aus. Darlehensaufnahmen waren in den Jahren 1966 bis 1969 allgemein schwierig, weil die Banken damals nicht über genügend Mittel verfügten und größere Kreditwünsche nur zum Teil befriedigen konnten.

Am 15. September 1969 trafen die Schwestern Maria Jacintha als Oberin, Schwester Franziska als Krankenschwester und Schwester Ambrosia als Köchin in Langen ein. Die offizielle Begrüßung war im Gasthaus Adler bei einem gemeinsamen Mittagessen. Die Schwestern waren wohl überrascht, als sie ins Heim kamen und sahen, was alles noch fehlte. Nicht einmal die Kleinküche war fertig!

Laut Protokoll wurde dem säumigen Tischler eine Nachfrist bis 24. September 1969 gesetzt. Die Schwestern, bewehrt mit Besen und Schaufel, beluden selbst Karretten, um das Haus vom Bauschutt zu befreien. Mit einer Nähmaschine, die noch heute im Einsatz ist, nähten sie die ganze Bettwäsche und alle Vorhänge für das Haus. Ganz im Sinne ihres Stifters, Abt Franz Pfanner, leisteten sie schwerste Arbeit und mussten dazu noch die Handwerker motivieren.

Ende Oktober 1969 zogen die ersten Senioren ein.

Es wurde auch über eine Einkaufsmöglichkeit diskutiert, später wurde diese Idee aber nicht mehr aufgegriffen. Die erste Weihnachtsfeier fand am Abend des 23. Dezember 1969 statt.

Die Einweihung des Heimes fand am 26. April 1970 statt. Bischof DDr. Bruno Wechner segnete das Haus, anschließend schritt man zur Besichtigung. Am 9. Dezember 1970 wurde beschlossen, sich an der neuen Wasserversorgung Gesern-Dorf zu beteiligen. Die bisherigen Wasserbezugsrechte wurden der Pfarre zurückgegeben (sogenanntes Dörfler-Wasser.)

Die Besitzverhältnisse zwischen Pfarre und Gemeinde sollten nach den aufgelaufenen Baukosten anteilsmäßig geregelt werden (laut Sitzungsbeschluss vom 7. Februar 1972). Daher wurde der bereits erwähnte Grund von Familie Josef Schedler vom Abt Pfanner-Haus gekauft und für dieses im Grundbuch eingetragen. Am 2. Mai 1975 erklärten Ludwig Halder und Albert Feurle den Rücktritt aus dem Kuratorium. Für Albert Feurle wurde von der Pfarre Kirchenrat Armin Blank bestellt, für Gemeinderat Ludwig Halder folgte Hans Fink als Vertreter der Gemeinde. Von 1972 bis 1984 führte Frau Emma Rädler die Buchhaltung.

Die sehr sparsame Führung des Hauses durch die Schwestern machte es immer wieder möglich, die Einrichtung zu ergänzen bzw. Anschaffungen zu tätigen. Unsere Krankenschwester Franziska wurde nach Wernberg in die Provinzleitung gewählt und musste Langen verlassen. Die Bevölkerung, das Kuratorium und die Heiminsassen bedauerten dies sehr. Sie wurde vom Kuratorium und vom Krankenpflegeverein am 24. September 1973 in einer kleinen Feier verabschiedet. Ihre Aufgaben übernahm Schwester Hedwig Maria. Auch ihr gelang es bald, das Vertrauen und die Zuneigung der Heiminsassen sowie der Hauskranken in Langen und Thal zu gewinnen. Am 11. Mai 1978 gab Obmann Johann Kennerknecht seinen Rücktritt bekannt, da er zuvor das Bürgermeisteramt zurückgelegt hatte. Der neue Bürgermeister Josef Schedler trat in das Kuratorium ein.

Am 23. Mai 1978 fand eine Neuwahl des Kuratoriums statt. Mit einfacher Mehrheit wurde Hans Fink neuer Obmann, Haller Elmar als Stellvertreter wiedergewählt, sowie Adalbert Pfanner als Schriftführer bestätigt.

Der neue Obmann bedankte sich für das Vertrauen und dankte dem scheidenden Obmann Johann Kennerknecht für seine jahrelange Tätigkeit seit der Gründung des Abt Pfanner-Hauses. Mit Dankesworten schlossen sich Dir. Wund von der Diözese und Schwester Oberin Jacintha an.

Bereits ein halbes Jahr später, am 9. Januar 1979 wurde die erste Oberin Schwester Jacintha für andere Aufgaben nach Wernberg gerufen. Dies bedauerten besonders der Obmann und die Heimbewohner sehr. Schwester Hedwig übernahm die Stelle als Oberin des Hauses neben ihrer Tätigkeit als Krankenschwester. Im Jahre 1979 wurde die Pflegestation von fünf auf acht Betten erweitert. Fünf Pflegebetten mit Elektromotoren wurden angeschafft, in vier Zimmern wurden Einbauschränke eingebaut.

Am 26. Juni 1980 regte Schwester Hedwig an, über einen Anbau nachzudenken. Ihre Vorstellung wäre ein Jugendraum für die Pfarrjugend und eine Kapelle für das Altersheim, da die bestehende Kapelle zu klein sei. Dies wurde vom Kuratorium zur Kenntnis genommen und Überlegungen wurden nach und nach angestellt.

Im Oktober 1980 wurde bereits über ein Raumprogramm beraten, das besondere bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der täglichen Arbeitsabläufe für die immer mehr werdenden Pflegefälle beinhaltete.

Dies waren: Ein Bettenlift, ein Pflegebad, der Umbau der WC-Anlagen in behindertengerechte Toiletten, eine Kapelle im Erdgeschoss und ein Jugendraum im UG. In den folgenden Monaten wurden mehrere neue Altersheime in der Umgebung besichtigt. Im September 1981 wurde Herr Albert Egender Pfarrer von Langen. Er richtete das Pfarrbüro im Obergeschoss des Schwesterntraktes ein.

Am 24. September 1981 wurden neue Statuten, in denen auch die Anteile der Pfarre und der Gemeinde Langen aufgeführt sind, beschlossen.

Das Abt Pfanner-Haus wurde ins Grundbuch eingetragen. Mit der Pfarre wurde eine Vereinbarung über die Heiz- und Betriebskosten für das Pfarrbüro abgeschlossen.

In der Sitzung vom 25. März 1982 wurde der Jahresabschluss von 1981 erstmals von Leo Meusburger durchgeführt und vom Kuratorium genehmigt. Ab Beginn 1985 übernahm Leo Meusburger die Buchhaltung für das Abt Pfanner-Haus von Emma Rädler zur Gänze.

Pläne für den Erweiterungsbau lagen vor und wurden besprochen. Nach mehreren Defekten am Hoval-Heizkessel wurden zwei kleine Heizkessel angeschafft.

Der Planer des Zubaus, Herr Dipl.-Ing. Erich Längle aus Batschuns, musste zur Kenntnis nehmen, dass seine Vorschläge bezüglich einer Schindelfassade zu kostenintensiv waren. Über die Raumeinteilung wurde diskutiert.

Am 17. März 1983 wurde dem Architekten der Auftrag erteilt, Eingabepläne zu erstellen, Baubeginn sollte im Frühjahr 1984 sein. Die Kosten wurden auf öS 5,5 Mio. geschätzt.

Die Finanzierung erfolgte aus einem Darlehen von 2 Millionen Schilling, die Wohnbauförderung pro m² betrug öS 5.000,-, an Zuschüssen der Vorarlberger Landesregierung gab es ca. 30 Prozent der Bausumme.

Im Mai 1984 begann man mit den Aushubarbeiten. Die Fa. Ludwig Haller aus Sulzberg errichtete den Rohbau bis Ende Juli 1984. Die Zimmermannsarbeiten wurden von Arthur Österle aus Doren durchgeführt. Die Firstfeier fand Ende August mit einem kleinen Fest im Gasthaus Hirschen statt. Ende Oktober wurden die Dachdeckerarbeiten abgeschlossen. Alle waren froh, als der Umbau unter Dach war, da durch diverse Anschlussarbeiten und Umbauten im Bestand immer wieder provisorisch abgedeckt werden musste. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Insassen für ihr Verständnis, besonders aber Schwester Emanuele, die mit ihren Helferinnen Tag für Tag Staub und Schmutz zu beseitigen hatte.

Während des Winters 1984/1985 wurden die Innenausbauarbeiten durchgeführt. Am Sonntag, dem 23. Juni 1985 wurde von Pfarrer Egender die Glocke für das Abt Pfanner-Haus geweiht.

Auf Initiative von Frau Dr. Hauke und den Nachbarn des Abt Pfanner-Hauses wurde durch Spenden ein Betrag von öS 50.000,- für die Glocke bereitgestellt. Frau Dr. Hauke fungierte als Glockenpatin. Im Glockenbrief sind alle Spender namentlich genannt. Die Glocke hat einen Durchmesser von 72 cm und ist 220 kg schwer. Der Glockenstuhl wurde von Herrn Alfred Vögel im Märzengschwend gestiftet, der sich auch am Innenausbau der Hauskapelle mit einem großen Betrag beteiligte. Die Einrichtung der Kapelle konnte zum Großteil von Gönnerspenden finanziert werden. Am 21. September 1985 wurde der Zu- und Umbau von Prälat Dr. Hofer feierlich eingeweiht. HR Dr. Girardi hielt die Festansprache. Architekt Dipl.-Ing. Längle übergab symbolisch den Schlüssel an Schwester Hedwig Maria. Anschließend war Tag der offenen Tür.

Die Finanzierung erfolgte aus dem Darlehen, aus Mitteln des Landeswohnbaufonds, der Landesförderung für Altersheime sowie der Landesförderung für Pflegestationen. Der Rest wurde aus Eigenmitteln finanziert. Die Pflegestation wurde von 8 auf 13 Betten erweitert. Ab September 1986 wurde Hw. Herr Othmar Siebenhüter Pfarrer von Langen. Am 14. Oktober 1986 nahm er das erste Mal an der Kuratoriumssitzung teil. Der Obmann begrüßte ihn besonders herzlich und stellte ihm die weiteren Mitglieder vor. Im April 1988 bekamen die Schwestern einen PKW. Pfarrer Mons. Ulrich Haag hatte den Ankauf des Autos übernommen.

Anfang Mai 1988 kam Schwester M. Gertrudis als Krankenschwester ins Abt Pfanner-Heim. Sie war vorher schon mehrere Jahre bei uns als Urlaubsvertretung im Einsatz gewesen. Ende Mai verließ Schwester Hedwig das Abt Pfanner-Haus. Das Kuratorium verabschiedete sie in einer Feier und dankte ihr für ihren jahrelangen Einsatz, besonders während des Um- und Zubaus. Sie war die treibende Kraft gewesen, dass es zu diesem, alle zufriedenstellenden Bauwerk kam.

Schwester Ignaz Maria war ab April 1980 Oberin des Hauses und mit vollem Einsatz sowie mit all ihrer Kraft bei ihrer Tätigkeit. Der Obmann wünschte ihr für die Zukunft als Oberin alles Gute. Ebenfalls dankte er Schwester Gertrudis für ihr Kommen ins Abt Pfanner-Haus.

Am 1. April 1990 zog Schwester Camilla als Köchin ein. Schwester Herta, die zehn Jahre die Küche führte, wurde für einen anderen Wirkungsbereich von den Ordensoberen abberufen.

Bei der Abschiedsfeier von Schwester Herta wurde ein langgehegter Wunsch des Kuratoriums wieder wach. Man beschloss, im Frühjahr das Kloster Wernberg in Kärnten zu besuchen. Dieser Beschluss wurde von allen freudig aufgenommen.

Die 3-tägige Reise wurde dann auch realisiert. Man besuchte außer Wernberg auch noch verschiedene Sehenswürdigkeiten in Kärnten, so Maria Saal und Maria Gurk. Diese Kulturstätten wurden uns von Schwester Romana mit ihren profunden Kenntnissen vortrefflich vor Augen geführt. Diese Reise war wohl für alle Mitglieder des Kuratoriums, die an dieser Reise teilnahmen, der schönste Dank für ihren jahrelangen Einsatz.

Mit einem Rückblick im Protokollbuch legte der Schriftführer Adalbert Pfanner sein Amt nach 21-jähriger Tätigkeit zurück. Sein Nachfolger wurde Ernst Feßler, Dorf. Wie schwierig wäre es wohl für den Schreiber dieser Zeilen, wenn nicht die umfassenden Sitzungsprotokolle vorhanden wären. Andere Daten wurden Gesprächen mit Altbürgermeister Kennerknecht, den Kuratoriumsmitgliedern der ersten Stunde sowie den Gemeindeprotokollen von 1963 bis 1969 entnommen. Im Kuratorium waren leider auch Todesfälle zu beklagen. Am 23. März 1992 verstarb Michael Sutter nach 23 Jahren Kuratoriumstätigkeit. Bereits ein Jahr später starb sein Nachfolger, Manfred Lässer.

Am 11. Februar 1994 wurde unser langjähriger Schriftführer, Adalbert Pfanner, zu Grabe getragen. Wir wollen ihnen allen ein ehrendes Andenken bewahren!

Im Abt Pfanner-Haus gibt es derzeit 26 Betten. Davon sind 17 Betten elektrisch verstellbare Pflegebetten. Das Heim erfreut sich einer regen Nachfrage, konnten die Zimmerpreise und Pflegezuschläge doch in Grenzen gehalten werden. Dies ist wohl dem unermüdlichen Einsatz der Schwestern und des Personals zu verdanken. Die Heim- und Pflegeleitung obliegt Schwester Oberin Margreth Hemma, weiters sind die Ordensschwestern Schwester Leonardis, Schwester Victoris und Schwester Camilla, ein Hausmeister, sechs Vollbeschäftigte und drei Halbtagskräfte tätig.

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