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Am Sonntag, 28. Juni, feiern die Mariannhiller, Pater Francis Jank und Pater Andreas Sauter, ihr 60jähriges Priesterjubiläum. Dem Festgottesdienst in der Kapelle des Missionshauses St. Josef in Reimlingen, um 10 Uhr steht der stellvertretende Provinzial Pater Mario Muschik vor.

francisPater Francis Jank CMMPater Francis Jank wurde als Alois Jank am 29. Mai 1933 in Komárov (Diözese Hradec Králové) in der ehem. Tschechoslowakei geboren. 1939 besuchte er die Grundschule in Prohruby. 1943 wurde er zur weiterführenden Schule nach Trautenau, Nordöstliches Böhmen, in der Nähe der jetzigen polnischen Grenze geschickt. Am 25. August 1945 wurde Alois Jank zusammen mit seinen Eltern und einigen seiner Brüder und Schwestern ohne Gerichtsurteil in ein Zwangsarbeitslager verbracht. Während der Gefangenschaft starb u. a. auch seine Mutter. Nach der Freilassung am 2. September 1946 wurde Alois Jank in die Nähe der Ostsee ausgesiedelt. Nach mehreren Versuchen schlüpfte er durch Sowjetische, Britische und Amerikanische Kontrollposten und gelangte im August 1948 nach Reimlingen, wo er das Missionsseminar der Missionare von Mariannhill besuchte. 1952 erhielt er zum ersten Mal einen westdeutschen Ausweis und konnte so am 1. September als Schüler des ordenseigenen Studienhauses Aloysianum das humanistische Gymnasium in Lohr am Main besuchen. 1954 erlangte er dort die Hochschulreife. Noch im Oktober des gleichen Jahres begann er das Noviziat in Mönchsdeggingen und erhielt den Klosternamen Francis.

Nach seiner Ersten Profess am 3. Oktober 1954 begann er das Philosophie- und Theologiestudium in Würzburg. Fünf Jahre später wurde er in Würzburg zum Diakon geweiht. Als Diakon wurde er nach Maria Veen gesandt, um dort Mathematik zu unterrichten und als Präfekt im Internat nach dem Wohl und Wehe der Schüler zu schauen. Am 29. Juni 1960 wurde er in Würzburg zum Priester geweiht. Als Kaplan war er unter anderem in Gemünden am Main, in Arnsberg sowie in Lohr am Main tätig. 1961 wurde Pater Francis Jank nach Spanien ausgesandt, um dort bei der neuen Gründung den Missionaren von Mariannhill zu helfen. Stationen waren unter anderem Madrid, Palencia und Salamanca. 1968 kam er nach Südafrika um dort in der Provinz Mthatha den Menschen ein guter Seelsorger zu sein. In den folgenden Jahren wurde er immer wieder auf verschiedenen Missionsstationen eingesetzt.

1994 bat ihn die Generalleitung, in dem Ausbildungs- und Studienhaus der Missionare von Mariannhill in Merrivale, Südafrika, seine reichen Missionserfahrungen auch an die ordenseigenen Studenten weiterzugeben. Das St. Josef College, an dem die Studenten unterrichtet wurden, freuten sich über die Hilfe und Unterstützung, die Pater Francis ihnen als Professor für Philosophie und Missionswissenschaften geben konnte. Fünf Jahre später kehrte er auf Wunsch des Bischofs von Mthatha wieder in die Provinz Mthatha zurück. Im Jahre 2009 übernahm er als Seelsorger fortan die Betreuung der Behinderteneinrichtungen der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut Ikhwezi Lokusa und half in den umliegenden Missionspfarreien aus. 2016 kehrte er nach Deutschland zurück, wo Pater Francis nun im Missionshaus St. Josef in Reimlingen seinen wohlverdienten Ruhestand verbringt. Im Oktober 2019 verlieh ihm das Land Oberösterreich die Verdienstmedaille des Landes für sein missionarisches Wirken.

sauterPater Andreas Sauter CMMPater Andreas Sauter erblickte am 25. April 1927 in Halden, einem Ortsteil von Kirchhaslach, das Licht der Welt. Die Volksschule besuchte er in Kirchhaslach. Im Anschluss an die Schulzeit arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft mit. Am 1. September 1944 wurde er zum Arbeitsdienst einberufen und am 27. Dezember zur Wehrmacht. Im April 1945 kam Pater Andreas in amerikanische Gefangenschaft. Ende Juni 1945 wurde er wieder entlassen. Fortan arbeitete er wieder in der Landwirtschaft.

Zum ersten Mal kam Pater Andreas Sauter im Oktober 1948 nach Reimlingen, um sich im Seminar der Missionare von Mariannhill vorzustellen. Im September des nächsten Jahres begann er den Kurs für die Spätberufenen. Die Hochschulreife erlangte er im Juni 1954. Am 3. Oktober begann er in Mönchsdeggingen das Noviziat für die Kleriker. Ein Jahr später legte er die Erste Profess ab. Anschließend begann für Pater Andreas in Würzburg das Studium der Philosophie und Theologie. Die Weihe zum Priester erhielt er am 29. Juni 1960 in Würzburg.

Am 1. September 1960 begann er mit seiner Arbeit als Präfekt und Religionslehrer im ordenseigenen Seminar St. Josef in Reimlingen. Acht Jahre später wurde er von der Ordensleitung nach Würzburg versetzt. Fortan hielt er Vorträge und arbeitete dabei eng mit dem päpstlichen Hilfswerk Missio in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen. Im Juni 1976 wurde er in das Spätberufenenseminar nach Neuss am Rhein versetzt. 

Am 2. Januar 1979 kam Pater Andreas Sauter dann als Pfarrer nach Reimlingen. Hier war er fast 32 Jahre in der Pfarrei, die Reimlingen, Grosselfingen, Balgheim, Schmähingen, Ederheim, Hürnheim und Christgarten umfasst, tätig. Am 31. August 2010 wurde er offiziell von der Gemeinde verabschiedet und erhielt im September 2010 die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Reimlingen. Seitdem lebt Pater Andreas Sauter im Missionshaus St. Josef in Reimlingen. Von hier aus hilft er immer wieder als Seelsorger im Dekanat Nördlingen aus und versieht regelmäßig den Krankenbesuchsdienst im Nördlinger Stiftungskrankenhaus. 

 

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