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Jeder von uns kennt sie: die Herausforderungen. Das kann ein Schulabschluss sein, ein Berufsabschluss, ein Hobby, eine sportliche Leistung, ja, eine Leistung, auf die einer stolz sein möchte. Wir brauchen diese Herausforderungen für unser Leben. Sie helfen uns, unsere Fähigkeiten zu entdecken, uns weiter zu entwickeln, zu wachsen und zu reifen. Wir nehmen eine Herausforderung dann an, wenn wir wissen möchten: Wo liegen meine Grenzen. Was uns im Jahre 2020 herausfordert, das ist das kleine Virus, Corona genannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch das Evangelium mit den Seligpreisungen eine Herausforderung ist. Es wird viel über dieses Evangelium gesprochen: sind diese Worte eigentlich in das Leben umzusetzen? Ist es wirklich möglich, in so einer Form als Christ oder Christin in dieser Welt zu leben? Diese Worte aus der Bergpredigt sind recht umstritten. Manche fragen sich: Wollte Jesus nur provozieren? Wir können das ja auch so sehen: Jesus traut uns zu, diese Worte zu leben. Jesus hat uns gezeigt, wer und was wir als Christen und Christinnen sein können. Menschen, die keine Gewalt anwenden, Menschen, die barmherzig sind, Menschen, die ein reines Herz haben, Menschen, die Gott als das wichtigste im Leben ansehen, Menschen, die genau wissen, dass sie Gott nichts zurückgeben können, sondern immer die sind, die von Gott empfangen. Jesus traut uns das alles zu. Doch wir dürfen wissen: Wir sind auf dem Weg. Wir dürfen hineinwachsen in dem, was wir als Christen sein dürfen in dieser Welt. Lassen wir uns - in einem ganz guten Sinne - herausfordern von den Worten, die wir im Evangelium gehört haben. In der Lesung haben wir gehört: "Jetzt sind wir Kinder Gottes, aber, was wir sein werden, das ist noch nicht offenbar geworden..." Heute feiern wir das Fest "Allerheiligen". Alle Menschen, die wir als Heilige verehren, haben sich der Herausforderung gestellt. Sie mussten wie wir wachsen und reifen. Sie haben sich den Herausforderungen ihres Lebens gestellt. Es war der Weg, den Gott mit ihnen gegangen ist. Gott hat auf diesem Weg, durch Erfahrungen, durch Herausforderungen und vor allem durch Menschen an ihnen gewirkt. Nehmen wir die Herausforderung an, sind wir offen, wie Gott an uns wirkt, so wie es die Heiligen taten, so wie es viele Menschen taten. Bleiben wir auf dem Weg, die zu werden, zu denen Gott uns berufen hat, gehen wir mit ihm, achten wir auf seine Worte, seine Zeichen, lassen wir Gott an uns wirken. Er will uns heilig machen, Heil schenken. - Gedanken von Pater Jörg Thiemann CMM zum Fest Allerheiligen 2020

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