headermariannhill2

Am 24. Mai 2020 gedenken wir Missionare von Mariannhill des 111. Todestages von Abt Franz Pfanner. Er erblickte 1825 in Langen, Vorarlberg, das Licht der Welt. Er bekam den Taufnamen Wendelin. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Feldkirch, studierte er in Innsbruck, Brixen und Padua Philosophie und Theologie. Am 28. Juli 1850 wurde er im Dom zu Brixen durch Bischof Galura zum Priester geweiht.

Anschließend wirkte er neun Jahre als Pfarrer in Haselstauden bei Dornbirn. Während dieser Zeit reifte in ihm der Wunsch in ein Kloster einzutreten. Aber bevor es soweit war, reiste er 1862 nach Rom und 1863 ins Heilige Land. Am 9. Oktober 1863 wurde er als Pater Franz im Trappistenkloster Maria Wald in der Eifel eingekleidet.

Seine Erste Profess legte er am 24. November 1864 ab. Drei Jahre später wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Kirchen- und Klosterruine von Tre Fontane nahe Rom wieder aufzubauen. Nach zwei Jahren ist das Werk vollbracht und man übertrug ihm die Gründung des Trappistenklosters Maria Stern bei Banjaluka in Bosnien.

Im Alter von 54 Jahren nahm Pater Franz Pfanner als Prior von Maria Stern am Generalkapitel der Trappisten in Sept Fons, Frankreich, teil. Zu Gast war auch der südafrikanische Bischof Ricards, der die Trappisten bat, im südlichen Afrika ein Kloster zu gründen. Während die versammelten Äbte und Oberen noch diskutierten, sprach Pater Franz Pfanner folgende Worte: “Wenn keiner geht, dann gehe ich!”

Mit fester Stimme fügt er seiner spontanen Bereitschaft, nach Südafrika zu gehen, hinzu: “Ich verpflichte mich auf drei Jahre und bin entschlossen, mit meiner Mannschaft das neue Kloster in dieser Zeit aufzubauen, wenn der Bischof zahlt.”

Dieser Entschluss wird vom Generalkapitel der Trappisten bereitwillig akzeptiert. 1880 erreichte Pater Franz Pfanner mit 30 Mönchen Dunbrody in der Kapkolonie. Allerdings war die Gegend so unwirtlich, dass man schon zwei Jahre später Dunbrody verließ und sich auf den Heimweg nach Europa machte. Aber es sollte anders kommen. Pater Franz Pfanner konnte in der Nähe der südafrikanischen Hafenstadt Durban eine Farm kaufen. Am zweiten Weihnachtstag im Jahre 1882 blieb die Reisegruppe mit ihren schwerbeladenen Ochsenwagen auf diesem Gelände im Schlamm stecken. Ein Flottmachen der Karren schien unmöglich. Die Nacht brach herein. Franz Pfanner entschied kurzer Hand: “Abladen! Hier bleiben wir. Hier bauen wir unser Kloster!”

Und so kam es zur Gründung des Klosters und Missionszentrums Mariannhill – auf dem “Maria-Anna-Hügel” bei Durban. Schon bald war das Kloster Mariannhill Ausgangspunkt für die Gründung vieler Außenstationen. Es wurden Schulen gebaut, Krankenhäuser errichtet, und in den Werkstätten in Mariannhill wurden junge Südafrikaner ausgebildet. 1885 gründete Franz Pfanner die Kongregation der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. Ende des Jahres, am 27. Dezember 1885, wurde Pater Franz Pfanner zum Abt des Klosters Mariannhill geweiht. Es dauerte nicht lange und Abt Franz Pfanner bekam Schwierigkeiten mit der Ordensleitung der Trappisten. Missionseifer auf der einen und die trappistische Ordensregel auf der anderen Seite vertrugen sich nicht. 1892 musste Abt Franz sein Amt niederlegen. Er ließ sich auf der Missionsstation Emaus nieder. Seinem Ideal blieb er aber treu. Bis ins hohe Alter dachte er missionarisch, schrieb ermutigende Briefe und Missionsberichte, gab Ratschläge und Tipps jenen, die sich dem Dienst der Evangelisation widmeten. Fast 84jährig starb Franz Pfanner am 24. Mai 1909. Kurze Zeit später löste Papst Pius X. das Kloster Mariannhill aus dem Ordensverband der Trappisten und gab den Weg frei zur Gründung der Kongregation der Missionare von Mariannhill.

Mehr über Abt Franz Pfanner erfahren Sie hier.

­