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Die beiden Hilfswerke Adveniat und MISEREOR rufen zur Unterzeichnung des Katakombenpakts für das Gemeinsame Haus auf 

Würzburg, 8. November 2019. Die beiden Hilfswerke Adveniat und MISEREOR rufen zur Unterzeichnung des „Katakombenpakts für das Gemeinsame Haus“ auf. Die Hauptgeschäftsführer der beiden Werke, Pater Michael Heinz und Pirmin Spiegel, haben diese Initiative bei der nachsynodalen Tagung „Wege einer ökologischen Umkehr“ in Würzburg vorgestellt. Bei der Amazonas-Synode in Rom hatten sich etwa 200 engagierte Christinnen und Christen, unter ihnen viele Priester und Ordensleute sowie knapp 50 Bischöfe, in den Domitilla-Katakomben mit diesem Pakt zu einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Lebensstil, dem Schutz der Schöpfung und der indigenen Völker sowie zu einem synodalen Miteinander in der Kirche verpflichtet. Auch die beiden Hauptgeschäftsführer von Adveniat und MISEREOR gehörten zu den Erstunterzeichnern. Papst Franziskus hatte sie als Berater der Synode berufen, die vom 6. bis zum 27. Oktober stattfand.

Der „Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus“ greift bewusst den ersten Katakombenpakt auf, in dem sich am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils rund 40 Bischöfe „für eine arme und dienende Kirche“ ausgesprochen hatten. Adveniat und MISEREOR rufen nun dazu auf, den Katakombenpakt auch in Deutschland zu unterschreiben. „Es geht allerdings nicht um Unterschriften, die nur eine Solidarität mit dem Geschehen ausdrücken“, betonte Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz im Würzburger Burkardushaus. „Wer den Pakt unterschreibt, verpflichtet sich zu einem anderen, nachhaltigen Lebensstil.“

Bischof Johannes Bahlmann aus Obidos im brasilianischen Amazonasgebiet forderte auf der Tagung eine „neue Allianz von Wissenschaft, Jugend und Religion“. Ihnen sei gemeinsam, dass sie sich für die Ökologie und die Bewahrung der Schöpfung stark machten. Jetzt gelte es, diese Kräfte zu bündeln. Der Amazonas-Bischof warnte davor, sich als Kirche auf den Standpunkt zu stellen, der Umweltschutz sei Aufgabe anderer: „Was nutzt uns frommes Beten, wenn wir in 20 Jahren keinen Raum mehr haben, wo wir leben können? Wenn wir den Regenwald nicht retten, zerstören wir diese Welt.“

MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel forderte, sich für die Rechte der indigenen Völker im Amazonasraum einzusetzen. „Auch die deutsche Bundesregierung kann hier ein wichtiges Zeichen setzen. Im Koalitionsvertrag hat sie sich die Ratifizierung der ILO-Konvention Nummer 169 vorgenommen, die den indigenen Völkern ein Anhör- und Mitspracherecht an der Nutzung ihrer Heimat zuspricht. Den Worten müssen Taten folgen.“

An der Tagung in Würzburg, die von Adveniat und MISEREOR gemeinsam mit den Diözesen Würzburg und Hildesheim durchgeführt wurde, nahmen mehr als 300 Interessierte teil. Sie wurden von zahlreichen Mitgliedern und Beratern der Amazonassynode aus erster Hand informiert. Neben Bischof Bahlmann waren dies unter anderem Bischof Erwin Kräutler von Altamira und Dom Roque Paloschi aus Porto Velho in Brasilien sowie Schwester Birgit Weiler aus dem peruanischen Amazonasgebiet. Ergänzt wurde die Tagung am Donnerstagabend um eine Illumination des Würzburger Kiliansdoms, die Gesichter von indigenen Menschen aus der Amazonasregion zeigte.

Text: Christian Frevel

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