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Unser Leben aus der Verbindung mit Jesus Christus

Als Missionare wissen wir uns von Jesus Christus gerufen und gesandt. Unser ganzer missionarischer Dienst muss deshalb aus der innigen Verbindung mit ihm hervor gehen. Dann dürfen wir hoffen, dass dieser Dienst fruchtbar wird. Wir haben die Versicherung: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun“ (Joh 15,5).

Ohne Gebet ist die Verbindung mit Christus nicht möglich. Unser ganzer Alltag kann zu einer Begegnung mit ihm werden, wenn es gelingt, in den Personen und Ereignissen ihn selbst zu entdecken. Das setzt tiefen Glauben voraus, der durch das Gebet genährt wird. Darum nehmen wir die Zeiten ernst, in denen wir uns dem Gespräch mit Christus widmen, der uns seine Freunde nennt (Joh 15,15). Im Gebet überlassen wir uns seiner Führung und werden zu willigen Werkzeugen seines Geistes.

Unser missionarischer Auftrag drängt uns, die menschlichen Nöte und Erwartungen, denen wir täglich begegnen, in unser persönliches und gemeinschaftliches Beten ein zu beziehen. So erhält unser Beten apostolische Weite.
Das Gebet wiederum ermuntert und stärkt uns, im Dienst nicht nach zu lassen und die Liebe, die wir selbst erfahren, an die Anderen weiter zu geben.

Unser täglicher Gebetsdienst besteht für die Mitbrüder in Weihen im Stundengebet der Kirche, für die anderen Mitbrüder in einem Teil des Stundengebetes oder des Rosenkranzes.
Wir verrichten diesen Dienst im Namen der ganzen Kirche und der gesamten Schöpfung. Ihr Lob, ihr Dank und ihre Bitte sind es, mit denen wir uns vereinen und die wir vor Gott hin tragen. Dabei beten wir nie allein. Christus, das Haupt seiner Kirche und der Herr der Schöpfung, betet mit uns und trägt unsere Gebete zum Vater.

Das Evangelium bietet die Grundlage unseres missionarischen Lebens. Es fordert zur Gottes- und Nächstenliebe auf, drängt zum selbstlosen Einsatz für die Armen und Bedrängten und ermuntert, uns die Gesinnungen Christi an zu eignen. Das setzt voraus, dass wir uns in das Wort Gottes durch Lesung und Studium vertiefen und in der täglichen Betrachtung seine Kraft für den Alltag fruchtbar machen.

Höhepunkt der Verbindung mit Christus ist die Feier der Eucharistie. In ihr begegnen wir dem Mittler zwischen Gott und den Menschen, der sich als Lösegeld für alle hin gegeben hat
(1 Tim 2,5f.). Die Teilnahme an dem einen Brot macht uns eins mit ihm und eins unter einander
(1 Kor 10,17) und stärkt unsere Bereitschaft zur Hingabe.

Weil die Hingabe an Gott und die Menschen durch unsere Ichsucht bedroht ist, bleibt die Forderung des Evangeliums zur Umkehr ein ständiger Anruf an uns. Die tägliche Erforschung des Gewissens, der regelmäßige Empfang des Bußsakramentes, die monatliche Rekollektio und die jährlichen Geistlichen Übungen helfen uns, der Ichsucht zu entsagen, um in Freiheit auf Gott und die Menschen zuzugehen.

Zur Nachfolge Christi gehört es, das Kreuz des Alltags und der Berufsarbeit auf sich zu nehmen und die Beschwerden von Krankheit und Alter willig zu tragen.

Wo Mitbrüder in einer Gemeinschaft leben, kommen sie zum täglichen Gebet zusammen, besonders

  • zur Feier der Eucharistie,

  • zur Rezitation der einen oder anderen Tagzeit des Stundengebetes

  • zum Gebet für die Anliegen der Kongregation und ihrer Wohltäter nach dem Vorbild unseres Gründers.

Das gemeinsame Gebet ist nicht nur Ausdruck der Gemeinschaft, sondern baut auch Gemeinschaft auf. Zeit und Form des gemeinsamen Gebetes regelt jede Gemeinschaft selbst, wenn nicht anderweitig eine Regelung getroffen ist.

Unsere Kongregation weiß sich von ihren Anfängen her der Jungfrau und Gottesmutter Maria verbunden. In ihrem Glauben und ihrer Liebe ist sie Weg weisend für unser Leben im Dienst des Erlösungswerkes ihres Sohnes. Deshalb verehren wir sie in besonderer Weise.

Hauptfest unserer Kongregation ist das Fest der Darstellung unseres Herrn am 2. Februar. In diesem Geheimnis feiert die Kirche Christus als das Licht zur Erleuchtung der Völker. Dieses Fest zeigt auch in einzigartiger Weise die heilsgeschichtliche Gestalt der Gottesmutter.

Wir verehren den Gründer von Mariannhill und großen Missionspionier Abt Franz Pfanner. Wir gedenken seiner besonders am 24. Mai, seinem Todestag.

 

 
 
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