Zehnjähriges Jubiläum der Glöckelberg-Wallfahrt von Pater Franz Hrouda CMM
Am 21. Juni 2008 fand heuer bei Sonnenschein und warmem Wetter zum zehnten Mal die Wallfahrt nach Glöckelberg statt: Pater Provinzial begrüßte die Teilnehmer/innen am Grenzübergang Sonnenwald. 110 Pilger nahmen an der Fußwallfahrt teil. Einige kamen sogar aus Südafrika und Belgien, Mitbrüder der Deutschen Provinz, die Nichten von Pater Engelmar aus Deutschland sowie aus Vorarlberg.
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| Wallfahrtskirche Glöckelberg |
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Bruder Franziskus Pühringer gestaltete drei Stationen mit den Themen: Vertrauen, Leben aus dem Glauben (anhand des Lebensbeispieles von Franz Jägerstätter und Pater Engelmar) sowie Weltoffenheit und missionarische Weite. Zur Eucharistiefeier in er Kirche waren sogar 200 Personen anwesend. Musikalisch wurde der Gottesdienst von einer Gruppe der Gallus-Singers aus Gallneukirchen mit flotten rhythmischen Liedern umrahmt. Hauptzelebrant und Prediger war Pater Tony Gathen aus Riedegg. Pater Markus Bucher, Pater Johannes Kriech, Pater Franz Hrouda und Pater Winfried Egler konzelebrierten. Auch der Bayerische Rundfunk war anwesend und hat die gesamte Messe aufgenommen, um einen Film über Pater Engelmar zu drehen. Einige Gedanken aus der Predigt: „Ich nehme an, wir sind uns alle einig darüber, dass eine Gedenkfeier für Pater Engelmar nicht nur eine nostalgische Übung, sondern immer wieder eine neue Herausforderung ist, unser eigenes Gewissen zu erforschen. Fast ist man versucht, wenn man diese Worte von Pater Engelmar hört, den harten Hintergrund des Lebens oder Überlebens im KZ zu vergessen. Vielleicht kommen sie einem etwas weltfremd vor. Aber gerade in seinem Leben, im grausamen Alltag des KZ empfand Pater Engelmar den Trost und die Freude seines Glaubens. Und gerade diesen Glauben wollte er ja verkünden. Er war Mariannhiller geworden, weil er als Missionar in die Welt hinausgehen wollte. Und nun wirkte er als Missionar im KZ und konnte anderen den Trost des Glaubens und die Freude an Gott weitergeben. Ja, es gelang ihm, selbst in Dachau missionarisch tätig zu werden. Er hat am eigenen Leib erfahren, dass das Evangelium nicht zu fesseln ist, sondern dass es uns befreien kann. Pater Engelmar sah nicht nur die eigene Not, sondern auch die der anderen. Er bleib in seiner missionarischen Sichtweise nicht bei sich stehen. Am 2. März 1945 starb er, nachdem er sich bei der Pflege in den Typhus-Baracken selbst mit der tödlichen Krankheit angesteckt hatte. Es gibt viele Situationen, die uns immer wieder fragen lassen: „Warum lässt Gott das zu?“ Eine Frage, auf die es keine andere Antwort gibt, als im Glauben. Auch in unserer Zeit des Wohlstands und des Profitstrebens müssen wir uns bemühen, die Gleichgültigkeit und Vergnügungssucht zu überwinden. Der Glaube kann wieder Ordnung in unsere Herzen bringen. Auch wenn die gefesselt bin in verschiedensten Abhängigkeiten, so bleibt das Wort Gottes doch frei und hat die Kraft, Fesseln zu lösen – eine Freiheit, die auch uns im Alltag tragen kann. Denn „Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, macht innerlich frei und froh“, um mit einem Satz von Pater Engelmar Unzeitig zu schließen.
In einem seiner Briefe aus Dachau schreibt Pater Engelmar: Es erschüttert einen oft, wenn man sieht und hört, wie die Menschen, die man trifft, trotz der Heimsuchungen, mit denen Gott an ihr Herz anklopft und sie vom Seelenschlaf aufwecken will, weiter verstockt und verblendet dahinleben und eher verstockter und verbitterter werden. Andererseits erkennt man immer wieder, wie nach den Lehren unserer heiligen Religion, all die Rätsel und Schwierigkeiten, die anderen so zu schaffen machen, so schön gelöst werden, und soviel Trost und Freude zuteil wird.
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