|
|
| + Pater Dr. Georg Lautenschlager CMM |
 |
|
|
Liebe trauernden Angehörigen, liebe Freunde von unserem P. Georg Lautenschlager, liebe Schwestern und Brüder, liebe Mitbrüder! Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Paulus hätte das Christ-sein wohl nicht klarer und besser ausdrücken können. Die Botschaft des Glaubens, die uns Paulus anbietet, vertröstet nicht auf ein Jenseits, das wir irgendwann einmal erreichen werden. Nein, schon jetzt im Leben gehören wir dem Herrn: „Leben wir, dann leben wir dem Herrn.“ Das ist etwas anderes, als auf uns selbst zu vertrauen. In Gott leben wir, in ihm bewegen wir uns. Das ganze Leben eines Christen muss durchdrungen sein von Jesus, seinem Herrn. Alles, was wir tun, bekommt von daher seinen Sinn. Scheinbar unbedeutende Dinge werden schön und groß, wenn sie im Herrn Jesus Christus geschehen. Die Frage lautet nicht mehr: Was nützt mir das? Es zählt nur noch eines: Ist das, was ich tue, für den Herrn getan? Der hl. Ignatius von Loyola fasst diese Einsicht in dem Wort zusammen: Alles zur größeren Ehre Gottes. Für diese Ehre mühte sich auch P. Georg in seinem Leben. Pater Georg Lautenschlager ist am 14. März 1930 in Greinhof bei Burglengenfeld geboren. Er machte in Regensburg das Abitur und trat am 22. Oktober 1950 ins Noviziat der Missionare von Mariannhill in Reimlingen ein. Dort legte er am 28. Oktober 1951 die erste Profess ab. Anschließend ging der Weg ins Mariannhiller Piusseminar in Würzburg und an die dortige Universität zum Studium der Theologie und Philosophie. Am 28. Oktober 1954 band sich Pater Georg auf Lebenszeit an die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill. Am 30. Oktober 1955 wurde er in Würzburg zum Diakon und am 17. März 1956 zum Priester geweiht.
Anschließend studierte Pater Georg an der Universität Münster Missionswissenschaften und schloss dieses Studium 1962 mit dem Doktor der Theologie ab. Der Titel seiner Doktorarbeit lautet: „Die sozialen Ordnungen bei den Zulu und die Mariannhiller Mission 1882 – 1909“. Es folgten Jahre zum Studienaufenthalt in Afrika. Dann übernahm Pater Georg 1966 die Aufgabe eines Assistenten des Rektors am Piusseminar in Würzburg und wurde schon bald darauf 1967 zum Generalrat gewählt. Bis 1979 nahm er diese Aufgabe zunächst in Mönchsdeggingen und dann in Rom wahr. Nach seiner Zeit in der Generalleitung ging Pater Georg nach Mariannhill, Südafrika, wo er zunächst in der Pfarrei Maria Trost wirkte, bevor er 1984 zunächst zum Superior des Kosters Mariannhill und 1987 zum Provinzial der Provinz Mariannhill gewählt wurde. In dieser Zeit konnte zum Beispiel das Selbsthilfezentrum Jabulani errichtet werden und im Januar 1989 konnte P. Georg dieses Zentrum am jetzigen Ort eröffnen und segnen. 1993 übernahm er die Pfarrei Ixopo und wechselte noch einmal im Jahr 2000 in die Pfarrei Mariannridge. Nach seiner Zeit als Gemeindepfarrer wurde ihm 2004 das Amt des Postulators für die Seligsprechung von Abt Franz Pfanner übertragen. Diese Aufgabe hatte er bis April 2010 inne. Am 7. Mai 2005 feierte Pater Georg noch mit seiner Heimatgemeinde sein Goldenes Priesterjubiläum. Seine angeschlagene Gesundheit machte es aber im April 2010 notwendig, dass er sich von Rom aus zur weiteren Pflege in die Obhut unseres Pflegeheims hier in Reimlingen begab. Mitte Juni verschlechterte sich sein Zustand so sehr, dass er ins Stiftungskrankenhaus nach Nördlingen eingeliefert werden musste, wo er am 22. Juni in den frühen Abendstunden starb. Liebe Schwestern und Brüder! Nicht nur der Tod, auch unser Leben gewinnt von dieser Glaubensgewissheit, dass wir dem Herrn gehören, eine neue Tiefe. Alles, was wir in unserem Leben anfangen, alles, was wir im Laufe unseres Lebens nur bruchstückhaft fertig bringen, all das prägt uns nicht nur während unseres Lebens. Es prägt uns auch vor Gott. Nichts von all unseren Bemühungen während unseres Lebens ist vergeblich oder gar umsonst. Wäre der Tod das absolute Ende, dann wäre damit auch unser Lebenswerk sinnlos geworden, verurteilt zu vergehen. Wenn es aber eine Auferstehung gibt, dann werden wir als diejenigen auferstehen, zu denen wir in unserem Leben geworden sind. Menschen, die im Herrn leben, brauchen keine Angst zu haben, sie könnten etwas verpassen. Gott gehört ja schon alles. Das Leben wird gelassener und zufriedener, wenn ich dem Herrn lebe. Auch der Tod verliert seine zerstörerische Kraft. „Sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ Wer in Jesus Christus stirbt, der wird mit ihm lebendig werden. „Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende“, sagt der hl. Paulus. Das ist der eigentliche Grund unserer Hoffnung, sonst bliebe nur die Trostlosigkeit. Weil wir uns aber auf Jesus verlassen, wird dem Tod der Stachel genommen. Leben und Sterben gehören zusammen. „Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“ Wer mit Christus lebt, wird auch mit ihm sterben. Denn er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass unser P. Georg mit Christus in der Ewigkeit lebt. |