Missionare von Mariannhill  > Aktuelles
 
10.07.2010
Kolumbien: Mariannhill in Lateinamerika

Pater Bheki und Pater David waren vom 6. bis 27. März in Kolumbien. Sie besuchten unsere Mitbrüder und den Bischof von Soacha, Monsignore Daniel Caro Borda. Die Diözese Soacha liegt in einem Außenbezirk der Hauptstadt Bogotá. Bischof Daniel ist einer der drei Bischöfe des Hauptstadtdistriktes Bogotá, der Interesse an unserer Kongregation gezeigt hat. Bischof Daniel hatte von unserer Arbeit im Vikariat Totumo und von unseren Bemühungen um eine zweite Niederlassung in Bogotá gehört

Die zweite Niederlassung soll  unsere Mitbrüder in Totumo, das 900 km von Bogotá entfernt ist, unterstützen und unsere Kandidaten während ihres Philosophiestudiums in Bogotá eine Unterkunft bieten. Auf Grund unseren derzeitigen Kandidaten sehen wir zur Zeit die Notwendigkeit, dieses Haus in Soacha-Bogotá bald zu errichten, damit die künftigen Kandidaten über einen längeren Zeitraum besser begleitet werden können, bevor sie dann zum Missionseinsatz nach Totumo gehen. 

Besuch in der Diözese Soacha

Der Bischof von Soacha, Monsignore Daniel Caro Borda,  ist ein einfacher, sehr bodenständiger und praktischer Mann. Er zeigte uns zwei Pfarreien, die er uns – wie er uns zuvor in einem Brief geschrieben hatte - gerne anbieten möchte. Nach dem Besuch beider Pfarreien war uns klar, dass die Gemeinde von Santa Fe für unsere Zwecke besser geeignet ist. In der Gemeinde leben 35.000 Menschen, die aufgrund der politischen Lage aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Nach Angaben des Bischofs machen die Katholiken 95% der Bevölkerung aus; ihnen fehlt ein engagierter Priester.

Die Vertriebenen mußten ihre Dörfer verlassen und bauten sich provisorische Unterkünfte, als sie in die Stadt kamen. Zuerst kampierten sie auf einem freien Feld, das einer Familie gehörte und auf dem bereits eine kleine Privatkapelle stand. In dieser kleinen und alten Kapelle kommt die Gemeinde immer noch zum Gebet zusammen. Zum Schutz wurde das Gelände inzwischen mit einer großen Ziegelmauer umgeben. Alle Gebäude dieses Stadtteils wurden provisorisch und illegal gebaut. Sobald die offizielle Baugenehmigung für alle Bauten dieses Stadtteils nachträglich erteilt wäre, möchte der Bischof eine Kirche bauen. Bis jetzt gibt es auch kein Pfarrhaus. Wenn die Landvermessung von der Regierung abgeschlossen ist und der Erschließungsprozess von Rechts wegen weitergeht, beabsichtigt der Bischof, ein Haus oder gar zwei für unsere Gemeinschaft zu mieten, bis der Kirchenbau beendet ist. Erst dann wird es möglich sein, dass wir uns nach einem geeigneten Grundstück umschauen, um ein Pfarrhaus zu bauen oder auch ein Haus zu kaufen. Der Bischof selbst steht hinter diesem Vorhaben. Soacha liegt im Osten der Stadt Bogotá. Das öffentliche Verkehrsmittel - der „Transmillenium Busservice“ - ist in der Nähe der Kirche. Somit besteht eine gute Verbindung zur Universität in die Stadt, an der unsere Kandidaten studieren werden.

Besuch in Totumo

Am 14. März brachte uns der Bus nach Montanas de Totumo, 900 km von Bogotá entfernt. Bereits am 17. März hatten wir mit unserer kleinen Gemeinschaft von Totumo (Patres Ignatius Kaungu und Marco Saavedra Quiel) eine Zusammenkunft. Wir besprachen mit ihnen die verschiedenen Aspekte ihrer Arbeit. Sie erzählten uns von ihren Erfahrungen mit dem Gemeinschaftsleben. Bis jetzt konnten sie die Herausforderung, die immer dort gegeben ist, wo zwei oder drei Mitbrüder zusammen leben, gut meistern. Täglich beten sie die Laudes und das Mittagesgebet miteinander. Sie feiern die Hl. Messe mit den Gläubigen und beten später mit den Anwesenden die Vesper. Unsere Mitbrüder sind glücklich über die Mithilfe eines Laienmissionars aus Spanien, Herrn Sergio, der ihnen sehr hilfreich ist, wenn es um pastorale Arbeit geht, um Buchhaltung und die finanziellen Projekte der Pfarrei. Sie sagten uns, dass die christliche Gemeinde in Totumo langsam wächst. Die Gemeinde ist es nicht gewohnt, dass ein Priester in der Gemeinde wohnt. Die Gläubigen müssen noch mehr auf ihre Verantwortung gegenüber dem Priester und der Kirche aufmerksam gemacht  werden und auch auf die Bedeutung der täglichen Feier der Hl. Messe. Deshalb ermutigten wir unsere Mitbrüder, mehr Hausbesuche zu machen, um den Menschen zuzuhören, sie zu ermutigen und um ihren Glauben zu vertiefen.

Die Mitbrüder erzählten uns von ihrer pastoralen Arbeit. Sie haben fast 40 Außenstationen (veredas), von denen sie bis jetzt 15 besuchen konnten. Wegen der großen Entfernungen ist es ein ziemlich kostspieliges Unternehmen. In der Regenzeit ist es wegen der über die Ufer tretenden Flüsse nicht einmal mit dem Pferd möglich, solche Besuche zu machen. Gelegentlich benützen die Mitbrüder ein Boot, um die Außenstationen zu erreichen. Auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Außenstationen ist oft schwierig. Insgesamt sind die Mitbrüder mit ihrer pastoralen Arbeit zufrieden.

Die finanzielle Unterstützung, die unsere Mitbrüder vom Bischof und der örtlichen Gemeinde erhalten, reicht nicht aus. Gleichwohl sind die Leute sehr großzügig. Zwei Familien gaben ihnen im Laufe eines Jahres je zwei Kühe. Unsere Mitbrüder schlachteten die Kühe oder versteigerten sie, was der Pfarrei zu mehr Einnahmen verholfen hat. Dank dieser Geschenke und dank des Zuschusses des Generalats für spezielle Ausgaben (Computer, Handy etc.) konnten die Mitbrüder das Leben bis jetzt meistern.

Besuch beim Bischof des Vikariates von Trinidad

Auf dem Rückweg von Totumo besuchten wir den Bischof in seiner Residenz in Trinidad. Wir konnten mit ihm zu Mittag essen und er zeigte sich zufrieden mit der Arbeit unserer Mitbrüder und ihrem missionarischen Einsatz in der Diözese. Es war sehr erfreulich für uns, dies zu hören und das bestätigte unseren Eindruck vom 21. März. Selbst in den Außenstationen wird unsere Kongregation bekannt und die Menschen sind dankbar für die Arbeit, die wir leisten. Wir informierten den Bischof auch von unserem Plan, eine Gemeinschaft in Bogotá zu gründen. Er ermutigte uns, dieses Angebot des Bischofs von Soacha anzunehmen.

Hier in Rom informierten wir P. General und seine Räte über unseren Besuch. Es wurde beschlossen, den Bischof von Soacha offiziell von unserem Vorhaben, die Pfarrei in Santa Fe zu übernehmen, zu informieren, damit er die zweite Pfarrei einer anderen Kongregation übergeben kann. Mit ihm zusammen arbeiten wir an einem Vertrag, so dass zwei Mitbrüder Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres dort beginnen können.

P. Bheki Shabalala, C.M.M. | E-Mail
 
 
© Missionare von Mariannhill | Impressum und Nutzungsbedingungen