Missionare von Mariannhill  > Aktuelles  > Gedenktag in Langen 2009
 

100. Todestag von Abt Franz Pfanner, Langen 13. Juni 2009


Liebe Gäste, liebe Brüder und Schwestern,
Ich freue mich, stellvertretend für die viele Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in der weiten Welt, mit Ihnen allen hier in Langen Abt Franz Pfanner,  den Sohn dieses Ortes zu
Generaloberin Sr Ingeborg Müller CPS
Generaloberin Sr Ingeborg Müller CPS
Bild im Originalformat anzeigen vergrößern
feiern. 

Ich möchte Herrn Bürgermeister Hans Kogler, der Gemeinde von Langen und den vielen Mithelfern ganz herzlich danken, dass sie dieses Fest  organisiert und so schön gestaltet haben und so den Geist diesen großen Mannes immer wieder  in uns lebendig machen. 

Danken möchte ich  auch allen CPS Schwestern der österreichischen Provinz, die sich für diese Treffen engagiert haben  besonders auch unsere Gemeinschaft hier in Langen, Sr. Camilla und ihre Mitschwestern,  die ja auch schon 40 Jahren hier in Langen im Altenheim arbeiten, sowie auch unseren österreichischen und deutschen CMM Brüdern, die uns zur Mitgestaltung dieses Tages eingeladen haben. 

Vieles wurde schon und wird noch über Franz Pfanner gesagt werden – erlauben Sie mir, ein paar Gedanken aus der Sicht der Missions-schwestern vom Kostbaren Blut zu sagen, denn ohne die Eingebung dieses Mannes, uns zu gründen und vielmehr noch ohne seinen unermüdlichen Einsatz und sein Einstehen für uns in den ersten Jahren unserer Gründung, wären wir heute vielleicht Trappistinnen aber keine Missionsschwestern.

Abt Franz Pfanner ist für mich die Verkörperung eines überaus enga-gierten Missionars, dessen einziges Ziel es war, den Menschen die Frohe Botschaft der Erlösung zu verkünden, ihnen jegliche Unterstützung spiritueller und materieller Art zu geben, damit sie sich zu einer lebendigen christlichen Gemeinschaft entfalten konnten. Seine Erfahrung als Pfarrer und Gefängnisseelsorger half ihm, die Wichtigkeit der christlichen Familie zu erkennen und besonders auch die Rolle der Frau innerhalb der Familie. Sein Missionskonzept stellte die gängigen Methoden auf den Kopf, denn es war eine Aufsehen erregende Initiative, dass er Frauen einlud, mit den Trappisten zusammen zu arbeiten.  Er argumentierte, wie die Gottesmutter an dem großen Werk der Erlösung teilnahm, so sollen auch Frauen mit uns die Arbeit der Evangelisierung teilen. Wir Männer können das nicht allein! Die Frauen sollten sich um die Bereiche kümmern, in denen die Trappisten aus Gründen ihrer Regel  sich nicht engagieren konnten, zum Beispiel Schulunterricht und Hausbesuche.

Ja, wir sind Abt Franz wegen seines missionarischen Eifers zu großem Dank verpflichtet, aber wir Schwestern sind auch stolz auf ihn wegen seines  geistlichen Erbes, der Spiritualität, die  er uns, seiner  Kongregation hinterlassen hat. Franz Pfanner spornte die Schwestern in der Mission an, ihr Herz voll in ihrem Dienst einzusetzen, ’denn wenn ihr ihm (Gott) nicht euer Herz gebt, hat alles, was ihr ihm auch gebt, keinen Wert.    

Entgegen allem Anschein,  - wir kennen ja Abt Franz  Pfanner ja von vielen Bildern mit einem strengen Gesicht,  war er ein Mensch der Freude, die er auch in anderen ermutigte: Lasst das Licht der Freude brennen in euren Herzen, wo immer der Gehorsam euch auch hinführt. Er wollte fröhliche, freundliche Schwestern und er sagte: Eine traurige Schwestern ist in  der Tat traurig. 

Er gab uns den Namen ‘Missionsschwestern vom Kostbaren Blut’, denn die Verehrung des Kostbaren Blutes war teil seines täglichen Betens. Wie kennen das Gebet, das er täglich gesprochen hat: O, ihr Heiligen Gottes, erlanget mir die Gnade, welche ich durch das Kostbare Blut Jesu Christi begehre…

In den letzen 15 Jahren seines Lebens, die er praktisch im Exil auf einer einsamen Missionsstation verbrachte, hat er diese Spiritualität gelebt. Es waren sicher die Jahre seines Lebens, in denen Gott Abt Franz zu dem Menschen machte, den wir jetzt als heiligmäßig verehren.
 
Er musste nicht nur Alter und Krankheit ertragen, er litt vielmehr unter seiner ungerechten Absetzung und dem Verbot, mit seien Brüder und Schwestern in Verbindung zu sein, dem Verbot jeglicher pastoraler Arbeit. Er ging täglich den Kreuzweg, bis er ihn nicht mehr gehen konnte. Sr. Angela, eine unserer Pionier Schwestern, die die ganze Zeit über bei ihm war, schrieb nach seinem Tod: Er danke Gott für seine Leiden, seine Absetzung von seinem Amt, die Verleumdungen und alles, was man ihm angetan hat; ja mit erhobenen Händen dankte er Gott, dass er dies leiden durfte. Kam es ganz arg, sagte er ganz ruhig: “Ich kann schon warten bis zum jüngsten Tag.
In den vielen Jahren der Abgeschiedenheit und der Einsamkeit schenkte Gott ihm die Erfahrung, die von vielen großen und starken Männern und Frauen gemacht wurde: wer Jesus in der Schule des Kreuzes nachfolgt, dem gibt er in der dunklen Nacht Vertrauen in Ihn, Kraft über alle Anfeindungen hinaus und Liebe die alle Angst besiegt.

Wir danken Gott, dass er uns so einen Gründer gab, wir sind stolz seine Töchter zu sein.

Das ist der Mann, auf den sie mit Recht als Sohn des Dorfes stolz sein dürfen.

 
 
© Missionare von Mariannhill | Impressum und Nutzungsbedingungen