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Ansprache in Langen (13. Juni 2009) von Generalvikar Pater Peter Grand:

Liebe Gäste, liebe Mitbrüder, liebe Schwestern!
Im Namen des Generalates der Kongregation der Missionare von Mariannhill in Rom und vor allem im Namen unseres Generalsuperiors, Pater Damian Weber, heiße ich Sie alle zu dieser Feierstunde herzlich willkommen und überbringe Ihnen seine Grüße. Es ist gut hier in Langen versammelt zu sein, denn der Mann, Priester, Mönch und Missionar Franz alias Wendelin Pfanner, der hier in Langen liebevoll der ‚rote Wendl’ genannt wurde, stammte aus diesem heimatlichen Boden und holte sich hier das Rüstzeug, das er für sein ganzes späteres Leben in den Dienst der Mission stellte. In einem kürzlich in Englisch erschienen Buch mit dem Titel: „Born to be a Saint“ (Geboren, ein Heiliger zu sein) hat Annette Buschgerd, eine
Generalvikar Pater Peter Grand
Generalvikar Pater Peter Grand
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Missionsschwester vom Kostbaren Blut und Tochter von Abt Franz, von seiner vierfachen Berufung gesprochen: Die Berufung zum Katholizismus, die Berufung zum Priestertum, die Berufung zum Mönchtum und schließlich die Berufung zum Missionar. Es ist diese erste und wohl all entscheidendste Berufung in seinem Leben, die Berufung zum Katholizismus, die die folgenden drei Berufungen erst möglich machten. Diese erste und entscheidende wurde hier in Langen grundgelegt, als ihn die Eltern im September 1825 zur Taufe trugen. Was danach in den nächsten 25 Jahren bis zu seiner zweiten Berufung, der Priesterweihe, geschah, ist aufs engste mit dieser Pfarrei und Gemeinde Langen verbunden. Hier nämlich wurde sein unerschütterlicher Glaube, seine nie aufgebende Hoffnung und seine allumfassende Liebe und Opferbereitschaft nicht nur grundgelegt sondern gefördert, gestützt und erbetet. Deshalb haben Sie, Pfarrei und Gemeinde, heute auch allen Grund, mit uns, den Missionaren von Mariannhill und den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, die hier in Langen wie in Österreich einen wichtigen Dienst versehen, dass Sie sich nicht nur mit uns freuen sondern auch mitfeiern. Immer wieder waren Sie es, die das Andenken an diesen außerordentlichen Mann, Priester, Mönch und Missionar in Euren zahlreichen Feiern und Gedenktagen der Pfarrei und Gemeinde lebendig hielten. Die Feier an diesem Wochenende ist ein erneuter Beweis dafür. Deshalb danke ich Ihnen, der Pfarrei sowie der Gemeinde – auch im Namen des Generalates – für Ihr Bemühen, Abt Franz in Erinnerung und in Ehren zu halten; danken aber auch über das Grab hinaus, seinen Eltern und allen Zeitgenossen von Wendelin Pfanner.

In ihrem Buch schreibt Schwester Annette, dass Abt Franz’ vierte Berufung „Missionar“ war, und er war es mit Leib und Seele, Fleisch und Blut. Darum auch konnte er sich keine territoriale Begrenzung im Dienste des Reiches Gottes für sich und seine beiden Gemeinschaften vorstellen. Fiele folgten seinem Optimismus und setzten sich ein für dieses edle Unternehmen und dazu gehörten auch Österreicher/Innen. Sie alle nahmen persönlich Unannehmlichkeiten, Strapazen und gewaltsamen Tod auf sich. - Erst vor zwei Wochen wurde unser Mitbruder, Pater Ernst Plöchl, aus Neumarkt Opfer eines Raubüberfalls. Während der Zeit des Unabhängigkeitskrieges in Simbabwe starben nicht weniger als neun Mariannhiller und Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, darunter auch zwei österreichischen Ursprungs.

Dieses Wochenende ist für mich hier in Langen nicht nur ein Gedenken an den Tod von Abt Franz vor 100 Jahren. Für mich ist diese Feier – und ich betrachte ähnliche Feiern der Mariannhiller und der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in aller Welt – als Feiern seiner 5. Berufung. Jener Berufung, die nicht auf Abt Franz beschränkt blieb sondern die auch jedem Einzelnen von uns, ob Priester, Bruder, Schwester oder ob Mann oder Frau, ob Bub oder Mädel, zugedacht ist, nämlich die Berufung zu einem Leben nach dem Tode. Der Tod von Abt Franz,  sein Tod war der Anfang jener Berufung, die in der Morgenfrühe des 24. Mai 1909 begann als Abt Franz in nahezu ekstatischer Vision den Anwesenden zurief: Licht! Im Tode wurde ihm dieses Licht geschenkt, und dieses Licht ist der Grund für unsere Feiern. Darum gedenken und feiern wir nicht seinen Tod sondern jenes Licht, das er in Empfang nehmen durfte. Unsere Feiern sind nicht Todesgedächtnisse sondern Feiern, die uns mit Freude und Dankbarkeit erfüllen. Möge sein Leben und Sterben für uns alle Vorbild und Ansporn zu einem christlichen Leben sein.

 
 
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